Ich habe etwa hundert mal geguggt ob es der selbe Baum ist
Kann aus diesem Material ein Bonsai werden ?
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Re: Kann aus diesem Material ein Bonsai werden ?
Respekt!
Ich habe etwa hundert mal geguggt ob es der selbe Baum ist
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MfG Benedict
Versuche nicht wie der Meister zu sein, sondern suche nachdem was der Meister sucht!
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Jan Schwope
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Re: Kann aus diesem Material ein Bonsai werden ?
Hallo zusammen,
vielen Dank für das reichliche Lob.
Ich werde versuchen alle Fragen zu beantworten, Bilder nachzureichen (auch die peinlichen
), einige Gedankengänge zur Gestaltung wiedergeben, Hinweise geben wie ich mit Wacholdern umgehe und letztendlich eine Analyse was meiner Meinung nach an dem Baum verbesserungsfähig ist geben (schonungslos den Baum verreißen
).
Das wird aber etwas dauern und daher werde ich es nur in mehreren Etappen schaffen.
Zunächst muss ich mich bei euch entschuldigen, da ich mich leicht bei der Zeit der Erstgestaltung vertan habe. Die Erstgestaltung war genau am 10.März 2002 (die Zeit vergeht...). Der Anlass war der jährliche Tealentwettbewerb (ja mit solchem Material mussten wir uns rumschlagen
). Damit ist auch schon die erste Frage beantwortet, warum ich mir einen solchen Baum aussuche. Ausgesucht habe ich ihn mir nicht. Im Gegenteil, ich habe gebetet, genau diesen Baum nicht zu bekommen. Irgendwie wollte er aber wohl zu mir (nichts im Leben ist zufällig).
Wie bei jeder Erstgestaltung mussten zunächst ein paar Entscheidungen getroffen werden.
Hier ging es aber nicht darum Äste zu selektieren die schön begrünt in die Gestalung eingehen werden sondern es ging darum entweder einen sehr radikalen Schnitt zu machen und den Baum aufzubauen oder etwas mit dem vorhandenen, meiner Meinung nach unbrauchbaren Ästen "hinzufummeln".
Die erste Variante führt zu sofortigen Tränen die schnell trocknen, die zweite Variante zu andauernden Tränen bis dann letztendlich doch die Variante 1 folgt (meist aber erst Jahre später).
Die Entscheidung fiel mir leicht. Das es sich hier um einen Wettbewerb handelte war zu diesem Zeitpunkt schon egal. Es galt den richtigen Schritt zu machen auf dem alle anderen Schritte aufbauen können. Gewinnen oder verlieren - diese Frage stellte sich schon nicht mehr.
Variante 1 ist die richtige und das Ergebnis ist im ersten Bild zu sehen. Ich sehe die entsetzten Gesichter beim Anblick dieses Fotos, mir klingen auch noch die Aufschreie in den Foren in den Ohren. Aber wie gesagt, Tränen die schnell trocknen.
Viel wichtiger für mich war es damals einen Plan zu haben den ich verfolgen konnte. Wie sieht der Baum in 2, 5 oder 10 Jahren aus? Diesen Plan hatte ich.
Ich habe damals für mich ein Virtual erstellt (Bild 2) an dem ich mich orientieren konnte. Martin S. kann sich evtl. noch daran erinnern.
Ende Teil 1
vielen Dank für das reichliche Lob.
Ich werde versuchen alle Fragen zu beantworten, Bilder nachzureichen (auch die peinlichen
Das wird aber etwas dauern und daher werde ich es nur in mehreren Etappen schaffen.
Zunächst muss ich mich bei euch entschuldigen, da ich mich leicht bei der Zeit der Erstgestaltung vertan habe. Die Erstgestaltung war genau am 10.März 2002 (die Zeit vergeht...). Der Anlass war der jährliche Tealentwettbewerb (ja mit solchem Material mussten wir uns rumschlagen
Wie bei jeder Erstgestaltung mussten zunächst ein paar Entscheidungen getroffen werden.
Hier ging es aber nicht darum Äste zu selektieren die schön begrünt in die Gestalung eingehen werden sondern es ging darum entweder einen sehr radikalen Schnitt zu machen und den Baum aufzubauen oder etwas mit dem vorhandenen, meiner Meinung nach unbrauchbaren Ästen "hinzufummeln".
Die erste Variante führt zu sofortigen Tränen die schnell trocknen, die zweite Variante zu andauernden Tränen bis dann letztendlich doch die Variante 1 folgt (meist aber erst Jahre später).
Die Entscheidung fiel mir leicht. Das es sich hier um einen Wettbewerb handelte war zu diesem Zeitpunkt schon egal. Es galt den richtigen Schritt zu machen auf dem alle anderen Schritte aufbauen können. Gewinnen oder verlieren - diese Frage stellte sich schon nicht mehr.
Variante 1 ist die richtige und das Ergebnis ist im ersten Bild zu sehen. Ich sehe die entsetzten Gesichter beim Anblick dieses Fotos, mir klingen auch noch die Aufschreie in den Foren in den Ohren. Aber wie gesagt, Tränen die schnell trocknen.
Viel wichtiger für mich war es damals einen Plan zu haben den ich verfolgen konnte. Wie sieht der Baum in 2, 5 oder 10 Jahren aus? Diesen Plan hatte ich.
Ich habe damals für mich ein Virtual erstellt (Bild 2) an dem ich mich orientieren konnte. Martin S. kann sich evtl. noch daran erinnern.
Ende Teil 1
Bonsai ist niemals eine Frage der Größe, sondern immer eine Frage des Geschmacks.
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Re: Kann aus diesem Material ein Bonsai werden ?
Wow sah der sch***e aus, da ist es ja noch viel unglaublicher wie toll er jetzt aussieht
Du hast genau das Richtige getan!
Du hast genau das Richtige getan!
MfG Benedict
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Re: Kann aus diesem Material ein Bonsai werden ?
... zuerst oooch, dann ahhh - einfach nur Klasse. Diese Entwicklung hätte ich im Leben nicht vorhergeahnt. 
Viele Grüße
Holger
Ein kritisches Hinterfragen der eingestellten Bäume ist ausdrücklich erwünscht.
Holger
Ein kritisches Hinterfragen der eingestellten Bäume ist ausdrücklich erwünscht.
Re: Kann aus diesem Material ein Bonsai werden ?
Boah! Was für eine Weitsicht, die du gezeigt hast! Unglaublich! 
-
Jan Schwope
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Re: Kann aus diesem Material ein Bonsai werden ?
Teil 2
Bei so einem drastischem Rückschnitt habe ich bewußt darauf vezichtet, zu diesem Zeitpunkt bereits Totholzbereiche anzulegen. Die dünnen Äste sind nicht genug etabliert und eine genaue Lokalisierung der Saftbahnen ist sehr schwer möglich weil diese sehr dünn sind. Wird dann das Totholz etwas zu breit angelegt durchtrenne ich die Saftbahnen und die Äste mit denen ich den Baum aufbauen möchte sterben.
Das Ziel war es zunächst Äste und Grünmasse aufzubauen.
Um das zu erreichen muss der Wacholder LANGTRIEBE bilden. Langtriebe bildet er wenn er ordentlich Futter bekommt, in groben durchlässigen Substrat steht und reichlich gegossen wird (eine Substratempfehlung möchte ich an dieser Stelle nicht geben da dieses Thema schon reichlich diskutiert wurde). Ich halte nichts davon Wacholder nur zu übersprühen und wenig zu gießen (aber auch das ist nur meine Meinung).
Nachdem der Wacholder 1 Jahr gewachsen ist sah er wie auf den folgenden Bildern aus. In dieser Zeit wurde er weder geschnitten noch pinziert.
An dieser Stelle ist anzumerken, dass der Baum keinerlei Stresslaub gebildet hat. Meiner Erfahrung nach reagieren diese Wacholder auf einen starken Rückschnitt sehr gut, weniger gut allerdings auf einen stärkeren Wurzelschnitt (dann mit Stresslaub).
Bei so einem drastischem Rückschnitt habe ich bewußt darauf vezichtet, zu diesem Zeitpunkt bereits Totholzbereiche anzulegen. Die dünnen Äste sind nicht genug etabliert und eine genaue Lokalisierung der Saftbahnen ist sehr schwer möglich weil diese sehr dünn sind. Wird dann das Totholz etwas zu breit angelegt durchtrenne ich die Saftbahnen und die Äste mit denen ich den Baum aufbauen möchte sterben.
Das Ziel war es zunächst Äste und Grünmasse aufzubauen.
Um das zu erreichen muss der Wacholder LANGTRIEBE bilden. Langtriebe bildet er wenn er ordentlich Futter bekommt, in groben durchlässigen Substrat steht und reichlich gegossen wird (eine Substratempfehlung möchte ich an dieser Stelle nicht geben da dieses Thema schon reichlich diskutiert wurde). Ich halte nichts davon Wacholder nur zu übersprühen und wenig zu gießen (aber auch das ist nur meine Meinung).
Nachdem der Wacholder 1 Jahr gewachsen ist sah er wie auf den folgenden Bildern aus. In dieser Zeit wurde er weder geschnitten noch pinziert.
An dieser Stelle ist anzumerken, dass der Baum keinerlei Stresslaub gebildet hat. Meiner Erfahrung nach reagieren diese Wacholder auf einen starken Rückschnitt sehr gut, weniger gut allerdings auf einen stärkeren Wurzelschnitt (dann mit Stresslaub).
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Jan Schwope
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Re: Kann aus diesem Material ein Bonsai werden ?
Teil 3
2004 wurde der Wacholder das erste mal in eine Schale gepflanzt.
Weiterhin war das primäre Ziel Grünmasse aufzubauen. Daher wurde die Substratmischung nicht geändert.
Bis 2006 wurden die Äste des Wacholders wachsen gelassen und dann die Langtriebe zurückgeschnitten (aber nicht völlig entfernt). Pinziert wurde witerhin nicht.
Die Folge ist, daß sich sich die primäre und sekundäre Verzweigung ausbildet und etablieren kann.
Leider existieren in dem Zeitraum 2004/2005 keine Fotos.
2006 waren alle Äste etabliert, die Verzweigung und damit auch die Grünmasse hat deutlich zugenommen. Jetzt konnte ich daran denken den Totholzbereich anzulegen. Der Baum hat sehr deutlich gezeigt wo der Shari angelegt werden kann. Der Rindenbereich ist etwas eingefallen. Weiterhin ist aber Vorsicht geboten um nicht doch noch den einen oder anderen Ast zu gefährden.
2006 war auch das Jahr in dem sich die Pflege- und Gestaltungsmaßnahmen geändert haben. Da die primäre und sekundäre Verzwigung ausgebildet war galt es jetzt die feinere Verzweigung anzugehen. Ich arbeite auch an Wacholdern hauptsächlich mit Schnittmaßnahmen und weniger mit pinzieren.
Wenn die starken Triebe gezupft werden soll das Wachstum an dieser Stelle gehemmt werden und so die Wuchskraft in Seitentriebe gelenkt werden. Das gelingt auch - zumindest teilweise. Häufig ist aber zu beobachten, dass dieser starke (gezupfte) Trieb wieder beginnt zu treiben und die Seitentriebe nicht. Das ist meiner Meinung nach nicht verwunderlich denn es ist ja weiterhin der wüchigste Teil. Einen wirklichen Erfolg erziele ich dadurch nicht. Ich entferne diesen stark wüchsigen Bereich komplett durch schnitt und zwinge so die Wuchskraft in die Seitentriebe (schlecht zu beschreiben, werde bei Gelegenheit mal ein Foto einstellen).
2006 sah der Baum dann so aus.
Teil 4 folgt hoffentlich morgen.
2004 wurde der Wacholder das erste mal in eine Schale gepflanzt.
Weiterhin war das primäre Ziel Grünmasse aufzubauen. Daher wurde die Substratmischung nicht geändert.
Bis 2006 wurden die Äste des Wacholders wachsen gelassen und dann die Langtriebe zurückgeschnitten (aber nicht völlig entfernt). Pinziert wurde witerhin nicht.
Die Folge ist, daß sich sich die primäre und sekundäre Verzweigung ausbildet und etablieren kann.
Leider existieren in dem Zeitraum 2004/2005 keine Fotos.
2006 waren alle Äste etabliert, die Verzweigung und damit auch die Grünmasse hat deutlich zugenommen. Jetzt konnte ich daran denken den Totholzbereich anzulegen. Der Baum hat sehr deutlich gezeigt wo der Shari angelegt werden kann. Der Rindenbereich ist etwas eingefallen. Weiterhin ist aber Vorsicht geboten um nicht doch noch den einen oder anderen Ast zu gefährden.
2006 war auch das Jahr in dem sich die Pflege- und Gestaltungsmaßnahmen geändert haben. Da die primäre und sekundäre Verzwigung ausgebildet war galt es jetzt die feinere Verzweigung anzugehen. Ich arbeite auch an Wacholdern hauptsächlich mit Schnittmaßnahmen und weniger mit pinzieren.
Wenn die starken Triebe gezupft werden soll das Wachstum an dieser Stelle gehemmt werden und so die Wuchskraft in Seitentriebe gelenkt werden. Das gelingt auch - zumindest teilweise. Häufig ist aber zu beobachten, dass dieser starke (gezupfte) Trieb wieder beginnt zu treiben und die Seitentriebe nicht. Das ist meiner Meinung nach nicht verwunderlich denn es ist ja weiterhin der wüchigste Teil. Einen wirklichen Erfolg erziele ich dadurch nicht. Ich entferne diesen stark wüchsigen Bereich komplett durch schnitt und zwinge so die Wuchskraft in die Seitentriebe (schlecht zu beschreiben, werde bei Gelegenheit mal ein Foto einstellen).
2006 sah der Baum dann so aus.
Teil 4 folgt hoffentlich morgen.
Bonsai ist niemals eine Frage der Größe, sondern immer eine Frage des Geschmacks.
Re: Kann aus diesem Material ein Bonsai werden ?
Sehr spannend und eindrucksvoll, Jan! Ich freue mich schon auf den nächten Teil der Geschichte.
Liebe Grüße,
Heike
Liebe Grüße,
Heike
-
Jan Schwope
- Beiträge: 58
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Re: Kann aus diesem Material ein Bonsai werden ?
Teil 4
2007 war es an der Zeit, einige Dinge zu überprüfen.
Bin ich noch auf dem Weg den ich 2002 eingeschlagen habe? Gefallen mir die einzelnen Bereiche die ich entwickelt habe? Gibt es Möglichkeiten das Potential besser zu nutzen?
Wenn ich das Virtual mit dem jetzigen Zustand vergleiche kann ich den ersten Punkt eindeutig mit ja beantworten.
Am Baum fallen aber einige Bereiche auf die optimiert werden müssen.
1. Die zwei kleinen Stämme weisen zu wenig Bewegung auf.
2. Der markierte Grünbereich verhindert, dass man in den Baum reinsehen kann.
3. Der 2. Stamm von links weist wenig Bewegung auf
Problem 1 ist leicht zu lösen.
Problem 2 ist auch leicht zu lösen indem man den Ast entfernt (es entsteht aber ein neues Problem indem der 2. Stamm noch mehr in den Fokus rückt)
Problem 3 ist nicht so leicht zu lösen. Drahten und biegen ist leicht möglich, die Bewegung wirkt aber bei dieser Stammstärke schon etwas unnatürlich. Ich musste mir hier eine andere Lösung einfallen lassen.
Überdenkung der Potentials:
Eine Potentialanalyse ist meiner Meinung nach kein einmaliger Schritt sondern etwas was regelmäßg durchgeführt werden sollte. Natürlich kann eine Analyse immer nur an dem jeweiligen Ist-Zustand durchgeführt werden. Eine Potentialanalyse lohnt sich immer, sei es im Rahmen eines Workshops, im AK oder auch allein. Wichtig ist aber, dass aus der Analyse ein Plan für das weitere Vorgehen entsteht. Aussagen wie "pflanz ihn in den Acker und lass ihn wachsen" ist kein Plan.
Ergebnis meiner Analyse war
1. Der Baum wirkt insgesamt etwas zweidimensional
2. Die einzelnen Bäume wirken etwas aufgereiht.
3. Die Abstände zwischen den Bäumen sind teilweise sehr ähnlich.
Mit der nächsten Überarbeitung wurden die beiden kleine Stämme angepasst. Es wurde ihnen mehr Bewegung gegeben und ein Stamm weiter in den Hintergrund positioniert.
Der störende Ast wurde entfernt, sodaß man jetzt in den Baum reinsehen konnte und auch rückwärtige Äste besser sichtbar wurden. Es entstand der Eindruck von größerer Tiefe. Der entfernte Ast entspringt nicht wie anhand der Bilder zu vermuten ist am Hauptbaum, sondern am 2. Stamm und wurde bisher nach vorn geführt. Der Gedanke war, die relativ gerade Line des 2. Stammes etwas durch den Grünbereich zu unterbrechen. Jetzt war er weg und der Blick auf den zweiten Stamm war frei. Es wurden auch noch einige weitere Äste entfernt.
Die Ansichtsseite wurde leicht verändert um die Abstände zwischen den Stämmen optisch zu verändern.
Der Sharibereich wurde zudem verbreitert.
2007 war es an der Zeit, einige Dinge zu überprüfen.
Bin ich noch auf dem Weg den ich 2002 eingeschlagen habe? Gefallen mir die einzelnen Bereiche die ich entwickelt habe? Gibt es Möglichkeiten das Potential besser zu nutzen?
Wenn ich das Virtual mit dem jetzigen Zustand vergleiche kann ich den ersten Punkt eindeutig mit ja beantworten.
Am Baum fallen aber einige Bereiche auf die optimiert werden müssen.
1. Die zwei kleinen Stämme weisen zu wenig Bewegung auf.
2. Der markierte Grünbereich verhindert, dass man in den Baum reinsehen kann.
3. Der 2. Stamm von links weist wenig Bewegung auf
Problem 1 ist leicht zu lösen.
Problem 2 ist auch leicht zu lösen indem man den Ast entfernt (es entsteht aber ein neues Problem indem der 2. Stamm noch mehr in den Fokus rückt)
Problem 3 ist nicht so leicht zu lösen. Drahten und biegen ist leicht möglich, die Bewegung wirkt aber bei dieser Stammstärke schon etwas unnatürlich. Ich musste mir hier eine andere Lösung einfallen lassen.
Überdenkung der Potentials:
Eine Potentialanalyse ist meiner Meinung nach kein einmaliger Schritt sondern etwas was regelmäßg durchgeführt werden sollte. Natürlich kann eine Analyse immer nur an dem jeweiligen Ist-Zustand durchgeführt werden. Eine Potentialanalyse lohnt sich immer, sei es im Rahmen eines Workshops, im AK oder auch allein. Wichtig ist aber, dass aus der Analyse ein Plan für das weitere Vorgehen entsteht. Aussagen wie "pflanz ihn in den Acker und lass ihn wachsen" ist kein Plan.
Ergebnis meiner Analyse war
1. Der Baum wirkt insgesamt etwas zweidimensional
2. Die einzelnen Bäume wirken etwas aufgereiht.
3. Die Abstände zwischen den Bäumen sind teilweise sehr ähnlich.
Mit der nächsten Überarbeitung wurden die beiden kleine Stämme angepasst. Es wurde ihnen mehr Bewegung gegeben und ein Stamm weiter in den Hintergrund positioniert.
Der störende Ast wurde entfernt, sodaß man jetzt in den Baum reinsehen konnte und auch rückwärtige Äste besser sichtbar wurden. Es entstand der Eindruck von größerer Tiefe. Der entfernte Ast entspringt nicht wie anhand der Bilder zu vermuten ist am Hauptbaum, sondern am 2. Stamm und wurde bisher nach vorn geführt. Der Gedanke war, die relativ gerade Line des 2. Stammes etwas durch den Grünbereich zu unterbrechen. Jetzt war er weg und der Blick auf den zweiten Stamm war frei. Es wurden auch noch einige weitere Äste entfernt.
Die Ansichtsseite wurde leicht verändert um die Abstände zwischen den Stämmen optisch zu verändern.
Der Sharibereich wurde zudem verbreitert.
Bonsai ist niemals eine Frage der Größe, sondern immer eine Frage des Geschmacks.
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Jan Schwope
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Re: Kann aus diesem Material ein Bonsai werden ?
5. und letzter Teil
Ihr habt es bald geschafft
2010: Das Problem mit dem geraden Stamm ist leider noch nicht gelöst - aber eine Idee ist da.
In der Zwischenzeit wurde der Baum wieder umgetopft. Die ursprüngliche Substratmischung (sehr grobkörnig) wurde jetzt durch feinkörnigeres Substrat ersetzt. Das hat zur Folge, daß der Austrieb nicht mehr in Form von Langtrieben, sondern sehr gleichmäßig erfolgt. Das ist jetzt zielführend da der Fokus auf der Feinverzweigung liegt.
Durch die leicht veränderte Ansichtsseite und die Korrektur der kleinen Stämme wirkt der Baum kompakter und hat mehr Tiefe. Manchmal ist die Lösung so einfach wenn der Grundgedanke weitergeführt wird. Die Überlegung ist, einen der kleinen Stämme noch weiter nach hinten zu führen um noch mehr Tiefe zu erreichen und den Baum noch kompakter zu machen.
Der dritte Vorteil ist, daß ich dadurch die rückwärtigen Äste des "Problemstammes" entfernen kann da, sie duch die des kleinen Stammes ersetzt werden. Am "Problemstamm kann ein rückwärtiger Totholzbereich angelegt werden, Der Stamm wird dadurch flexiebler und kann leicht gedreht werden. Dadurch dass künftig nur noch rechts und links am Stamm eine Saftbahn verläuft, kreuzt eine Saftbahn nach der Drehung des Stammes den Sharibereich und verläft in der Bewegungsrichtung der Gesamtgestaltung. Der langweilige gerade Stamm wird dadurch interessanter. Aber das ist jedoch noch Zukunftsmusik. Ich habe es mal eingezeichnet.
Kann aus diesem Material ein Bonsai werden war die Anfangsfrage.
Meiner Meinung nach ja. Er wird zwar nie ein Spitzenbonsai werden aber wenn es so weitergeht doch ein ganz ansehnlicher. Eventuell habe ich den einen oder anderen angeregt auch mal mit solch einfachem Material zu beginnen und über die Jahre zu entwickeln.
Mir hat der kleine Bericht viel Spass gemacht und ich möchte mich für Eure Geduld bedanken.
Fragen und Bemerkungen sind wie immer sehr willkommen.
Viele Grüße
Jan
ENDE
Ihr habt es bald geschafft
2010: Das Problem mit dem geraden Stamm ist leider noch nicht gelöst - aber eine Idee ist da.
In der Zwischenzeit wurde der Baum wieder umgetopft. Die ursprüngliche Substratmischung (sehr grobkörnig) wurde jetzt durch feinkörnigeres Substrat ersetzt. Das hat zur Folge, daß der Austrieb nicht mehr in Form von Langtrieben, sondern sehr gleichmäßig erfolgt. Das ist jetzt zielführend da der Fokus auf der Feinverzweigung liegt.
Durch die leicht veränderte Ansichtsseite und die Korrektur der kleinen Stämme wirkt der Baum kompakter und hat mehr Tiefe. Manchmal ist die Lösung so einfach wenn der Grundgedanke weitergeführt wird. Die Überlegung ist, einen der kleinen Stämme noch weiter nach hinten zu führen um noch mehr Tiefe zu erreichen und den Baum noch kompakter zu machen.
Der dritte Vorteil ist, daß ich dadurch die rückwärtigen Äste des "Problemstammes" entfernen kann da, sie duch die des kleinen Stammes ersetzt werden. Am "Problemstamm kann ein rückwärtiger Totholzbereich angelegt werden, Der Stamm wird dadurch flexiebler und kann leicht gedreht werden. Dadurch dass künftig nur noch rechts und links am Stamm eine Saftbahn verläuft, kreuzt eine Saftbahn nach der Drehung des Stammes den Sharibereich und verläft in der Bewegungsrichtung der Gesamtgestaltung. Der langweilige gerade Stamm wird dadurch interessanter. Aber das ist jedoch noch Zukunftsmusik. Ich habe es mal eingezeichnet.
Kann aus diesem Material ein Bonsai werden war die Anfangsfrage.
Meiner Meinung nach ja. Er wird zwar nie ein Spitzenbonsai werden aber wenn es so weitergeht doch ein ganz ansehnlicher. Eventuell habe ich den einen oder anderen angeregt auch mal mit solch einfachem Material zu beginnen und über die Jahre zu entwickeln.
Mir hat der kleine Bericht viel Spass gemacht und ich möchte mich für Eure Geduld bedanken.
Fragen und Bemerkungen sind wie immer sehr willkommen.
Viele Grüße
Jan
ENDE
Bonsai ist niemals eine Frage der Größe, sondern immer eine Frage des Geschmacks.
- Norbert Jäger
- Beiträge: 323
- Registriert: 03.10.2007, 13:21
- Wohnort: RV
Re: Kann aus diesem Material ein Bonsai werden ?
Jan,
eine meisterliche Leistung !
eine meisterliche Leistung !
Re: Kann aus diesem Material ein Bonsai werden ?
Hallo Jan,
vielen Dank für diesen ausführlichen und spannenden Bericht! Ich habe ihn sehr genossen.
Die Idee, den zweiten Stamm von links durch eine Drehung interessanter zu machen finde ich gut.
Da drängt sich mir die Frage auf, ob man dicken Stamm ganz links auch noch etwas in der Art machen könnte. Was mir an dem nämlich nicht ganz so gut gefällt ist der sehr gleichmäßige Shari-Streifen.
Ansonsten ist aber ein toller Bonsai entstanden, Du hast Ungeahntes aus dem eigentlich trostlosen Ausgangsmaterial herausgeholt.
Es ist wunderbar, wenn so etwas verwirklicht werden kann.
Liebe Grüße,
Heike
vielen Dank für diesen ausführlichen und spannenden Bericht! Ich habe ihn sehr genossen.
Die Idee, den zweiten Stamm von links durch eine Drehung interessanter zu machen finde ich gut.
Da drängt sich mir die Frage auf, ob man dicken Stamm ganz links auch noch etwas in der Art machen könnte. Was mir an dem nämlich nicht ganz so gut gefällt ist der sehr gleichmäßige Shari-Streifen.
Ansonsten ist aber ein toller Bonsai entstanden, Du hast Ungeahntes aus dem eigentlich trostlosen Ausgangsmaterial herausgeholt.
Es ist wunderbar, wenn so etwas verwirklicht werden kann.
Liebe Grüße,
Heike
Re: Kann aus diesem Material ein Bonsai werden ?
WIR haben es geschafft? WIR können es gar nicht abwarten, weitere solche tollen Beiträge geliefert zu kriegen!Jan Schwope hat geschrieben:....Ihr habt es bald geschafft![]()
Danke Jan, für die viele Mühe!
think pink
- Marco Manig
- Beiträge: 379
- Registriert: 19.09.2007, 14:33
- Wohnort: Doberlug-Kirchhain
- Kontaktdaten:
Re: Kann aus diesem Material ein Bonsai werden ?
Vielen Dank für deine Mühe, eine so ausführliche Dokumentation zu erstellen. Die Beschreibung deiner Gedanken und der danach ausgeführten Arbeiten ist schlüssig und sehr gut nachvollziehber. Ich bin tief beeindruckt und nicht wenig inspiriert für meine eigene Arbeit. Vielen Dank!
Gruß, Marco
"Eines ist sicher! Nichts ist sicher! Nicht einmal das ist sicher!" Ringelnatz (bin mir aber nicht sicher)
"Eines ist sicher! Nichts ist sicher! Nicht einmal das ist sicher!" Ringelnatz (bin mir aber nicht sicher)
Re: Kann aus diesem Material ein Bonsai werden ?
Ich kann mich allen anderen nur anschliessen : Toll gemacht und dokumentiert, Jan.

Viele Grüße,
Thierry
"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
Thierry
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