Michael 86 hat geschrieben: 30.05.2018, 13:05
Ideal wäre eine sehr kleine, schmale gewölbte Konkavzange. In den gängigen Shops finde ich so etwas nicht.
...Kennt jemand eine Bezugsquelle für kleine gewölbte Konkavzangen?
Hallo Michael,
schau mal bei Beck Bonsai. Da gibt es z.B. eine schmale Konkavzange (Art.-Nr. WZS_013).
Grüße, Sanne
Was wären wir ohne den Trost der Bäume… (Zitat von Gisela V.)
Danke Sanne. Bei Beck gäbe es sogar eine gewölbte Konkavzange mit nur 16 cm. Die käme jedenfalls in die engere Auswahl. Ich werde wohl einfach diverse Optionen bestellen müssen. Zu unterschiedlich sind die in Betracht gezogenen Varianten, als dass es einfach wäre, das optimale Zwischending heraus zu filtern.
Jürgen, ein "China Shop" ist mir nicht bekannt. Ein link per PN wäre nett. Dein "Hausverstand" ist nachvollziehbar. Man muss halt für sich entscheiden, was sinnvoll ist.
Etwas mehr darf es für mich schon sein. So eine Zange kann schon eine Weile in Gebrauch sein. Masakuni für über 200€ kommt mir aber dann nicht ins Haus. So viel kostet gerade mal mein teuerster Baum. Ich denke mit Ryuga kann man erst mal nicht falsch machen. So viel billiger ist das günstiger dann schon nicht mehr.
Jürgen* hat geschrieben: 31.05.2018, 06:43Zuerst schaue ich was darf es kosten bzw. was bin ich bereit zu bezahlen, dann wie oft brauche ich es und zu guter Letzt gibt es noch die Erfahrungen anderer Käufer ( mit Bilder und neuerdings Videos ) und wenn das Alles nix genützt hat und ich einen Scheixx bekomme, dann gebe ich es einfach problemlos zurück
Denke das Alles fällt unter Hausverstand - lieber Andreas.
Danke – eine erhellende Auflistung. Ich Depp habe immer die Brauchbarkeit, die Qualität des Werkzeugs in Bezug auf den Verwendungszweck vorangestellt. Darum habe ich ganz naiv auch immer Händler vor Ort berücksichtigt. Kindlich wollte ich das Werkzeug in Händen haben vor dem Kauf und gab dafür Unmengen aus, manchmal fast soviel wie für mein Telekommunikations-Monatsabo.
Man lernt nie aus.
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
Auch der Jürgen wird es lernen und seine Erfahrungen machen.
Hab mir auch mal ne günstige Konkavzange für 19 Euro gekauft, die mittlerweile stumpf ist.
Seitdem ich auch qualitativ bessere Zangen habe, weiß ich auch das die günstige schon von Anfang an nicht wirklich scharf war.
Natürlich kann man am Anfang seine Bäume mit günstigen Scheren oder Zangen zurückschneiden, aber mit der Zeit steigen auch die Ansprüche.
Für den groben Rückschnitt reicht auch die Rosenschere vom Discounter.
Aber wer einmal eine Felco in der Hand hatte, weiß das die Schweizer die besten Gartenscheren bauen und versteht auch wo der Preisunterschied liegt.
Na gut – ich will nicht so sein. Es geht mir keineswegs darum, dass da jetzt jeder eine Zedernholzkassette mit edelstem japanischem Gerät anschafft. Die habe ich auch nicht (es wäre, Kathrin, reichlich «posh»).
Die Wahrheit ist irgendwo dazwischen. Eine gute Konkavzange und eine taugliche Knospenzange – das darf schon sein. Gut heisst, aus brauchbarem Stahl gut geschmiedet, die Winkel stimmen, die Klingen sind soweit gehärtet, dass sie mit dem mineralhaltigen Zellulosezeugs namens Holz klarkommen und sie haben diesen klitzekleinen Abstand, der verhindert, dass sie sich gegenseitig stumpf beissen. Das sind meine Kriterien. Habe nachgerechnet – das letzte Mal habe ich eine Konkavzange vor mehr als 15 Jahren gekauft. Wäre nicht nötig gewesen, hätte ich die andere nicht auf eine Steinplatte fallenlassen. Bei der Lebensdauer ist mir der Preis wirklich egal.
Aber es ging ja um etwas ganz anderes hier – was mein eigentliches Erstaunen und meine Neugier geweckt hat. Um die Frage nämlich, wo man besonders klitzekleine Konkavzängchen kriegt, um diese offenbar zwingende Verletzung der Rinde bei diesem einen, besonderen Schnitt zu verhindern.
Einen Moment lang dachte ich, ich habe aus Versehen ins Fachforum für Darmchirurgen eingeloggt. Die haben solche Fragen, richtigerweise, denn sie operieren an Sachen rum, die bei falschem Vorgehen platzen, bluten, vereitern und andere Dinge machen können, die Menschen zu Tode bringen. Was bekanntlich illegal ist.
Wir kappen bloss Zweige. Das ist die Aufgabe, das ist die Problemstellung. Eine rein handwerkliche. Wer das Problem löst, hat gewonnen. Ich muss ja nun manchmal auch Zweige weg schnippeln an Stellen, die für die Geometrie meiner altgedienten Konkavzange und der (noch viel altgedienteren) Knospenzange eine Herausforderung sind. Da lege ich diese Zangen halt mal weg. Ich kucke, ob es mit dem Nagelclip geht. Oft geht das. Die spitze Schere, mit der man Nähte auftrennt, die mir eine Schneiderin mal dagelassen hat, geht auch. Geht das alles nicht, geht ganz sicher eine frische Skalpellklinge «Swann & Morton Nr 11». Nicht, dass ich das zum Kauf empfehle, es liegt halt einfach so bei mir rum, weil Grafiker sowas früher benutzt haben. Man staunt manchmal, wieviel geht, wenn man nur versteht, was es eigentlich kann.
Kurzum: Es interessiert mich letztlich wenig, wie ich zum Ziel komme, solange ich es erreiche. Für den Alltag aber ziehe ich gute Werkzeuge doch deutlich vor. Es schont die Nerven. Mir ist zudem bewusst, dass ich da Summen ausgebe, die in Relation zu meiner Lebensführung gering genug sind. Darum mag ich auch Händler vor Ort. Es kann nicht sein, dass wir über Natur, Om und Zen diskutieren und gleichzeitig eine Zalando-Kultur pflegen. Jedenfalls nicht für mich.
Hausverstand war ein Stichwort. Ich nenne das etwas anders «gesunden Menschenverstand». Da drin sind die Begriffe «gesund» und «Mensch». Bonsai ist ja ein Geduldsspiel. Dieweil der Junitrieb kommt, kann man sich ja mal entspannt Gedanken zu diesen Begriffen machen.
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(Thoreau)
Jürgen* hat geschrieben: 31.05.2018, 18:06
kein Überbiss und sehr scharf.
Naja, das sehr scharf wird sich wohl bald erledigt haben. Genau dieser "Überbiss" macht eben eine gute Zange aus.
Andreas Ludwig hat geschrieben: 31.05.2018, 17:16
und sie haben diesen klitzekleinen Abstand, der verhindert, dass sie sich gegenseitig stumpf beissen.
und verhindert, dass beim schneiden irgendwas gequetscht wird. Fahr mal vorsichtig mit dem Daumen über die geschlossenen Schneiden hin und her, ob man da nicht doch einen kleinen Unterschied bemerkt. Achja, meine ältest Konkavzange ist jetzt gut 20 Jahre alt
Gruß Jürgen
Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.
Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung