vor kurzem habe ich mir im Gartencenter einen Ficus retusa gekauft. Im Folgenden möchte ich euch das Bäumchen vorstellen. Da ich Anfänger bin (beschäftige mich seit ca. 2 Jahren intensiv mit der Materie) möchte ich vor allem gerne meine Gedanken zum weiteren Vorgehen mit euch teilen und freue mich über konstruktive Rückmeldungen, Anregungen und Meinungen. Mir geht es in diesem Thread in erster Linie darum, zu lernen. Denn wenn man Entwicklungsgeschichten so wie diese (viewtopic.php?f=4&t=4201&hilit=Ficus) liest scheint immer alles folgerichtig und sonnenklar. Steht man aber vor seinem eigenen ‚Gemüse‘ sieht das schon ganz anders aus
Natürlich hat der Baum auch seine Schwächen, die einen Profi sicher davon abgehalten hätten, ihn zu kaufen. Dies ist zum einen die Verteilung der Äste sowie an den Ästen befindliche unschöne Verdickungen und zum anderen eine große, bislang kaum überwallte Schnittstelle an der Rückseite.
Wie beurteilt ihr den Baum? Seht ihr noch andere Problemstellen (oder Pluspunkte)? Wie soll es nun weiter gehen mit diesem Baum? Als erstes muss er umgetopft werden, die matschige Pampe in der er momentan steht ist ein Graus. Außerdem hat er irgendeinen pflanzlichen „Untermieter“ (Portulak?), der munter aus dem Wurzelballen sprießt. Und da mein Akadamavorrat aufgebraucht ist und das Bonsaizentrum gerade ein eher gemütliches Versandtempo drauf hat, habe ich Zeit mir Gedanken zu machen und Rat von erfahrenen Bonsaianern einzuholen
Zu allererst, weil direkt relevant beim Umtopfen, stellt sich mir die Frage nach dem Schicksal der bereits zu einem Stämmchen gewordenen Luftwurzel. Einerseits mag ich die, weil sie ficustypisch ist. Andererseits wird sie wohl die einzige bleiben, denn Luftwurzeln nachzuziehen wird mir wohl eher nicht gelingen, nach allem was ich im Forum dazu gelesen habe. Ich finde, sie passt mit ihrem schnurgeraden Verlauf nicht so recht zu dem bewegten Hauptstamm und erinnert ein bisschen an einen Krückstock. Was meint ihr? Wie würdet ihr verfahren? Luftwurzel-Stämmchen belassen oder entfernen? Die große Schnittstelle hinten am Hauptstamm habe ich bereits etwas bearbeitet, da das tote Holz mir sehr weich und bröselig erschien und ich Angst hatte, dass sich der Baum einen Pilz einhandelt wenn er im Regen auf dem Balkon steht. Hierbei habe ich das tote Holz geglättet, den Kallusrand angeritzt und mit Wundknete abgedeckt. Auf dem Bild ist das tote Holz noch unbedeckt, hier werde ich zum Schutz vor Feuchtigkeit auch noch Wundknete aufbringen. Wäre eine Behandlung mit Holzhärter angesagt? Überwallt der Baum derart behandeltes Totholz noch? Habt ihr andere Anmerkungen zur Schnittstelle bzw. zu deren Versorgung?
