Dann war der Kommentar, meine Signatur sei gut, wohl doch nicht ironisch. Das ist das Problem, wenn man sich nicht von Mensch zu Mensch unterhält...
Bonsai sind wie Heiligenstatuen
Ich dachte, du lästerst über meine Signatur, anstatt auf meine Argumente einzugehen.
Dann war der Kommentar, meine Signatur sei gut, wohl doch nicht ironisch. Das ist das Problem, wenn man sich nicht von Mensch zu Mensch unterhält...

Dann war der Kommentar, meine Signatur sei gut, wohl doch nicht ironisch. Das ist das Problem, wenn man sich nicht von Mensch zu Mensch unterhält...
Schenkt man Dir mal Baumarktware,
Topf sie um, und sie hält Jahre! (aus Holland)
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- Walter Pall
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Raphneck,
das ist schon interessant. Da sage ich 'ich finde Deine Sigantur gut' und du bist beleidigt! Kopfschüttel! Naja, jedenfalls ist wenigstens DAS jetzt aufgeklärt. Dafür, dass das Thema so völlig überflüssig ist, flutscht das hier ganz gut.
das ist schon interessant. Da sage ich 'ich finde Deine Sigantur gut' und du bist beleidigt! Kopfschüttel! Naja, jedenfalls ist wenigstens DAS jetzt aufgeklärt. Dafür, dass das Thema so völlig überflüssig ist, flutscht das hier ganz gut.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.
mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
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Walter Pall
Lieber Walter, liebe alle,
ich glaube, ein Grund, warum wir uns so schwer tun, ist der, daß Bonsai nur über ein begrenztes Formenrepertoire verfügt. So ein Baum hat eben seine Wurzeln unten und die Äste oben, und meistens sind die Nadeln grün. Dem Variantenreichtum sind da durchaus Grenzen gesetzt. Während die Künste wie Malerei, Literatur, Skulptur fröhlich vor sich hindekonstruieren, haben wir's schwerer, etwas wirklich innovatives zu schaffen.
Wenn Kunst sich kritisch mit der Tradition auseinandersetzt, so bedeutet das für uns, allzu geleckte Weihnachtsbäume zu vermeiden. Aber das war's auch schon nahezu. Das Material, in unserem Fall der Baum, muß ja weiterleben und darf daher nicht allzustark abstrahiert werden. Farbe oder Marmorblöcke lassen eine ganze Menge mit sich anstellen, Bäume nicht.
Jetzt seh ich Deine Totholzgestaltung - und da fängt die Schwierigkeit schon an: Kunst oder Klischee? Totholz an Wacholder haben wir alle schon tausendfach gesehen, das ist soweit nichts neues. Gut gemacht ist es auch, so rein handwerklich gesehen, aber das ist ja kein Kriterium für Kunst, hilft also auch nicht weiter.
Jetzt muß man sich und dem Baum ein paar Fragen stellen:
a) bringt diese Gestaltung einen interessanten, originären Aspekt mit sich, die sie von anderen Gestaltungen unterscheidet, oder formt sie bloß Vorbilder nach?
b) ist diese Gestaltung in sich konsistent und konsequent, oder verwickelt sie sich in gestalterische Widersprüche?
c) kommt die Intention des Gestalters auch beim Betrachter an, d.h. funktioniert das Kunstwerk als Kommunikationsmedium?
Okay, jetzt lehne ich mich mal weit aus dem Fenster und guck mir Walters Baum genauer an:
Ich für meinen Teil habe selten ein so unaufgeräumtes Totholz gesehen. Etwas gewöhnungsbedürftig finde ich die Tatsache, daß das Verhältnis Holz/Grünmasse in etwa 1:1 entspricht. Das könnte man als Manko sehen, ich finde es aber nicht unspannend, weil es aussieht wie der Kampf zweier gleichstarker Gegner. Problematischer ist für mich, daß auch die beiden Sharis etwa gleich dick sind und im gleichen 45-Grad-Winkel abstehen - und dadurch für mich zu symmetrisch wirken. Da hätte der Baum etwas mehr Spannung vertragen können, dieses Detail steht m.E. im Widerspruch zur Aussage der Gestaltung.
Gleichzeitig habe ich Probleme, einen Schwerpunkt oder Ruhepunkt in der Komposition auszumachen. Dadurch wirkt der Baum wie ein züngelndes Feuer. Damit dieses Feuer jedoch richtig züngelt, braucht es einen Gegensatz, von dem es sich abheben kann, und den sehe ich im Moment nur in der Schale, das ist bißchen wenig. Na, ich denke, der Baum legt noch was an Grünmasse zu, dann wäre auch die Krone als Ruhepol da.
Wenn Walter jetzt nickt, dann ist seine Message angekommen und er kann sich beruhigt zurücklehnen
Wenn nicht, dann gab es irgendwo auf halber Strecke ein Verständigungsproblem, und das kann entweder am Baum liegen oder am Betrachter (das bin ich).
Und natürlich gibt es nicht nur Orkus und Olymp, sondern ganz viele Stufen dazwischen. Weil es sehr vieleArten und Weisen gibt, auf die ein Kunstwerk scheitern kann. Das alles findet man aber nur heraus, wenn man redet, diskutiert, sich nicht das Wort verbieten läßt und alle ignoriert, die sich am bloßen Gedanken stören, daß da jemand etwas verhandelt, das sie nicht interessiert. He, Leut: Ich für meinen Teil führe die Diskussion hier nicht, um Euch zu gefallen oder zu unterhalten, sondern weil's mich interessiert. Wenn Euch das Programm nicht paßt, zappt doch bitte auf einen anderen Kanal.
Wie viele Zeilen waren das jetzt wieder?
Liebe Grüße
Andrea
ich glaube, ein Grund, warum wir uns so schwer tun, ist der, daß Bonsai nur über ein begrenztes Formenrepertoire verfügt. So ein Baum hat eben seine Wurzeln unten und die Äste oben, und meistens sind die Nadeln grün. Dem Variantenreichtum sind da durchaus Grenzen gesetzt. Während die Künste wie Malerei, Literatur, Skulptur fröhlich vor sich hindekonstruieren, haben wir's schwerer, etwas wirklich innovatives zu schaffen.
Wenn Kunst sich kritisch mit der Tradition auseinandersetzt, so bedeutet das für uns, allzu geleckte Weihnachtsbäume zu vermeiden. Aber das war's auch schon nahezu. Das Material, in unserem Fall der Baum, muß ja weiterleben und darf daher nicht allzustark abstrahiert werden. Farbe oder Marmorblöcke lassen eine ganze Menge mit sich anstellen, Bäume nicht.
Jetzt seh ich Deine Totholzgestaltung - und da fängt die Schwierigkeit schon an: Kunst oder Klischee? Totholz an Wacholder haben wir alle schon tausendfach gesehen, das ist soweit nichts neues. Gut gemacht ist es auch, so rein handwerklich gesehen, aber das ist ja kein Kriterium für Kunst, hilft also auch nicht weiter.
Jetzt muß man sich und dem Baum ein paar Fragen stellen:
a) bringt diese Gestaltung einen interessanten, originären Aspekt mit sich, die sie von anderen Gestaltungen unterscheidet, oder formt sie bloß Vorbilder nach?
b) ist diese Gestaltung in sich konsistent und konsequent, oder verwickelt sie sich in gestalterische Widersprüche?
c) kommt die Intention des Gestalters auch beim Betrachter an, d.h. funktioniert das Kunstwerk als Kommunikationsmedium?
Okay, jetzt lehne ich mich mal weit aus dem Fenster und guck mir Walters Baum genauer an:
Ich für meinen Teil habe selten ein so unaufgeräumtes Totholz gesehen. Etwas gewöhnungsbedürftig finde ich die Tatsache, daß das Verhältnis Holz/Grünmasse in etwa 1:1 entspricht. Das könnte man als Manko sehen, ich finde es aber nicht unspannend, weil es aussieht wie der Kampf zweier gleichstarker Gegner. Problematischer ist für mich, daß auch die beiden Sharis etwa gleich dick sind und im gleichen 45-Grad-Winkel abstehen - und dadurch für mich zu symmetrisch wirken. Da hätte der Baum etwas mehr Spannung vertragen können, dieses Detail steht m.E. im Widerspruch zur Aussage der Gestaltung.
Gleichzeitig habe ich Probleme, einen Schwerpunkt oder Ruhepunkt in der Komposition auszumachen. Dadurch wirkt der Baum wie ein züngelndes Feuer. Damit dieses Feuer jedoch richtig züngelt, braucht es einen Gegensatz, von dem es sich abheben kann, und den sehe ich im Moment nur in der Schale, das ist bißchen wenig. Na, ich denke, der Baum legt noch was an Grünmasse zu, dann wäre auch die Krone als Ruhepol da.
Wenn Walter jetzt nickt, dann ist seine Message angekommen und er kann sich beruhigt zurücklehnen
Wenn nicht, dann gab es irgendwo auf halber Strecke ein Verständigungsproblem, und das kann entweder am Baum liegen oder am Betrachter (das bin ich).
Und natürlich gibt es nicht nur Orkus und Olymp, sondern ganz viele Stufen dazwischen. Weil es sehr vieleArten und Weisen gibt, auf die ein Kunstwerk scheitern kann. Das alles findet man aber nur heraus, wenn man redet, diskutiert, sich nicht das Wort verbieten läßt und alle ignoriert, die sich am bloßen Gedanken stören, daß da jemand etwas verhandelt, das sie nicht interessiert. He, Leut: Ich für meinen Teil führe die Diskussion hier nicht, um Euch zu gefallen oder zu unterhalten, sondern weil's mich interessiert. Wenn Euch das Programm nicht paßt, zappt doch bitte auf einen anderen Kanal.
Wie viele Zeilen waren das jetzt wieder?
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Nick!andreaffm hat geschrieben:
Wenn Walter jetzt nickt, dann ist seine Message angekommen und er kann sich beruhigt zurücklehnen
Das ist schon was. Aber das sagt eher, dass das Kunstwerk noch verbesserungsfähig ist, was es zweifellos ist. Es sagt nicht dass es Kitsch ist, denke ich. Das wolltest Du wohl auch nicht sagen, oder?
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Aber bitte nicht unbedingt mit mir.
mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
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Nein! das wollt ich nicht sagen.Walter Pall hat geschrieben:Aber das sagt eher, dass das Kunstwerk noch verbesserungsfähig ist, was es zweifellos ist. Es sagt nicht dass es Kitsch ist, denke ich. Das wolltest Du wohl auch nicht sagen, oder?
These:
Ich schätze, die meisten Kunstwerke sind irgendwie verbesserungsfähig.
Bei Kitsch dagegen ist von vorneherein Hopfen und Malz verloren. Weil der Grundansatz schon nicht stimmt.
Dem kann ich mich gut anschließen ... insbesondere bei der Frage, ob eine Pflanze überhaupt Kunst sein kann. Muss es Kunst sein? Eine Pflanze kann nach meiner Überzeugung nach allgemeinem Verständnis nicht ohne weiteres als Kunst im herkömmlichen Sinne gesehen werden.Frankie667 hat geschrieben:Auch ist mir das Niveau mitnichten zu hoch. Eher zu niedrig. Man diskutiert hier auf etlichen Seiten welche Bonsai Kunst sind und welche Kitsch, ohne sich auf eine Definition von Kunst einigen zu können. Ob eine Pflanze überhaupt Kunst sein kann, ist erst eine nachrangige Frage. Aber das will ja gar nicht diskutiert werden. Warum? Hat man Angst, dass Bonsai was anderes ist als eine Trivialität? Da greift, was Walter viel weiter oben geschrieben hat: der Kunstbegriff wird von einer Meinungsbildenden Elite definiert. Diese Elite verfolgt nach meinem Dafürhalten ein erster Linie ein monetäres Interesse.
So einfach aber unbequem ist das...
Zu den Baumbeispielen von Walter schreibe ich zunächst einmal losgelöst von dieser Diskussion, deren tiefliegender Sinn sich mir immer mehr erschließt, einfach nur, der obere gefällt mir nicht, der untere gefällt mir hingegen ausnehmend gut!
Bis bald!
K.
"Was machen Sie da?" wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: "Ich gestalte Bonsai."
K.
"Was machen Sie da?" wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: "Ich gestalte Bonsai."
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Delamitri,Delamitri hat geschrieben:
Dem kann ich mich gut anschließen ... insbesondere bei der Frage, ob eine Pflanze überhaupt Kunst sein kann. Muss es Kunst sein? Eine Pflanze kann nach meiner Überzeugung nach allgemeinem Verständnis nicht ohne weiteres als Kunst im herkömmlichen Sinne gesehen werden.
das wurde schon öfter geäussert. Natürlich kann man eine Pflanze nicht einfach zum Kunstwerk erklären, Das wäre doch absurd. Aber man kann eine Hecke, die wie ein Osterhase geschnitten ist als Kitsch bezeichnen und einen Bonsai als Kunst. Jedenfalls habe ich bisher nur die Behauptung gehört, dass das nicht geht.
Das wäre doch schon einmal ein konstruktiver Ansatz. Mehr davon.Delamitri hat geschrieben:
Zu den Baumbeispielen von Walter schreibe ich zunächst einmal losgelöst von dieser Diskussion, deren tiefliegender Sinn sich mir immer mehr erschließt, einfach nur, der obere gefällt mir nicht, der untere gefällt mir hingegen ausnehmend gut!
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Walter Pall
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Ich will auch mal konstruktiv sein. Oder zumindest ein wenig...deshalb werfe ich mal ein paar halbreflektierte Gedankenfetzen, die mir in diesem Zusammenhang gekommen sind, ein.
Irgendwo war mal davon die Rede, dass Kunst kein demokratischer Begriff sei. Das ist nicht ganz richtig. Sicher gibt es immer eine Elite, die gerne bestimmt, wo es langgeht. Diese hat, intellektuellen Führungsanspruch oder finanzielle Interessen oder beides. Klappt meist auch, aber nicht immer. Es gibt etliche Beispiele, dass quasi mit den Füssen abgestimmt wurde: Für Schiller beispielsweise interessierte sich niemand. Seine Räuber wurden in einem winzigen Theater aufgeführt. Niemand nahm Notiz davon. Erst als das Stück in Bauerntheatern lief und die breite Masse davon begeistert war, wurde Schiller bekannt. Als ich mir vor über 20 Jahren als junger Teenie meine erste Metallicaplatte kaufte, war das wirklich schlimme Musik. Heute gilt Metallica nach den Stones als die wohl größte Rockband aller Zeiten. Wie sich die die Zeiten ändern.
Kommt Kunst von künstlich? Kann eine Pflanze, etwas unbestreitbar natürliches Kusnt sein -> künstlich hergestellt? Klar sagen die einen, kein Baum käm ohne Intervention eines Großhirnträgers mit Daumen auf die Idee in einer Keramikschale zu wachsen. Omas Stiefmütterchen aber auch nicht...
Zeitliche Rückblende. Mein Kunstlehler zeigte mal ein Dia von einem Stuhl aus der Massenproduktion im Musseum. Kunst sei er einzig und allein wegen der Idee. Nur das zähle. Wenn es die Idee ist, die ein Kunstwerk definiert, dann könnte ein Bonsai doch Kunst sein? Mich überzeugte das aber nicht wirklich. Aleister Crowley hat angeblich seine Exkremente als heilig erklärt. Er hätte sie demnach auch als Kunst definieren können? *würg*
Ich habe mal etwas gegoogelt und alle Definitionen für Kunst hatten etwas, dass man auf den ersten Blick sagen könnte: "jepp, das ist Kunst". Allerdings klammerten alle Definitionen immer Teilbereiche aus. Teilweise widersprachen sie sich sogar in gewissen Bereichen.
Was bleibt ist, dass Kunst scheinbar kontextabhängig ist. Mir ist es wirklich wumpe, ob Männer in weissen Strumpfhosen Kunst aufführen. Ein anderer mag Ballett als hohe Kunst betrachten und mich als Ignoranten bezeichnen. Mir persönlich ist es egal, ob jemand meinen immernoch heiss geliebten Heavy Metal als Kunst oder infernalischen Krawall empfindet. Auch dass sich mittlerweile sogar die Lehrmeinung diesbezüglich verändert hat, juckt mich nicht. Bzw. es ändert meinen Zugang dazu nicht im geringsten.
Warum um alles in der Welt muss dann eine Topfpflanze (wenn auch eine recht spezielle) als Kunst definiert werden? Liegt das an einem gewissen Geltungsbedürfnis? Oder wo ist der Grund dafür?
Irgendwo war mal davon die Rede, dass Kunst kein demokratischer Begriff sei. Das ist nicht ganz richtig. Sicher gibt es immer eine Elite, die gerne bestimmt, wo es langgeht. Diese hat, intellektuellen Führungsanspruch oder finanzielle Interessen oder beides. Klappt meist auch, aber nicht immer. Es gibt etliche Beispiele, dass quasi mit den Füssen abgestimmt wurde: Für Schiller beispielsweise interessierte sich niemand. Seine Räuber wurden in einem winzigen Theater aufgeführt. Niemand nahm Notiz davon. Erst als das Stück in Bauerntheatern lief und die breite Masse davon begeistert war, wurde Schiller bekannt. Als ich mir vor über 20 Jahren als junger Teenie meine erste Metallicaplatte kaufte, war das wirklich schlimme Musik. Heute gilt Metallica nach den Stones als die wohl größte Rockband aller Zeiten. Wie sich die die Zeiten ändern.
Kommt Kunst von künstlich? Kann eine Pflanze, etwas unbestreitbar natürliches Kusnt sein -> künstlich hergestellt? Klar sagen die einen, kein Baum käm ohne Intervention eines Großhirnträgers mit Daumen auf die Idee in einer Keramikschale zu wachsen. Omas Stiefmütterchen aber auch nicht...
Zeitliche Rückblende. Mein Kunstlehler zeigte mal ein Dia von einem Stuhl aus der Massenproduktion im Musseum. Kunst sei er einzig und allein wegen der Idee. Nur das zähle. Wenn es die Idee ist, die ein Kunstwerk definiert, dann könnte ein Bonsai doch Kunst sein? Mich überzeugte das aber nicht wirklich. Aleister Crowley hat angeblich seine Exkremente als heilig erklärt. Er hätte sie demnach auch als Kunst definieren können? *würg*
Ich habe mal etwas gegoogelt und alle Definitionen für Kunst hatten etwas, dass man auf den ersten Blick sagen könnte: "jepp, das ist Kunst". Allerdings klammerten alle Definitionen immer Teilbereiche aus. Teilweise widersprachen sie sich sogar in gewissen Bereichen.
Was bleibt ist, dass Kunst scheinbar kontextabhängig ist. Mir ist es wirklich wumpe, ob Männer in weissen Strumpfhosen Kunst aufführen. Ein anderer mag Ballett als hohe Kunst betrachten und mich als Ignoranten bezeichnen. Mir persönlich ist es egal, ob jemand meinen immernoch heiss geliebten Heavy Metal als Kunst oder infernalischen Krawall empfindet. Auch dass sich mittlerweile sogar die Lehrmeinung diesbezüglich verändert hat, juckt mich nicht. Bzw. es ändert meinen Zugang dazu nicht im geringsten.
Warum um alles in der Welt muss dann eine Topfpflanze (wenn auch eine recht spezielle) als Kunst definiert werden? Liegt das an einem gewissen Geltungsbedürfnis? Oder wo ist der Grund dafür?
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Wenn also wieder die Frage gestellt wird ob Bonsia Kunst ist, hier bitte einige Ergüsse. Ich persönlich stehe ziemlich fassungslos vor der Meinung, dass Bonsai keine Kunst sei.
David DeGroot stellt fest, dass die Frage, ob Bonsai Kunst ist, für Tausende, die sich täglich inspirieren lassen und mit den Schwierigkeiten des Handwerks kämpfen, überflüssig ist. Wenn diese Frage gestellt wird um unser Ego aufzuwerten oder unsere Arbeit zu rechtfertigen, dann verdient sie keine Antwort. Wenn sie gestellt wird um Einsichten zu gewinnen oder um anderen zu helfen, Bonsai zu verstehen und sich daran zu erfreuen, dann verdient die Frage eine vernünftige Antwort. Es liegt für die, die tief im Bonsaischaffen stecken auf der Hand, dass Bonsai Kunst ist, aber durchaus nicht für eine breite Öffentlichkeit.
Was ist Kunst? Man erhält so viele verschiedene Definitionen von Kunst, wie man Handbücher nachschlägt. Einig sind sich aber die meisten, dass Kunst die Anwendung von Handwerk, Kreativität und Phantasie bedeutet, wodurch eine Objekt entsteht, das dann „Kunstwerk“ genannt wird und als gut und „schön“ empfunden wird. Eine gängige Definition: “Kunst ist die Bezeichnung für die Gesamtheit des vom Menschen Hervorgebrachten (Gegensatz: Natur), das nicht durch eine Funktion eindeutig festgelegt oder darin erschöpft ist (Gegensatz: Technik), zu dessen Voraussetzungen hohes technisches Können sowie ein geistiges Vermögen gehören (Gegensatz: Handwerk), das sich durch seine gesellschaftliche wie individuelle Geltung auszeichnet, ohne dadurch vorangegangene Werke außer Kraft zu setzen oder den Beweis der Richtigkeit einer Aussage antreten zu müssen (Gegensatz: Wissenschaft). “ Nach dieser Definition ist Bonsai wohl Kunst und gehört zu den bildenden Künsten. Auch nach den meisten andern Definitionen, was Kunst ist, kann man getrost davon ausgehen, dass es sich bei Bonsai um Kunst handelt, oder wenigstens handeln kann.
Kunst ist also Gegensatz zur Natur. Vom Menschen aus gesehen etwas, was er nicht in der Außenwelt als ohne sein Zutun und ohne Berechnung geworden vorfindet, sondern etwas, was er mit bewusster Berechnung selber produziert . Diese Definition sagt aus, dass etwas künstlich ist, aber dies ist noch keine Aussage über den Wert. Künstlich wird heute sogar weithin abwertend verstanden. Wo ein Stück Natur abgebildet wird, verlangen wir vom Künstler, dass er alle Spuren der künstlerischen Arbeit verwischt. Ein solches Werk bewundern wir um so mehr, je natürlicher es wirkt. Die Kunst dabei bezeichnen wir als künstlerisch. Ein Paradoxon der Bonsaikunst ist es, dass mit allen möglichen künstlichen Mitteln versucht wird, einen möglichst natürlichen Eindruck zu erwecken. Dabei heiligt der Zweck die Mittel. Alles künstliche ist erlaubt, solange es natürlich wirkt. In neuerer Zeit werden immer mehr Gestaltungen präsentiert, die auf den unvoreingenommenen Betrachter nicht mehr natürlich wirken. Der geübte Bonsaibetrachter sieht die Künstlichkeit nicht mehr, so wie man weithin nicht mehr wahrnimmt, dass Frauen an ihrem Gesicht gearbeitet haben. Man nimmt aber sehr wohl wahr, wenn sie dies unterlassen. Das Künstliche ist so weit normal, dass das Natürliche als negativ auffällt. Derselbe Effekt tritt auch in der Bonsaikunst auf. Man nehme nur das allgemein praktizierte Anmalen von totem Holz. Wenn es allzu sehr angemalt wirkt, dann fällt es unangenehm auf. Aber auch, wenn es überhaupt nicht angemalt ist, sondern ganz natürlich mit leicht grünlichem Algenbewuchs versehen ist.
Zur Beurteilung eines Werkes sind zwei Faktoren wichtig. Erstens das Auffallen dieser Leistung, der hohe Grad des in ihr zum Ausdruck kommenden Könnens, ihre Schwierigkeit, also die Komplikation, und zweitens die Konzentration auf die Leistung selbst, das Vorführen, das Produzieren des Könnens und die damit verbundene relative Isolierung vom Zweck des Werkes.
Beim Anblick so mancher Bäume sagt man, das sei keine Kunst. Wenn man damit die mangelnde Kunstfertigkeit meint, dann kann das schon so sein. Wenn man damit meint, dass einem das nicht gefällt, weil es unnatürlich, ja künstlich wirkt, dann hat man nicht verstanden was Kunst ist. Kunst und Natur stehen an verschiedenen Enden einer Linie Jeder Betrachter fällt irgendwo auf diese Linie. Natur ist so wie sie ist und Kunst ist eben künstlich. Man kann nun sagen, dass das, was man sieht einen Grad der Künstlichkeit erreicht hat, der einem persönlich nicht mehr gefällt, dass es Kunst ist, die den eigenen Geschmack nicht trifft. Man kann jedoch nicht sagen, dass es nicht Kunst ist. Dann müsste man ja sagen, dass es Natur ist.
Ein weiteres Paradoxon der Bonsaikunst besteht darin, dass in diesem Falle Kunst nicht als Gegensatz zur Natur zu stehen scheint. Dies deshalb, weil ja ein natürlicher, lebender Baum gestaltet wird. Das Kunstwerk ist Natur, aber es ist nicht natürlich, es ist künstlich so gemacht, dass es natürlich aussieht.
Peter Aradi stellt fest, dass Kunst bloß ein abstrakter Begriff ist, der nur in unserem Gehirn stattfindet. Wir spielen nur mit Worten, wenn wir Kunst allgemein definieren wollen. Wenn Kunst als eine Form der Kommunikation verstanden wird, dann kann man sagen “Bonsai kann Kunst sein, aber nicht unbedingt“. Um zu kommunizieren muss der Künstler oder Handwerker ein “Kommunikationsmedium“ meistern, das man auch „Sprache“ nennen kann. Das kann ein Baum sein, eine Plastik, Ein Gemälde, ein Gedicht. Der Betrachter (Hörer, „Konsument“) dieses Kunstobjektes muss dieselbe „Sprache“ verstehen. Kunstverständnis hängt von der Kultur ab und ist erworben.
David DeGroot stellt fest, dass die Frage, ob Bonsai Kunst ist, für Tausende, die sich täglich inspirieren lassen und mit den Schwierigkeiten des Handwerks kämpfen, überflüssig ist. Wenn diese Frage gestellt wird um unser Ego aufzuwerten oder unsere Arbeit zu rechtfertigen, dann verdient sie keine Antwort. Wenn sie gestellt wird um Einsichten zu gewinnen oder um anderen zu helfen, Bonsai zu verstehen und sich daran zu erfreuen, dann verdient die Frage eine vernünftige Antwort. Es liegt für die, die tief im Bonsaischaffen stecken auf der Hand, dass Bonsai Kunst ist, aber durchaus nicht für eine breite Öffentlichkeit.
Was ist Kunst? Man erhält so viele verschiedene Definitionen von Kunst, wie man Handbücher nachschlägt. Einig sind sich aber die meisten, dass Kunst die Anwendung von Handwerk, Kreativität und Phantasie bedeutet, wodurch eine Objekt entsteht, das dann „Kunstwerk“ genannt wird und als gut und „schön“ empfunden wird. Eine gängige Definition: “Kunst ist die Bezeichnung für die Gesamtheit des vom Menschen Hervorgebrachten (Gegensatz: Natur), das nicht durch eine Funktion eindeutig festgelegt oder darin erschöpft ist (Gegensatz: Technik), zu dessen Voraussetzungen hohes technisches Können sowie ein geistiges Vermögen gehören (Gegensatz: Handwerk), das sich durch seine gesellschaftliche wie individuelle Geltung auszeichnet, ohne dadurch vorangegangene Werke außer Kraft zu setzen oder den Beweis der Richtigkeit einer Aussage antreten zu müssen (Gegensatz: Wissenschaft). “ Nach dieser Definition ist Bonsai wohl Kunst und gehört zu den bildenden Künsten. Auch nach den meisten andern Definitionen, was Kunst ist, kann man getrost davon ausgehen, dass es sich bei Bonsai um Kunst handelt, oder wenigstens handeln kann.
Kunst ist also Gegensatz zur Natur. Vom Menschen aus gesehen etwas, was er nicht in der Außenwelt als ohne sein Zutun und ohne Berechnung geworden vorfindet, sondern etwas, was er mit bewusster Berechnung selber produziert . Diese Definition sagt aus, dass etwas künstlich ist, aber dies ist noch keine Aussage über den Wert. Künstlich wird heute sogar weithin abwertend verstanden. Wo ein Stück Natur abgebildet wird, verlangen wir vom Künstler, dass er alle Spuren der künstlerischen Arbeit verwischt. Ein solches Werk bewundern wir um so mehr, je natürlicher es wirkt. Die Kunst dabei bezeichnen wir als künstlerisch. Ein Paradoxon der Bonsaikunst ist es, dass mit allen möglichen künstlichen Mitteln versucht wird, einen möglichst natürlichen Eindruck zu erwecken. Dabei heiligt der Zweck die Mittel. Alles künstliche ist erlaubt, solange es natürlich wirkt. In neuerer Zeit werden immer mehr Gestaltungen präsentiert, die auf den unvoreingenommenen Betrachter nicht mehr natürlich wirken. Der geübte Bonsaibetrachter sieht die Künstlichkeit nicht mehr, so wie man weithin nicht mehr wahrnimmt, dass Frauen an ihrem Gesicht gearbeitet haben. Man nimmt aber sehr wohl wahr, wenn sie dies unterlassen. Das Künstliche ist so weit normal, dass das Natürliche als negativ auffällt. Derselbe Effekt tritt auch in der Bonsaikunst auf. Man nehme nur das allgemein praktizierte Anmalen von totem Holz. Wenn es allzu sehr angemalt wirkt, dann fällt es unangenehm auf. Aber auch, wenn es überhaupt nicht angemalt ist, sondern ganz natürlich mit leicht grünlichem Algenbewuchs versehen ist.
Zur Beurteilung eines Werkes sind zwei Faktoren wichtig. Erstens das Auffallen dieser Leistung, der hohe Grad des in ihr zum Ausdruck kommenden Könnens, ihre Schwierigkeit, also die Komplikation, und zweitens die Konzentration auf die Leistung selbst, das Vorführen, das Produzieren des Könnens und die damit verbundene relative Isolierung vom Zweck des Werkes.
Beim Anblick so mancher Bäume sagt man, das sei keine Kunst. Wenn man damit die mangelnde Kunstfertigkeit meint, dann kann das schon so sein. Wenn man damit meint, dass einem das nicht gefällt, weil es unnatürlich, ja künstlich wirkt, dann hat man nicht verstanden was Kunst ist. Kunst und Natur stehen an verschiedenen Enden einer Linie Jeder Betrachter fällt irgendwo auf diese Linie. Natur ist so wie sie ist und Kunst ist eben künstlich. Man kann nun sagen, dass das, was man sieht einen Grad der Künstlichkeit erreicht hat, der einem persönlich nicht mehr gefällt, dass es Kunst ist, die den eigenen Geschmack nicht trifft. Man kann jedoch nicht sagen, dass es nicht Kunst ist. Dann müsste man ja sagen, dass es Natur ist.
Ein weiteres Paradoxon der Bonsaikunst besteht darin, dass in diesem Falle Kunst nicht als Gegensatz zur Natur zu stehen scheint. Dies deshalb, weil ja ein natürlicher, lebender Baum gestaltet wird. Das Kunstwerk ist Natur, aber es ist nicht natürlich, es ist künstlich so gemacht, dass es natürlich aussieht.
Peter Aradi stellt fest, dass Kunst bloß ein abstrakter Begriff ist, der nur in unserem Gehirn stattfindet. Wir spielen nur mit Worten, wenn wir Kunst allgemein definieren wollen. Wenn Kunst als eine Form der Kommunikation verstanden wird, dann kann man sagen “Bonsai kann Kunst sein, aber nicht unbedingt“. Um zu kommunizieren muss der Künstler oder Handwerker ein “Kommunikationsmedium“ meistern, das man auch „Sprache“ nennen kann. Das kann ein Baum sein, eine Plastik, Ein Gemälde, ein Gedicht. Der Betrachter (Hörer, „Konsument“) dieses Kunstobjektes muss dieselbe „Sprache“ verstehen. Kunstverständnis hängt von der Kultur ab und ist erworben.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.
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Hallihallo,
ich bins mal wieder. Eigentlich wollte ich erstmal still weiterlesen, kann mir aber einen weiteren Erguss nicht verkneifen. Sorry schon mal
Ich möchte an dieser Stelle auch mal wieder einen Vergleich schnappen.
Walter, dein einer Rocky Mountain Wacholder (der hier) – und damit tret ich dir bestimmt nicht zu nahe – ist mit Sicherheit nicht von dir "hervorgebracht", dafür bist du einfach zu jung
Dass dieser Baum allerdings ein Spitzen-Bonsai ist, wird wohl außer Frage stehen (dies zu beurteilen wage ich nicht mangels Ahnung), sonst hättest du ihn wohl nicht mit zum Ginkgo genommen. Und das ist allein dein Verdienst!
A propos "hervorbringen". Meiner bescheidenen Ansicht nach steckt in dem Wort "hervorbringen" schon die Tatsache, dass man als Künstler sich mit einer Idee im Kopf vor ein weißes Blatt Papier, einen rohen Marmorklotz oder sonstwas begibt. Die Idee ist also vorher da und man steht vor einer Art "Nichts", das gefüllt werden will. Das ist bei Bonsai aber nicht oft der Fall (mir kommt da z.B. Erwin's Wörkschöpp in den Sinn). Es liegt mir fern, Bonsai schlecht zu reden. Ich bleibe aber bei meinem persönlichen Standpunkt, Bonsai nicht als Kunst zu sehen, auch wenn einige wenige Exemplare durchaus als Kunstwerke verstanden werden können.
Ausgezeichnete, preisgekrönte Bonsai als Kitsch zu bezeichnen halte ich mittlerweile aber ebenso für eine Beleidigung wie die reine Reduktion des Bonsai an sich aufs Handwerkliche oder der Tatsache, dass ein Baum im Topf steht (Den Vergleich mit Omas Stiefmütterchen fand ich gut
).
Das wars erstmal wieder
LG
¹
ich bins mal wieder. Eigentlich wollte ich erstmal still weiterlesen, kann mir aber einen weiteren Erguss nicht verkneifen. Sorry schon mal
Ehrlich gesagt verstehe ich das nicht und halte das zunächst für paradox, lasse mich aber gerne eines besseren belehren.David DeGroot hat geschrieben:...Definition: “Kunst ist die Bezeichnung für die Gesamtheit des vom Menschen Hervorgebrachten (Gegensatz: Natur), das nicht ...
... Nach dieser Definition ist Bonsai wohl Kunst...
Ich möchte an dieser Stelle auch mal wieder einen Vergleich schnappen.
Walter, dein einer Rocky Mountain Wacholder (der hier) – und damit tret ich dir bestimmt nicht zu nahe – ist mit Sicherheit nicht von dir "hervorgebracht", dafür bist du einfach zu jung
A propos "hervorbringen". Meiner bescheidenen Ansicht nach steckt in dem Wort "hervorbringen" schon die Tatsache, dass man als Künstler sich mit einer Idee im Kopf vor ein weißes Blatt Papier, einen rohen Marmorklotz oder sonstwas begibt. Die Idee ist also vorher da und man steht vor einer Art "Nichts", das gefüllt werden will. Das ist bei Bonsai aber nicht oft der Fall (mir kommt da z.B. Erwin's Wörkschöpp in den Sinn). Es liegt mir fern, Bonsai schlecht zu reden. Ich bleibe aber bei meinem persönlichen Standpunkt, Bonsai nicht als Kunst zu sehen, auch wenn einige wenige Exemplare durchaus als Kunstwerke verstanden werden können.
Ausgezeichnete, preisgekrönte Bonsai als Kitsch zu bezeichnen halte ich mittlerweile aber ebenso für eine Beleidigung wie die reine Reduktion des Bonsai an sich aufs Handwerkliche oder der Tatsache, dass ein Baum im Topf steht (Den Vergleich mit Omas Stiefmütterchen fand ich gut
Das wars erstmal wieder
LG
¹
Und wenn wir jetz so zusammen liegen / Ich wollt es sagen, aber hab mich nie getraut
Immer öfter, wenn wir uns berühren / Spür ich den leeren Raum zwischen unsrer Haut.
Lichter - Leerer Raum (Video und mp3)
Immer öfter, wenn wir uns berühren / Spür ich den leeren Raum zwischen unsrer Haut.
Lichter - Leerer Raum (Video und mp3)
Hallo der1., hallo alle anderen.
Ich glaube schon, daß man den Begriff Kunst uneingeschränkt auf Bonsai übertragen kann. Für mich sieht das so aus:
Malerei:
Man setzt sich vor ein Blatt Papier und überlegt was man Malen könnte? Wohl eher nicht. Die Idee kommt doch "beim Leben", ich sehe etwas, sehe mich einer Situation gegenüber oder Gefühle wollen ausgedrückt werden. Das wird dann zu Papier, Leinwand oder sonst was gebracht. Daneben gibt es Auftragsarbeiten, das ist dann das Handwerk. Und es gibt die momentan sehr modernen "roten Herzen auf weißem Grund". Reißender Absatz - Kitsch pur und in meinen Augen kein Kunstwerk.
Gartenkunst:
Ich bekomme den Auftrag einen Garten zu gestalten. Meine Idee als Gestalter/Künstler teile ich mit den Kunden, zusammen wird weiterentwickelt und es kann ein Kunstwerk entstehen. Jeder Garten wird meine Handschrift tragen, aber keiner wird wie der andere aussehen.
Aber auch das gibt es. Da wird immer das gleiche Material auf die gleiche Art und Weise verarbeitet. Langweilig und einfach nur abgezockt (in meinen Augen).
Bonsaikunst:
Der Unterschied zwischen Kitsch und Kunst bei Bonsai besteht wohl auch darin, ob ich dem Baum eine gewisse Form aufzwinge, ihn mit biegen und brechen in eine vorgefertigte "Form" zwänge oder ob ich auf das eingehe, was mit dem Baum möglich ist. Ist der Baum jung und klein und ich habe viel Zeit, ist wohl auch am meisten möglich. Ab er bei einem alten Yamadori bestimmt doch eher dieser, was in ihm steckt und das herauszuarbeiten ist ein Teil der Kunst.
Als anfangender Künstler (gegensätzlich zu Thomas P. bin ich nicht der Meinung, daß der Ausdruck "Künstler" nur was für privilegierte, erfahrene Menschen ist) hat man da sicherlich ein eher beschränkteres Sichtfeld, der Abdrift in Kitsch oder besser Klischeebäume ist gefährlich groß. Aber spätestens, wenn der dritte Baum wie der erste aussieht, wird das ganze wieder langweilig. Der Künstler wird differenzierter (vorausgesetzt er entwickelt sich weiter), bekommt seinen eigenen Stil, die Kunstwerke seine Handschrift. Oder man ist zufrieden mit dem, was man erreicht hat, man bedient weiter die Klischees, die die boah schreien, schreien weiterhin boah. Für mich heisst das aber nicht unbedingt, daß ein Kitsch- oder Klischeebaum nicht schön sein muss. Es steckt nur eine geringere künstlerische Leistung dahinter, weil ich eine hundertfach kopierte Idee zum hundertundersten mal kopiere.
Das bringt mich zu der Einsicht, daß ein Meisterkünstler einem "Novizen" wohl das Handwerk beibringen kann, das wie und warum. Was dieser Novize hinterher damit anstellt, welche Ausschweifungen seiner Fantasie er zu Papier, in die Erde oder an den Baum bringt, ist sein Ding. Anderfalls wäre er ein "Kopierer" seines Lehrherren.
schönes Wochenende
Holger
Ich glaube schon, daß man den Begriff Kunst uneingeschränkt auf Bonsai übertragen kann. Für mich sieht das so aus:
Malerei:
Man setzt sich vor ein Blatt Papier und überlegt was man Malen könnte? Wohl eher nicht. Die Idee kommt doch "beim Leben", ich sehe etwas, sehe mich einer Situation gegenüber oder Gefühle wollen ausgedrückt werden. Das wird dann zu Papier, Leinwand oder sonst was gebracht. Daneben gibt es Auftragsarbeiten, das ist dann das Handwerk. Und es gibt die momentan sehr modernen "roten Herzen auf weißem Grund". Reißender Absatz - Kitsch pur und in meinen Augen kein Kunstwerk.
Gartenkunst:
Ich bekomme den Auftrag einen Garten zu gestalten. Meine Idee als Gestalter/Künstler teile ich mit den Kunden, zusammen wird weiterentwickelt und es kann ein Kunstwerk entstehen. Jeder Garten wird meine Handschrift tragen, aber keiner wird wie der andere aussehen.
Aber auch das gibt es. Da wird immer das gleiche Material auf die gleiche Art und Weise verarbeitet. Langweilig und einfach nur abgezockt (in meinen Augen).
Bonsaikunst:
Der Unterschied zwischen Kitsch und Kunst bei Bonsai besteht wohl auch darin, ob ich dem Baum eine gewisse Form aufzwinge, ihn mit biegen und brechen in eine vorgefertigte "Form" zwänge oder ob ich auf das eingehe, was mit dem Baum möglich ist. Ist der Baum jung und klein und ich habe viel Zeit, ist wohl auch am meisten möglich. Ab er bei einem alten Yamadori bestimmt doch eher dieser, was in ihm steckt und das herauszuarbeiten ist ein Teil der Kunst.
Als anfangender Künstler (gegensätzlich zu Thomas P. bin ich nicht der Meinung, daß der Ausdruck "Künstler" nur was für privilegierte, erfahrene Menschen ist) hat man da sicherlich ein eher beschränkteres Sichtfeld, der Abdrift in Kitsch oder besser Klischeebäume ist gefährlich groß. Aber spätestens, wenn der dritte Baum wie der erste aussieht, wird das ganze wieder langweilig. Der Künstler wird differenzierter (vorausgesetzt er entwickelt sich weiter), bekommt seinen eigenen Stil, die Kunstwerke seine Handschrift. Oder man ist zufrieden mit dem, was man erreicht hat, man bedient weiter die Klischees, die die boah schreien, schreien weiterhin boah. Für mich heisst das aber nicht unbedingt, daß ein Kitsch- oder Klischeebaum nicht schön sein muss. Es steckt nur eine geringere künstlerische Leistung dahinter, weil ich eine hundertfach kopierte Idee zum hundertundersten mal kopiere.
Das bringt mich zu der Einsicht, daß ein Meisterkünstler einem "Novizen" wohl das Handwerk beibringen kann, das wie und warum. Was dieser Novize hinterher damit anstellt, welche Ausschweifungen seiner Fantasie er zu Papier, in die Erde oder an den Baum bringt, ist sein Ding. Anderfalls wäre er ein "Kopierer" seines Lehrherren.
schönes Wochenende
Holger
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
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- Frankie667
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Warum nicht, wenn einer der von dir genannten Personen seinen eigenen „Geist“ in die Umsetzung bringt? Man denke nur an Barockgärten oder Hundertwasser.
Möglicherweise ist dieses Forum, so wie es ist, auch Kunst. Es ist nicht nur eine blosse Ansammlung von binären Daten. Es steckt voller ganz individueller geistiger Leistungen. Man wird es nie 1:1 kopieren können....
Eine ganz neue Kunst, sozusagen
(Ich weiß schon, was die Meisten von euch dazu sagen würden...aber wartet nur ab, in 20 Jahren reden wir vielleicht noch mal darüber
)
Möglicherweise ist dieses Forum, so wie es ist, auch Kunst. Es ist nicht nur eine blosse Ansammlung von binären Daten. Es steckt voller ganz individueller geistiger Leistungen. Man wird es nie 1:1 kopieren können....
Eine ganz neue Kunst, sozusagen
(Ich weiß schon, was die Meisten von euch dazu sagen würden...aber wartet nur ab, in 20 Jahren reden wir vielleicht noch mal darüber
- der1
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Holger,holgerb hat geschrieben:...Man setzt sich vor ein Blatt Papier und überlegt was man Malen könnte? Wohl eher nicht. Die Idee kommt doch "beim Leben", ich sehe etwas, sehe mich einer Situation gegenüber oder Gefühle wollen ausgedrückt werden. Das wird dann zu Papier, Leinwand oder sonst was gebracht...
genau so meinte ich das. Erst die Idee, dann das leere Blatt Papier (oder was auch immer). Da habe ich mich wohl ein wenig missverständlich ausgedrückt. Ansonsten stimme ich jedoch Frankie667s Aussage zu. Nach deiner Definition könnten sogar Autotuner als Künstler verstanden werden. Denken wir das weiter, ist jede Tuningmesse eine Kunstausstellung!
Was wir also brauchen, ist eine präzise Definition des Kunstbegriffs, und die gibt es nicht. Die Definition in Walters Zitat IST schon verdammt präzise und es bleibt offensichtlich IMMER NOCH genügend Spielraum für eine Entscheidung, ob Bonsai Kunst ist oder nicht.
LG
¹
(edit: wie komm ich denn auf FrankieFFM?)
Zuletzt geändert von der1 am 11.03.2006, 22:46, insgesamt 1-mal geändert.
Und wenn wir jetz so zusammen liegen / Ich wollt es sagen, aber hab mich nie getraut
Immer öfter, wenn wir uns berühren / Spür ich den leeren Raum zwischen unsrer Haut.
Lichter - Leerer Raum (Video und mp3)
Immer öfter, wenn wir uns berühren / Spür ich den leeren Raum zwischen unsrer Haut.
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Eben nicht. Nach Walters Definition ist Bonsai eindeutig Kunst, daran gibt es nichts zu rütteln. Ich finde sie gut, da sie mehrdimensional an die Sache herangeht und den Begriff auch negativ definiert (Also sagt, was Kunst nicht ist).der1 hat geschrieben: Die Definition in Walters Zitat IST schon verdammt präzise und es bleibt offensichtlich IMMER NOCH genügend Spielraum für eine Entscheidung, ob Bonsai Kunst ist oder nicht.
Ich denke, wir müssen uns klar machen, dass jedermann, der Bonsai den Kunststatus abspricht, dies aufgrund eines emphatischen Kunstbegriffes tut, d.h. er schränkt die objektive Kunstdefinition nach seinen subjektiven Kriterien ein.
Schenkt man Dir mal Baumarktware,
Topf sie um, und sie hält Jahre! (aus Holland)
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