Mädchenkiefer - Gruppe
- Walter Pall
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Mädchenkiefer - Gruppe
Diese Gruppe kommt aus einem einzigen Wurzelballen; es handelt sich um eine Mädchenkiefer, die vor vielen Jahren gesammelt wurde. Sie wurde dann professionell gestaltet und war gut genug, auf der Kokufu Ten ausgestellt zu werden. Irgendwie hat der Baum den Weg in meinen Garten gefunden.
Jetzt habe ich einen Bitte: viele von Euch haben eine Menge Kokufu Ten Bände. Ich habe so was nicht. Es wäre wichtig für mich, zu wissen, auf welcher Austellung genau der Baum war. Dann hättte ich auch noch gerne einen guten Scan des Bildes aus dem Band. Danke für die Mühe.
Jetzt habe ich einen Bitte: viele von Euch haben eine Menge Kokufu Ten Bände. Ich habe so was nicht. Es wäre wichtig für mich, zu wissen, auf welcher Austellung genau der Baum war. Dann hättte ich auch noch gerne einen guten Scan des Bildes aus dem Band. Danke für die Mühe.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.
mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
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Walter Pall
- Dirk K. aus L.
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Re: Mädchenkiefer - Gruppe
Walter,
das Teil strotzt ja vor Gesundheit! Selten eine derart vitale Mädchenkiefer gesehen.
Es wäre zu wünschen, dass dir der Baum noch viele Jahre solche Freude macht.
Grüße
Dirk
das Teil strotzt ja vor Gesundheit! Selten eine derart vitale Mädchenkiefer gesehen.
Es wäre zu wünschen, dass dir der Baum noch viele Jahre solche Freude macht.
Grüße
Dirk
Zuletzt geändert von Dirk K. aus L. am 29.07.2013, 19:23, insgesamt 1-mal geändert.
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
- Walter Pall
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Re: Mädchenkiefer - Gruppe
Jetzt stellt sich die Frage, ob man so was eigentlich entschieden verbessern kann. Ist das etwa nicht gut genug? Darf man das? Ist das etwa gar größenwahnsinnig?
Ich bin so frei: für mich ist das nicht gut genug. Der Baum ist seit deutlich mehr als zehn Jahren nicht wirklich bearbeitet worden. Er wirkt dadurch sehr natürlich, wirklich gut nach dem naturalistischen Ideal. Aber einige Details können wohl verbessert werden. Das beginnt mit dem Nebari. Wie kann ein solch altes Stück, das schon auf der wichtigsten Ausstellung gestanden hat, kein vorzeigbares Nebari haben? Da muss doch etwas sein. Dann ist die Krone viel zu dicht. Dirk meint, der Baum sieht sehr gesund aus. Nun ja, so gesund wie ein Brokkoli. Da muss mehr als 50 % weg. Entscheidend ist nur, welche 50 Prozent. Dann kann man immer noch ganz subtile Änderungen vornehmen. Einigen Stämmen könnte eine etwas andere Position gut tun.
Mal sehen, 'Schaun mer mal' wie der Kaiser sagt. beginnen wir mit dem Nebari. Nach Abnahme des Mooses fand ich einen ganz dicken Wurzelbart, der undurchdringlich schien. Ich bin mir sicher, dass andere vor mir auch so weit waren und dann verzagt das Moos wieder drauf gelegt haben. Ich habe dann mit allen möglichen scharfen Werkzeugen das Nebari wie ein Bildhauer aus einem schier undurchdringlichen Wurzelballen heraus geholt. Das ist wohl seit mindestens zwanzig Jahren nicht mehr geschehen. Abgesehen vorn der harten Arbeit hätten sich Viele das nicht getraut, weil es fraglich ist, ob der Baum so viel Wurzelentnahme verträgt. Ich denke, dass es so ähnlich ist, wie die Frage, ob er es verträgt, wenn man 50 % der Krone entfernt. Wenn beides gleichzeitig erfolgt, sehe ich da kaum ein Problem. Obwohl ich normalerweise strikt gegen Auswaschen von Wurzelballen, besonders bei Koniferen, bin, hat es sich hier nicht vermeiden lassen.
Am Ende war da ein Bilderbuchnebari. Es entzieht sich meinem Verständnis, wie jemand so ein Juwel über Jahrzehnte unter der Erde lassen kann. Das ist doch schon mindestens mir seit dreißig Jahren bekannt, dass als allererstes das Nebari herausgearbeitet werden muss. Beim Anblick des Ergebnisses freue ich mich jedes mal, vor allem wenn es mit dem stand von vorher verglichen wird.
Die braune Farbe kommt teilweise daher, dass die Rinde seit Jahrzehnten unter der Erde war. Dann habe ich alle Oberflächenwurzeln und die Stämme mit Biotreecleanrer angemalt. Dadurch kommt die ursprüngliche braune Farbe heraus. Sie wirkt sehr ungewohnt, weil die Rinde normalerweise schwarz ist. Keine Angst, die wird in wenigen Monaten ganz von selbst wieder schwarz..
Ich bin so frei: für mich ist das nicht gut genug. Der Baum ist seit deutlich mehr als zehn Jahren nicht wirklich bearbeitet worden. Er wirkt dadurch sehr natürlich, wirklich gut nach dem naturalistischen Ideal. Aber einige Details können wohl verbessert werden. Das beginnt mit dem Nebari. Wie kann ein solch altes Stück, das schon auf der wichtigsten Ausstellung gestanden hat, kein vorzeigbares Nebari haben? Da muss doch etwas sein. Dann ist die Krone viel zu dicht. Dirk meint, der Baum sieht sehr gesund aus. Nun ja, so gesund wie ein Brokkoli. Da muss mehr als 50 % weg. Entscheidend ist nur, welche 50 Prozent. Dann kann man immer noch ganz subtile Änderungen vornehmen. Einigen Stämmen könnte eine etwas andere Position gut tun.
Mal sehen, 'Schaun mer mal' wie der Kaiser sagt. beginnen wir mit dem Nebari. Nach Abnahme des Mooses fand ich einen ganz dicken Wurzelbart, der undurchdringlich schien. Ich bin mir sicher, dass andere vor mir auch so weit waren und dann verzagt das Moos wieder drauf gelegt haben. Ich habe dann mit allen möglichen scharfen Werkzeugen das Nebari wie ein Bildhauer aus einem schier undurchdringlichen Wurzelballen heraus geholt. Das ist wohl seit mindestens zwanzig Jahren nicht mehr geschehen. Abgesehen vorn der harten Arbeit hätten sich Viele das nicht getraut, weil es fraglich ist, ob der Baum so viel Wurzelentnahme verträgt. Ich denke, dass es so ähnlich ist, wie die Frage, ob er es verträgt, wenn man 50 % der Krone entfernt. Wenn beides gleichzeitig erfolgt, sehe ich da kaum ein Problem. Obwohl ich normalerweise strikt gegen Auswaschen von Wurzelballen, besonders bei Koniferen, bin, hat es sich hier nicht vermeiden lassen.
Am Ende war da ein Bilderbuchnebari. Es entzieht sich meinem Verständnis, wie jemand so ein Juwel über Jahrzehnte unter der Erde lassen kann. Das ist doch schon mindestens mir seit dreißig Jahren bekannt, dass als allererstes das Nebari herausgearbeitet werden muss. Beim Anblick des Ergebnisses freue ich mich jedes mal, vor allem wenn es mit dem stand von vorher verglichen wird.
Die braune Farbe kommt teilweise daher, dass die Rinde seit Jahrzehnten unter der Erde war. Dann habe ich alle Oberflächenwurzeln und die Stämme mit Biotreecleanrer angemalt. Dadurch kommt die ursprüngliche braune Farbe heraus. Sie wirkt sehr ungewohnt, weil die Rinde normalerweise schwarz ist. Keine Angst, die wird in wenigen Monaten ganz von selbst wieder schwarz..
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.
mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
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Walter Pall
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Re: Mädchenkiefer - Gruppe
Und dann die Krone. Also 50 % muss weg. Was am Ende so selbstverständlich, so natürlich aussieht, dauerte einige Stunden. Dann wurden einige Stämme und Äste mit Zugdrähten in der Position verändert. Das bemerkt man nur, wenn man den Draht sieht, den ich jedoch weg retuschiert habe. Ansonsten sieht es so aus, als müsste es so sein. Genau das ist gewollt. Nur im Detailvergleich mit dem Ausgangszustand erkennt man, dass da was geschehen ist.
Peter Adams hat einmal bei einer Baumbesprechung gesagt 'der Ast muss um drei Millimeter nach rechts'. 'ja, aber Mister, das sind doch BLOSS Millimeter!' PA: 'Millimeter machen den Unterschied aus zwischen sehr gut und Weltklasse'.
Peter Adams hat einmal bei einer Baumbesprechung gesagt 'der Ast muss um drei Millimeter nach rechts'. 'ja, aber Mister, das sind doch BLOSS Millimeter!' PA: 'Millimeter machen den Unterschied aus zwischen sehr gut und Weltklasse'.
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Walter Pall
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Walter Pall
Re: Mädchenkiefer - Gruppe
Ein wirklich beeindruckendes Ergebnis ...
ICH ... würde diesen herrlichen Baum in eine weite, recht flache ovale Schale setzen. Das liegt aber wohl daran, dass ich diese Art von "Schalen" nicht mag. Ich denke allerdings, dass sie hier nicht wirklich passt.
ICH ... würde diesen herrlichen Baum in eine weite, recht flache ovale Schale setzen. Das liegt aber wohl daran, dass ich diese Art von "Schalen" nicht mag. Ich denke allerdings, dass sie hier nicht wirklich passt.
Bis bald!
K.
"Was machen Sie da?" wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: "Ich gestalte Bonsai."
K.
"Was machen Sie da?" wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: "Ich gestalte Bonsai."
Re: Mädchenkiefer - Gruppe
Bravo, Walter!!
Welch ein Genuss diesen Mehrfachstamm zu sehen, von allem nach deiner Bearbeitung.
Lass mir etwas Zeit mit dem durchsuchen der Bände, ich meine aber, ich habe die Gruppe in einem meiner Bücher gesehen.
Welch ein Genuss diesen Mehrfachstamm zu sehen, von allem nach deiner Bearbeitung.
Lass mir etwas Zeit mit dem durchsuchen der Bände, ich meine aber, ich habe die Gruppe in einem meiner Bücher gesehen.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
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- Dirk K. aus L.
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Re: Mädchenkiefer - Gruppe
Moin!
Die Überarbeitung spricht mich ungemein an.
Und auch wenn es vermessen wirkt, bei diesem Prachtstück Kritik zu äußern: Die beiden markierten Stämme kreuzen sich ungünstig.
Walter, stört dich das nicht?
Viele Grüße, Dirk
Die Überarbeitung spricht mich ungemein an.
Und auch wenn es vermessen wirkt, bei diesem Prachtstück Kritik zu äußern: Die beiden markierten Stämme kreuzen sich ungünstig.
Walter, stört dich das nicht?
Viele Grüße, Dirk
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
- Dirk K. aus L.
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Re: Mädchenkiefer - Gruppe
Walter,Walter Pall hat geschrieben:Einigen Stämmen könnte eine etwas andere Position gut tun.
ich stelle erst jetzt fest, dass du auf die verbesserungswürdige Stammposition bereits hingewiesen hast.
Meintest du auch den von mir hervorgehobenen Bereich?
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
- Walter Pall
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Re: Mädchenkiefer - Gruppe
Nein, den meine ich nicht. das ist ja schon die Position danach. Dasss sich kreuzende Bäume ein Fehler sind halte ich für eine überholte Ansicht.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.
mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
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Walter Pall
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Joseph Conrad
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Re: Mädchenkiefer - Gruppe
Diese Gruppe ist wirklich verehrungswürdig
Neben Stefano Frisonis Ikadabuki Pinus sylvestris (Vorbesitzer , Peter Brown) die wohl beste Kieferngruppe in Europa ?
Toll das hier solch wunderbare Bäume gezeigt werden.
Auf den unteren, fein verzweigten Teil des perfekten Nebaris wird doch gewiss noch ein wenig Moos und Flechten aufgelegt ?
LG
Joseph
Neben Stefano Frisonis Ikadabuki Pinus sylvestris (Vorbesitzer , Peter Brown) die wohl beste Kieferngruppe in Europa ?
Toll das hier solch wunderbare Bäume gezeigt werden.
Auf den unteren, fein verzweigten Teil des perfekten Nebaris wird doch gewiss noch ein wenig Moos und Flechten aufgelegt ?
LG
Joseph
Jeder Grashalm hat seinen Fleck Erde, aus dem er sein Leben und seine Kraft zieht; ...
- Walter Pall
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Re: Mädchenkiefer - Gruppe
Joseph.
natürlich wird der Baum irgend wann für eine Ausstellung hergerichtet. Dann kommt da auch Moos drauf. Profis haben fast nie Moos auf ihren Oberflächen. Das wird erst kurz vor einer Ausstellung oder wichtigen Bildern aufgelegt. Bei diesem Baum könnte sich tatsächlich Moos von selbst bilden, weil er auf verdichtetem Akadama steht. In modernem Substrat bildet sich nämlich normalerweise kein Moos und es hält sich auch nicht lange darauf wenn man es auflegt..
natürlich wird der Baum irgend wann für eine Ausstellung hergerichtet. Dann kommt da auch Moos drauf. Profis haben fast nie Moos auf ihren Oberflächen. Das wird erst kurz vor einer Ausstellung oder wichtigen Bildern aufgelegt. Bei diesem Baum könnte sich tatsächlich Moos von selbst bilden, weil er auf verdichtetem Akadama steht. In modernem Substrat bildet sich nämlich normalerweise kein Moos und es hält sich auch nicht lange darauf wenn man es auflegt..
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Walter Pall
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Walter Pall
Re: Mädchenkiefer - Gruppe
Bei so vielen Stämmen denke ich, dass es eher unnatürlich wirken würde, wenn sich gar keine kreuzen würden. Das wirkt hier sehr interessant, finde ich.Walter Pall hat geschrieben:Dasss sich kreuzende Bäume ein Fehler sind halte ich für eine überholte Ansicht.
Übrigens findet man bei vielen ehrwürdigen japanischen Mehrfachstämmen und Gruppen zwei, die sich irgendwie kreuzen.
Ein wundervoller Mehrfachstamm. Weil die unteren Äste des rechten äußeren Baums so niedrig über der Erdoberfläche sind, finde ich hier die Steinplatte ideal.
Sonst bin ich ja auch meist ein Freund von klassischen Schalen, aber hier gefällt mir die Platte besonders.
Liebe Grüße,
Heike
- Walter Pall
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Re: Mädchenkiefer - Gruppe
Und wie wäre es mit dieser Schale von zopf?
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
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Walter Pall
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Walter Pall
Re: Mädchenkiefer - Gruppe
Hallo Walter, eine gute Schalenwahl, gefällt mir sehr gut.
Den Baum vielleicht einen winzigen Tick nach links?
LG Marcel
Den Baum vielleicht einen winzigen Tick nach links?
LG Marcel
