So etwas würde ja noch nicht einmal ich im November machen.migo hat geschrieben: Letztes Jahr im November hatte ich die Faxen dicke und habe unterhalb der schlimmsten Stellen radikal gekappt. Hatte geglaubt, der Baum treibt dann aus dem alten Holz, aber Pustekuchen!
Birke treibt nicht aus
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chris-git@rre
Re: Birke treibt nicht aus
Hallo Michael,

Re: Birke treibt nicht aus
Chris,
es gibt viele Baumarten, da wird das Schneiden dicker Äste im Winter sogar ausdrücklich empfohlen - bei der Birke von November bis Januar.
es gibt viele Baumarten, da wird das Schneiden dicker Äste im Winter sogar ausdrücklich empfohlen - bei der Birke von November bis Januar.
Tschüüss, Michael
Schützt unsere Wälder, eßt mehr Biber!
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chris-git@rre
Re: Birke treibt nicht aus
Hallo Michael,
ja aber bei einem so radikalen Schnitt, wo keine Triebe mehr am Baum sind wäre mir die Zeit vom November bis zum Frühling zu lange.
Vielleicht wäre es besser gewesen den Baum nach der Winterruhe erst einmal wachsen zu lassen (Kraft tanken).
Und dann nach ca. 6 Wochen zu kappen.
ja aber bei einem so radikalen Schnitt, wo keine Triebe mehr am Baum sind wäre mir die Zeit vom November bis zum Frühling zu lange.
Vielleicht wäre es besser gewesen den Baum nach der Winterruhe erst einmal wachsen zu lassen (Kraft tanken).
Und dann nach ca. 6 Wochen zu kappen.
Re: Birke treibt nicht aus
Naja, müßig darüber noch zu diskutieren. Inzwischen ist klar, der Fehler ist nicht mehr zu korrigieren. 
Tschüüss, Michael
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- Andreas M.
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- Registriert: 08.01.2015, 23:16
Re: Birke treibt nicht aus
Pfleg die kleine mal weiter. Solang noch Leben im stamm ist kann ja IMMER was passieren. Zumindest wenn ich mir die ganzen Sturmschäden ansehe auf den Strassen, wo selbst richtig Dicke Bäume auf NULL gesägt wurden, und nach jahren dann diese wunderbaren "sträucher" mit tausenden neuen Trieben entstehen.
"abwarten und tee trinken" ist da wohl eine ganz gute Redewendung.
"abwarten und tee trinken" ist da wohl eine ganz gute Redewendung.
Re: Birke treibt nicht aus
Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Mein Kleingarten wurde letztes Jahr von einem Orkan getroffen, wodurch die alte birke auf meine Beete und Gartenhäuschen gefallen ist. Wollte mich danach erst einmal mit den Sturmschäden auseinandersetzen und mich darüber informieren, wie man sich dagegen absichern kann. Ich war nicht der einzige betroffene, wodurch die Gartenverwaltung alle Bäume radikal kürzen, schneiden oder sogar fällen ließ. Darunter auch eine Moorbirke direkt in meinem Garten. Was ich allerdings nicht dachte, die gekürzte Birke treibt mittlerweile wieder und es entstand ein wunderbarere Strauch, genau wie du es beschreibst:)Pfleg die kleine mal weiter. Solang noch Leben im stamm ist kann ja IMMER was passieren. Zumindest wenn ich mir die ganzen Sturmschäden ansehe auf den Strassen, wo selbst richtig Dicke Bäume auf NULL gesägt wurden, und nach jahren dann diese wunderbaren "sträucher" mit tausenden neuen Trieben entstehen.
"abwarten und tee trinken" ist da wohl eine ganz gute Redewendung.
Das kann ich nur bestätigen. Ich suche dafür allerdings noch nach einer Erklärung. Ich habe ein Bäumelexikon, finde aber keine wirkliche Erklärung dafür. Die meisten Bücher oder Artikel verweisen lediglich auf die heilende Wirkung von Birkensaft/öl. Aber es steht nicht viel über die enorme regenerative Kraft des Baumes in der Literatur.Moin,
noch ein paar eigene Erfahrungen dazu:
- ich habe auch eine ganz interessante Birke auf diese Art verloren; ich vermute, ältere Stämme haben manchmal einfach keine "schlafenden Augen" mehr vorrätig und können dann nicht mehr treiben.
- Moorbirken treiben ev. leichter als Hängebirken bzw. haben mehr solcher Augen. Diese kleine, weiße Moorbirke, die ich dieses Frühjahr(!) sehr radikal gekürzt hatte (weil sich beim Kürzen auf die letzte erkennbare Knospe einfach immer noch keine sinnvolle Form ergeben hätte) hat anstandslos und üppig getrieben (da war ich mir aber auch gar nicht sicher, ob das was wird).
Gruß,
Stefan
Re: Birke treibt nicht aus
Um das mal hier abzuschließen: Die Birke ist hin ...und weg 
Tschüüss, Michael
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Re: Birke treibt nicht aus
Es gibt auch viel Quatsch, der geschrieben steht (immer noch). Ein Quatsch davon ist, dass Bäume im Winter geschnitten werden müssen. Aber naja, es steht ja auch geschrieben, die Erde sei in 7 Tagen erschaffen worden.migo hat geschrieben:Chris,
es gibt viele Baumarten, da wird das Schneiden dicker Äste im Winter sogar ausdrücklich empfohlen - bei der Birke von November bis Januar.
Diese von Dir wahrgenommene Empfehlung stammt aus einer Zeit, in der man glaubte, Bäume könnten verbluten. Das können sie nicht, oder nur dann, wenn kein Wasser mehr nachkommt. Alles andere ist reiner Blödsinn. Der Wassertransport erfolgt über ein Kapillarsystem und ist abhängig von der Verdunstung an den Blattflächen (Saugspannung). Wie das im Holz aussieht, kann ich dir anhand meiner Bohrkernproben zeigen:
Es ist ein 5 mm starker Bohrkern, hier nur ein Ausschnitt, da das komplette Bild um einiges zu groß gewesen wäre (so 27 MB oder so). Borke und Kambium konnte ich leider nicht sichern deshalb zum Vergleich ein Ausschnitt eines Buchenquerschnitts, der vielleicht einem Bonsai gar nicht so unähnlich im Holz sein könnte:
Also, Spezies: Fagus sylvatica L.,
Abgerutscht an der Steilküste im Südosten Rügens,
Brusthöhendurchmesser (BHD): 6,7 cm
Baumhöhe: ca. 5 m
Alter des Baumes: ca. 33 Jahre (33 gemessene Jahrringe)
Scanqualität: 1200dpi Der Riss entstand beim Sägen (liegender Baum, in 0,2 m Höhe gesägt => Baum also unter Spannung)
Buche und Birke sind Zerstreutporer, d.h. sie bilden nicht nur im Frühholz großlumige Zellen, sondern das ganze Jahr. Das sind die weißen Flecken auf den Scans (Bohrstaub). Bei einer Eiche (Ringporer) sieht das so aus: Ebenfalls Rügen Steilküste, stehender Quercus robur
leider keine weiteren Metadaten, da Probebohrung, aber geschätzt BHD ~ 60 cm, Höhe zwischen 15 - 25 m
Gemessene Jahrringe: 248
hier sind die Poren besser zu erkennen, da Eichenproben geschnitten und nicht geschliffen werden.
Was will ich dir aber zeigen?
1. Die grüne Kambiumschicht ist nur wenige Zellen stark und nur sie bringt neues Wachstum hervor.
2. Ein Baum kann nicht verbluten, weil er a) kein Blut hat und b) es sich nicht um ein geschlossenes System handelt. Ein Baum kann vertrocknen, aber nicht daran, dass Pfanzensaft an einer Stelle austritt, sondern dass von unten kein Wasser mehr nachkommt oder von oben keine (oder nicht geügend) Saugspannung aufgebaut wird.
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Fehler Nr. 1:
Auch wenn das Kambium nur wenige Zellen stark ist, auch das innen liegende Holz ist keinesfalls tot! Das ist einer der größten Irrtümer über Bäume. Wären alle Zellen im inneren des Baumes tot, wären radiale Markstrahlen (auf den Fotos die hellen Streifen zur Stammmitte hin) überflüssig. Sie dienen aber eben der Versorgung der Holzzellen.
Fehler Nr.2:
Bäume sollten in der Ruhephase geschnitten werden. Bäume (und gerade frisch geerntete Rohlinge) sollten in keinem Falle im Herbst geschnitten werden. Michaels Eingriff ist irgendwo anzusiedeln bei "Operation am offenen Herzen in nichtsteriler Umgebung". Dazu müsste ich Shigos CODIT-Prinzip (ausnahmsweise Wikipedia) wieder ausgraben. Demnach wird eine Schnittfläche in axialer Richtung am schlechtesten kompartimentiert. Für eine Kompartimentierung ist Energie notwendig (es handelt sich ja schließlich um einen aktiven Prozess), das funktioniert im winter entweder nicht oder bei ausreichender Temperatur auf Kosten der Reserven. Das kann bei einem gut versorgten Baum kein Problem sein, aber auch nur dann, wenn man keine Totaloperation startet. Da hilft auch kein Ausfräsen mehr. Es hilft nicht, wenn man versucht eine misslungene Operation mit einer Stricknadel zuzunähen (entschuldigt die warmen Worte, aber ich versuche, einen halbwegs adäquaten Vergleich zu ziehen, was kaum möglich ist). Schräg und V-Schnitt verschlimmern die Sache nur und führen dazu, dass die hochstehenden Spitzen wohl eher austrocknen.
Fehler Nr. 3:
Wenn man einen Baum schneidet, wird er schon wieder nachwachsen und hoffentlich da, wo ich will. Der Spruch "Schneid ab, wächst doch wieder nach!" hat mich 15 Jahre als Gärtner verfolgt und ich kann mir bis heute nicht erklären, wieso immer noch geglaubt wird, dass hochkomplexe Lebewesen, die aber nicht "Aua" sagen können, kein Ansprüche haben. Und hier komme ich wieder mit ethischer Demarkation (Entschuldigung, das klingt immer so fremd und übertrieben, aber: ist es nicht an der Zeit endlich zu begreifen, dass auch Pflanzen Lebewesen wie "du und ich" sind? Verrückt? Nein. Es handelt sich lediglich um einen anderen Lebensstil. Ja, Pflanzen haben einen anderen Lebensstil, dieser Fakt hindert sie aber nicht daran, auch ein Lebewesen zu sein. Man muss das nicht bis in alle ethischen und moralischen Abgründe vertiefen und das will ich auch nicht. Das schreckt eher ab. A ber gibt es einen handfesten Grund nicht einzusehen, dass auch Pflanzen (und vor allem Bäume) Bedürfnisse haben, die einen Rahmen für ihre Überlebensfähigkeit. Ein Rahmen bildet alleine die Thermodynamik: 1. Von nix kommt nix. und 2. Du kannst aus Sch**iße kein Gold machen.
Nun noch zu der Rückknospung: Die funktioniert eben auch nicht wahllos, wie man vielleicht vermuten möchte. das funktioniert hormonell. Vereinfacht: die Anlagen für die Knospen senden ein Signal (Hormon) aus, dass die Anlage einer neuen Knospe unterdrückt, solange bis die Konzentration so niedrig ist, dass eine neue Anlage "angelegt" wird (sehr vereinfacht).
Ratschläge:
1. Schmeiß endlich den Pflegekalender weg, der is Mumpitz.
2. Wenn so eine radikale Methode nötig ist, dann versuch es tatsächlich entweder mit Abmoosen oder mit einem "geordneten Rückschnitt" (den Begriff habe ich gerade erfunden)
Ein geordneter Rückschnitt wird zwar auch radikale Einkürzungen machen, aber er wird niemals die komplette Assimilationsmasse (also Blätter) entfernen. Menschen und Tiere können zu ihrem Fressen gehen, Bäume müssen ihr Fressen selbst produzieren! Bilden sich dann geeignete Austriebe, dann können nach und nach überflüssige Triebe entfernt werden, bis man schließlich die Kappung vornehmen kann, die nötig für die Gestaltung ist, wenn genügend neue Triebe vorhanden sind.
Sowohl beim geordneten Rückschnitt als auch beim Abmoosen wird der Baum nicht seiner Fähigkeit beraubt, zu assmilieren (der Fachbegriff für Fressen produzieren)
Verdammt, jetzt habe ich Dir doch den "Kopf gewaschen"... Entschuldige.
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Re: Birke treibt nicht aus
Danke Holger,
das sollte sich eigentlich jeder ausdrucken und vor dem Grundschnitt immer wieder durchlesen.
lg
Herbert
das sollte sich eigentlich jeder ausdrucken und vor dem Grundschnitt immer wieder durchlesen.
lg
Herbert
Das BFF ist mein persönliches Bonsaitagebuch. Vielen Dank dass ihr das seit vielen Jahren ermöglicht.
Info: www.bonsaisalzburg.net
Info: www.bonsaisalzburg.net
Re: Birke treibt nicht aus
@Holger:holgerb hat geschrieben: ...Ein geordneter Rückschnitt wird zwar auch radikale Einkürzungen machen, aber er wird niemals die komplette Assimilationsmasse (also Blätter) entfernen.
Genau das habe ich aus meinem Fehler gelernt.
...Kopf waschen? ...kein Thema - mit mir kann man jederzeit Klartext sprechen.
Tschüüss, Michael
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