Aluklebeband als Mittel zur Wundheilung

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Robert S.
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Aluklebeband als Mittel zur Wundheilung

Beitrag von Robert S. »

Hallo zusammen,

manche von euch setzen Aluklebeband zur Versorgung von Schnittwunden ein. Kann mir jemand die Funktionsweise erklären? Hat das etwas mit der Wärmeleitfähigkeit des Materials zu tun?

Servus,
Robert
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Julez
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Re: Aluklebeband als Mittel zur Wundheilung

Beitrag von Julez »

Wärmeleitfähigtkeit *confused3* ?
Ich denke der Effekt ist derselbe wie bei der Knete, die Wunde feucht halten!

Gruss Julian
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Sigrid
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Re: Aluklebeband als Mittel zur Wundheilung

Beitrag von Sigrid »

Hallo!
Ich war neulich auf einem Workshop mit Christian Przybylski (ChrisP) und habe auf seine Empfehlung das Alu-Klebeband zur Versorgung größerer Schnittstellen bei meiner Hainbuche verwendet.
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... 1&start=15
Das dient einerseits als Wundverschluss; außerdem soll tatsächlich die Wundstelle auf diese Weise schon von wenigen Wärmestrahlen profitieren.
Über Vor- und Nachteile verschiedener Arten von Wundverschluss ist ja hier schon hinlänglich diskutiert worden :mrgreen:
Chris empfiehlt diesen Wundverschlüss vor allem für schnell wachsende Pflanzen - wie hier die Hainbuche.
Das soll jetzt erstmal die nächsten Monate drauf bleiben; über Erfolg - oder Misserfolg *confused* werd ich in ca. 1 Jahr berichten können :roll: :wink:
WS_ChrisP_07.03.09_40.jpg
WS_ChrisP_07.03.09_40.jpg (69.09 KiB) 5643 mal betrachtet
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Robert S.
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Re: Aluklebeband als Mittel zur Wundheilung

Beitrag von Robert S. »

Hallo Sigi,

genau Dich bzw. Dein (übrigens sehr schönes) Bäumchen hab ich mitunter im Auge gehabt, als ich mir die Frage gestellt habe. Denn Alu leitet die Wärme gut, reflektiert aber die Sonne, was die "Energieaufnahme" doch wieder ein Stück weit kompensiert, oder? Dann müßte eine schwarze Metallfolie doch den gewünschten Effekt noch stärker unterstützen?

Fragen über Fragen :wink:

Grüße vom Erbsenzähler,
Robert
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der1
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Re: Aluklebeband als Mittel zur Wundheilung

Beitrag von der1 »

Robert S. hat geschrieben:...Denn Alu leitet die Wärme gut, reflektiert aber die Sonne, was die "Energieaufnahme" doch wieder ein Stück weit kompensiert, oder?...
Eigentlich soweit logisch, aber: was ist in einem von direkter Sonneneinstrahlung beeinflussten Autoinnenraum mit am heißesten? Und zwar noch heißer als evtl. vorhandene schwarze Ledersitze. Richtig. Die verchromten Steckdinger vom Anschnallgurt. Frag mich aber nicht warum...

Liebe Grüße

Christian
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Andreas Ludwig
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Re: Aluklebeband als Mittel zur Wundheilung

Beitrag von Andreas Ludwig »

öhm...

Aluminium oxidiert praktisch sofort. Reagiert kaum mit irgendwas, erzeugt darum keine schädlichen Salze, ist flexibel anpassbar, muss als Folie nicht gegossen, nicht gehämmert werden, ist überall erhältlich.

«Steriler, praktikabler Wundverschluss» kommt vielleicht näher als «Thermoleiter»...

(Nicht, dass ich die Gründlichkeit solcher Diskussionen nicht bewundere, aber manchmal... tja, also manchmal, da bin ich froh um typisch japanisch-lakonische Antworten wie diese: «Weil es geht.»)
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bock
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Re: Aluklebeband als Mittel zur Wundheilung

Beitrag von bock »

*kopfkratz*
Physik:
Reflektion und Absorbtion bestimmen, welcher Anteil der eingestrahlten Energie in den Stoff übergehen. Bei blanken Metallen ist dieser Anteil eher klein.

Wärmeleitfähigkeit: bestimmt, wie schnell Wärme aufgenommen oder abgegeben werden kann; bei Eisen, Messing etc hoch, bei Aluminium eher gering.

Wärmespeicherkapazität: bestimmt, wieviel Wärmeenergie aufgenommen werden kann. Bei Eisen, Messing, Stein (z.B. Granit, Basalt,...) hoch, bei Aluminium, Leder, Kunststoff eher gering.

Daraus folgt, dass Aluminium nicht viel Wärme aufnimmt und vergleichsweise langsam abgibt. Das Gurtschloss im Auto wird langsamer warm als das Armaturenbrett, kann aber die gespeicherte Wärme schneller wieder abgeben, wirkt dadurch wärmer.
:wink:
liebe Grüße Andreas
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chris.p
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Re: Aluklebeband als Mittel zur Wundheilung

Beitrag von chris.p »

Andreas Ludwig hat geschrieben:öhm...

Aluminium oxidiert praktisch sofort. Reagiert kaum mit irgendwas, erzeugt darum keine schädlichen Salze, ist flexibel anpassbar, muss als Folie nicht gegossen, nicht gehämmert werden, ist überall erhältlich.

«Steriler, praktikabler Wundverschluss» kommt vielleicht näher als «Thermoleiter»...

(Nicht, dass ich die Gründlichkeit solcher Diskussionen nicht bewundere, aber manchmal... tja, also manchmal, da bin ich froh um typisch japanisch-lakonische Antworten wie diese: «Weil es geht.»)
Richtig,
mehr hab ich von Meister Suzuki auch nicht gesagt bekommen, als er mir die Technik gezeigt hat.
Grüße
Chris
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Erwin
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Re: Aluklebeband als Mittel zur Wundheilung

Beitrag von Erwin »

Also Wärmeleitfähigkeit kann man vergessen. Da hat mir im AK jemand ein Stück Alufolie solange mit dem Brenner erhitzt, bis es anfing zu brennen (m. W. ca 800° C) Darauf hat er mir das sofort in die Hand gegeben. Ergebnis: keine
spürbare Hitze.

Erwin
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Andreas Ludwig
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Re: Aluklebeband als Mittel zur Wundheilung

Beitrag von Andreas Ludwig »

Gut, Scherz beiseite, zurück zum Thema:

Es taugt. Ist allen bekannt, die z.B. «Bonsai from the wild» von Nick Lenz (2. Auflage 2006) kennen. Oder von anderswo. Ein Tipp für Rednecks, für Rauhbacken, für echte Bastler. Draufmachen, fertig. Lenz empfiehlt es für Lärchen, in Kombination mit Vaseline, das er als tauglichen Ersatz für natürlichen Harzfluss erkannt hat. Was so stimmt, jedenfalls, wenn ich meine Lärchen frage. Ich glaube, ich habe eine Hainbuche, wo was wegmuss. da werde ich das ausprobieren, aber ohne vorher die physikalischen Eigenschaften der Folie durchzutesten. Das CERN hat anderes zu tun...

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Re: Aluklebeband als Mittel zur Wundheilung

Beitrag von MarionS »

AFAIK gibt es in der Medizin Aluspray für Wunden. Tiermedizin, Humanmedizin oder Beides.
Wenn das auch für Pflanzen gut ist, wundert mich das nicht sonderlich.
Gruß,
MarionS

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Re: Aluklebeband als Mittel zur Wundheilung

Beitrag von heinz leitner »

Andreas Ludwig hat geschrieben:Gut, Scherz beiseite, zurück zum Thema:

That's it.
Fragt nicht nach mehr.
Es geht, das zählt.
Wir machen Bonsai, keine Nobelpreise.
Das es funktioniert mag sein,aber es sieht besch.. aus,oder?
Gruss Heinz
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Andreas Ludwig
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Re: Aluklebeband als Mittel zur Wundheilung

Beitrag von Andreas Ludwig »

heinz leitner hat geschrieben:Das es funktioniert mag sein,aber es sieht besch.. aus,oder?
Gruss Heinz
Das ist jetzt aber nicht echt dein Problem, oder?
Trainingsschalen, Aludraht, Raffia, Spanndrähte, Biogoldkugeln - alles optisch... irgendwie... minderwertig - aber nötig.

«Bonsai» ist kein Zustand, das ist ein Prozess! Was glaubst du, wie es in der Sixtina ausgeschaut hat, als der Michelangelo noch am Malen war...
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Robert S.
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Re: Aluklebeband als Mittel zur Wundheilung

Beitrag von Robert S. »

Danke euch allen. :P

Servus,
Robert
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Re: Aluklebeband als Mittel zur Wundheilung

Beitrag von Herbert A »

Servus an alle!

Ich hab ein paar Bäume mit Aluwundverschluss rumstehen. Werde in den nächsten Tagen ein paar Fotos einstellen.

Bei einigen Bäumen habe ich den Fehler gemacht, dass ich die Kleber nur so groß ausgeschnitten habe, dass die Wunde gerade mal zugeklebt werden konnte. Dabei hat wahrscheinlich durch die Aktivität des Baumes (Kallusbildung) sowie Wind, Sonne und Regen die haftfähigkeit des Aluverschlusses stark nachgelassen und die Kleber sind teilweise nach ein paar Wochen heruntergefallen. Daher großzügig bemessen. Ich denke mindestens rundherum 2-3 cm größer ausschneiden als die abzudeckende Wunde.

Wenn ich die Fotos gemacht habe, dann sehen wir vielleicht auch gleich einen Vergleich bei der Wundheilung noch verklebter und nicht mehr verklebter Wunden.

ciao
Herbert A
Das BFF ist mein persönliches Bonsaitagebuch. Vielen Dank dass ihr das seit vielen Jahren ermöglicht.

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