künstliche "Yamadori"

Alles andere was zu Bonsai passt.
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Hippo
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Re: künstliche "Yamadori"

Beitrag von Hippo »

Salü Roman,

Du hast den Grundgedanken deiner Frage nicht zu Ende gedacht.
Als alter Erklärbär versuche ich dir meine Sicht deiner Intension auszumalen.

Wie viele Prozente der Bäume wachsen, unter den von dir beschriebenen Umständen, auf resp. werden durch die Unbillen der Natur klein gehalten?
Wie viele Prozente der gekeimten und angewachsenen Bäumchen überleben diese Torturen über 30 Jahre?
Wieviele Prozente dieser wild wachsenden Bäume eignen sich zur Gestaltung eines gescheiten Bonsai und überleben auch noch das Ausgraben nachhaltig?

Ich denke die Anzahl ist am Ende weder im Prozentbereich noch im Promillebereich zu finden sondern eher im einstelligen Bereich bei der Masseinheit PPM.

Ergo solltest Du deine Frage anders formulieren: Wie viele Hektaren Land benötige ich um ein paar Millionen Sämlinge zu pflanzen, wo ich Jahrzehnte lang, monatlich abwechselnd eine Herde Schafe, eine Herde Rinder und eine Herde Ziegen darüberschicke, im Winter den Schnee herankarre und auf die Bäumchen schaufle, viele Tausend Steine und Äste in die Pflanzung schmeisse und Wandervereine einlade um regelmässig alles niederzutrampeln und zu guter Letzt noch vor jeder Adventszeit Frauenvereine einlade um für ihren Kranz-Kurs Material zu schneiden?

Ich denke nach 30 Jahren hättest Du in dieser Pflanzung bestimmt 2-3 Exemplare, die mit deinen zufällig-künstlichen Massnahmen sich für eine vernünftige Bonsaigestaltung eignen würden. :lol: :lol: :lol:

Gruss George
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cubus
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Re: künstliche "Yamadori"

Beitrag von cubus »

Hippo hat geschrieben: 03.05.2021, 11:26
Ich denke die Anzahl ist am Ende weder im Prozentbereich noch im Promillebereich zu finden sondern eher im einstelligen Bereich bei der Masseinheit PPM.
Verstehe was du sagen willst, aber du lässt den Faktor Mensch (also mich) dabei natürlich völlig ausser Acht.
Die Yamadori dieser Welt sind der Natur ausgeliefert. Meine Bäume werden ja aber gezielt und mit Plan "gequält", d.h. sollten die Eingriffe den Baum offentsichtlich zu stark geschwächt haben, wärs natürlich doof nach Plan weiter drauf zu hauen. Da muss eben entsprechend reagiert und gewartet werden. Ne 0% Ausfallquote garantiert das natürlich auch nicht, klar.

Ich wohn direkt am Wald, dort gibt es eine Hütte und einen Spielplatz. Die Kids bauen da wie wild Unterschlüpfe etc. Ich könnte natürlich hingehen und dort einpflanzen, nach 30 Jahren wieder kommen und schauen, ob es was geworden ist, aber dann fehlt halt das gezielte arbeiten an dem Vorhaben. Quasi kein geplanter Zufall, sondern eben nur noch Zufall
cubus
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Re: künstliche "Yamadori"

Beitrag von cubus »

Hippo hat geschrieben: 03.05.2021, 11:26
im Winter den Schnee herankarre und auf die Bäumchen schaufle
Das ist aber ein perfektes Beispiel. An Schnee hab ich nämlich auch schon gedacht.
Liegt ja auf der Hand. Ich wohn in Südhessen. Wir haben keinen Schnee.

Wie simulieren wir nun also im Winter schwere Schneemassen? Kleine Gewichte an die Blätter binden? Ne Yogamatte draufschmeissen? Schneekanone kaufen? Obwohl das natürlich dann kein simulieren mehr wäre 😅
Hippo
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Re: künstliche "Yamadori"

Beitrag von Hippo »

Salü Roman,

Genau, Du erklärst das Dilemma selbst!

Jetzt habe ich nur noch einen Knopf in der Leitung:

Was ist der Unterschied zwischen einem Zufall und einem geplanten Zufall ???

Wenn wir diese Konfusion gelöst haben sind wir genau beim Schnitzwerkzeug für den Blitzeinschlag, der Schere die den Wildverbiss nachvollzieht, beim Draht der den Schnee ersetzt und der mageren Erde die Trockenzeiten simulieren kann.

Gruss George
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cubus
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Re: künstliche "Yamadori"

Beitrag von cubus »

Versuch du das zu lösen, ich mach mir währenddessen Gedanken wie ich nen Blitzeinschlag simulieren könnte. 😄 Danke für die Idee, genau der Input den ich erhofft hatte. Schnitzwerkzeug wird jedoch nicht an einen echten Blitz rankommen, aber vielleicht find ich was um kontrolliert ne Elektroverbrennung zu verursachen.. wird sicher einer der schwerenen Aufgaben der Umsetzung 🤔
Hippo
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Re: künstliche "Yamadori"

Beitrag von Hippo »

Sei vorsichtig mit Elektroverbrennung! *lach*
Bei lebendigem Material sucht sich der Strom den Weg über feuchte Pflanzenteile.
Aber mit einem Dremel und feinem Lötbrenner lässt sich da Einiges Gestalten.
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cubus
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Re: künstliche "Yamadori"

Beitrag von cubus »

Ich versteh natürlich was du eigentlich andeuten willst, aber ich kann mich nur wiederholen. Ich möchte die normalen Maßnahmen ersetzen durch geziehlt schädigerende. Maßnahmen die "hässliche", realistische Spuren hinterlassen, aber keinen eingewachsenen Draht 😉
sauwoidman
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Re: künstliche "Yamadori"

Beitrag von sauwoidman »

Hallo!

Ich verstehe auch nicht, was du genau willst?? :-? Das, was du da beschreibst, ist doch genau das, was man mit diversen Gestaltungstechniken erreichen will, sprich Rückschnitt, Drahten, Abspannen, Totholzbearbeitung, ..... und bevor ich eine (oder mehrere) Jungpflanzen irgendwo hinpflanze, sie 30 Jahre großteils sich selbst überlasse und am Ende vielleicht oder vielleicht auch nicht irgendwas dabei raus kommt, gestalte ich doch lieber selber aktiv die Jungpflanze (da sind im Laufe der Entwicklung schon noch genug geplante und ungeplante Zufälle dabei, mach dir da keine Sorgen :lol: )
Die meisten Yamadori werden ja nicht deswegen ausgegraben, weil deren Form unmöglich in einem Garten/ einer Schale nachzugestalten wäre, sondern weil man sich einfach ein ganzes Menschenleben lang an Vorarbeit ersparen möchte.
Und man muss einem Baum nicht die exakt selben Qualen zukommen lassen, wie sie in der freien Wildbahn auf ihn einwirken würden, es soll am Ende nur so aussehen als ob. Darum braucht auch nicht jeder Bonsaimensch eine Herde Schafe durch seinen Garten treiben, sondern hat Scheren und Zangen :wink:

MfG Reinhold! :-D
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cruisermaddin
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Re: künstliche "Yamadori"

Beitrag von cruisermaddin »

Meine Bäume werden ja aber gezielt und mit Plan "gequält", d.h. sollten die Eingriffe den Baum offentsichtlich zu stark geschwächt haben, wärs natürlich doof nach Plan weiter drauf zu hauen. Da muss eben entsprechend reagiert und gewartet werden.
Das ist doch genau das, was ein jeder Bonsaianer - sollte er und seine Bäume die gemeinsame ´Anfangszeit´ überstehen - jeden Tag macht....... egal ob bei Schalenkultivierung oder Freilandkultivierung...... Du willst das halt im Freiland machen und für künstliche Blitze sorgen........ einfach mal ausprobieren, würde ich sagen.
´Ohne Heu kann das beste Pferd nicht furzen´ Carlo Pedersoli
cubus
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Re: künstliche "Yamadori"

Beitrag von cubus »

Hmm Lötbrenner 🤔 siehste ich wär jetzt ohne dich nicht auf nen Waldbrand gekommen. Passt zwar nicht so zu unseren heimischen Bäumen, aber an nem australischen Baum könnt ich mir des gut vorstellen
Hippo
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Re: künstliche "Yamadori"

Beitrag von Hippo »

Als Sportschütze und Jäger kenne ich einige Schiessplätze.
Du könntest deine Exponate, die Du krass schädigen willst, hinter dem "laufenden Keiler" einbuddeln und innert Jahresfrist hättest Du damit die geplanten zufälligen Optimierungen ausgeführt. :wink:
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Re: künstliche "Yamadori"

Beitrag von Jin »

Ein Yamadori künstlich zu erzeugen ist für mich das selbe wie ein Industrie Rubin, chemisch und optisch zwar ein Rubin und trotzdem viel weniger Wert ! Genau so wäre das mit deinen künstlichen Yamadori.
Du versuchst die Natur zu imitieren, es wird also immer ein Imitat sein.

Ob es dir die ganze Arbeit wert ist musst du selber wissen, ich sehe darin allerdings keinen Sinn.

LG. Jin
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tief unter der Last des Schnees,
ist letzte Nacht
ein Pflaumenzweig erblüht.
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Re: künstliche "Yamadori"

Beitrag von Hippo »

cubus hat geschrieben: 03.05.2021, 12:19 Hmm Lötbrenner 🤔 siehste ich wär jetzt ohne dich nicht auf nen Waldbrand gekommen.
Neneeee, keinen Normalen Lötbrenner sondern einen ganz feinen.
Die gibt es in ganz fein wie einen Kugelschreiber mit einer extrem feinen Flamme wo man z.B. in Ritzen reinkommt und sonst Aussenrum nichts verbrennt.
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cubus
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Re: künstliche "Yamadori"

Beitrag von cubus »

Ich habs ja oben schon ausführlich erklärt, ich finde eben nicht dass es die selben Ergebnisse erziehlt. Zumindest einer hat bisher verstanden, um was es mir geht. Hoffe er antwortet irgendwann noch, an seinen Bäumen sieht man nämlich genau den Unterschied zwischen Charakter und makellosem Aussehen. Die sehen super aus, einfach nicht so glattpoliert. Empfinde ich mittlerweile einfach als interessanter..

die makellosen, streng aufrechten Bilderbuchbäume hab ich auch. Versteht mich nicht falsch, ich find alle Gestaltungen super und die können auch beeindruckend sein.
Ich will hier keine Formen etc mies reden, ich will einfach mittlerweile für mich in ne andere Richtung und suche Wege dahin
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Schafrich
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Re: künstliche "Yamadori"

Beitrag von Schafrich »

Das ist doch kein entweder oder. Mit klassischen Gestaltungsmethoden lassen sich doch solche Bäume genau so gestalten. Und Pflanzen im Freiland entwickeln hat auch nichts mit Yamadori zu tun.



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