Anzucht: Eichen aus Feldkultur

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roro
Beiträge: 643
Registriert: 11.11.2017, 18:00

Re: Anzucht: Eichen aus Feldkultur

Beitrag von roro »

Hallo Thomas,

das ist ja beinahe ein Jahrhundertprojekt! 25 Jahre für den Stamm und dann wohl ähnlich lange für den Astaufbau?
Ich hatte mich nie an Eichen versucht, einerseits war mir der Wuchs zu sperrig und ich mochte die jugendliche Rinde ebensowenig. vielleicht liegt’s auch einfach daran, dass bei uns die Buchen und Hainbuchen dominiert haben im Jura. und die Mehltauanfälligkeit, liess auch die grossen Vertreter auf den Feldern in der Ebene schon früh lausig aussehen.
ich bin aber gespannt, was du für erfahrungen machst. 3 Austriebe pro Saison hört sich erstmal gut an, doch sin alle zu gebrauchen, oder musst du eh einen oder mehrere davon wieder wegschneiden, weil...
... die Internodienlänge zu gross ist,
... die Triebe zu dick sind,
... die Triebe zurück trocknen?

falls du mit allen Arbeiten kannst, sehe ich eher ein Problem, dass die Äste nach nur 3 Jahren (9 Verzweigungsstände) noch zu jugendlich wirken.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weitergeht.
berichte doch mal von den verschiedenen Austrieben!

Grüsse, Ro
Sind diese Blumen künstlich? - Natürlich.
Also natürlich oder künstlich? - Natürlich künstlich!
realtom12
Beiträge: 53
Registriert: 28.10.2011, 09:10

Re: Anzucht: Eichen aus Feldkultur

Beitrag von realtom12 »

Hallo,

der erste Austrieb des Jahres ist der stärkste. Wenn man hier hier zu lange mit dem Schneiden wartet, verdickt sich der Trieb sehr stark. Ich habe beim ersten Austrieb gute Erfahrung mit dem Drahten gemacht. Wenn der Trieb noch ganz weich ist, kann man gut drahten und nach 10 Tagen wieder entdrahten. Eichen bekommen im Laufe des Jahres Mehltau. Das merkt man beim dritten Austrieb, der im Vergleich zum ersten Austrieb unregelmäßiger ist. Probleme mit zurückgetrockneten Trieben hatte ich bis jetzt keine Nennwerten.

Bei der Formgebung bin ich leider immer noch nicht 100% sicher, wohin die Reise letztendlich gehen soll? Von den charakteristischen Wuchseigenschaften der Eiche könnte man in Richtung taiwanischer Bonsai gehen. Auf Fotos taiwanesischer Ausstellungen sieht man tolle Bonsai, die als Vorbilder für Eichen-Bonsai dienen können. Diesen Gestaltungen würde man ein hohes Alter von mehreren hunderten Jahren glauben.
In unserem Kulturkreis wird die Eiche als Sinnbild für Kraft, Stärke, Langlebigkeit,... angesehen. Einen solchen majestätischen Eichen Bonsai kann ich mit meiner Pflanze jedoch gar nicht umsetzten, weil der Stamm dafür viel zu viel Bewegung hat. Ich habe mich deswegen für eine jugendlichere Krone mit deutlich mehr Ästen und dünneren Ästen entschieden, was meinen persönlichen Vorlieben entspricht.
Zu alte Bäume treffen nicht meinem persönlichen Geschmack. Ich schaue mir in der Natur am liebsten Bäume mit einem Alter zwischen 20 und 50 Jahren an.
Nur sagt man nicht zu einem 40 jährigen Baum: typisch Eiche. Ich sehe hier den Konflikt und bin noch am hin und her überlegen.

Diese Eiche habe ich als Vorlage für meine Skizze genommen. <br />Der Baum hat im unteren Stammbereich für eine Eiche sehr viel Bewegung. Der Astaufbau ist auch nicht typisch Eiche, weil noch zu jung.
Diese Eiche habe ich als Vorlage für meine Skizze genommen.
Der Baum hat im unteren Stammbereich für eine Eiche sehr viel Bewegung. Der Astaufbau ist auch nicht typisch Eiche, weil noch zu jung.
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lg Thomas
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