Moos entfernen?

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
Hippo
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Re: Moos entfernen?

Beitrag von Hippo »

Danke Sven!

Ich habe deshalb nachgefragt weil meiner Erfahrung nach die meisten heimischen Moose, die z.B. eine Borke besiedeln, einen leicht sauren Untergrund mögen.
Deshalb werden diese Moose im Gartenbau/Gartenpflege, die sich auch auf Steinplatten und im Rasen wohl fühlen, bei biologisch nachhaltiger Gesinnung, mit basischen Steinmehlen, Algenmehlen und Ähnlichem bekämpft.
Bei kleineren Flächen hat sich auch Backpulver bewährt.
Ein kurzfristiger Effekt mit einer Verätzung mit Essig geht offenbar auch. Längerfristig schafft man mit der Säure jedoch gute Bedingungen für spätere Wiederansiedelung. Was solls? Ein bisschen Sisyphusarbeit mögen viele Bonsaianer. :-D :-D :-D

Gruss George
Grumpy old fat Kiboko.
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Andreas Ludwig
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Re: Moos entfernen?

Beitrag von Andreas Ludwig »

Moos - manchmal will man es, dann kommt es nicht, dann will man es nicht, aber es geht nicht weg. Manche Bonsaianer mögen Sisyphus-Arbeit, eigentlich umsonst, reine «Putzwut», denn meist hat Moos keine wirklich schädliche Wirkung, man schreibt sie ihm nur zu (etwa die Borken von Holunder etc. zerfallen mit der Zeit auch ohne Moos, keine Sorge).

Item. Moose sind anspruchslos, aber auch sehr empfindlich. Weshalb ich ganz einfach «zu hoch dünge». Ich verwende mineralischen Dünger. Wird mir das Moos zuviel, erhöhe ich bei zwei Giessungen (derzeit Null, im Sommer jeden Tag) auf doppelte Dosis, dann «verbrennt» das Moos. Mehr als eine Kleiderbürste braucht man dann nicht mehr. Essig ist kurzfristig durchaus auch tauglich, aber die meisten Holzpflanzen reagieren nicht gut auf Übersäuerung des Substrats. Wer noch weiss, was «Rauchen» ist, kann auch Zigarettenasche verwenden, die ist ebenfalls sehr effektiv – Moose mögen keine Salze. Für den Baum ist es Kalidünger.
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Jowaju
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Re: Moos entfernen?

Beitrag von Jowaju »

Andreas Ludwig hat geschrieben: 24.12.2022, 01:03 ... meist hat Moos keine wirklich schädliche Wirkung, ...
Irgendwo im Forum hab ich mal einen Beitrag (ich glaube sogar mit Foto) gesehen, wo eben der Stamm bzw. die Rinde im unteren Bereich angegriffen wurden, wo sich zuvor Moos befand. Ich kann mir also schon vorstellen, dass es an unerwünschten Stellen eine schädliche Wirkung auf den Baum hat. Ist das bei Flechten nicht auch so? Ein paar dort und da sind OK, aber zu viel ist dann eher auch wieder suboptimal, oder?
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Andreas Ludwig
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Re: Moos entfernen?

Beitrag von Andreas Ludwig »

Such nicht nach einer allgemeinen Regel bei sehr unterschiedlichen Pflanzen: Einen Ahorn mit Borkenschaden durch Moosbewuchs habe ich noch nie gesehen. Dasselbe für Fichte, Lärche, Apfel, Kirsche, Schlehe, Buche, Eiche etc., also die meisten mir bekannten Bäume, entgegen anderen Auffassungen hier auch Birke. Man sieht in feuchten Bergtälern Bergahorne, die von unten bis oben zugemoost sind – seit Jahrzehnten, schadlos. Dasselbe für Flechten – ihre Bärte machen oft den Reiz eines Alpenwaldes erst aus.

Dagegen gibt es Borken, die natürlicherweise eine begrenzte Lebensdauer haben, etwa bei Holunder, Lavendel, Seidelbast und anderen Sträuchern, auch bei Weinstöcken (nicht aber bei Johannisbeeren-Arten, wieso auch immer). Moos kann das beschleunigen, aber im Grunde ist es der ganz normale Lauf der Dinge. Es ist auch nicht das Moos an sich, das da irgendwas macht, sondern die Feuchtigkeit, die es hält und die langfristig sowieso auftritt. Solche «Bastborken» langfristig stabil zu halten, scheint mir darum illusorisch.

In einer Bonsaischale passiert im Grunde nicht viel anderes als draussen. Ergo müssten – stimmte die Theorie mit dem Moosschaden – ganze Sumpfgebiete baumlos sein. Sind sie aber nicht. Es wurden und werden viele «Therapiemethoden» mit irgendwelchen «Schadwirkungen» begründet, wenn es um Bonsai geht. Tatsäclich ist es häufig bloss eine ästhetische Auffassung. Manche mögen Moos einfach nicht und sind dafür auch bereit, auf eine Wasserspeicher-Decke zu verzichten, denn das ist der Vorteil von Moos. Your choice.
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