Drachengeflüster
Vielleicht hat der Fund eines Dinosaurier-Skelettes in der Frühzeit die menschliche Fantasie so angeregt, dass seither der Glaube an Drachen nicht versiegt ist. Einzelne Merkmale wie Gebiss und Klaue erinnern ja sehr stark an einen Drachen, den Rest der Drachenphilosophie hat dann die menschliche Fantasie erschaffen. In fast allen Kulturen der Himmelsrichtungen gab es den Mythos des Drachen und seine Existenz war keine Frage des Glaubens.

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Maße: 32 cm x 22 xm x 11,5 cm
"Im Vergänglichen sind die Drachen die Wellen der Zeit". Die Drachen, stehend für die Zeit, zerreißen die Schale, stehend für das Vergängliche

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Ein Drachenpaar, das sich die Perle der Weisheit gegenseitig abjagen will

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Maße je Schale: 12 cm x 10 cm x 10 cm
In der westlichen frühen Kultur hausten sie in großen dunklen Höhlen. Es waren gefürchtete Menschenfresser. Sie waren älter als die Welt, geboren aus dem Chaos, Feuer speiend. Manch mutiger Held hat in den alten Legenden sein Leben lassen müssen im Drachenkampf. Die größten Helden aber siegten im Kampf um Gut oder Böse, denn der Drache stand für das Böse in der westlichen Kultur. Die Nordländer glaubten, dass NIDHÖGG, der Drache, dem Lebensbaum YGGDRASIL, der unsichtbar vom Himmel bis in die tiefsten Erdschichten wuchs, aus der tiefsten Hölle heraus die lebensspendenden Wurzeln abfraß. Es gibt unzählige Drachengeschichten, gemeißelt in Stein, gemalt auf Papyrus oder festgehalten auf Seide und gedruckt in altem Schweinsleder gebundenen Büchern.

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Dorchmesser: 21 cm x 25 cm Hoch
Ein Drachenpaar, das sich die Perle gegenseitig abjagen will

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Relief eines Drachen
Von allen Drachen berühren mich am nachhaltigsten die östlichen. Hier ganz besonders die chinesischen, denn im Gegensatz zu den japanischen, die auch oft das Böse darstellten, stehen sie für das Gute. Erste Drachendarstellungen in China gehen auf das Jahr 8000 vor unserer Zeitrechnung zurück. Drachen wurden durch alle Dynastien bis zum heutigen Tage in den unterschiedlichsten Materialien und Formen dargestellt.
Am meisten ausgeschmückt und bis ins Detail gearbeitet waren sie wohl in der Ming-Dynastie (1368 – 1644). Im Kosmos bewachten und bewahrten sie das Gute. In der Unbill des chinesischen Alltages waren sie unentbehrlich. Angeführt vom Himmelswächterdrachen, der für den Schutz der Götter und des Kaisers verantwortlich war (Dieser war der einzige, der fünf Klauen besaß, Abbildungen von Drachen mit fünf Klauen waren nur für den kaiserlichen Besitz bestimmt. Alle anderen Drachen hatten nur vier oder drei Klauen.), folgte der Reigen zum Wetterdrachen, Herrscher der Winde, Wolken und Regen. Letzteren galt es besonders zu verehren, war er doch verantwortlich für Naturkatastrophen. Schatzdrachen lebten unter der Erde und bewachten hier die Edelmetalle, Edelsteine usw. Diese Drachen besaßen die berühmte Perle. Alles was in Berührung mit ihr kam, vermehrte sich oder führte auf okkulte Weise zur Vermehrung von Weisheit. Der letzte im Reigen der kosmischen Drachen ist der Erd-Drache. Er ist der Herr der Flussläufe und reguliert den Wasserlauf. Sein Palast liegt am Grunde eines jeden Sees oder Flusses. Diese Art von Drachen stimmen mich heiter und erwecken das Kind im Manne. Seitdem ich töpfere, sind sie zu meinen treuen Geisteswesen geworden und manchmal, wenn mir vor lauter Normschalen ganz schwarz vor Augen wird, muss ich wieder einmal eine Drachenschale töpfern, das macht die Finger geschmeidig und öffnet den Geist für einen Raum, wo Mythen und Legenden noch zu Hause sind (Da in unserer heutigen Kultur die Politik die Legenden- und Märchenwelt übernommen hat und sich der Zugang hier für mich nicht recht einfinden will, pflege ich noch meine Drachen, auf dass sie mir weisen, was Gut und was Böse ist.
Möge die Perle des Schatzdrachen die kleine Gemeinde der Bonsaifreunde berühren, auf dass sie sich mehren und die Neider weiser machen.
Viele Grüße
Peter
Alle Schalen wurden handgetöpfert ohne Formen
und ohne Töpferscheibe.
Gebrannt bei ca. 1220° C
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Die Welt der Schale:
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