Hallo ihr Lieben,
bevor dieses Thread eröffnet wurde, hatte ich mit Ursula ein längeres Gespräch. Wir waren beide der Meinung, dass man ein Thread eröffnen sollte, in dem man darüber diskutieren kann, ob eine Schale meisterlich, dilettantisch oder Massenware darstellt.
Der Sinn des Ganzen sollte eine Schulung sein, um Sicherheit zu bekommen diese Merkmale zu erkennen.
Die jetzt hier geführte Diskussion basiert also auf dieser Basis, und ich würde mir wünschen, wenn wir am Ende alle ein großes Stück im Wissen um gute Schalen weiterkommen.
Auf der einen Seite des Blattes stehen Fragen wie:
Ist eine Schnellmalerei meisterlich oder dilettantisch?
Ist die Form einer Schale meisterlich oder eher dilettantisch?
Ist die ausgeführte töpferische Technik eher meisterlich oder eher dilettantisch, oder etwa Nichtkönnen?
Auf der anderen Seite des Bogens steht die Frage: „ gefällt mir eine Schale oder gefällt sie mir nicht“.
Diese Frage ist extrem leicht zu beantworten. Leider bringen uns aber solche Antworten absolut nicht weiter, wenn es um das sichere Wissen über eine gute oder eher schlechte Schale geht.
Gefallen oder Nichtgefallen ist einfach eine Geschmacksfrage, und darüber lässt sich bekanntlich nicht streiten, und es bringt uns in der obengenannten Aussage nicht näher.
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Hallo Dieter,
danke für Deine Beteiligung,
In diesem Jahr verarbeite ich meine 42te Tonne Ton, aber noch nie ist mir eine Schale wirklich perfekt gelungen.
Ich stelle mir jetzt natürlich die Frage, da ich ja gerne kundenorientiert arbeiten möchte, ob ich vielleicht doch noch zusätzlich und ganz bewusst Fehler einbauen sollte, damit es etwas Einzigartiges wird.
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Hallo Holger,
selbstverständlich akzeptiere ich Deine Ansicht, und werde mich hüten sie anzuzweifeln.
Dennoch würdest Du mir sehr weiterhelfen, wenn Du mir die eine oder andere oben gestellte Frage beantworten könntest. Ich würde mich sehr darüber freuen, und es würde mich ein ganzes Stück in meiner Entwicklung weiterbringen.
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Hallo liebe Sandra,
genau das ist der Punkt, nicht zu sagen „ob Schnellmalerei oder nicht, ich finde sie bezaubernd“
Super wäre es, wenn Du mir sagen würdest, “bei Martins neuen Schalen handelt es sich nicht um Schnellmalerei, sondern es handelt sich hier um eine sehr hochwertige und perfekte Malerei (selbst dann noch, wenn die eine oder andere Linie nicht wie mit dem Lineal gezogen aussieht), diese Schalen sind ganz bezaubernd.
Über solch eine Aussage würde ich mich sehr freuen, aber um dahin zu kommen, müssen wir alle miteinander ringen, um wie der Phönix aus der Asche zu steigen.
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Hallo Martin,
vielen Dank für Deine Teil- und Stellungnahme zu Thema.
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Hallo liebe Heike,
vielen Dank für Deine aufwendigen Bemühungen.
Es ist richtig, das rustikale Schalen eine Ausnahme darstellen. Hier kann man so frei arbeiten wie man möchte.
Die kleine Trommelschale ist aber nicht rustikal, dadurch dass die Noppen oder Nieten völlig unregelmäßig angesetzt wurden. Die Schale ist schlicht und klassisch.
Manchmal werden rustikale Schalen von unseren Töpfern im Forum gezeigt mit der Aussage es sei eine „Nanban“ Schale.
Wer aber die „Nanban-Schalen“ auch nur ansatzweise einmal verglichen oder studiert hat, wird sehr schnell feststellen, dass es sich bei den original „Nanban-Schalen“ sehr oft um Meisterwerke handelt. Auch hierfür muss das Auge erst geschult werden.
Ich habe den heuten Morgen heute damit verbracht meine gesamte Schalen-Bild-Bibliothek (und die ist immens) durchzuforsten, um eine rustikale Schale mit Noppen zu finden.
Leider habe ich kein adäquates Beispiel gefunden, bis auf diese Schale hier:
Diese Schale besteht aus einer Mischung von rustikal und klassisch, bemerkenswert die akkurate Ansetzung der Nieten.
Hier ein ganz klassisches Meisterwerk einer Trommelschale. Wenn man ganz genau hinschaut, bemerkt man auch an dieser Schale minimale Verschiebungen der Noppen. Aber die Schale ist und bleibt auch gerade hierdurch ein absolutes Meisterwerk.
Diese Trommelschale hat sich durch den Brand leicht verzogen, und auch hierbei handelt es sich trotzdem um ein Meisterwerk.
Die letzte Schale ist ein gutes Beispiel für die Aussage von Ursula.
An dieser Schale hat der Töpfer zum Schluss ganz bewusst eine Delle in die fertig geformte Schale gedrückt.
In dieser Schale erkennt ein Kenner trotzdem eine sehr gute und hohe Wertarbeit.
Fazit:
Um eine seriöse Aussage über eine Schale zu treffen, muss noch sehr viel studiert und diskutiert werden.
Einig sind wir uns, denke ich, über die Geschmacksfragen.
Ganz herzliche Grüße
Peter