Anzucht: Eichen aus Feldkultur
Re: Anzucht: Eichen aus Feldkultur
Die beiden Eichen finde ich sehr interessant und in natürlicher Wuchsform gestaltet. Die Stämme beider Bäume haben eine schöne Konzität.
Der lange Gestaltungszeitraum ist beachtlich und für viele mag es ein zu langer Zeitraum sein. Die attraktive Borke ist ein Indikator für das fortgeschrittene Alter.
Die Pflege- und Gestaltungshinweise sind sehr hilfreich. Vielen Dank.
Der lange Gestaltungszeitraum ist beachtlich und für viele mag es ein zu langer Zeitraum sein. Die attraktive Borke ist ein Indikator für das fortgeschrittene Alter.
Die Pflege- und Gestaltungshinweise sind sehr hilfreich. Vielen Dank.
LG,
F.
F.
Re: Anzucht: Eichen aus Feldkultur
Freut mich, wenn euch der Thread gefällt.
Michael, wegen Nebari: ein gutes Nebari in Feldkultur zu entwicklen ist (fast) unmöglich. Siehe bonsai-art 9: Darin findest du einen ausführlichen Artikel zum Thema Feldkultur. Schau dir die dort gezeigten Quitten an. Die Wurzelansätze dieser Quitten sind drittklassig, und zwar von allen. Ganz wenige Sorten entwickeln in Feldkultur ein brauchbares Nebari. Die paar Sorten die es doch tun, bei denen könnte man durch Topfkultur ein Traumnebari erzielen. Feldkultur hat sicher aus betriebswirtschaftlicher Sicht ihre Berechtigung. Für private Sammler überwiegen aber die vielen Nachteile. Einige Fehler aus der Feldkultur können sich im laufe der Jahrzehnte gleichwachsen. Bei den Wurzelansätzen meiner Eichen wird das aber nicht mehr funktionieren.
lg
Thomas
Michael, wegen Nebari: ein gutes Nebari in Feldkultur zu entwicklen ist (fast) unmöglich. Siehe bonsai-art 9: Darin findest du einen ausführlichen Artikel zum Thema Feldkultur. Schau dir die dort gezeigten Quitten an. Die Wurzelansätze dieser Quitten sind drittklassig, und zwar von allen. Ganz wenige Sorten entwickeln in Feldkultur ein brauchbares Nebari. Die paar Sorten die es doch tun, bei denen könnte man durch Topfkultur ein Traumnebari erzielen. Feldkultur hat sicher aus betriebswirtschaftlicher Sicht ihre Berechtigung. Für private Sammler überwiegen aber die vielen Nachteile. Einige Fehler aus der Feldkultur können sich im laufe der Jahrzehnte gleichwachsen. Bei den Wurzelansätzen meiner Eichen wird das aber nicht mehr funktionieren.
lg
Thomas
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- Von den beiden Eichen aus diesem Betrag habe ich kein altes Foto, auf dem man die Wurzeln während der Feldkultur sieht. Ich kann hier aber ein Foto einer anderen Eiche zeigen. Zum Zeitpunkt des Fotos wurde der Baum seit 20 Jahren in Feldkultur gezogen. Wie man sieht sind kaum Faserwurzeln in Stammnähe, die man aber für die Nebarientwicklung dringend brauchen würde. Entfernt man alle zu dicken Wurzeln, dann bleiben wenig Fasewurzeln übrig, aus denen ein brauchbarer Ansatz entstehen könnte. Ich habe hier das Nebari nicht aufgebaut, sondern nur vernichtet. Um bei Eichen ein gutes Nebari zu erzielen, muss der Baum vom Beginn an im Topf kultiviert werden.
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Johannes2589
- Beiträge: 37
- Registriert: 17.02.2011, 15:54
Re: Anzucht: Eichen aus Feldkultur
Hefig, würde mir gar nicht trauen die wurzeln einer Eiche so radikal zu schneiden, hat die Eiche in diesen Fall denn problemlos wieder ausgetrieben??
Grüße!
Grüße!
Re: Anzucht: Eichen aus Feldkultur
Johannes, Bäume aus Feldkultur sind normalerweise sehr kräftig. Ich habe Züchter erlebt, die beim Umtopfen aus Ahornen regelrecht Stecklinge gemacht haben. Das Foto ist 8 Jahre alt, die Eiche gibt´s noch.
lg Thomas
lg Thomas
Re: Anzucht: Eichen aus Feldkultur
Toll
....will mehr sehen
Gruß Achim
Gruß Achim
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Johannes2589
- Beiträge: 37
- Registriert: 17.02.2011, 15:54
Re: Anzucht: Eichen aus Feldkultur
OK, danke!
Re: Anzucht: Eichen aus Feldkultur
Das ist aus der Eiche von oben geworden. Die Form mit Kopf nach unten ist jetzt zwar nicht die typische Form für eine Eiche, ich denke aber, dass das etwas werden kann. Wohin ich mit der Krone gehen werde bin ich noch nicht ganz sicher, vermutlich wird die Spitze irgendwo 10-15cm über der jetzigen Baumhöhe enden.
lg
Thomas
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lg
Thomas
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- Eiche Kopf runter.jpg (195.3 KiB) 3537 mal betrachtet
Re: Anzucht: Eichen aus Feldkultur
Hallo Thomas,
wie schauen die anderen 2 Eichen aus?
Mit der zuletzt gezeigten Eiche kann ich mich schwer anfreunden. Passt nicht zu meinem inneren Eichenbild. Irgendwie kann ich aber auch nicht weggucken, fesselt mich. Ein Bild ohne Blätter würde mich auch da sehr interessieren.
wie schauen die anderen 2 Eichen aus?
Mit der zuletzt gezeigten Eiche kann ich mich schwer anfreunden. Passt nicht zu meinem inneren Eichenbild. Irgendwie kann ich aber auch nicht weggucken, fesselt mich. Ein Bild ohne Blätter würde mich auch da sehr interessieren.
Gruß
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
László
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Alfred Krupp
Re: Anzucht: Eichen aus Feldkultur
Nach 2 Jahren Kronenaufbau kann man schon erkennen, wohin die Reise mit dieser Eiche gehen soll. Ich bin bei der Endhöhe noch unsicher und überlege gute 10cm höher zu werden und mit der Spitze nach rechts zurückzugehen, weil mir der Baum sonst zu zweidimensional und zu klein vorkommt. Problem dabei wird sein, dass ich dann kreuze und den Stammverlauf verdecke.
Da der Baum noch kaum Feinverzweigung hat, sind die Blätter noch sehr groß. Das sollte sich aber innerhalb von 2-3 Jahren verbessern, da die Eichen auch ohne Blattschnitt drei Austriebe pro Jahr machen.
lg
Thomas
Da der Baum noch kaum Feinverzweigung hat, sind die Blätter noch sehr groß. Das sollte sich aber innerhalb von 2-3 Jahren verbessern, da die Eichen auch ohne Blattschnitt drei Austriebe pro Jahr machen.
lg
Thomas
Re: Anzucht: Eichen aus Feldkultur
In den letzten drei Jahren hatte ich bei allen meinen Eichen gesundheitliche Probleme. Die Blätter waren jedes Jahr von Parasiten befallen: Eichennetzwanzen sind bei uns in der Gegend aktiv und dieses Jahr hatten alle Bäume 3mm große Kokons auf der Blattunterseite. Alle Bäume befallen und schwach wüchsig.
Im kommenden Frühjahr will ich mit den Bäumen in die Schale wechseln, was hätte längst passieren müssen. Ich hatte in den letzten Jahren meinen Fokus ganz auf Buchen und Zwetschgen, meine Eichen völlig vernachlässigt.
Der Baum lehnt etwas zu stark zur Seite. Korrektur lässt das Nebari nicht mehr zu. Ich habe den Baum vor 25 Jahren von meinem Mentor gekauft. Skizze hätte ich bereits damals machen müssen, nur war ich zu der Zeit noch blinder Anfänger. Jeder Bonsai ist gleich, egal ob Wacholder oder Eiche. Der Stamm hat deswegen für eine Eiche viel zu viel Bewegung. Meinen ersten Schnitt habe ich 5cm unterhalb der Stelle gemacht, an der jetzt der 1. Ast entspringt.
Mit der Krone möchte ich bei diesem Baum breit werden. Die Skizze habe ich anhand einer Eiche gemacht, die bei uns in der Gegend steht. lg Thomas
Im kommenden Frühjahr will ich mit den Bäumen in die Schale wechseln, was hätte längst passieren müssen. Ich hatte in den letzten Jahren meinen Fokus ganz auf Buchen und Zwetschgen, meine Eichen völlig vernachlässigt.
Der Baum lehnt etwas zu stark zur Seite. Korrektur lässt das Nebari nicht mehr zu. Ich habe den Baum vor 25 Jahren von meinem Mentor gekauft. Skizze hätte ich bereits damals machen müssen, nur war ich zu der Zeit noch blinder Anfänger. Jeder Bonsai ist gleich, egal ob Wacholder oder Eiche. Der Stamm hat deswegen für eine Eiche viel zu viel Bewegung. Meinen ersten Schnitt habe ich 5cm unterhalb der Stelle gemacht, an der jetzt der 1. Ast entspringt.
Mit der Krone möchte ich bei diesem Baum breit werden. Die Skizze habe ich anhand einer Eiche gemacht, die bei uns in der Gegend steht. lg Thomas
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- Skizze Eiche1.jpg (252.49 KiB) 2294 mal betrachtet
Re: Anzucht: Eichen aus Feldkultur
Hallo Thomas,
der Gestaltungsansatz gefällt mir viel besser als der frühere.
Der untere rechte Ast in der Skizze ist allerdings voll im rechten Winkel abgeknickt, da würde ich noch nachbessern.
Liebe Grüße,
Barbara
der Gestaltungsansatz gefällt mir viel besser als der frühere.
Der untere rechte Ast in der Skizze ist allerdings voll im rechten Winkel abgeknickt, da würde ich noch nachbessern.
Liebe Grüße,
Barbara
"Sorge Dich um den Beifall der Leute, und Du wirst ihr Gefangener sein." LAOTSE
Re: Anzucht: Eichen aus Feldkultur
schöne eichen. sieht man nicht so oft.
der neue Gestaltungs- Ansatz , ja besser: , finde die Stammbewegung da gar nicht so verkehrt für : kommen mir die Amerikanischen Eichen bei Naka s BT in den Sinn , die Kiefernform, also frei-Aufrecht-Besen (müsste jetzt das Buch holen---)
der neue Gestaltungs- Ansatz , ja besser: , finde die Stammbewegung da gar nicht so verkehrt für : kommen mir die Amerikanischen Eichen bei Naka s BT in den Sinn , die Kiefernform, also frei-Aufrecht-Besen (müsste jetzt das Buch holen---)
Re: Anzucht: Eichen aus Feldkultur
Alle diese Eichen stammen aus einer Serie von 200 Bäumen, die Mitte der 80er im Feld begonnen wurden. Abgesehen von meinen Eichen, kenne ich nur noch zwei weiteren Bäume aus dieser Serie. Peter hat Mitte der 90er eine weitere Serie mit 100 Eichen gemacht. Ich frage mich seit Jahren, was mit all diesen Eichen passiert ist?
Es ist kein neuer Gestaltungsansatz, es sind ja mehrere Eichen, die ich hier zeige. Die Form mit der Spitze nach unten ist ja eine völlig abstrakte Form, die es so in der Natur auch nicht gibt. Bei meinen anderen Eichen versuche ich schon, mich an alten Eichen aus der Natur zu orientieren. z.B. die Skizze habe ich anhand eines Fotos einer Eiche gemacht.
Ich habe noch jüngere Eichen in meiner Sammlung, hier versuche ich den Stamm gerade zu formen. Eichen gelten als starke, majestätische, kraftvolle, langlebige Bäume. Ich finde, dass dazu kein Stamm mit zu viel Bewegung passt.
Ich habe mit Eichen als Sorte für Bonsai gute Erfahrungen gemacht.
technisches Vorgehen: Ich schneide immer auf 3 Knospen (2. Knospe schaut ausnahmslos immer in die falsche Richtung). Meine Bäume machen 3 Austriebe pro Jahr, d.h. man kommt mit dem Astaufbau ganz gut voran. Sobald der Baum etwas Verzweigung hat, werden die Blätter kleiner. Blattschnitt funktioniert, richtig viel Erfahrung habe ich damit aber bei Eichen noch nicht. Hat jemand von euch damit Erfahrung bei Q. robur?
lg Thomas
Re: Anzucht: Eichen aus Feldkultur
Wenn das mit den Eichen so positiv ist und deine Eichen 3 Austriebe pro Jahr machen, verstehe ich das Resultat nach 25 Jahren nicht.
Den abknickenden ersten Ast rechts in der Skizze finde ich übrigens ausgesprochen interessant, gibt dem Baum das gewisse Etwas.
Den abknickenden ersten Ast rechts in der Skizze finde ich übrigens ausgesprochen interessant, gibt dem Baum das gewisse Etwas.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
Re: Anzucht: Eichen aus Feldkultur
Hallo,
der Astaufbau ist trotz des Alters der Bäume wenig fortgeschritten, weil ich alle Äste entfernt und am nackten Stamm gearbeitet habe.
Quercus robur macht sowieso 3 Austriebe pro Jahr, selbst wenn man überhaupt nicht schneidet. Ich habe es bis jetzt durch Rückschnitt / Blattschnitt aber auch nicht geschafft, einen 4. Austrieb zu erreichen.
wegen 1. Ast (rechts): der erste Ast entspringt relativ hoch. Deswegen die Idee, den Ast abzuknicken und nach unten zu ziehen. Eigentlich hätte ich den ersten Ast gerne ein paar Zentimeter tiefer gehabt, leider hat an der gewünschten Stelle nie eine Knospe ausgetrieben.
der Astaufbau ist trotz des Alters der Bäume wenig fortgeschritten, weil ich alle Äste entfernt und am nackten Stamm gearbeitet habe.
Quercus robur macht sowieso 3 Austriebe pro Jahr, selbst wenn man überhaupt nicht schneidet. Ich habe es bis jetzt durch Rückschnitt / Blattschnitt aber auch nicht geschafft, einen 4. Austrieb zu erreichen.
wegen 1. Ast (rechts): der erste Ast entspringt relativ hoch. Deswegen die Idee, den Ast abzuknicken und nach unten zu ziehen. Eigentlich hätte ich den ersten Ast gerne ein paar Zentimeter tiefer gehabt, leider hat an der gewünschten Stelle nie eine Knospe ausgetrieben.
