Regenerationsfähigkeit Crataegus monogyna bei Trockenschaden?
Regenerationsfähigkeit Crataegus monogyna bei Trockenschaden?
Hallo zusammen,
vor einem Monat habe ich eine Bestellung aus Tschechien erhalten. Ein wunderschöner Weißdorn. Leider hat die Wiener Spedition den Baum rund eine Woche lang "nicht gefunden", nachdem er bei ihr im Lager gelandet war. Es war leider auch die heißeste Zeit des Jahres bis dahin. Zumindest hier in Wien mit Temperaturen über 30° Grad. Ich bekam den Baum dennoch "irgendwann" geliefert und er sah zunächst auch noch sehr gut aus.
Nach einigen Tagen wurde jedoch klar, dass die lange Zeit nicht ohne Folgen geblieben ist: Rund 10% der Blätter wurden abgeworfen.
Der Rest des Laubs haftet seitdem stabil am Holz, trotz eines eher ledrigen Zustands und verbrannter Battränder. Ein paar klitzekleine Blätter eines Neuaustriebs, der wohl bereits vor dem Transport angelegt war, sind "normal" anzufassen. Seit über zwei Wochen gibt es keinen Blattfall mehr.
Meine Frage an die Experten: Erholt sich der Weißdorn noch von dem Trockenschaden?
Einige Blätter scheinen zumindest in Teilen photosynthetisch aktiv zu sein, andere sind eher vertrocknet. Den Ballen halte ich schonend feucht und ich übersprühe den Baum täglich. Ich habe - auch hier - schon von wundersamen Selbstheilungen des Weißdorns gelesen und würde mich sehr über eine Erholung freuen.
(Heute war ich kurz soweit, dass ich ihn in die Bio-Tonne gebe, brachte es aber nicht übers Herz. Ich finde ihn einfach zu hübsch und mag die Hoffnung nicht aufgeben.)
Verzweifelte Grüße, Stefan
vor einem Monat habe ich eine Bestellung aus Tschechien erhalten. Ein wunderschöner Weißdorn. Leider hat die Wiener Spedition den Baum rund eine Woche lang "nicht gefunden", nachdem er bei ihr im Lager gelandet war. Es war leider auch die heißeste Zeit des Jahres bis dahin. Zumindest hier in Wien mit Temperaturen über 30° Grad. Ich bekam den Baum dennoch "irgendwann" geliefert und er sah zunächst auch noch sehr gut aus.
Nach einigen Tagen wurde jedoch klar, dass die lange Zeit nicht ohne Folgen geblieben ist: Rund 10% der Blätter wurden abgeworfen.
Der Rest des Laubs haftet seitdem stabil am Holz, trotz eines eher ledrigen Zustands und verbrannter Battränder. Ein paar klitzekleine Blätter eines Neuaustriebs, der wohl bereits vor dem Transport angelegt war, sind "normal" anzufassen. Seit über zwei Wochen gibt es keinen Blattfall mehr.
Meine Frage an die Experten: Erholt sich der Weißdorn noch von dem Trockenschaden?
Einige Blätter scheinen zumindest in Teilen photosynthetisch aktiv zu sein, andere sind eher vertrocknet. Den Ballen halte ich schonend feucht und ich übersprühe den Baum täglich. Ich habe - auch hier - schon von wundersamen Selbstheilungen des Weißdorns gelesen und würde mich sehr über eine Erholung freuen.
(Heute war ich kurz soweit, dass ich ihn in die Bio-Tonne gebe, brachte es aber nicht übers Herz. Ich finde ihn einfach zu hübsch und mag die Hoffnung nicht aufgeben.)
Verzweifelte Grüße, Stefan
LIebe Grüße, Stefan
Re: Regenerationsfähigkeit Crataegus monogyna bei Trockenschaden?
Hallo Stefan,
ein unschönes Schlamassel.
Ich würde optimistisch an die Sache rangehen und abwarten. Weißdorne können einiges ab.
Du kannst ja versuchen an den Ästen, wo es kaum grüne Blätter gibt, die Rinde mit dem Fingernagel anzukratzen um zu prüfen ob da noch Leben / Grün vorhanden ist.
Wenn es wirklich blöd läuft wirst du etwas Totholz / Saftrückzug haben und das vielleicht in die Gestaltung aufnehmen müssen. Auch das muss nichts schlimmes sein.
Ich drücke dir/ euch die Daumen!
ein unschönes Schlamassel.
Ich würde optimistisch an die Sache rangehen und abwarten. Weißdorne können einiges ab.
Du kannst ja versuchen an den Ästen, wo es kaum grüne Blätter gibt, die Rinde mit dem Fingernagel anzukratzen um zu prüfen ob da noch Leben / Grün vorhanden ist.
Wenn es wirklich blöd läuft wirst du etwas Totholz / Saftrückzug haben und das vielleicht in die Gestaltung aufnehmen müssen. Auch das muss nichts schlimmes sein.
Ich drücke dir/ euch die Daumen!
Gruß
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
Re: Regenerationsfähigkeit Crataegus monogyna bei Trockenschaden?
Danke Laszlo,
du machst mir Mut!
Als alter Gärtner mit dem Hobby "Gießen und Düngen" ist es mir bei ausgepflanzten Weißdornen niemals passiert. Die stecken ohnehin wirklich alles weg.
Leider hilft der "Kratztrick" nicht wirklich. Psychologisch vielleicht. Das habe ich schluchzenden Hobbygärtnern auch immer gesagt, damit sie etwas tun konnten. Das "Grün" unter der Rinde trocknet langsamer zurück als das Laub. Es erzeugt den trügerischen Eindruck von Leben, wie das nur langsame Erkalten einer Leiche. Aber unterm Strich ist die Sache tot.
Was mir etwas zu schaffen macht, ist, dass es derzeit keinen Neuaustrieb an den Stellen gibt, die zuerst die Blätter abgeworfen haben - und das war an allen Ästen.
Ich dachte immer, dass nach zwei, drei Wochen doch noch mal ein zartes Grün sprießen würde.... Aber vielleicht "reicht" ja die ledrige Blattmasse derzeit aus?
Ich warte ab, was nun passiert. Sollte der Baum sterben, dann ersetze ich ihn durch einen anderen Weißdorn. Ich liebe diese Art einfach.
(Übrigens wäre dieses der erste Ausfall durch einen Transport überhaupt. Ohnehin nicht dem Händler anzulasten - ich kann nur in den höchsten Tönen von den Tschechen schwärmen -, sondern allein der Spedition vor Ort in Wien. Daraus ziehe ich die Lehre, dass ich Speditionslieferungen nicht mehr in den heißen Sommermonaten veranlasse.)
du machst mir Mut!
Als alter Gärtner mit dem Hobby "Gießen und Düngen" ist es mir bei ausgepflanzten Weißdornen niemals passiert. Die stecken ohnehin wirklich alles weg.
Leider hilft der "Kratztrick" nicht wirklich. Psychologisch vielleicht. Das habe ich schluchzenden Hobbygärtnern auch immer gesagt, damit sie etwas tun konnten. Das "Grün" unter der Rinde trocknet langsamer zurück als das Laub. Es erzeugt den trügerischen Eindruck von Leben, wie das nur langsame Erkalten einer Leiche. Aber unterm Strich ist die Sache tot.
Was mir etwas zu schaffen macht, ist, dass es derzeit keinen Neuaustrieb an den Stellen gibt, die zuerst die Blätter abgeworfen haben - und das war an allen Ästen.
Ich dachte immer, dass nach zwei, drei Wochen doch noch mal ein zartes Grün sprießen würde.... Aber vielleicht "reicht" ja die ledrige Blattmasse derzeit aus?
Ich warte ab, was nun passiert. Sollte der Baum sterben, dann ersetze ich ihn durch einen anderen Weißdorn. Ich liebe diese Art einfach.
(Übrigens wäre dieses der erste Ausfall durch einen Transport überhaupt. Ohnehin nicht dem Händler anzulasten - ich kann nur in den höchsten Tönen von den Tschechen schwärmen -, sondern allein der Spedition vor Ort in Wien. Daraus ziehe ich die Lehre, dass ich Speditionslieferungen nicht mehr in den heißen Sommermonaten veranlasse.)
LIebe Grüße, Stefan
Re: Regenerationsfähigkeit Crataegus monogyna bei Trockenschaden?
Hallo Stefan,
nur um Dir vielleicht doch etwas mehr Mut zu machen.
Ja, Deine Beobachtung mit dem deutlich langsameren Rückzug des Grüns unter der Rinde ist durchaus richtig.
Wie László sehe ich Weißdorne als durchaus zäh an.
Das Laub sieht bei Dir nicht überall 'crisp' aus und Deiner Vermutung, dass das übrig gebliebene ihm ausreicht, würde ich zustimmen.
Ein Weißdorn ist kein Ahorn. Ich weiß nicht wer es schon ausprobiert hat, aber macht man einen Totalblattschnitt, dauert es gut 4-6 Wochen bis auch nur Blattknospen erscheinen.
Pflege ihn also durchaus weiter.
nur um Dir vielleicht doch etwas mehr Mut zu machen.
Ja, Deine Beobachtung mit dem deutlich langsameren Rückzug des Grüns unter der Rinde ist durchaus richtig.
Wie László sehe ich Weißdorne als durchaus zäh an.
Das Laub sieht bei Dir nicht überall 'crisp' aus und Deiner Vermutung, dass das übrig gebliebene ihm ausreicht, würde ich zustimmen.
Ein Weißdorn ist kein Ahorn. Ich weiß nicht wer es schon ausprobiert hat, aber macht man einen Totalblattschnitt, dauert es gut 4-6 Wochen bis auch nur Blattknospen erscheinen.
Pflege ihn also durchaus weiter.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary
Arbeitskreis Karlsruhe im BCD
Gary
Arbeitskreis Karlsruhe im BCD
- Lennart Rausch
- Beiträge: 473
- Registriert: 14.08.2023, 01:44
Re: Regenerationsfähigkeit Crataegus monogyna bei Trockenschaden?
in den ästen ist kein leben mehr.
lg lennart
lg lennart
Re: Regenerationsfähigkeit Crataegus monogyna bei Trockenschaden?
Danke, Lennart. Denke ich auch...
Danke, Gary. Ich werde es noch etwas probieren.
Normalerweise ist es ja so:
1. Hier einen kranken Baum zu posten ist wie Zahnweh beim Zahnarzt. Das Problem ist eigentlich gar nicht mehr da, sobald man es ausspricht. Irgendwie geht es schon noch weiter.
Deswegen habe ich ja auch so lange gewartet. Denn ich bin eigentlich ja lange genug dabei. Habe verschiedene Trockenschäden bei eigenen Bäumen beobachten müssen (im Spätwinter/Frühjahr, wenn man denkt, es kann doch gar nicht sein. Doch es kann...), aber noch nie hatte ich einen Trockenschaden im Sommer. Da stehe ich quasi mit der Gießkanne neben den Bäumen. Wer - außer mir - hat schon einen Trockenschaden an einer Prunus im Februar?
2. Es passiert einfach gar nichts an dem Baum. Nicht das kleinste Fitzelchen Leben irgendwo, das Chlorophyll zersetzt sich in den Blättern irgendwie. Sie haften zwar am Baum, aber im Panorama der Grüntöne wirken sie leblos. Sie Vergrauen immer mehr. Für sich genommen sieht der Baum mitgenommen, aber ok aus. Neben den anderen Bäumen wie eine Leiche. Wenn ich so was bei anderen Gärtnern sehe, ist mein Urteil in wenigen Sekunden gefasst.
Gut, derzeit habe ich einfach kein Geld für einen neuen Crataegus. Aber ich habe wenigstens zwei weitere als "Plan B" schon im Hinterkopf.
Ehe ich mir einen davon kaufen kann, vergehen noch ein paar Wochen. Sollte sich mein Baum bis dahin bei umsichtiger Pflege auf wundersame Weise selbst wiederbeleben, werde ich hier davon berichten und jubeln! Wenn nicht, kann ich ihn auch ohne schlechtes Gewissen entsorgen.
Danke, Gary. Ich werde es noch etwas probieren.
Normalerweise ist es ja so:
1. Hier einen kranken Baum zu posten ist wie Zahnweh beim Zahnarzt. Das Problem ist eigentlich gar nicht mehr da, sobald man es ausspricht. Irgendwie geht es schon noch weiter.
Deswegen habe ich ja auch so lange gewartet. Denn ich bin eigentlich ja lange genug dabei. Habe verschiedene Trockenschäden bei eigenen Bäumen beobachten müssen (im Spätwinter/Frühjahr, wenn man denkt, es kann doch gar nicht sein. Doch es kann...), aber noch nie hatte ich einen Trockenschaden im Sommer. Da stehe ich quasi mit der Gießkanne neben den Bäumen. Wer - außer mir - hat schon einen Trockenschaden an einer Prunus im Februar?
2. Es passiert einfach gar nichts an dem Baum. Nicht das kleinste Fitzelchen Leben irgendwo, das Chlorophyll zersetzt sich in den Blättern irgendwie. Sie haften zwar am Baum, aber im Panorama der Grüntöne wirken sie leblos. Sie Vergrauen immer mehr. Für sich genommen sieht der Baum mitgenommen, aber ok aus. Neben den anderen Bäumen wie eine Leiche. Wenn ich so was bei anderen Gärtnern sehe, ist mein Urteil in wenigen Sekunden gefasst.
Gut, derzeit habe ich einfach kein Geld für einen neuen Crataegus. Aber ich habe wenigstens zwei weitere als "Plan B" schon im Hinterkopf.
Ehe ich mir einen davon kaufen kann, vergehen noch ein paar Wochen. Sollte sich mein Baum bis dahin bei umsichtiger Pflege auf wundersame Weise selbst wiederbeleben, werde ich hier davon berichten und jubeln! Wenn nicht, kann ich ihn auch ohne schlechtes Gewissen entsorgen.
LIebe Grüße, Stefan
Re: Regenerationsfähigkeit Crataegus monogyna bei Trockenschaden?
Hallo Stefan,
wie du weißt ist der gegenseitige Zusammenspiel von Wurzeln und Krone das was die Bäume gesund hält.
Bei einem Trockenschaden werden die Blätter nicht von den Wurzeln versorgt und andersrum eben auch nicht.
Bei deinem Baum werden die noch aktiven grünen Blätter (wenn vorhanden) die Wurzeln versorgen bzw. Neue bilden, wenn genügend Energie vorhanden ist. Bei stark beschädigten Bäumen (nicht bei Toten) ist das ein langer Prozess und ich würde tippen, dass der Weissdorn erst 2026/27 richtig durchstarten wird.
Grün ist nicht gleich Grün. Es ist gut zu erkennen ob es noch feucht / saftig ist, oder grün und trocken
und wenn die Äste schrumpelig sind / werden dann sind die meistens auch dahin.
Mach mit deine vorsichtigen Pflege weiter und warte noch paar Wochen.
Viel Glück!
wie du weißt ist der gegenseitige Zusammenspiel von Wurzeln und Krone das was die Bäume gesund hält.
Bei einem Trockenschaden werden die Blätter nicht von den Wurzeln versorgt und andersrum eben auch nicht.
Bei deinem Baum werden die noch aktiven grünen Blätter (wenn vorhanden) die Wurzeln versorgen bzw. Neue bilden, wenn genügend Energie vorhanden ist. Bei stark beschädigten Bäumen (nicht bei Toten) ist das ein langer Prozess und ich würde tippen, dass der Weissdorn erst 2026/27 richtig durchstarten wird.
Grün ist nicht gleich Grün. Es ist gut zu erkennen ob es noch feucht / saftig ist, oder grün und trocken
Mach mit deine vorsichtigen Pflege weiter und warte noch paar Wochen.
Viel Glück!
Gruß
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
Re: Regenerationsfähigkeit Crataegus monogyna bei Trockenschaden?
Danke, László!
LIebe Grüße, Stefan
- Lennart Rausch
- Beiträge: 473
- Registriert: 14.08.2023, 01:44
Re: Regenerationsfähigkeit Crataegus monogyna bei Trockenschaden?
ich drücke dir natürlich weiterhin die daumen 
lg lennart
lg lennart
Re: Regenerationsfähigkeit Crataegus monogyna bei Trockenschaden?
DANKE, LENNART.
Aber ich denke, du hattest Recht. Das Holz der Äste unter der Rinde ist braun...
Aber ich denke, du hattest Recht. Das Holz der Äste unter der Rinde ist braun...
LIebe Grüße, Stefan
Re: Regenerationsfähigkeit Crataegus monogyna bei Trockenschaden?
Danke Euch allen, dass ich hier einen kleinen Crash-Kurs in Sachen letzter Hilfe für Weißdorne bekommen habe!!!
Ich habe mich heute entschieden, die Hospiz-Station zu schließen und habe einen völlig verdorrten Weißdorn der Biotonne übergeben. Seine Materie wird nun "reorganisiert" und der Natur zurückgegeben.
Auf dem Weg zur Tonne verlor er - tröstlicherweise für mich - noch den letzten Rest der Blätter, auch der halbgrünen. Hätte ich doch nur etwas fester gezupft, dann hätte ich es früher erledigt!
Die Anzahl meiner Bäume bleibt ja in der Summe gleich. Doch anstatt aus der großen Auswahl zauberhafter Weißdorne den nächsten zu wählen (ich habe ja ohnehin noch zwei andere), habe ich per Zufall einen alten, sehr beeindruckenden Schwarzdorn-Yamadori gefunden und bestellt.
Schöne alte Yamadoris von Schwarzdornen oder Schlehen (Prunus spinosa) sind scheinbar nicht so leicht auf dem Markt zu finden. Kleinere und jüngere hingegen sind keine Seltenheit. Der Sponsor bietet beeindruckende Tanukis dieser Art. Aus meinen Gartenjahren erinnere ich mich an wunderschöne, wilde Schlehen-Hecken. Nun hat der Yama ein paar schöne Totholzstellen und ist urig verzweigt.
Ihr kennt das: Man sieht einen Baum und man muss ihn haben. Für mich ist er ein Baum zum Träumen! Ein Märchenbaum! Der Händler meines Vertrauens hat ihn mir bis zur vollständigen Bezahlung reserviert und pflegt ihn bis dahin liebevoll.
Ich habe viele Prunus mahaleb in den letzten Jahren gesehen und mich in sie verliebt. Aber eine Schlehe hatte ich irgendwie nicht auf dem Schirm. Unverhofft kommt oft. Ich freue mich schon sehr und werde den Baum, sofern ihn die Spedition hier nicht wieder vertrocknen lässt, gerne einmal vorstellen.
Ich habe mich heute entschieden, die Hospiz-Station zu schließen und habe einen völlig verdorrten Weißdorn der Biotonne übergeben. Seine Materie wird nun "reorganisiert" und der Natur zurückgegeben.
Auf dem Weg zur Tonne verlor er - tröstlicherweise für mich - noch den letzten Rest der Blätter, auch der halbgrünen. Hätte ich doch nur etwas fester gezupft, dann hätte ich es früher erledigt!
Die Anzahl meiner Bäume bleibt ja in der Summe gleich. Doch anstatt aus der großen Auswahl zauberhafter Weißdorne den nächsten zu wählen (ich habe ja ohnehin noch zwei andere), habe ich per Zufall einen alten, sehr beeindruckenden Schwarzdorn-Yamadori gefunden und bestellt.
Schöne alte Yamadoris von Schwarzdornen oder Schlehen (Prunus spinosa) sind scheinbar nicht so leicht auf dem Markt zu finden. Kleinere und jüngere hingegen sind keine Seltenheit. Der Sponsor bietet beeindruckende Tanukis dieser Art. Aus meinen Gartenjahren erinnere ich mich an wunderschöne, wilde Schlehen-Hecken. Nun hat der Yama ein paar schöne Totholzstellen und ist urig verzweigt.
Ihr kennt das: Man sieht einen Baum und man muss ihn haben. Für mich ist er ein Baum zum Träumen! Ein Märchenbaum! Der Händler meines Vertrauens hat ihn mir bis zur vollständigen Bezahlung reserviert und pflegt ihn bis dahin liebevoll.
Ich habe viele Prunus mahaleb in den letzten Jahren gesehen und mich in sie verliebt. Aber eine Schlehe hatte ich irgendwie nicht auf dem Schirm. Unverhofft kommt oft. Ich freue mich schon sehr und werde den Baum, sofern ihn die Spedition hier nicht wieder vertrocknen lässt, gerne einmal vorstellen.
LIebe Grüße, Stefan
