Schöne Definition

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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chris.p
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Schöne Definition

Beitrag von chris.p »

Beim studieren neuer Literatur ( mein Assistent Max denkt immer dran mein kunsthistorisches Verständnis zu verbessern !) bin ich auf folgendes Manifest gestoßen.
Es stammt von Walter Gropius dem ersten Bauhausdirektor und gibt meiner Meinung nach entscheidene Hinweise auf die Frage wo hört Handwerk auf und wo fängt Kunst an.

Bauhausmanifest 1919

Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau! Ihn zu schmücken war einst die vornehmste Aufgabe der bildenden Künste, sie waren unablösliche Bestandteile der großen Baukunst. Heute stehen sie in selbstgenüngsamer Eigenheit, aus der sie erst wieder erlöst werden könner durch bewußtes Mit- und Ineinandervirken aller Werkleute untereinander. Architekten, Maler un Bildhauer müssen die vielgliedrige Gestalt des Baues in seiner Gesamtheit und in seinen Teilen wieder kennen und begreifen lernen, dann werden sich von selbst ihre Werke wieder mit architektonischem Geiste füllen, den sie in der Salonkunst verloren.

Die alten Kunstschulen vermochten diese Einheit nicht zu erzeugen, wie sollten sie auch, da Kunst nicht lehrbar ist. Sie müssen wieder in der Werkstatt aufgehen. Diese nur zeichnende und malende Welt der Musterseichner und Kunstgeverbler muß endlich wieder eine bauende werden. Wenn der junge Mensch, der Liebe zur bildnerischen Tätigkeit in sich verspürt, wieder wie einst seine Bahn damit beginnt, ein Handwerk zu erlernen, so bleibt der unproduktive "Künstler" künftig nicht mehr zu unvollkommener Kunstübung verdammt, denn seine Fertigkeit bleibt nun dem Handwerk erhalten, wo er Vortreffliches zu leisten vermag.

Architekten, Bildhauer, Maler, wir alle müssen zum Handwerk zurük! Denn es gibt keine "Kunst von Beruf". Es gibt keinen Wesensunterschied zwischen dem Künstler und dem Handwerker. Der Künstler ist eine Steigerung des Handwerkers. Gnade des Himmles läßt in seltenen Lichtmomenten, die jenseits seines Wollens stehen, unbewußt Kunst aus dem Werk seiner Hand erblühen, die Grundlage des Werkmäßigen aber ist unerläßlich für jeden Künstler. Dort ist der Urquell des schöpferischen Gestaltens.

Bilden wir also eine neue Zunft der Handwerker ohne die klassentrennende Anmaßung, die eine hochmütige Mauer zwischen Handwerkern und Künstlern errichten wollte! Wollen, erdenken, erschaffen wir gemeinsam den neuen Bau der Zukunft, der alles in einer Gestalt sein wird: Architektur und Plastik und Malerei, der aus Millionen Händen der Handwerker einst gen Himmel steigen wird als kristallenes Sinnbild eines neuen kommenden Glaubens.


Walter Gropius

entnommen aus:
Bauhaus von Magdalena Droste
erschienen im Taschen Verlag

Eine wie ich finde vortreffliche Beschreibung für jeden der sich mit dem Thema etwas intensiver beschäftigt.

Grüße Chris
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holgerb
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Re: Schöne Definition

Beitrag von holgerb »

Vortrefflich Christian...

Ich nehme an, Du wirst dann ab August 2010 beim Gärtner Deines Vertrauens in die Lehre gehen?! :wink: :mrgreen:

Nur Schade, daß wir Handwerker im "Job" so wenig von der Kreativität ausleben können/dürfen, sondern das Portemnonaie des Kunden der limitierende Faktor ist....( oder der Gehirnschmalz des Planenden)...
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zopf
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Re: Schöne Definition

Beitrag von zopf »

Hallo Chris
Es ist wohl nicht nötig zu schreiben, wie sehr dies meiner Meinung entspricht.
Ando´s traditioneller Kunstbegriff entspricht dem in vielen Punkten.
Persönlich sehe ich allerdings den Begriff des Handwerkers genauso "streng"
wie den Begriff des Künstlers.
Unter den Lehrlingen die ich ausgebildet habe, gibts einige passable Werbetechniker
aber keinen Handwerker. Wobei es nicht eine Frage des Könnens sondern nur eine Frage des Wollens war.
mfG Dieter
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Sarde
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Re: Schöne Definition

Beitrag von Sarde »

Hallo Chris,

danke für deinen Beitrag.

Genau über dieses Thema habe ich in der Sylvesternacht mit einem Freund geredet.
Hintergrund waren meine frisch geschaffenen "Kunstwerke".
Er vertrat die Ansicht, dass man/frau Kunst nicht lernen kann, man/frau hat es oder hat es nicht.
Ich masse mir nicht an, mich "Künstler" zu nennen nur weil ich einige Skulpturen geschaffen habe.
Wenn man so einfach zum Künstler wird, warum lasse ich dann meinen Sohn Kunst studieren?

*kopfkratz* *kopfkratz* *engel*
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RoyF.
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Re: Schöne Definition

Beitrag von RoyF. »

Hallo,
ich denke, wenn man zum ersten mal z.B. eine Skulptur oder etwas Anderes aus irgendeinem Werkstoff fertigt, ist das eine Form künstlerischen Ausdrucks. Um so mehr man macht, desto mehr reift das handwerkliche Können und natürlich auch der künstlerische Anspruch. Ich glaube auch, dass das Eine ohne das Andere nuhr schwer geht. Wenn man künstlerisch sehr kreativ und talentiert ist, aber es durch fehlendes Handwerkliches Können nicht umsetzen kann funktioniert es nur mit Einschränkungen. Genau so verhält es sich mit guten Handwerkern, denen der künstlerische Anspruch oder die Kreativität fehlt. Man wird viele Jahre oder Jahrzehnte brauchen um beide Ansprüche zu perfecktionieren und selbst dann wird es nur wenige gebendie richtig gut sind. Das sind dan meistens auch die, die neue Ufer entdecken und Grenzen ausloten, was für die Weiterentwicklung denke ich sehr wichtig und gut ist, auch wenn dabei der Geschmack der Masse verfehlt wird. Die haben dann allen anderen meist immer etwas vorraus. mfg roy
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chris.p
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Re: Schöne Definition

Beitrag von chris.p »

Sarde hat geschrieben:Hallo Chris,

danke für deinen Beitrag.

Genau über dieses Thema habe ich in der Sylvesternacht mit einem Freund geredet.
Hintergrund waren meine frisch geschaffenen "Kunstwerke".
Er vertrat die Ansicht, dass man/frau Kunst nicht lernen kann, man/frau hat es oder hat es nicht.
Ich masse mir nicht an, mich "Künstler" zu nennen nur weil ich einige Skulpturen geschaffen habe.
Wenn man so einfach zum Künstler wird, warum lasse ich dann meinen Sohn Kunst studieren?

*kopfkratz* *kopfkratz* *engel*
Sarde,
Kunst studieren macht doch Sinn. Wenn man später zu den 1% gehört die davon leben können, oder von Haus aus genug Geld hat um sein Leben finazieren zu können.
Im Moment kommt es zumindest in Deutschland darauf an wo.
Leipzig und Dresden sind nicht umsonst so gefragt im Moment. Dort gibt es noch so etwas ähnliches wie einen Vorkurs, in dem man alle Grundlehren mitbekommt. Da kann man nicht so einfach hinkommen und einfach Kunst studieren. So ist jedenfalls mein Kenntnisstand.
Die altmeisterliche Ausbildung ist wieder sehr gefragt.
grüße Chris
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Bergi
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Re: Schöne Definition

Beitrag von Bergi »

chris.p hat geschrieben: ...Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau!
...architektonischem Geiste ..., den sie in der Salonkunst verloren.
...der unproduktive "Künstler"
...aus Millionen Händen der Handwerker einst gen Himmel steigen wird als kristallenes Sinnbild eines neuen kommenden Glaubens.
Hm hm hm, ich weiß ja nicht ... es geht hier wohl nicht darum, dass der Künstler seine Technik beherrschen sollte (das war seinerzeit sicher auch schon ein ganz alter Hut).

Sondern hier werden bestimmte Richtungen, Schulen bzw. Gruppen als "unproduktiv", vielleicht auch als "spinnert" und "verzärtelt" verurteilt, und man kann sich fragen, wer da alles hineinfallen würde (ich sag' jetzt mal so "z.B. Beuys").

In diesem Manifest scheint sich Manches abzuzeichnen, was ein paar Jahre später dann grandios (künstlerisch, politisch) in die Hose gegangen ist...

Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
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klaus s.
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Re: Schöne Definition

Beitrag von klaus s. »

Bergi hat geschrieben:
chris.p hat geschrieben: ...Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau!
...architektonischem Geiste ..., den sie in der Salonkunst verloren.
...der unproduktive "Künstler"
...aus Millionen Händen der Handwerker einst gen Himmel steigen wird als kristallenes Sinnbild eines neuen kommenden Glaubens.
Hm hm hm, ich weiß ja nicht ... es geht hier wohl nicht darum, dass der Künstler seine Technik beherrschen sollte (das war seinerzeit sicher auch schon ein ganz alter Hut).

Sondern hier werden bestimmte Richtungen, Schulen bzw. Gruppen als "unproduktiv", vielleicht auch als "spinnert" und "verzärtelt" verurteilt, und man kann sich fragen, wer da alles hineinfallen würde (ich sag' jetzt mal so "z.B. Beuys").

In diesem Manifest scheint sich Manches abzuzeichnen, was ein paar Jahre später dann grandios (künstlerisch, politisch) in die Hose gegangen ist...

Gruß,
Stefan
hi Stefan!

wieso Beuys spinnert..... ist wahrscheinlich dein subjektives Empfinden!
.....hm....sicher sogar "nur" dein subjektives Empfinden;

gruß von
Klaus
Mijika yo ya
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Bergi
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Re: Schöne Definition

Beitrag von Bergi »

Hallo Klaus,
ich sag's mal so: dieses Manifest scheint "unproduktive" Künstler abzulehnen, weil sie nicht dem "Bau" bzw. dem "Handwerk" verhaftet sind. Daraufhin habe ich mich gefragt, wie da z.B. der - von mir hoch geschätzte - Beuys wegkommen würde.
Gruß,
Stefan
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klaus s.
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Re: Schöne Definition

Beitrag von klaus s. »

hallo Stefan,

ja, ok- da stimme ich dir bei, das Bauhaus welches 2009 den neunzigten Geburtstag feierte
-war einerseits Neu mit dem Anspruch, Kunst und Handwerk für Alle (die Masse) zugänglich zu machen,
siehe Weißenhofsiedlung in Stuttgart oder Grafikdesign, bzw. Farblehre/psychologie von Johannes Itten die noch Heute gelehrt wird;
Andererseits waren die Bauhäusler auch sehr Rigoros und Untolerant gegenüber Meinungen anderer.
Und manche waren dann auch im dritten Reich zugegen, Propaganda usw..
Natürlich ist die Geschichte des Bauhauses ein wichtiger Teil unserer westlichen Kulturgeschichte;
jedoch sind bereits 90 Jahre seit Gründung dieser Institution Vergangenheit! :!:

bis dann,
klaus
Mijika yo ya
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zopf
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Re: Schöne Definition

Beitrag von zopf »

Hallo
Wenn aus unserem Bereich nur Schalen genommen werden,
nur unglasierte Schalen, nur ovale Schalen
wenn Ton, Vorarbeit, Brennkurve und alles was dazu gehört identisch ist.
Wenn es also nur noch auf Rand, Fuss und Proportionen ankommt,
kann es in den Bereich kommen wo das Handwerk zur Kunst werden kann.
Das Handwerk ist letztendlich unwesentlich,
die Verschmelzung von Auge, Hand und Werkstoff können dann Kunst erschaffen.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
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achim73
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Re: Schöne Definition

Beitrag von achim73 »

die Verschmelzung von Auge, Hand und Werkstoff
wobei du das hirn mal weggelassen hast... :wink:
was, je länger ich darüber nachdenke, der einzige ort ist, wo kunst (meiner persönlichen definition des begriffs nahekommend) ensteht und stattfindet oder überhaupt relevant ist.
beuys ist da immer ein gutes beispiel (und dort liegt m. e. sein kunsthistorischer verdienst) - für die putzfrau war es eben nur ein abgestellter schrubber...
auch das bauhaus-manifest muss man im kunsthistorischen und politischen kontext sehen.
für unseren bereich oder überhaupt verallgemeinernd ist es, glaube ich, nicht soo wahnsinnig gut geeignet.
schon weil im bereich des bauens auch immer die gesamtgesellschaftliche relevanz vorhanden ist - wir gestalten die umwelt, in der wir und die anderen jeden tag leben -
das, was wir tun, zählt wohl eher zum privatvergnügen.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
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zopf
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Re: Schöne Definition

Beitrag von zopf »

Hallo Achim
Das Hirn ist absichtlich nicht eingeflossen,
da das Transportmittel des Gehirns die Sprache ist
und damit Ihren Ausdruck in gesprochener und geschriebener Art findet.
Der Gefühlsbereich, das nicht Artikulierbare, das Dunkle, das Helle,
die Zwischentöne, das ist für mich der Bereich der durch Kunst vermittelbar
und damit transportiert werden kann und sollte.
mfG Dieter

ps Stehen-Gehen-Laufen, bei mir immer dieselbe Reihenfolge,
vom einfach System zur komplexen Ausformung,
die aber letztendlich wiederum nur ein einfaches System ist.
Wenn ich so dumm bin das ich ein Kunstwerk nicht verstehe
und es mir erklärt werden muss, ist es für mich keine Kunst.
grüsse an die bewohner von melmac
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klaus s.
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Re: Schöne Definition

Beitrag von klaus s. »

zopf hat geschrieben: Wenn ich so dumm bin das ich ein Kunstwerk nicht verstehe
und es mir erklärt werden muss, ist es für mich keine Kunst.
hallo zopf!

das liest sich ja wie ein verschwörungstheorie :oops:

ich behaupte daß 98 prozent der bevölkerung die zeitgenössische bildende kunst nicht richtig versteht,
und vielen vorurteilen begegnet wird! "es" ist üblich (normal) sich zu informieren; es ist auch üblich, das abzuwerten was man nicht versteht :wink:

ein literaturhinweis: Patrick Werkner - Kunst seit 1940, Von Jackson Pollock bis Joseph Beuys
S. 319, mit Abb., Böhlau Verlag 2007, ISBN 978-3-8252-2972-6

auf der rückseite des buches steht, daß eben jenes für studierende der kulturwissenschaften und kunstuniversitäten (und alle interessierten auch) eine fundierte orientierung bietet 8)

ich meine das der kunstbegriff in der traditionellen japanische bonsai(kunst)-gestaltung mit der im westen verwurzelten sichtweise der bildenden kunst nicht vergleichbar ist, wobei es natürlich auch ähnlichkeiten gibt;

bis dann,
grüße von klaus
Mijika yo ya
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Erwin
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Re: Schöne Definition

Beitrag von Erwin »

zopf hat geschrieben:Hallo
Wenn aus unserem Bereich nur Schalen genommen werden,
nur unglasierte Schalen, nur ovale Schalen
wenn Ton, Vorarbeit, Brennkurve und alles was dazu gehört identisch ist.
Wenn es also nur noch auf Rand, Fuss und Proportionen ankommt,
kann es in den Bereich kommen wo das Handwerk zur Kunst werden kann.
Das Handwerk ist letztendlich unwesentlich,
die Verschmelzung von Auge, Hand und Werkstoff können dann Kunst erschaffen.
mfG Dieter
Dieter, ich versteh, was Du meinst.
Allerdings: Mir hat man auch schon mal nachgesagt, es wäre "Kunst", was ich da produziert hatte. Sei es Ton, sei es Speckstein.
Für mich lehne ich den Begriff "Kunst" ab, da ich der Meinung bin, dass Handwerk ein ausreichender Begriff ist.

Kunst ist nach meinem Verständnis zu mindestens 95% eine Form geschickten Marketings. Etwas aus der Rolle bzw. dem Schema fallen und einen großzügigen Sponsor zu haben, hat immer schon eine Menge " Künstler" geschaffen. Für mich wäre es schon eher eine "Kunst" der Putzfrau, diese verdreckte Badewanne wieder sauber zu kriegen. Davor kann ich durchaus Achtung haben! Nicht aber vor dem "Kunstwerk". Aus Nichts bzw. Müll ein "Kunstwerk" zu machen, mag allerdings auch eine Form von "Kunst" sein...aber dazu braucht man eben Mäzene, die bereit sind, gutes Geld dafür auf den Tisch zu legen. Auch, wenn es sich um ein Spiegelei mit ausgedrückter Zigarette handelt. *kopfkratz* *doh*

Gutes Handwerk dagegen wird viel zu wenig honoriert; da regiert eher der "Heimwerker", der bringt Geld in die Kasse.

nur mal so...

Erwin
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