Die Schattenseiten des Yamadoritums
Re: Die Schattenseiten des Yamadoritums
Hallo Igor,
ich bin auch leidenschaftlicher Yamadori - Jäger.
Evtl. haben wir ja sogar gleiche Gebiete.
Jedoch fülle ich keine Lieferwagen voll.
Ich sammle ausschliesslich für den Eigenbedarf dh. ich Suche so wie Du auch eher Klasse statt Masse.
Warum manche so viel ausgraben?
ich denke Yamadori Ware lässt sich sehr gut verkaufen > u.a. von den Personen, zu denen wir alle so hoch schauen
> Top Bäume sind nunmal zumeist Yamadori (Wobei ich denke, dass mangels Erfahrung und Austausch mit gleichgesinnten, wie es heuter per INet möglich ist, die Überlebensquote in früheren Jahren geringer war ?)
Aber ich denke auch es wäre zu verklärt zu denken, dass die großen Yamadori Jäger aus N.b. oder sonst wo für jeden entnommen Baum einen neuen gepflanzt haben, den Rückschnitt vorort entsorgt und das Loch wieder säuberlich verfüllt haben?
Übrigens war ich noch nie mit Ulf auf Tour.
Gruß
Uli
ich bin auch leidenschaftlicher Yamadori - Jäger.
Evtl. haben wir ja sogar gleiche Gebiete.
Jedoch fülle ich keine Lieferwagen voll.
Ich sammle ausschliesslich für den Eigenbedarf dh. ich Suche so wie Du auch eher Klasse statt Masse.
Warum manche so viel ausgraben?
ich denke Yamadori Ware lässt sich sehr gut verkaufen > u.a. von den Personen, zu denen wir alle so hoch schauen
> Top Bäume sind nunmal zumeist Yamadori (Wobei ich denke, dass mangels Erfahrung und Austausch mit gleichgesinnten, wie es heuter per INet möglich ist, die Überlebensquote in früheren Jahren geringer war ?)
Aber ich denke auch es wäre zu verklärt zu denken, dass die großen Yamadori Jäger aus N.b. oder sonst wo für jeden entnommen Baum einen neuen gepflanzt haben, den Rückschnitt vorort entsorgt und das Loch wieder säuberlich verfüllt haben?
Übrigens war ich noch nie mit Ulf auf Tour.
Gruß
Uli
Re: Die Schattenseiten des Yamadoritums
Guten Abend,
ja, ein interessantes und wichtiges Thema. Noch ein paar Gedanken dazu ...
- Es ist problematisch, die "Kommerziellen" zu verurteilen, weil man selbst ja nur für den Eigenbedarf sammelt. In der Summe bleibt sich das ja wohl gleich - Sammeln oder Gesammeltes Kaufen (eventuell ist aber das Vorgehen bei "Eigenbedarf" i.d.R. sorgfältiger).
- Bei Yamadori handelt es sich um eine Nutzung natürlicher Ressourcen, ähnlich wie Fischerei, Forstwirtschaft, Jagd. Dafür müssen Regeln erarbeitet und dann auch eingehalten und entsprechend überprüft/sanktioniert werden, dann ist nichts dagegen einzuwenden. In anderen Bereichen (z.B. Haltung geschützter Tierarten) würde man z.B. mit entsprechenden Zertifikaten und Herkunftsbescheinigungen arbeiten (es kann aber natürlich sein, dass eine "nachhaltige Bewirtschaftung" uralter Bäume in der Kampfzone einfach nicht möglich ist, und die einzige seriöse Regelung ein kompletter Schutz wäre).
- Das eigenmächtige "Aufforsten" nach Entnahme würde ich sehr kritisch sehen (nicht standortgemäße Unterarten, Schädlinge etc.). Das müsste zumindest in enger Abstimmung mit der zuständigen Stelle erfolgen.
- Der "Philosophie" von Bonsai scheint mir eher die intensive Beschäftigung mit wenigen, als das Anhäufen möglichst vieler Bäume zu entsprechen, persönlich finde ich das auch befriedigender und es entspricht meinen Wohnverhältnissen besser (allerdings wächst meine Sammlung auch, das will ich gar nicht bestreiten...)
- Es wurde hier schon einige Male angesprochen: offenbar stellt die wirklich langjährig erfolgreiche Pflege der Bäume immer noch die Ausnahme dar (und das BFF macht sich da sicher schon sehr verdient, um dem abzuhelfen).
Gruß,
Stefan
ja, ein interessantes und wichtiges Thema. Noch ein paar Gedanken dazu ...
- Es ist problematisch, die "Kommerziellen" zu verurteilen, weil man selbst ja nur für den Eigenbedarf sammelt. In der Summe bleibt sich das ja wohl gleich - Sammeln oder Gesammeltes Kaufen (eventuell ist aber das Vorgehen bei "Eigenbedarf" i.d.R. sorgfältiger).
- Bei Yamadori handelt es sich um eine Nutzung natürlicher Ressourcen, ähnlich wie Fischerei, Forstwirtschaft, Jagd. Dafür müssen Regeln erarbeitet und dann auch eingehalten und entsprechend überprüft/sanktioniert werden, dann ist nichts dagegen einzuwenden. In anderen Bereichen (z.B. Haltung geschützter Tierarten) würde man z.B. mit entsprechenden Zertifikaten und Herkunftsbescheinigungen arbeiten (es kann aber natürlich sein, dass eine "nachhaltige Bewirtschaftung" uralter Bäume in der Kampfzone einfach nicht möglich ist, und die einzige seriöse Regelung ein kompletter Schutz wäre).
- Das eigenmächtige "Aufforsten" nach Entnahme würde ich sehr kritisch sehen (nicht standortgemäße Unterarten, Schädlinge etc.). Das müsste zumindest in enger Abstimmung mit der zuständigen Stelle erfolgen.
- Der "Philosophie" von Bonsai scheint mir eher die intensive Beschäftigung mit wenigen, als das Anhäufen möglichst vieler Bäume zu entsprechen, persönlich finde ich das auch befriedigender und es entspricht meinen Wohnverhältnissen besser (allerdings wächst meine Sammlung auch, das will ich gar nicht bestreiten...)
- Es wurde hier schon einige Male angesprochen: offenbar stellt die wirklich langjährig erfolgreiche Pflege der Bäume immer noch die Ausnahme dar (und das BFF macht sich da sicher schon sehr verdient, um dem abzuhelfen).
Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Re: Die Schattenseiten des Yamadoritums
Auf welchen forstwirtschaftlichen Fakten beruht diese Annahme?Bergi hat geschrieben:Das eigenmächtige "Aufforsten" nach Entnahme würde ich sehr kritisch sehen (nicht standortgemäße Unterarten, Schädlinge etc.). Das müsste zumindest in enger Abstimmung mit der zuständigen Stelle erfolgen.
Möglicherweise habe ich mich unklar ausgedrückt. Ich mache es etwas konkreter:
- Man kann einen oder zwei Bäumchen pflanzen, müssen tut niemand etwas
- man muss nicht an der selben Stelle pflanzen, und auch nicht am selben Tag

- wenn man beim Förster ist und eine Genehmingung zum Graben einholt, dann kann man bei Zweifeln auch gleich fragen ob man nen Setzling pflanzen darf/kann
- dass man in Fichtenwäldern keine Akazien pflanzt ist wohl sinnvoll, D-land ist ein Land voller Fichten, Eichen, Buchen und Birken, mit den Pflänzchen macht man kaum was falsch
- Was Schädlinge angeht, sind die meisten Baumschulpflanzen völlig steril (mit allem was Hightec so hergibt; kranke Pflanzen kann man nicht verkaufen, und was nicht für den Verzehr gedacht ist kriegt ne volle Kelle - "Ah, öhm hey junge Frau wieso kaufen Sie ihr Gemüse im Bio Laden ... "), wer seine Pflanzen nicht spritzt, gefährded den ganzen Baumschulbestand.
- Wer eine Containerpflanze in unsere Borkenkäfergeplagten Monokulturwälder setzt, schafft einen Quadratmeter gesunden Wald.
Wen stören da schon die paar Kröten für ne Mini-Eiche
Grüße
Gruß
Oliver
Bonsai is not: You working on the Tree,
it´s the Tree working on you
Oliver
Bonsai is not: You working on the Tree,
it´s the Tree working on you
Re: Die Schattenseiten des Yamadoritums
Hallo Spunk,
sorry, wenn ich mich etwas unklar ausgedrückt habe:
Das Pflanzen von Bäumen in der Natur ist, ebenso wie das Aussetzen von Tieren, auch wenn es im besten Glauben geschieht und es sich um einheimische Arten handelt, prinzipiell untersagt bzw. bedarf einer besonderen Genehmigung.
Die Gründe dafür sind eigentlich klar:
1. will man nicht den standorttypischen und -angepassten Genpool durch das Einbringen von "no name" - Exemplaren gefährden
2. sind Tiere und Pflanzen nie "steril", ganz besonders nicht, wenn es sich um Containerpflänzchen mit ihrer "Begleitflora" handelt. Der Schaden durch eingeschleppte Arten ist ja allgemein bekannt.
3. werkelt man auf Flächen herum, für die man kein Nutzungsrecht hat, ohne die Planung etc. zu kennen
Also: sich in jedem Fall informieren. Baumklau ist illegal, Baumklau mit eigenmächtiger Nachpflanzung macht die Sache aber auch nicht besser.
Gruß,
Stefan
sorry, wenn ich mich etwas unklar ausgedrückt habe:
Das Pflanzen von Bäumen in der Natur ist, ebenso wie das Aussetzen von Tieren, auch wenn es im besten Glauben geschieht und es sich um einheimische Arten handelt, prinzipiell untersagt bzw. bedarf einer besonderen Genehmigung.
Die Gründe dafür sind eigentlich klar:
1. will man nicht den standorttypischen und -angepassten Genpool durch das Einbringen von "no name" - Exemplaren gefährden
2. sind Tiere und Pflanzen nie "steril", ganz besonders nicht, wenn es sich um Containerpflänzchen mit ihrer "Begleitflora" handelt. Der Schaden durch eingeschleppte Arten ist ja allgemein bekannt.
3. werkelt man auf Flächen herum, für die man kein Nutzungsrecht hat, ohne die Planung etc. zu kennen
Also: sich in jedem Fall informieren. Baumklau ist illegal, Baumklau mit eigenmächtiger Nachpflanzung macht die Sache aber auch nicht besser.
Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Re: Die Schattenseiten des Yamadoritums
Moin,
ist dem wirklich so ?
Frank
BILU hat geschrieben: Warum manche so viel ausgraben?
ich denke Yamadori Ware lässt sich sehr gut verkaufen > u.a. von den Personen, zu denen wir alle so hoch schauen
> Top Bäume sind nunmal zumeist Yamadori (Wobei ich denke, dass mangels Erfahrung und Austausch mit gleichgesinnten, wie es heuter per INet möglich ist, die Überlebensquote in früheren Jahren geringer war ?)Uli
ist dem wirklich so ?
Frank
-
Moon_Walker
- Beiträge: 91
- Registriert: 02.07.2008, 10:19
- Wohnort: Ungarn
Re: Die Schattenseiten des Yamadoritums
Hallo Bergi,
ich teile deiner Meinung.
Es würde fachlicher, wenn jemand nur das Geld für Nachpflanzung beim
Eigentümer lässt. Der soll dann wissen was er statt unseren findling pflanzt.
Sogleich könnte er ein Zertifikat für unseren Exemplar erstellen.
...
Attila
ich teile deiner Meinung.
Es würde fachlicher, wenn jemand nur das Geld für Nachpflanzung beim
Eigentümer lässt. Der soll dann wissen was er statt unseren findling pflanzt.
Sogleich könnte er ein Zertifikat für unseren Exemplar erstellen.
...
Attila
Re: Die Schattenseiten des Yamadoritums
Wie fast alles im Leben,
sollte man aber auch einen anderen Gesichtspunkt im Auge halten.
Bonsai-Profis von denen wir so viel lernen können,
müssen auch Ihren Lebensunterhalt verdienen.
Wenn man bedenkt was alleine ein Baum auf einer Ausstellung für Kosten verursacht.
Anreise, Übernachtungen, Verköstigung ...
Wenn ein Profi einen "gestalteten" Baum verkauft
ist der letztendliche Stundenlohn eher im Bereich von Entwicklungsländern.
Auch die Einnahmen aus Workshops und Demonstrationen sind nicht so hoch,
das man Monate davon zehren kann.
Yamadoris sind dann, ob mit oder ohne Workshop, eine weiter Einnahmequelle.
sollte man aber auch einen anderen Gesichtspunkt im Auge halten.
Bonsai-Profis von denen wir so viel lernen können,
müssen auch Ihren Lebensunterhalt verdienen.
Wenn man bedenkt was alleine ein Baum auf einer Ausstellung für Kosten verursacht.
Anreise, Übernachtungen, Verköstigung ...
Wenn ein Profi einen "gestalteten" Baum verkauft
ist der letztendliche Stundenlohn eher im Bereich von Entwicklungsländern.
Auch die Einnahmen aus Workshops und Demonstrationen sind nicht so hoch,
das man Monate davon zehren kann.
Yamadoris sind dann, ob mit oder ohne Workshop, eine weiter Einnahmequelle.
grüsse an die bewohner von melmac
-
Moon_Walker
- Beiträge: 91
- Registriert: 02.07.2008, 10:19
- Wohnort: Ungarn
Re: Die Schattenseiten des Yamadoritums
Quatsch.zopf hat geschrieben:Wie fast alles im Leben,
sollte man aber auch einen anderen Gesichtspunkt im Auge halten.
Bonsai-Profis von denen wir so viel lernen können,
müssen auch Ihren Lebensunterhalt verdienen.
Man muss atmen, schlafen, und stoffwechseln.
Verdienen von einem Hobby muss man gar nicht.
grüsse
Attila
Re: Die Schattenseiten des Yamadoritums
deshalb hat dieter ja auch von profis gesprochen. trotzdem sollte es in jedem business standards, auch ethischer art geben. dass dem nichtr immer so ist, überall, ist ja leider bekannt.
aber da gehört dann auch immer der mündige verbraucher und kunde dazu, der ein zweifelhaftes produkt dann auch boykottiert. solange das dann nicht über staatliche subventionen zunichte gemacht wird (wie z. b. in der fleischindustrie)
aber da gehört dann auch immer der mündige verbraucher und kunde dazu, der ein zweifelhaftes produkt dann auch boykottiert. solange das dann nicht über staatliche subventionen zunichte gemacht wird (wie z. b. in der fleischindustrie)
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
Re: Die Schattenseiten des Yamadoritums
naja, mal etwas provokant. die genehmigung beruhigt aber auch mehr oder weniger nur das gewissen fürs reine ausgraben. die frage, ob richtig oder falsch kann sie aber auch nicht klären. klar, fragen muß man schon, ob man darf oder nicht darf. soweit ist das schon richtig und auch verständlich.
aber "umweltbedingte" schäden wird man auch dadurch nicht aufhalten. (ist ja nicht immer nur auf das graben zu beschränken.) und der eigentümer bzw. jeweilige verwalter oder ansprechpartner, entscheidet ja wahrscheinlich auch eher aus für ihn wirtschaftlichen gründen und weniger aus umweltbedingten tatsachen. wenn er es täte, müßte man im grunde auf ausgrabungsaktionen im gebirge zu einem sehr hohen grade verzichten. schon alleine aus umweltbewußtsein sich selbst gegenüber.
so gesehen ist ein "schaden" für die jeweilige umwelt so oder so nicht zu vermeiden. ganz unabhängig davon, ob der baum anschliessend überlebt oder nicht überlebt. der ausgegrabene baum sollte überleben, klar! und damit er es tut, sollte man auch das nötige wissen haben. aber die freifläche, der "schaden", bleibt im zweifelsfalle bestehen.
selbst die anzahl der ausgegrabenen bäume ist da relativ irrelevant. ich esse auch nicht über gebühr fisch oder fleisch. trotzdem sorgt mein konsum mit dazu bei, daß es mastanlagen gibt. wobei ich hochsehfisch schon so gut wie vermeide und eher auf einheimische arten zugreife.
wie gesagt, es wird nie meine "eine" schildkröten suppe sein, die zum aussterben oder mästen selbiger führt. es wird immer die suppe des anderen sein.
gruß marius
aber "umweltbedingte" schäden wird man auch dadurch nicht aufhalten. (ist ja nicht immer nur auf das graben zu beschränken.) und der eigentümer bzw. jeweilige verwalter oder ansprechpartner, entscheidet ja wahrscheinlich auch eher aus für ihn wirtschaftlichen gründen und weniger aus umweltbedingten tatsachen. wenn er es täte, müßte man im grunde auf ausgrabungsaktionen im gebirge zu einem sehr hohen grade verzichten. schon alleine aus umweltbewußtsein sich selbst gegenüber.
so gesehen ist ein "schaden" für die jeweilige umwelt so oder so nicht zu vermeiden. ganz unabhängig davon, ob der baum anschliessend überlebt oder nicht überlebt. der ausgegrabene baum sollte überleben, klar! und damit er es tut, sollte man auch das nötige wissen haben. aber die freifläche, der "schaden", bleibt im zweifelsfalle bestehen.
selbst die anzahl der ausgegrabenen bäume ist da relativ irrelevant. ich esse auch nicht über gebühr fisch oder fleisch. trotzdem sorgt mein konsum mit dazu bei, daß es mastanlagen gibt. wobei ich hochsehfisch schon so gut wie vermeide und eher auf einheimische arten zugreife.
wie gesagt, es wird nie meine "eine" schildkröten suppe sein, die zum aussterben oder mästen selbiger führt. es wird immer die suppe des anderen sein.
gruß marius
Re: Die Schattenseiten des Yamadoritums
Und was wolltest du uns jetzt mit deinem Posting sagen? 
Viele Grüße
monika
monika
Re: Die Schattenseiten des Yamadoritums
Sag ich doch, wer einen Baum ausgräbt kann ja auch danach fragen ob ein ausetzen unerwünscht ist oder nicht.Bergi hat geschrieben:Hallo Spunk,
sorry, wenn ich mich etwas unklar ausgedrückt habe:
Das Pflanzen von Bäumen in der Natur ist, ebenso wie das Aussetzen von Tieren, auch wenn es im besten Glauben geschieht und es sich um einheimische Arten handelt, prinzipiell untersagt bzw. bedarf einer besonderen Genehmigung.
Die Gründe dafür sind eigentlich klar:
1. will man nicht den standorttypischen und -angepassten Genpool durch das Einbringen von "no name" - Exemplaren gefährden
2. sind Tiere und Pflanzen nie "steril", ganz besonders nicht, wenn es sich um Containerpflänzchen mit ihrer "Begleitflora" handelt. Der Schaden durch eingeschleppte Arten ist ja allgemein bekannt.
3. werkelt man auf Flächen herum, für die man kein Nutzungsrecht hat, ohne die Planung etc. zu kennen
Also: sich in jedem Fall informieren. Baumklau ist illegal, Baumklau mit eigenmächtiger Nachpflanzung macht die Sache aber auch nicht besser.
Gruß,
Stefan
1.& 2. : Schäden durch eingeschleppte Arten: da vergleichst du Äpfel mit Birnen, die Problematik mit Kröten in Australien, oder gentechnisch veränderte Algen im Mittelmeer ist allseits bekannt. Aber wir reden ja vom aussetzten einer Eiche in einem Eichenwald, und da kann mir keiner erzählen dass die Pflanzen woanders als aus Baumschulen kommen wenn 'professionell' aufgeforstet wird. Wenn da Gefahren lauern, wo bekommen die Forstbehörden denn ihre Jungpflanzen her? vom Mond? nein, die bekommen ihre No-Name Stiehleichen oder was auch immer von eine 08/15 Baumschule
zu 3.:
Natürlich gibt es Regularien, in Naturschutzgebieten sind Wälder häufig Naturbelassen, da sind Anpflanzungen nicht erwünscht, aber das kann man ja mit dem Forstamt abklären. Davon abgesehen forstet wohl niemand (von uns) einfach Hektarweise auf ohne eine Genehmigung.
Ich kann deine Einwände nicht nachvollziehen. Die deutsche Mammutbaum Community wildert seit geraumer Zeit überall in Deustschland Mammutbäume aus, ohne Probleme mit dem Gesetz oder Theater mit Forstbehörden. Auch gibt es nirgends Hinweise darauf dass Forstbehörden Jagd auf Mammutliebhaber machen, die diese exotisch anmutenden Bäume aussetzen. Früher hat D-schland zum natürlichen Habitat von Mammuts gezählt.
Stefan, wenn dir das Aussetzen Magendrücken bereitet, dann mache es nicht, ich wil hier niemandem was auf´s Auge drücken was Probleme verursacht oder Gewissensbisse auslöst, dass einmal die Nachrichten schreiben:
"Der deutsche Wald stirbt, eine Mutierte Buchenart breitet sich aus wie eine Feuerwalze und unterdrückt alle anderen Pflanzen. Danach zerfallen diese Mutanten zu Steinmehl und hinterlassen Brachlandschaften"
liebe grüße
Spunki
Gruß
Oliver
Bonsai is not: You working on the Tree,
it´s the Tree working on you
Oliver
Bonsai is not: You working on the Tree,
it´s the Tree working on you
Re: Die Schattenseiten des Yamadoritums
Hallo Spunk, das macht dann wohl auch nichts.Spunk hat geschrieben:Ich kann deine Einwände nicht nachvollziehen.
Warum nicht?
Weil ich davon ausgehe, dass es sich bei dir um reine Gedankenspiele und Diskutierfreude handelt ...
Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Re: Die Schattenseiten des Yamadoritums
Sorry, aber Eure Vorschläge in Ehren von Wegen neuen Baum pflanzen usw.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihr je einen Baum vom Berg geholt habt???
Gruß
Uli
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihr je einen Baum vom Berg geholt habt???
Gruß
Uli
Zuletzt geändert von BILU am 13.10.2010, 20:15, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Die Schattenseiten des Yamadoritums
Sorry Zopf,zopf hat geschrieben:Wie fast alles im Leben,
sollte man aber auch einen anderen Gesichtspunkt im Auge halten.
Bonsai-Profis von denen wir so viel lernen können,
müssen auch Ihren Lebensunterhalt verdienen.
Wenn man bedenkt was alleine ein Baum auf einer Ausstellung für Kosten verursacht.
Anreise, Übernachtungen, Verköstigung ...
Wenn ein Profi einen "gestalteten" Baum verkauft
ist der letztendliche Stundenlohn eher im Bereich von Entwicklungsländern.
Auch die Einnahmen aus Workshops und Demonstrationen sind nicht so hoch,
das man Monate davon zehren kann.
Yamadoris sind dann, ob mit oder ohne Workshop, eine weiter Einnahmequelle.
ich muss wirklich schmunzeln, wenn ich daran denke, um welche teils unerschwinglichen Beträge so manch ein Yamadori (als Rohmaterial) zum Verkauf angeboten wird. Vor allem, wenn man bedenkt - dass dieser im "Yamadori-Supermarkt ohne Kassa" gratis eingesackt wurde.
Dies führt sicherlich auch in einem gewissen Maße dazu, dass immer mehr "Sammler" selbst in die Berge ziehen, um nach diesen kostbaren Schätzen zu suchen.
Wenn ich die Umgebung bei mir so anschaue, dann wundert´s mich echt, dass der Marktwert von Mugo-Rohmaterial immer noch der selbe ist. Lt. Volkswirtschaftlichen Prinzip, dürfte damit kaum mehr etwas zu verdienen sein ...
Mal im Ernst Zopf, dass man von Bonsai allein nicht leben kann - ist wohl klar. Daher, so finde ich, ist der Begriff "Profi" eher vorsichtig anzusprechen. Ob Yamadris dann teilweise zur Erhaltung der Existenz dienen ... na ja
Sg-Igor
