Sanierung eines Fächerahorns

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
Antworten
Benutzeravatar
Dirk K. aus L.
Beiträge: 1150
Registriert: 31.05.2009, 09:11
Wohnort: Oldenburger Münsterland (Norddeutsche Tiefebene)

Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Hallo, Heike!
Heike_vG hat geschrieben: [...] Andererseits kann man solch eine Menge Knospen natürlich nicht ungehindert austreiben lassen, sondern muss schon vorher genau selektieren, welche Knospen man wo gebrauchen kann und welche nicht. Dies hat heute seine Zeit gedauert.
Wie genau entfernst du solche Knospen, die aus dem alten Holz treiben? Braucht es dazu eine Knospenzange? Oder genügt auch ein oberflächlicher Schnitt, etwa mit einem Cutter-Messer?

Schönen Gruß

Dirk
Zuletzt geändert von Dirk K. aus L. am 14.11.2011, 08:15, insgesamt 1-mal geändert.
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
Benutzeravatar
Walter Pall
Botschafter
Beiträge: 8022
Registriert: 05.01.2004, 19:15
Wohnort: Attenham bei München
Kontaktdaten:

Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Walter Pall »

Gut, das wird was.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.

mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
Benutzeravatar
bonsaiheiner
Freundeskreis
Beiträge: 4022
Registriert: 24.05.2010, 15:30
Wohnort: Mittelbaden

Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Heike,

bei Deiner schönen Dokumentation wird wohl ganz klar, dass der Baum ganz offensichtlich darauf gewartet hat, in Deine pflegenden Hände zu kommen.

Ein erster Anfang ist gemacht.

Es wird noch ein paar Jahre dauern, aber dann wird er ein Schmuckstück sein.

Liebe Grüsse,
Heiner
Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
Benutzeravatar
Anja M.
Freundeskreis
Beiträge: 5825
Registriert: 05.01.2004, 17:52
Wohnort: Hamburg NW

Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Anja M. »

Lempira hat geschrieben:Hallo, Heike!



Wie genau entfernst du solche Knospen, die aus dem alten Holz treiben? Braucht es dazu eine Knospenzange? Oder genügt auch ein oberflächlicher Schnitt, etwa mit einem Cutter-Messer?

Schönen Gruß

Dirk
Wenn es nur Knospen sind, reicht der Fingernagel.
73 Anja
Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 24312
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Heike_vG »

Danke Euch allen für die netten Kommentare!
Stimmt, es dauert noch Jahre, bis der Baum richtig vorzeigbar wird, aber die Arbeit und der Weg dahin macht ja auch schon Freude. :-D

Anja hat recht, Knospen kann man meist einfach mit dem Fingernagel abkratzen. Hier waren jedoch viele ziemlich feste und fest sitzende Knospen vorhanden, die ich mit meiner kleinen Shohin-Konkavzange entfernt habe. Diese sehr spitze Zange benutze ich ohnehin ganz viel für die feinen Schnittarbeiten, weil man damit sowohl sehr gut Triebe und kleine Zweige / Äste sehr genau schneiden als auch trockene Stümpfchen zwischen den Verzweigungen hervorragend herauskneifen kann.

Warum die Knospenzange eigentlich so heißt ist mir nicht ganz klar, denn meiner Ansicht nach ist sie für Knospen wenig geeignet, dafür aber hervorragend um vertiefte Schnitte zu machen, bei Bäumen die sonst einen zu dick überstehenden Kallus ausbilden würden.

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 24312
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Heike_vG »

Hallo, Ihr Lieben,

da sich der Fächerahorn im letzten Jahr noch äußerst kräftig entwickelt hat, habe ich es für angebracht erachtet, jetzt schon die Sanierung des Wurzelballens in Angriff zu nehmen.
In der Trainingsschale war schon ein Großteil des neuen Substrats durchwurzelt, das hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen.
Die Bearbeitung des Wurzelballens hat über 2 Stunden gedauert, war sehr anstrengend und ich war hinterher mit Haut, Haar und Klamotten reif für die Wäsche. Immer wieder Substrat herauskratzen, Wurzeln schneiden, mit Wasser spülen, ein ums andere Mal.
Es war wie eine Zeitreise in das Leben dieses alten Ahorns, insofern durchaus spannend.
Als ich mein Substrat entfernt hatte und in den alten Wurzelballen vordrang, fand ich zunächst völlig zerfallenes Akadama. Dann stieß ich auf Bereiche mit reiner schwarzer Blumenerde, sehr seltsam! Einige Zeit später, als ich in die Region direkt unterhalb des Stammes vordrang, fand sich dort eine kiesige Freilanderde mit zentimetergroßen Steinen!
Die Wurzeln waren zwar völlig ungeordnet und verfilzt, aber gesundheitlich nicht in schlechtem Zustand. Es waren nur wenige tote Wurzeln zu finden, die nicht einmal faulig oder pilzig waren.
Als ich nach langem Kampf alle alte Erde los war und die Wurzeln soweit geordnet und beschnitten hatte wie ich es bei einem so vernachlässigten Ballen wagen konnte, war es kein Problem, den Baum wieder in eine flache Schale zu pflanzen.
Diese Schale habe ich schon vor längerer Zeit von Peter Krebs bekommen und hatte mir damals schon vorgestellt, hoffentlich eines Tages einen schönen Mehrfachstammahorn dafür zu haben.
Sie ist genauso groß wie die ursprüngliche Schale, in der ich den Ahorn damals bekommen habe (siehe erste Fotos), nur ein kleines bisschen flacher.
Nun hoffe ich auf weiterhin gutes Gedeihen!

Übrigens hat es mich erstaunt, dass dieser Baum offensichtlich viele Jahre nicht fachgerecht an den Wurzeln bearbeitet worden ist. Sehr schade eigentlich, er hätte schon so viel besser sein können. Ich habe in letzter Zeit an mehreren Bäumen ähnliches gesehen und kann nur an alle Bonsaifreunde appellieren, nehmt die Wurzelarbeiten ernst, auch wenn die Wurzeln die meiste Zeit nicht zu sehen sind. Sie sind die Grundlage allen Gedeihens und ein gutes Nebari ist eins der wichtigsten Qualitätsmerkmale eines Bonsai.
Wenn man Angst hat, durch einen stärkeren Eingriff den Baum zu riskieren und nicht weiß, wie weit man gehen kann, dann sollte man sich von erfahreneren Leuten helfen lassen, aber bloß nicht Ewigkeiten uralte Erde und ungeordnete, unausbalancierte Wurzeln belassen. *finger*

Liebe Grüße,

Heike
Dateianhänge
P1050280k.JPG
P1050284k.JPG
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
hendrik
Beiträge: 1555
Registriert: 02.12.2005, 16:33
Wohnort: Niedersachsen

Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von hendrik »

Hallo Heike,

so werden Ahorne umgetopft!
Richtig gut geworden, wenn Du dies
alle Jahre anfangst und dann alle zwei Jahre weiter so
machst, wird es Dir der Wurzelballen danke.

Was mir beim Betrachten nur etwas auffällt, kann man den Baum beim nächsten
umtopfen noch etwas mehr gegen den Uhrzeigersinn drehen, kann
aber auch sein das es vom Bild her nur so aussieht.

Kurz um, paßt alles gut.

Gruß Hendrik
Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 24312
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Heike_vG »

hendrik hat geschrieben:Was mir beim betrachten nur etwas auffällt, kann man den Baum beim nächsten umtopfen noch etwas mehr gegen den Uhrzeigersinn drehen, kann
aber auch sein das es vom Bild her nur so aussieht.
Hallo Hendrik,

ja stimmt, bei dem wurzelnackten Foto sieht es so aus. Eingetopft in der Schale ist m.E. (letztes Bild) aber die Ansichtsseite richtig. Würde ich den Baum noch mehr gegen den Uhrzeigersinn drehen, so würde der linke Stamm ganz in den Vordergrund kommen.

Danke für die Zustimmung zu meiner Wurzelbearbeitung. Das hat sich bei meinen Ahornen auch all die Jahre sehr bewährt. :wink:

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
Benutzeravatar
klauso
Beiträge: 2359
Registriert: 18.01.2004, 14:29
Kontaktdaten:

Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von klauso »

Hallo heike,

Sehr schöne arbeit und eine traumhafte schale. Ich freue mich auf die weitere entwicklung und auf den tag, an dem dieser ahorn aussellungsreif sein wird!! *daumen_new*
wildsau.
Beiträge: 217
Registriert: 04.12.2009, 00:04

Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von wildsau. »

Hallo.
Schönes Teil so schlecht sieht der Ballen doch nicht aus,nach 1-2 Umtopfzyklen sollte der doch wieder in Topkondition sein.
Heike_vG hat geschrieben:Übrigens hat es mich erstaunt, dass dieser Baum offensichtlich viele Jahre nicht fachgerecht an den Wurzeln bearbeitet worden ist. Sehr schade eigentlich, er hätte schon so viel besser sein können. Ich habe in letzter Zeit an mehreren Bäumen ähnliches gesehen und kann nur an alle Bonsaifreunde appellieren, nehmt die Wurzelarbeiten ernst, auch wenn die Wurzeln die meiste Zeit nicht zu sehen sind. Sie sind die Grundlage allen Gedeihens und ein gutes Nebari ist eins der wichtigsten Qualitätsmerkmale eines Bonsai.
Das scheint öfter vorzukomen als man denkt.
Deshalb topfe Ich gekaufte Bäume immer gerne gleich um.
Hab das auch speziell bei einem befreundeten Händler,ob das nun das alter,eigensinnigkeit oder ignoranz bei Ihm ist,keine Ahnung wohl eine Mischung aus allem vielleicht.

Hatte mit Ihm schon Grundsatzdiskussionen wegen Kernsanierung an seinen Importmädchenkiefern die auf einmal anfangen braun zu werden etc,etc,
sinnlos.

Hab eine Wisteria von Ihm,war ein Chinaimport der Baum stand da orginal in einem Garten und ist für Bonsaizwecke geerntet worden und irgendwann bei Ihm gelandet der Baum wurde in so eine Art Torf gepflanzt(so ziemlich dasselbe wie diese Elefantenfussficusse) und wer weiss wie viele Jahre nicht getopft.

Einer der 3 Stämme ist nach einem Jahr bei Ihm komplett abgestorben und einer der anderen hat gleich mal ¾ des Stammes in Totholz verwandelt.
Hab das Ding für einen Spottpreis bekommen(eigentlich nur die Schalenkosten) weil fast tot,hätte lieber mehr gezahlt für den Baum mit 3 lebenden Stämmen und gesund.
War ne Haidenarbeit den wieder Fit zu bekommen hätte Ich den nicht Umgetopft hätte Er das Jahr sicher nicht überlebt.

Bei meinem Weinachtsgeschenk von diesem Jahr dasselbe und de war nicht billig!!!
Ne Zerreiche ein Yamadorifund von jemandem der inzwischen Verstorben ist,der Baum wurde zusammen mit einigen anderen an den Händler zum Weiterverkauf gebracht.
Der Baum stand noch in der Funderde und wurde vom Händler ohne bearbeitung des Ballens in eine Schale mit einem Kiesel-Akadamamix getopft.

Da konnte ich oben schon ablesen was unten los ist,ein paar Teile der Astpartien hatte der Baum schon absterben lassen.
Hab den Wurzelballen fast 3 Stunden vorsichtig bearbeitet um zu retten was noch da ist.
Von Wurzel-MASSE konnte da kaum noch die rede sein.
Allen noch vorhandenen mageren Würzelchen konnte man förmlich ansehen das Sie in der verdichteten Lehmerde fast ersickt sind unter dem Stammansatz waren noch Wallnusgrosse Steine eingewachsen die Ich erst mit Yamadoriwerkzeug raushacken musste.

Von Nebari ansich kann da keine Rede sein,ein Stumpf der Pfahlwurzel ist unten noch dran,darüber ein Kante wo der Baum wahrscheinlich zwischen Felsen geklemmt war,90% aller vorhanenen Wurzeln hängt an einer dicken langen die einmal komplett unten um den Baum läuft,viel arbeit also die folgenden Jahre,erstmal für den Baum um Fit zu werden und dann Wurzeln anlaktieren usw. für mich.
Anbei mal ein Bild von dem Stammansatz vorher,wenn man sowas sieht kann man besser gleich Umtopfen oder vom Kauf absehen,was mit da zu Tage kam hätte der Baum sicher nicht mehr lange mitgemacht.
Dateianhänge
Zerreiche 31-1-2012.JPG
Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 24312
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Heike_vG »

wildsau. hat geschrieben:Schönes Teil so schlecht sieht der Ballen doch nicht aus,nach 1-2 Umtopfzyklen sollte der doch wieder in Topkondition sein.
Ja, Daniel, das stimmt schon, 8) aber dass die Nebari-Wurzeln nie richtig geordnet und gestaltet wurden ist nicht in 2 - 4 Jahren nachzuholen. *schulter zuck*

wildsau. hat geschrieben:Das scheint öfter vorzukomen als man denkt.
Davon gehe ich auch aus. Mir ist gründliches Umtopfen mit entsprechender Wurzelbearbeitung seit vielen Jahren so normal, dass ich mich doch immer wieder wundere, was in manchen Schalen so zu Tage kommt.
wildsau. hat geschrieben:Deshalb topfe Ich gekaufte Bäume immer gerne gleich um.
Das mache ich in den allermeisten Fällen auch. Zumal ich mit meinem gewohnten Substrat am besten zurecht komme.

Wenn man vernachlässigte Bäume günstig kaufen kann, lohnt sich die Sanierung ja oft, aber ein bisschen Glücksspiel ist es doch immer. Kann auch mal schief gehen. Aber wenn man einen Baum retten kann, ist das ein schönes Gefühl.

Händler gehen oft ungerne ein Risiko bei ihren Verkaufsbäumen ein, oft sterben sie bei einer missglückten Kernballensanierung schneller als wenn man das umgeht... Ansonsten können die meisten Händler auch nicht allzu viel Zeit in die Verkaufsbäume investieren, weil Zeit Geld ist und immer knapp ist.

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 24312
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Heike_vG »

*updated*
Hallo, liebe Bonsaifreunde,

bevor sich das Laub herbstlich verfärbt und abfällt, habe ich noch ein Foto von meinem Sanierungsfall mit grünem Laub gemacht.
Der Ahorn ist dieses Jahr wieder eifrig gewachsen und problemlos gediehen. Im oberen Bereich habe ich die Triebe mehrmals geschnitten.
Dass die Blätter recht groß sind überrascht nicht, nach der Wurzelballensanierung und viel Raum für neues Wurzelwachstum in der Schale.
Die Blattgröße stört mich auch noch nicht, denn der Baum hat noch ein paar Jahre vor sich, auf dem Weg zu einem reifen, schön verzweigten Ahornbonsai.
Vitalität ist im Moment wichtiger als kleine Blätter. 8)

Liebe Grüße,

Heike
Dateianhänge
P1070141k.JPG
Stammrückseite mit der Schnittstelle des entfernten toten vierten Stamms
Stammrückseite mit der Schnittstelle des entfernten toten vierten Stamms
Die Schnittstelle hat sich schon komplett geschlossen und wird von Jahr zu Jahr unauffälliger werden.
Die Schnittstelle hat sich schon komplett geschlossen und wird von Jahr zu Jahr unauffälliger werden.
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
Benutzeravatar
Bonsai-Bene
Freundeskreis
Beiträge: 1982
Registriert: 02.12.2007, 20:00
Wohnort: Fränkisches Seenland

Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Bonsai-Bene »

Na der wird doch! *daumen_new*
MfG Benedict

Versuche nicht wie der Meister zu sein, sondern suche nachdem was der Meister sucht!
Benutzeravatar
Norbert_S
BFF-Autor
Beiträge: 8148
Registriert: 09.08.2006, 08:30

Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von Norbert_S »

Heike,

alles richtig gemacht, wieder einen Schritt weiter, macht Spaß zu zusehen.
Norbert

So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
Benutzeravatar
bonsaiheiner
Freundeskreis
Beiträge: 4022
Registriert: 24.05.2010, 15:30
Wohnort: Mittelbaden

Re: Sanierung eines Fächerahorns

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Heike,

schöne Entwicklung und ein Baum mit grosser Zukunft, keine Frage!

Das Foto vom 10.3.12 (vor dem Eintopfen in die jetzige Schale) habe ich mir nochmals angeschaut: Die Wurzelballenbehandlung ist wirklich konsequent gewesen, genauso muss man es machen beim Fächerhorn. Es gehört schon sehr viel Erfahrung und für den, der bisher noch nie so konsequent vorgegangen ist, auch eine Menge Mut dazu, aber der Baum dankt es Dir ja bereits sehr deutlich und zeigt Dir, dass Dein kompromissloses Vorgehen überfällig war.

Jedoch, mit der schönen Schale hätte ich an Deiner Stelle noch etwas gewartet:
Sie ist meiner Meinung nach für den jetzigen Entwicklungsstand etwas zu flach. Am Nebari dominieren jetzt 3-4 kräftige, flach und günstig stehende Wurzeln. Für die Weiterentwicklung des Wurzelhalses wäre es nach meiner Einschätzung günstiger gewesen, dem Baum noch 3-4 Jahre eine zwar auch flache, aber etwas tiefere Schale zu gönnen, in der das Nebari, etwas mehr zugedeckt, sich besser entwickeln kann. Die jetzige Schale passt natürlich wunderbar, nur kommt sie einen Tick zu früh. Ganz hervorragende Wurzelverteilung entwickelt sich bekanntlich "wie von selbst" bei Fächerahornen in flachen Schalen, aber nur, wenn die Wurzeln noch vom Substrat umgeben sind. Wenn Du allerdings diesen bereits jetzt sehr starken Hauptwurzeln am Nebari weiterhin ihre Dominanz erhalten und quasi "im souterrain" das Nebari weiter entwickeln willst, dann ist der von Dir gewählte Weg der richtige.

Liebe Grüsse,
Heiner
Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
Antworten