Ahorn - Findling - jetzt ?

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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Tomsai 92
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Beitrag von Tomsai 92 »

Geiles Teil *daumen_new* , sehr interessant!

Ich steh auf gepropfte Palmus, die so fett sind, dass man es ihnen nicht mehr ansieht. *respekt* auch für das, was du draus gemacht hast.

Schöne Grüße

Tomsai 92
witte
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Beitrag von witte »

interessanter baum...schön, dass du ihn retten konntest!
ist der austrieb komplett durch die gepfropften äste gekommen oder hat der baum auch eigene zweige entwickelt? hast du da vielleicht noch detailaufnahmen?
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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo Witte
Ein Bild von der Rückseite, die zur Vorderseite wird,
wenn ich die Wurzel (roter Pfeil) gekürzt habe.
Auf dem Detail-Foto ist ein Problem ersichtlich (blauer Kreis).
Sollte es mir in den nächsten 2 Jahren nicht gelingen
diesen Knubbel aufzulösen, werde ich auf die Verzweigung
vorher absetzen müsse.
Die Zweige sind alles Austrieb vom gepropften Teil.
Auf der Vorderseite sind 2 Wunden aus denen der unveredelte
Stamm ausgetrieben hat. Da meine Frau rote Ahorne sehr schätzt
habe ich darauf verzichtet das grüne Laub abzulaktieren.
Von der Optik her ist es vertretbar mit dem dissectum-Laub
zu arbeiten. Vom pflegerisch-formenden Ansatz her ist
es allerdings eine mittelschwere Katastrophe.
2 jährige Äste sind schon nicht mehr zu drahten (Bruch),
die Knospen und einjährigen Triebe fallen bei fester Berührung
schnell ab. Einerseits muss ich fleissig düngen,
damit der Baum gesund bleibt und kein Opfer des Pilzes wird.
Andererseits ist er dann kaum zu formen.
Also bleibt das Bäumchen eine Trümmerlotte,
bis sich ein anderer damit rumärgert.
mfG Dieter
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witte
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Beitrag von witte »

hallo dieter,

du hast den baum jetzt schon zwei jahre in pflege. hast du nicht die möglichkeit ihn nochmal zwei/drei jahre ins freibeet zu setzen. da erholt er sich weiter, schließt einige wunden und du kannst dann vielleicht auf die gepfropften bereiche verzichten?
wäre das nicht möglich?

grüße Martin
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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo Martin
Ich vermute ein Mißverständnis,
der untere Teil (ca 10cm) ist ein normaler grüner Fächerahorn,
der Rest ist ein gepropfter dissectum.
Ursprünglich wollte ich auf den gepropften Teil
wieder Triebe der Unterlage ablaktieren, aber meine Frau...
Im Freiland würde sich der Baum innerhalb kurzer Zeit wohl
mit Rotpustelpilz infizieren und wäre damit ein Fall für die Tonne.
Der Zweigaufbau wäre bei Freilandkultur auch kaum möglich.
Dissectum ist für den Bonsaibereich ein recht grenzwertiger Fall
und mit soviel Totholz eher unter Unvernunft einzuordnen.
Auch wenn keine größeren Probleme auftreten
wird er nach vielen Jahren vielleicht ein skuriler Baum sein
sich aber vom Stadium der Trümmerlotte nicht weit entfernen.

Zu Deiner Frage nach der Wurzelentwicklung,
wenn ich nächstes Wochenende nicht topfe,
werde ich wohl erst nächstes Jahr dazu kommen.
mfG Dieter
witte
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Beitrag von witte »

ach so...

jetzt verstehe ich dich. ich dachte, dass du die einzelnen äste gepfropft hast.
halt uns weiter auf dem laufenden, was die entwicklung angeht.

ich denke nächstes we wird wunderschön und du wirst zeit finden! :wink:
aber, wie schon gesagt, mein ahorn ist eh erst nächstes jahr wieder dran.

mfg Martin
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Alien66
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Beitrag von Alien66 »

zopf hat geschrieben:...der untere Teil (ca 10cm) ist ein normaler grüner Fächerahorn, der Rest ist ein gepropfter dissectum...
Dieter,

so läuft es doch immer mit diesen Teilen, oder? Die Varietät 'Dissectum' wäre doch alleine kaum fähig Wurzeln zu treiben, bzw. derartig starke Stämme auszubilden.

zopf hat geschrieben:...Ursprünglich wollte ich auf den gepropften Teil wieder Triebe der Unterlage ablaktieren...
Das verstehe ich jetzt nicht so ganz. Was hätte das für einen Sinn gehabt? Würden die Pfropfreiser dann dauerhaft mit der Blattform und -Farbe der Stammform austreiben? Wie würde sich das Wuchsverhalten der Reiser auf dem Dissectum-Teil entwickeln?

zopf hat geschrieben:...Im Freiland würde sich der Baum innerhalb kurzer Zeit wohl mit Rotpustelpilz infizieren und wäre damit ein Fall für die Tonne...
Nicht nur das, ich habe in diesem Winter die Erfahrung gemacht, daß durch den langen und warmen Herbst die jap. Ahorne nicht rechtzeitig zur Ruhe gekommen sind. Aufgrund der dann einsetzenden Kälte kombiniert mit Westwinden, habe ich an zwei Bäumen, die in meinem kl. Anzuchtbeet nicht geschützt standen, ca. 50% der Knospen/Äste verloren! Ab jetzt pflanze ich Ahrone nur noch in TPK für den Aufbau, damit sie mobil bleiben.

zopf hat geschrieben:...wird er nach vielen Jahren vielleicht ein skuriler Baum sein...
Das denke ich auch, ist doch aber nicht schlecht, oder?

zopf hat geschrieben:...sich aber vom Stadium der Trümmerlotte nicht weit entfernen...
Das finde ich nicht! Deine Gestaltung der Äste und Zweige wird natürlich entscheidend sein. Mit diesem Stamm kannst Du sogar in die Penjing-Richtung blicken :wink:
Viele Grüße, Chris.
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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo Chris
Die "Rückpropfung" des Originallaubes
hätte den Vorteil der Stärkungdes Baumes
Dissectum hat recht lange Internodien, ist stark bruchgefährdet
und spricht auf die üblichen Methoden Unseres Hobbys
schlecht an. Da bei der Unterlage wuchskräftige
Ursprungssorten des palmatum verwendet werden
wäre ein viel schnellerer und gesünderer Aufbau möglich gewesen.
Ausserdem beschränkt mich die Wachstumstruktur
des dissectum auf eine Trauerweiden-Form.
Von der Wirkung her wäre mir die plakative Wirkung
weiss (Todholz), braun (Rinde) und grün (Blätter) lieber gewesen.

Vom Stil her bin ich in keinster Weise festgelegt,
in meinem Garten findet sich ein Sammelsurium
von Pflänzchen aller Art, die keinen Namen haben.
In der grossen Bonsai-Welt sind Begrifflichkeiten
sinnvoll um verständlicher zu schreiben.
Meinen Bäumchen ist das allerdings vollkommen wurscht
und es bedarf schon eines Aussenstehenden um Ihnen
zu erklären wie Sie gefälligst zu wachsen haben.
(Ist nicht böse gemeint)

mfG Dieter
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Alien66
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Beitrag von Alien66 »

Danke für Deine Erklärungen, Dieter!
zopf hat geschrieben:...Da bei der Unterlage wuchskräftige Ursprungssorten des palmatum verwendet werden...
Sage mal, würdest Du es auf dieser Basis für möglich halten, einen Dissectum abzumoosen, wenn sich der gesamte Prozeß auf die Unterlage beschränkt? Seit der letzten Woche bin ich Besitzer eines Dissectums, dessen Nebari für eine Schalenpflanzung unbrauchbar ist. Aber Du weißt ja vielleicht selber, wie es mit Pflanzen so ist, die man über lange Zeit beobachtet... Siehst Du eine Chance diesen Baum abzumoosen, wenn er gut eingewachsen ist, vielleicht im nächsten oder darauffolgenden Jahr?

zopf hat geschrieben:...Ausserdem beschränkt mich die Wachstumstruktur des dissectum auf eine Trauerweiden-Form....
DAS sehe ich nicht so! Wenn ich z.B. durch unsere benachbarte Baumschule gehe, in der neben div. Formgehölzen eine Menge Dissectums herumstehen, erscheint mir bei diesen nicht ein Einziger in dieser Form.
Gut, in vielen Gärten sieht man Dissectums in der Trauerweidenform, doch durch ihren verwundenen Wuchs ergeben sich auch einige andere Stile, teilw. sogar einfacher, als bei Rohmaterial anderer Arten! Deinen Baum würde ich auch nicht unbedingt in der Trauerweidenform sehen.

zopf hat geschrieben:...(Ist nicht böse gemeint)...
Das habe ich auch nicht so verstanden!
Viele Grüße, Chris.
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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo Chris
Prinzipiell halte ich ein Abmoosen für möglich,
allerdings würde ich mit Drahtschlinge abmoosen
und einen Zeitraum von 3 Jahren veranschlagen.
Ich würde die oberste Windung ganz kurz
unter dem Propfteil legen, das der durch das Wachstum
der Unterlage gestaute Druck die Schwellung am Propfteil
hervorruft.

Ob das Abmoosen dickerer Ahorne sinnvoll ist,
bezweifele ich mittlerweile immer mehr.
Bis jetzt habe ich noch keine geschlossene Wunde
bei einem abgemoosten Stamm gesehen.
Bei wüchsigen Arten, die schneller wachsen als modern,
oder Bäumen die sehr widerstandsfähiges Holz haben
dürften abgemooste Bäume auch eine lange Lebenserwartung haben,
bei überzüchteten Formen habe ich aber Zweifel.
Dieses Jahr habe ich testweise einen Shishi mit Draht
und unterem Wurzelwerk in´s Freiland gepflanzt.
In 2 Jahren werde ich sehen ob sich der untere Teil
selbst abgefault hat und die Wunde verschlossen ist.
Dieses Frühjahr habe ich eine Feldulme abgetrennt.
Über die Wurzelbildung kann ich mich in keinster Weise beschweren,
aber ein Teil des abgetrennten Stammes hat eine Faulstelle.
An der Holzfarbe war zu erkennen, das dieser Bereich
schon abgeschottet ist, aber diese Schwachstelle ist im Baum.
In der Zukunft wird der Baum wachsen und gedeihen
und vielleicht ein Bonsai werden. Dann kommt die flache Schale,
die Magerkost und irgendwann stirbt der Baum
aus "unerklärlichen Gründen".
Das war jetzt genügend Pessimismus.

Mein dissectum ist genetisch auf Trauerweide programmiert,
dagegen zu arbeiten erscheint mir nicht sinnvoll.

mfG Dieter
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zopf
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Re: Ahorn - Findling - jetzt ?

Beitrag von zopf »

Hallo
Auch an dieser Baustelle bin ich etwas weiter gekommen.
Einen Teil der dicken Wurzel konnte ich schon abtrennen
und mit dem Wurzelshari beginnen.
In 3 Jahren werde ich wohl komplett abtrennen können
und dann dürfte langsam sein Leben als Bonsai beginnen.
Eine Krone aufzubauen habe ich schon 2 mal begonnen
allerdings hat der Nassschneebruch beide Ansätze vereitelt.
Vorderseite steht fest, Totholz hat noch kein Gesicht
aber langsam wird´s was mit dem Bäumchen.
mfG Dieter
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grüsse an die bewohner von melmac
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heinz leitner
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Re: Ahorn - Findling - jetzt ?

Beitrag von heinz leitner »

Da kann man nur sagen:
Totgesagte leben länger....
Respekt Dieter *daumen_new* *daumen_new*
Gruss Heinz
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zopf
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Re: Ahorn - Findling - jetzt ?

Beitrag von zopf »

Hallo
Auch hier nach ein paar Jahren mal wieder ein Update.
Die rechte Wurzel ist mittlerweile ab,
da steht dann noch einiges an Fräsarbeit an.
Auch der untere, starke Ast ist vor 2 Jahren gefallen,
so das, das Grundkonzept steht.
Die Schale ist mir flach genug, noch eine vernünftige Schale töpfern
und den Baum dann noch etwas nach links kippen
und auch die Baustelle wäre erledigt.
mfG Dieter

ps Bitte in Gestaltung verschieben
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