Hainbuche Erstgestaltung

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nargos
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Hainbuche Erstgestaltung

Beitrag von nargos »

Hallo,

nachdem ich nun seit fast zwei Jahren die Beiträge im Forum wissbegierig verfolge, möchte ich auch einmal aktiv etwas beitragen und mein Erstlingswerk zur Kritik stellen.

Im letzten Frühjahr hatte ich mich zu meinem ersten Workshop in Neidelsbach angemeldet und unter Anleitung und Mithilfe von Martin Sturm die hier vorgestellte Hainbuche erstgestaltet. Die Tage wurde der Baum nun vom "Käfleinsand" befreit und bekam seine erste Schale. Da die Hainbuche im Sand enttäuschend wenig Feinwurzeln gebildet hatte, konnte ich dieses Jahr den Wurzelbereich noch nicht so flach gestalten wie ich es ursprünglich vorhatte. Die Schale fiel fürs Erste etwas tiefer und grösser aus.

Meine Wahl fiel beim Workshop auf diesen Rohling, da mich der Wurzelbereich ziemlich beeindruckte und ich die Möglichkeit hatte einen Doppelstamm zu gestalten. Im Moment sind noch einige Äste zu viel, im Lauf der Zeit wird sich da mit Sicherheit noch einiges ändern. Noch nicht zufrieden bin ich mit dem oberen Bereich, für die Gestaltung der Krone suche ich noch nach Lösungen. Ebenfalls noch unglücklich bin ich mit den beiden grossen Schittwunden. Für die Zukunft sollte ich mir da was einfallen lassen, vielleicht in Richtung ausfräsen oder aushöhlen.

Die Hainbuche misst vom Schalenrand ab 75 cm.

Über Anregungen und Kritik würde ich mich sehr freuen. Es braucht sich da niemand zurückhalten, ich bin nicht nachtragend :wink: und aufgeschlossen für alle Vorschläge.

Viele Grüsse

nargos
Hainbuche März 2009 vorne .jpg
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Hainbuche März 2009 rechts .jpg
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migo
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Re: Hainbuche Erstgestaltung

Beitrag von migo »

Hallo Nargos,

ein schöner Rohling, kann man nicht meckern.
ABER: Eine Erstgestaltung gibt meist nur die grobe Richtung vor. Sich jetzt schon um Feinheiten zu kümmern ist viel zu früh.

Zwei Dinge sind mir aufgefallen. Erstens die Spitze.
Damit wäre ich auch nicht zufrieden - was fehlt ist kraftvolles "duchtreiben lassen" der oberen Äste. Da ist im letzten Jahr auch nicht viel passiert, erkennt man auch am zu geringen Kallus rund um die Schnittstellen. Nicht Feinverzweigung sondern das Dickenwachstum der oberen Äste muss jetzt gefördert werden. Vielleicht auch dazu die oberen Äste steiler stellen - als Fortsetzung des Stammes. Die Schnittstelle des kleinen Stammes würde ich noch bis an die nächsten unteren Äste heran ausschneiden.

Und damit kommen wir zwangsläufig zum zweiten Punkt. Das Wurzelwerk.
Der Baum kann nur dann vernünftig wachsen, wenn genug Feinwurzeln da sind. So wie ich das Nebarie jetzt sehe, tippe ich auf Feinwurzeln nur am Ende der dicken freiliegenden Wurzel. Da fehlt mehr Verzweigung in Stammnähe. Um da eine Verbesserung zu erreichen mach es am besten so, wie von Herbert A. ganz aktuell erklärt.
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopic.php?p=213192
Also den Baum wieder raus aus der Schale, die Wurzeln entsprechend behandeln (aber nicht gleich alle Wurzeln) und das ganze tief genug in einen großen Teichpflanzenkorb oder Ähnliches setzen. Grobes, scharfkantiges Granulat - zB Lava - in der Erdmischung beschleunigen auch die Entstehung von Feinwurzeln.

Einige Wochen nach dem Umsetzen mit dem Düngen beginnen und der Baum wird sich in relativ kurzer Zeit deutlich verbessern.

Viel Erfolg.
Tschüüss, Michael

Schützt unsere Wälder, eßt mehr Biber!
nargos
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Re: Hainbuche Erstgestaltung

Beitrag von nargos »

Hallo Michael,

wie Du schon richtig vermutet hast weisen die freiliegenden Wurzel eher wenige Feinwurzeln auf und die hauptsächlich an den Enden. Zur Wurzel möchte ich noch erwähnen, dass der Baum im Moment noch 3 Etagen von Wurzeln hat (siehe angehängtes Bild, Bereiche A und B, 3. Etage befindet sich knapp über dem Schalenboden). Als ich den Wurzelballen freigelegt hatte und mir das ganze mal betrachten konnte, spielte ich mit dem Gedanken die oberen Wurzeln im Bereich A komplett zu entfernen. Zum einen wegen der wenigen Feinwurzeln, zum anderen weil überhaupt keine Bewegung in den "Stelzen" ist.

Die Wurzeln die im Bereich B ansetzen haben wesentlich mehr Bewegung und mehr Feinwurzeln, was mich davon abhielt war, dass bei der Etage B im hinteren Bereich überhaupt keine brauchbaren Wurzeln da sind. Das ganze möchte ich mir aber beim nächsten Umtopfen nochmals genauer anschauen.

Die unterste (nicht brauchbare) Wurzeletage weist die meisten Feinwurzeln auf, deshalb habe ich die dieses Jahr noch nicht entfernt.

Umtopfen möchte ich den Baum dieses Jahr nicht noch einmal, ich hoffe das ganze mit den Feinwurzeln so hinzubekommen. Der Baum steht im Moment in einer Mischung mit 80 % Blähtonbruch 4 - 8 mm und 20 % grober Weisstorf, zur Grunddüngung habe ich Hornspäne und Langzeitdünger (so gelbe kleine Kügelchen) untergemischt. Mit der Mischung habe ich bei anderen Bäumen sehr gute Erfahrungen gesammelt, was Vitalität und vor allem Bildung von Feinwurzeln betrifft.

Bei C ist übrigens zu meiner grossen Freude letztes Jahr ein neuer Ast gekommen, ein Glücksfall, da der Baum auf dieser Seite überhaupt keinen Ast hatte.

Da ich den Baum noch schneiden und Drahten möchte, werde ich deinen Rat befolgen die oberen Äste etwas steiler stellen und das ganze dieses Jahr mal durchtreiben lassen.

Hainbuche März 2009 vorne 2.jpg
Hainbuche März 2009 vorne 2.jpg (55.72 KiB) 2527 mal betrachtet
"Die Schnittstelle ..... ausschneiden", meinst Du so?
Hainbuche März 2009 Schnittstelle rechts 2.jpg
Hainbuche März 2009 Schnittstelle rechts 2.jpg (55.62 KiB) 2526 mal betrachtet
Fragen hätte ich noch zum Thema Äste aufbauen.
Ast.jpg
Ast.jpg (52.75 KiB) 2525 mal betrachtet
Der gezeigte Ast hat kaum eine Verjüngung. Wo würdet ihr jetzt schneiden? A, B oder radikal bei C?

Viele Grüsse

nargos
nargos
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Re: Hainbuche Erstgestaltung

Beitrag von nargos »

Upps, der Beitrag war zweimal drin! Gelöscht!
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achim73
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Re: Hainbuche Erstgestaltung

Beitrag von achim73 »

mindestens bei c. aber dann, wenn das foto nicht täuscht, würde ich gleichzeitig den blau eingezeichneten schnitt machen, sonst wächst der neue trieb über den alten. und der ist schliesslich auch nicht besser verjüngt.
ansonsten könntest du auch überlegen, bei grün zu schneiden.
Ast234.jpg
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Gruss, Achim
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nargos
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Re: Hainbuche Erstgestaltung

Beitrag von nargos »

@achim

Bei grün schneiden ist mir echt zu heftig. Ich denke ich werde bei blau und bei C schneiden.
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Rossi
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Re: Hainbuche Erstgestaltung

Beitrag von Rossi »

Also ich würde bis zur grünen Markierung zurück schneiden .Aus meiner sicht fehlt den Ästen die Bewegung ,alle zu gerade und steif.Dann hängen sie mir auch zu weit runter wie bei einem Nadelbaum .Ruhig etwas mutiger beim rückschnitt sein ,die Hainbuche treibt sehr freudig aus .Und außerdem an andere stellen wo noch nichts ist.Und so kannst Du sie gestalten ,wie Du es möchtest mit neuen Ästen und nicht mit den steifen alten Ästen. Vor allem nehme die äste raus die zwischen den beiden Stämmen sind ,die werden sowieso nicht gebraucht zur Gestaltung .

Gruß Peter
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Honey
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Re: Hainbuche Erstgestaltung

Beitrag von Honey »

Ich würde die Krone wie folgt zurückschneiden. So sieht sie nicht so knubbelig aus und die Schnittstelle dürfte problemlos zuwachsen. Den Spitzenast natürlich kräftig durchtreiben lassen!
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Re: Hainbuche Erstgestaltung

Beitrag von nargos »

@Honey

Wenn ich mir den Übergang so "zurechtschnitze" hätte ich eine Schnittstelle von nahezu 20 cm Länge und das ganze noch vorne. Meinst Du das das wirklich zuwächst? Ich muss mir die Stelle morgen im hellen nochmals genau anschauen.

@Rossi

Die Äste zwischen den Stämmen ganz zu entfernen hatte ich auch schon im Sinn. Was mich bisher davon abhielt war die Tatsache, dass ich dann in den unteren 2 Drittel des Hauptstamms überhaupt keine Äste mehr hätte (ausser der kleine der letztes Jahr kam). Ist es den sehr wahrscheinlich dass in der unteren Hälfte des Hauptstammes noch weitere Äste austreiben?

nargos
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migo
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Re: Hainbuche Erstgestaltung

Beitrag von migo »

Hallo Nargos,

ja, so wie Du es bei der alten Schnittstelle eingezeichnet hast, zurechtschneiden. Die Mitte etwas aushöhlen - also wannenartig. Der dicke Ast am Hauptstamm, links neben der roten Markierung sollte auf jeden Fall weg, weil er direkt in die Krone des Seitenstammes wächst.

Den Ast ohne Verjüngung einfach abschneiden würde ich nicht machen. Er steht auf der Seite ja nicht alleine da. Kürzst Du ihn radikal in Stammnähe, mußt Du auch alle anderen darüber so behandeln, sonst hast Du später oben dickere Äste als unten. Wenn die anderen Äste so bleiben sollen, dann bei B schneiden und die Gegenseite dran lassen. Der füllt zur anderen Seite des Baums eine große Lücke.

Was die Wurzeln angeht, würde ich ruhig noch mal umtopfen. Solange der Baum noch nicht richtig ausgetrieben hat, macht das nichts. Dabei die Wurzeln auf der C-Ebene ruhig noch nachschneiden, denn damit zwingst Du den Baum mehr Energie in die seitlichen A-Wurzeln zu stecken - und die sollen ja schließlich später mal der Blickfang sein. Damit dort auch neue Seitenwurzeln an den geraden Stücken entstehen, muss natürlich Erde darüber liegen.
Wenn Du ihn dieses Jahr so lässt wie jetzt, wird sich der A-Bereich auch nicht verbessern können und das kostet ein Jahr Zeitverlust.
Tschüüss, Michael

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