Totholz Übung

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Martin_S
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Martin_S »

Jau Thierry!
Nimm dir mal ne Woche Urlaub und komm bei mir vorbei. Da gibt es massig Totholz zu gestalten und deine Arbeit überzeugt mich so sehr, dass du daran darfst! *engel*

M
Beste Grüße
Martin

Lieber Querlüften als Querdenken!
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Thierry
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Thierry »

Vielen Dank Martin für dieses ehrenvolle Angebot, aber ich bin noch kein "Totholz-Meister" der sich an deine sehr schönen Bäume heranwagen würde.

Viele Grüße,

Thierry
Viele Grüße,
Thierry

"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
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Thierry
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Thierry »

Hallo ihr Lieben,

ein paar Bilder/Eindrücke von einer Arbeit am Totholz ohne Maschine.

Bemerkung: bei diesem Baum ist das "nur" der ersten Schritt der Arbeit am Totholz, d.h. das wird in den nächsten Jahren nach und nach verfeinert.

Die Reihenfolge : Saftbahnen mit der Kreide zeichnen, mit einem scharfen Messer entlang der Linien schneiden, Holzfasern bearbeiten, brennen und abschliessend Sandstrahl. In ein paar Jahren (je nach älterung/witterung, in 2-3 Jahren ungefähr) geht's dann weiter mit der Arbeit an diesem Totholz.

Das Ergebnis kann sich (glaube ich) sehen lassen und v.a. an so ein Resultat kommt keine Dremel/Maschine, oder ? :wink:

Liebe Grüße,

Thierry
Yamadori_Bois_mort_1.jpg
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Viele Grüße,
Thierry

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Robert S.
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Robert S. »

Thierry hat geschrieben:an so ein Resultat kommt keine Dremel/Maschine, oder ?
Sicher nicht Thierry. Ich bin zwar kein alter Hase, aber in Sachen Totholz hab ich schon sehr viel experimentiert. Und anfangs dachte ich in der Tat mit einem Dremel o.ä. so etwas hinzubekommen. Um es kurz zu machen. Es hat nicht geklappt. Faserziehen, -reissen erzeugt in meinen Augen die schönsten Details und Strukturen.

Was aber wenn das tote Holz schon sehr lange trocken ist? Dann reissen die Faser i.d.R. sehr leicht ab und es artet in ein ungutes Gedultsspiel aus die abgerissene Faser wieder zu erfassen und weiter zu ziehen. Gut man kann die Holzpartien ein paar Tage vor den geplanten Arbeiten mit einem feuchten Tuch umwickeln. Dann reissen die Faser nicht so leicht. Es ist aber trotzdem ein riesen Unterschied zu frischem Holz. Oder hast Du da noch einen tipp auf der Pfanne?

Servus,
Robert
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avicenna
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Re: Totholz Übung

Beitrag von avicenna »

Also wirklich ... Respekt Thierry ... ich verneige mich ;-) ... tolles Ergebnis und sicher ist viel Zeit in Anspruch genommen worden.
Aber eine Frage ... wieso steht unter den Bildern bois morte ? heißt das toter Buxus ? oder totes Holz ... denn das ist doch kein Buxus oder ? das ist doch ein Juniperus ? wenn ich nicht irre .
saludos
avicenna
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Robert S.
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Robert S. »

:arrow: bois - Holz / Bauholz (Wiktionary)

Servus,
Robert
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zopf
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Re: Totholz Übung

Beitrag von zopf »

Hallo Thierry
Sieht gut aus.
Könntest Du etwas zum Equipment für das Sandstrahlen schreiben ?
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
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Re: Totholz Übung

Beitrag von olli.w. »

Hallo Thierry,

konsequente Arbeit !!

Was mich nur etwas wundert ist der Zeitpunkt, im Sommer ?

Grüße Olli
Mosel-Riesling !
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Thierry
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Thierry »

Hallo Robert,

mit den Holzpartien die schon sehr lange trocken sind ist das so eine Sache...
Du beschreibst genau die Schwierigkeiten : abreissende Fasern (die sich schlecht fassen lassen, ob mit der Hand oder mit einer Zange), und auch das das Einweichen der Fasern (in feuchten Tüchern) nur eine unzufriedenstellende Verbesserung bringt (da Fasern, sobald sie trocken sind, brüchig werden und das Befeuchten nicht sehr tief ins Holz dringt).
D.h. der Unterschied zu frischem Holz ist (wie du sagst) riesig.

Daher kann man nicht oft genug raten, nie die Rinde wegzumachen wenn man nicht gleich daran arbeitet (sei es an Aststumpfen oder sei es am Stamm).

Das ist ein typischer Fehler den man in Workshops (leider) immer noch sieht (habe schon ein paar mal in WS gesehen, daß an Aststumpfen die Rinde weggemacht wurde obwohl nicht gleich daran gearbeitet wurde oder nur sehr oberflächlich weil man denkt, man könnte/möchte später daran arbeiten und während des WS konzentriert man sich auf die Gestaltung der Äste, usw. Auch einige WS-Leiter machen da immer noch Fehler).

Genauso, wenn man begonnen hat, das Totholz zu bearbeiten (ob an Aststumpfen oder am Stamm), sollte man das alles am gleichen Tag fertig machen (höchstens am nächsten Tag den letzten Schliff). Denn nur ein paar Stunden zu viel und das Holz kann schon "hin" sein (brüchig).

Wenn du viel mit Totholz experimentiert hast, weißt du das bestimmt.

Ob ich noch einen Tipp hätte, ja es gibt ein paar Dinge die sehr hilfreich sein können, wenn man Totholz bearbeitet. Angefangen beim Werkzeug. Um ein glaubwürdiges Resultat zu erreichen, ist es natürlich sehr wichtig, das richtige Werkzeug zu verwenden (erst seit ich die Dremel und anderen Maschinen weniger benutze, gelingt es mir immer bessere Resultate zu erzielen, wohlgemerkt ich habe prinzipiel nix gegen Fräse o. Dremel für die "grobste" Arbeit).
Ich bevorzuge dafür keine speziellen japanische Jinwerkzeuge, sondern ganz einfache Werkzeuge :
Outils pour bois mort 001.jpg
Outils pour bois mort 001.jpg (14.98 KiB) 1272 mal betrachtet
Wie man sieht ist dieses Werkzeug sehr spitz :
Outils pour bois mort 002.jpg
Outils pour bois mort 002.jpg (13.3 KiB) 1272 mal betrachtet
Das ist damit man tief ins Totholz eindringen kann um eine kleine Menge an Fasern anzuheben (die man dann fassen kann, mit der Hand oder mit der Zange, um sie dann zu ziehen/reissen). Dieses ganz einfache Werkzeug hatte ich Reiner (Shokan) und Christian beim BFF-Fest gezeigt (und kurz erklärt wie ich es benutze). Komischerweise denken viele Leute, man würde beim Totholz jede einzelne Faser ziehen/reissen, obwohl das falsch ist, man zieht mehrere Fasern gleichzeitig (ein gutes Beispiel dafür sieht man hier : http://sidiao.myweb.hinet.net/class-T-J01e-2.htm)
Und um mehrere Fasern gleichzeitig ziehen zu können, muss man tief ins Holz einstichen.

Dann benutze ich auch noch ganz einfache Elektrikerzangen:
Outils pour bois mort 003.jpg
Outils pour bois mort 003.jpg (14.53 KiB) 1272 mal betrachtet
Diese normalen Zangen sind besser geeignet zum Totholzbearbeiten als sogenannte Jinzangen, weil Jinzangen nur vorne schliessen:
Outils pour bois mort 005.jpg
Outils pour bois mort 005.jpg (16.47 KiB) 1272 mal betrachtet
Mit normale Elektrikerzangen kann man die Holzfasern besser fassen:
Outils pour bois mort 006.jpg
Outils pour bois mort 006.jpg (13.82 KiB) 1272 mal betrachtet
Daneben habe ich natürlich noch eine ganze Menge an andere Werkzeuge für Totholz die je nach Bedürfniss eingesetzt werden.

Ein wichtiger Teil dieser Werkzeuge sind Beitel ("Holzbeitel"), die zum Trennen von Holzfasern sehr gut geeignet sind. Und eine scharfe Konkavzange (gleiche Anwendung: zum Trennen der Holzfasern).
Und selbstverständlich auch einen Lötbrenner.
Am Ende kommt dann der Sandstrahl dran.
Messing- und Stahlbürsten benutze ich weniger weil zeitaufwendig und weil das Resultat nie so gut ist wie mit dem Sandstrahl.

Neben dem richtigen Werkzeug ist auch sehr wichtig wie man das Werkzeug richtig benutzt.
Das hört sich jetzt vllt. komisch an, ist aber nicht selbstverständlich (das ist genauso wie mit dem anderen Bonsaiwerkzeug wie Zangen, usw. : wie man es benutzt ist genauso wichtig wie was man benutzt). Dazu kann ich nur raten: die Anwendung von diesem Werkzeug am besten von jemandem zeigen lassen der das kennt und schon länger macht. Danach macht man weniger Fehler beim Üben. (so habe ich es auch gemacht : hab's mir von jemandem zeigen lassen, der das schon länger macht und seitdem übe ich).

Mit der Übung wird man verständlicherweise auch anspruchsvoller...

Ich kann mir beispielsweise kaum noch einen Baum mit Totholz in Ausstellungen ansehen... (weil 99% unglaubwürdig/unnatürlich aussehen). Das ist die "unschöne" Seite an dieser Sache... (wenn ich das so sagen kann)

Man muss auch sagen, daß "Totholz-Freaks" ein bisschen spezielle Bonsaianer sind :lol: die fasziniert sind von natürlich verwittertem Totholz (wo man die Maserungen in verschiedene Tiefen sieht) und daher äusserst anspruchsvoll sind beim Betrachten von Totholz (wie glaubwürdig das Resultate aussieht, ob Jin und Shari so natürlich wie möglich aussehen oder nicht).

Natürlich maße ich mir nicht an, wie die Natur arbeiten zu können, das schafft kein Mensch.

Und selbstverständlich bin ich kein "Totholz-Meister" (Marco beispielsweise ist bei Totholz verdammt gut. Ich schaue mir seine Arbeiten immer gerne im Detail an).

Würde es an mir liegen, könnte man stundenlang über Totholz reden. :lol:

Liebe Grüße,

Thierry
Viele Grüße,
Thierry

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Thierry
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Thierry »

avicenna hat geschrieben:eine Frage ... wieso steht unter den Bildern bois morte ? heißt das toter Buxus ? oder totes Holz ... denn das ist doch kein Buxus oder ? das ist doch ein Juniperus ? wenn ich nicht irre .
"Bois mort" bedeutet totes Holz.
Frag' mich aber nicht warum ich das gestern auf Französisch geschrieben habe anstatt auf Deutsch. Keine Ahnung. :lol:
zopf hat geschrieben:Könntest Du etwas zum Equipment für das Sandstrahlen schreiben ?
Ein ganz einfacher/normaler Kompressor reicht aus.
olli.w. hat geschrieben:Was mich nur etwas wundert ist der Zeitpunkt, im Sommer ?
Weil die Rinde "voll im Saft" ist und die Holzfasern sich deshalb leicht bearbeiten lassen.
Viele Grüße,
Thierry

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Thierry
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Thierry »

Bemerkung :

Wenn's euch interessiert, bzw. wenn genügend Leute daran interessiert wären, könnte ich versuchen etwas für's nächste BFF-Fest zu organisieren (Werkzeug und ein paar Bäume mitnehmen, und mit 2-3 Kumpels die auch "Totholz-Freaks" sind und mit denen ich in unserem Klub gerne und öfters an Totholz arbeite, nach Lippstadt zu kommen). Dann kann man das auch live sehen und es lässt sich besser erklären als über's Forum. Wie gesagt, wenn genügend Leute daran interessiert wären.

Viele Grüße !

Thierry
Viele Grüße,
Thierry

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Robert S.
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Robert S. »

Hallo Thierry,

klar finden sich da interessierte. Ich merk mir das mal für's nächste Sommerfest vor.

Servus,
Robert

PS: Du schreibst auf Dieter's Antwort, daß es ein normaler Kompressor tut. Nun bin ich was das Sandstrahlen angeht alles andere als bewandert. Ich dachte immer, daß das nur in speziellen Kabinen geht. Gut ohne Kabine geht halt das Material mit dem Du strahlst flöten. Sehe ich das so richtig? Mit was für einem Material strahlst Du?
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bonsaiheiner
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Re: Totholz Übung

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Thierry,
wie stellst Du sicher bei Deinen Sandstrahlarbeiten, dass lebendes Holz nicht mit gestrahlt wird?
Gibt´s da spezielle Sandstrahldüsen?
Beste Grüsse,
Heiner
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Robert S.
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Robert S. »

Hallo Heiner,

Tony Tickle z.B. pinselt die lebenden Partien mit Silikonkautschuk ein, legt Tücher um das Laub, bevor er mit dem Strahl an den Baum geht. Ich hatte da auch einen Link. Allerdings ist das knowledgeofbonsai-Forum zur Zeit (zumindest für mich) nicht erreichbar. Ich hoffe die Jungs (und / oder Mädels) bekommen das schnell wieder hin.

Servus,
Robert

*edit* Der Link zum knowledgeofbonsai-Forum funktioniert wieder
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Thierry
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Thierry »

Ihr scheint euch intensiv für das Sandstrahlen zu interessieren. Ich hoffe, dass jetzt nicht falsche Erwartungen entstanden sind :lol: Sandstrahl ist nämlich nicht das Geheimnis für glaubwürdiges Totholz, das wisst ihr gell? sondern die Etappen davor, also die eigentliche Bearbeitung mit dem Handwerkzeug (die deutlich länger dauert als das kurze Sandstrahlen). Nicht dass jetzt einer von euch denkt : "Aha, er benutzt Sandstrahl, daher kommt das Resultat". :lol: :roll: :wink:

Zum Material :
Eine Sandstrahlpistole (je nach Modell kann man die Düse vorne regulieren), die mit Sandstrahlmittel (in einer kleinen Körnung) aufgefüllt wird, und ein Kompressor der mind. 300l/min schafft, also ein normaler Kompressor.
Wohlgemerkt : ich benutze den von einem guten Freund mit dem ich auch gemeinsam viel Bonsai mache und v.a. machen wir öfters Totholzbearbeitungen zusammen.
Viele Grüße,
Thierry

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