------------------------------ ADVANCED BARK-AGING-TECHNIQUES 2025 ---------------------------------------------

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Gast

Re: ------------------------------ ADVANCED BARK-AGING-TECHNIQUES 2025 -----------------------------------------

Beitrag von Gast »

MartinRedlich hat geschrieben: 11.01.2025, 19:29
(...) "Die raue Rinde entstand aber wohl eher durch die starke Biegung mit damit einhergehenden Rissen und weniger durch die (luftdichte und feuchte) Verpackung in Plastikfolie."
Ja, wären es die Risse gewesen, wäre es der Erwähnung hier als mögliche Technik ja nicht wert gewesen.
Meine Vermutung: Durch die Risse gibt es keine Barriere zu dem feuchten Milieu außerhalb. Wickelt man eine Zeder ohne Draht in Folie, halte ich es für unwahrscheinlich, dass etwas passiert.

MartinRedlich hat geschrieben: 11.01.2025, 19:29
(...) " Ansonsten müsste jeder Baum, der in Lehm steht, unter der Erdoberfläche eine raue Borke haben, und dem ist nicht so."
Auch hier ja. Eine raue Borke und ständige Nässe passen aber nicht zu einander.
Aber, wie man besonders bei Prunusarten sehen kann verändert es anscheinend/vielleicht eher dauerhaft die borkebildende Gewebestruktur ( ...zumindest die Erscheinung der Borke); auch wenn diese dann wieder "trockengelegt" ist.
Was meinst Du hier konkret?
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MartinRedlich
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Re: ------------------------------ ADVANCED BARK-AGING-TECHNIQUES 2025 -----------------------------------------

Beitrag von MartinRedlich »

Hallo Freunde,
hallo Werner,

es geht wirklich nicht um die Risse die durch das Verformen enstehen! Das Umwickeln und damit einhergehend die Feuchtigkeit ist entscheidend aber vielleicht auch die verminderte Atmung. Vielleicht ist hier insgesamt förderlich zusätzlich abzudunkeln.

Du benennst zwar nicht was du konkretisiert haben möchtest aber gerne nochmal anders formuliert:

- Dauerhafte Nässe degeneriert vorhandene Rindenstrukturen durch Fäulnis. Daher der Hinweis auf Eignung bei eher jungen Bäumen.
- Bereits gut entwickelte Borke wird durch die Technik nicht besser!
- Bei eher jungen Exemplaren von Prunusarten die gesammelt wurden erkennt man nach vielen Jahren in Kultur noch ganz genau wo die Erdlinie vor dem Ausgraben verlief.
Hier ist nicht gemeint wo das Wurzelgewebe beginnt! Wenn beispielsweise Erde oder Steine am Standort zugefügt wurden während des Wachstums, liegt diese sichtbare Grenze auch schon mal 40cm über dem Wurzelansatz.

MfG

Es wäre schön, wenn die Bonsai im Bild etwas mehr Platz bekämen.
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Tomsai 92
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Re: ------------------------------ ADVANCED BARK-AGING-TECHNIQUES 2025 -----------------------------------------

Beitrag von Tomsai 92 »

MartinRedlich hat geschrieben: 11.01.2025, 15:50 Zurück zum Kernthema: Kann jemand etwas aus eigener Erfahrung/Beobachtung beitragen?
Hallo zusammen,

Mein Feldahorn musste vor vielen Jahren eine recht großflächige Behandlung mit feinem Schleifpapier über sich ergehen lassen - trocken, ohne Moss und Folie. Damals gab es noch von Harry Harrington aus GB Erfahrungsberichte, tlw. auch mit Bildern auf seiner alten Webseite in denen er verschiedene Spezies, vor allem Weißdorne, mit Schleifpapier, Moos und Folie bearbeitete. Mein Ziel war damals die unterschiedlichen Rindenstrukturen und oberflächlichen Schürfverletzungen aus Zeiten der Feldkultur optisch zu homogenisieren und ggf. eine schnellere Borkenbildung zu fördern.
Als Resultat am Feldahorn bildeten sich dunkle kleine Borkenplatten, die im Laufe der Jahre abblätterten und die Lentizellen vermehrten und vergrößerten sich auffallend. Eine beginnende Borkenbildung lässt bis heute weiterhin auf sich warten. Das Ergebnis gefällt mir dennoch und ist vor allem noch niemandem aufgefallen, von den vielen Menschen, die den Baum live gesehen haben...


Die überstehenden toten Rindenstreifen an den Außenseiten alter Schnittstellen entferne ich übrigens nahezu seit Anbeginn meines Schaffens mit Bonsai. Das halte ich, gerade bei Spezies mit glatter Rinde sowie sehr dickem Bast (Hainbuchen, Rotbucgen, Linden, etc.) für einen wichtigen Bestandteil der Wundbearbeitung, denn diese geraden Linien sind ohne Einflussnahme auch nach Jahrzehnten noch als unnatürlich wirkende tote Rindenstreifen sichtbar. So ist nun auch beim genauesten Suchen nach den alten großen Schnittstellen im unteren vorderen Stammbereich über dem Nebari des Feldahorns nichts mehr zu finden.


Außerdem bearbeitete ich vor Jahren mal den Stamm einer Parrotie sehr intensiv mit Schleifpapier und anschließendem Frischhaltefolienwickel.
Nach nur einem Jahr war der zuvor glatte jugendliche Stamm von den charakteristischen wiederholt abblätternden Rindenfeldern gezeichnet. Aufgrund der Immunität gegenüber Pilzerkrankungen war ich bei der Parrotie sehr rigoros in der Bearbeitung. Wenn man die Gefahr potentieller Pilzinfektionen außer Acht lässt, bin ich mir recht sicher, dass die Technik bei Platanen und möglicherweise auch bei Dreispitzahornen ähnliche Ergebnisse erzielt.
Bilder davon habe ich noch auf einem PC, der mir derzeit aber leider nicht zur Verfügung steht.

Liebe Grüße
Tom
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mydear
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Re: ------------------------------ ADVANCED BARK-AGING-TECHNIQUES 2025 -----------------------------------------

Beitrag von mydear »

Tomsai 92 hat geschrieben: 12.01.2025, 17:01Mein Feldahorn musste vor vielen Jahren eine recht großflächige Behandlung mit feinem Schleifpapier über sich ergehen lassen - trocken, ohne Moss und Folie.
Hallo Tom,
und ich wunderte mich schon, warum die Rinde deines Feldahorns nicht in Quaderform oder Querstreifen bricht. Zumindest unter den großen Ästen hätte ich es vereinzelt erwartet. Diese gleichförmige Struktur kannte ich bisher nicht. Siehe Vergleich zu meinem Feldahorn, der viel unterschiedliche Rinde hat. Dass nur mein „Feldie“ am Stamm so viele Grünalgen am Stamm hat führte ich auf den Moosteppich zurück und höhere Feuchtigkeit am Stamm.

Tomsai 92 hat geschrieben: 12.01.2025, 17:01 Die überstehenden toten Rindenstreifen an den Außenseiten alter Schnittstellen entferne ich
Das mache ich auch regelmäßig mit scharfem Messer/Skalpell - neumodisches Facelifting :lol:

Grüße, Rainer
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bei altem Feldahorn bricht die Rinde gerne in Querstreifen. <br />Das Rote am Stamm sind sog. Grünalgen (nicht wundern)
bei altem Feldahorn bricht die Rinde gerne in Querstreifen.
Das Rote am Stamm sind sog. Grünalgen (nicht wundern)
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Beitrag von Gast »

Tomsai 92 hat geschrieben: 12.01.2025, 17:01
Die überstehenden toten Rindenstreifen an den Außenseiten alter Schnittstellen entferne ich übrigens nahezu seit Anbeginn meines Schaffens mit Bonsai. Das halte ich, gerade bei Spezies mit glatter Rinde sowie sehr dickem Bast (Hainbuchen, Rotbucgen, Linden, etc.) für einen wichtigen Bestandteil der Wundbearbeitung, denn diese geraden Linien sind ohne Einflussnahme auch nach Jahrzehnten noch als unnatürlich wirkende tote Rindenstreifen sichtbar. So ist nun auch beim genauesten Suchen nach den alten großen Schnittstellen im unteren vorderen Stammbereich über dem Nebari des Feldahorns nichts mehr zu finden.
Tom,
das klingt interessant! Kannst Du das Vorgehen vll. detaillierter erklären, bzw. hast Du evtl. Bildmaterial für uns?
VG
Werner
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MartinRedlich
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Beitrag von MartinRedlich »

Hallo Freunde,
hallo Tom,

danke für Deinen Betrag! - Now, we are talking! Der Hinweis: "Harry Harrington aus GB Erfahrungsberichte" ist klasse aber es war mir leider nichts mehr zu finden.

Zwei Fragen zu dem Acer wenn ich darf:

-- Wo hast du, z.B. bei dem Bild von 2010, abgeschliffen? Oberflächlich und wenn ja wo; oder bis man Teilweise bis zum "Korkkambium (Phellogen) dort werden nach außen Korkzellen (Phellem) und nach innen in geringer Menge parenchymatische Zellen (Phelloderm) gebildet....(wiki)" gekommen bist?

-- Wie lange war die Folie dran um solch eine Wirkung zu erbringen?


Eine Anmerkung: Die Schnittwunde rechts des Daumens auf dem Bild von 2010 ist ja wirklich super geworden! Und ja! - Eine sehr interessante dynamische und herausstechende Rinde in dem Stadium, auch durch die vielen Lentizellen! *daumen_new*
Ganz andere Rindenoptik an einem Acer campestre! - Mir wäre das bewusst auch nicht aufgefallen - hätte da beim Betrachten eher irgendeine zufällige Besonderheit erwogen (Nach dem Motto: Ah, cool!) aber draufgekommen wäre ich nicht!

MfG
Zuletzt geändert von MartinRedlich am 13.01.2025, 18:24, insgesamt 1-mal geändert.

Es wäre schön, wenn die Bonsai im Bild etwas mehr Platz bekämen.
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Beitrag von Tomsai 92 »

Data_Scientist hat geschrieben: 13.01.2025, 10:45
Tomsai 92 hat geschrieben: 12.01.2025, 17:01
Die überstehenden toten Rindenstreifen an den Außenseiten alter Schnittstellen entferne ich übrigens nahezu seit Anbeginn meines Schaffens mit Bonsai. Das halte ich, gerade bei Spezies mit glatter Rinde sowie sehr dickem Bast (Hainbuchen, Rotbucgen, Linden, etc.) für einen wichtigen Bestandteil der Wundbearbeitung, denn diese geraden Linien sind ohne Einflussnahme auch nach Jahrzehnten noch als unnatürlich wirkende tote Rindenstreifen sichtbar. So ist nun auch beim genauesten Suchen nach den alten großen Schnittstellen im unteren vorderen Stammbereich über dem Nebari des Feldahorns nichts mehr zu finden.
Tom,
das klingt interessant! Kannst Du das Vorgehen vll. detaillierter erklären, bzw. hast Du evtl. Bildmaterial für uns?
VG
Werner
Die Technik besteht in Abhängigkeit von der Spezies im individuellen Nachschnitzen der toten Rindenkanten im Außenbereich dessen was in der Bonsaiszene "Kallus" genannt wird (... fachlich übrigens korrekt als Wundholz zu bezeichnen). Linden z.B. haben mit zunehmendem Alter eine sehr dicke Bastschicht. Bei alten Findlingen sind diese toten Kanten an nicht zu vermeidenden Schnittstellen schnell 5-10mm dick, und fallen nach Jahrzehnten noch als unnatürlich wirkende Linien auf. Auch bei der europäischen Hainbuche sind diese Kanten für detailverliebte Bonsaianer wie mich noch lange unangenehm auffällig, auch wenn die Schnittstellen bereits komplett überwallt sind.
Ich hänge ein paar Bilder von relativ jungen Schnittstellen an meinen Hainbuchen an, vielleicht ist es dann besser verständlich.
Beim Feldahorn sieht man die Unterschiede oben auch recht gut.
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Linde bei denen auch nach Jahrzehnten die Außenkanten der ursprünglichen Schnittstellen ersichtlich sind. (Bild aus dem Forum geborgt)
Linde bei denen auch nach Jahrzehnten die Außenkanten der ursprünglichen Schnittstellen ersichtlich sind. (Bild aus dem Forum geborgt)
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meine Linde bei denen die Übergänge mehrfach nachgearbeitet wurden (Alter der Schnittstellen &lt;5 Jahre)
meine Linde bei denen die Übergänge mehrfach nachgearbeitet wurden (Alter der Schnittstellen <5 Jahre)
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2 Jahre alte Schnittstelle rechts unten.
2 Jahre alte Schnittstelle rechts unten.
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ein Jahr alte Schnittstellen mit versäuberten Kanten
ein Jahr alte Schnittstellen mit versäuberten Kanten
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5 Jahre alter Schnitt - Außenumriss Kaum noch zu sehen
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Beitrag von MartinRedlich »

Hallo Freunde,
hallo Tom,

nochmals vielen herzlichen Dank!
Ja, das Problem (in vielerlei Hinsicht) kenne ich und habe es an vielen Bäumen leider sehr sehr oft schon gesehen.

*back* Sorry, aber hier geht es gerade um BARK-AGING.

MfG

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Beitrag von MartinRedlich »

Hallo Freunde,

hier mal ein Beispiel an einer insgesamt ca. 5 Jahre alten Sommerlinde Tilia platyphyllos.
Die angewendete Technik war schlicht umwickeln mit Frischhaltefolie und nach einem Jahr wieder entfernen:

Lila zeigt wo keine Folie angebracht war.

Viel Spaß beim ausprobieren. Und bitte berichten, dann.
Die Reaktionen anderer Arten zu sehen ist sehr wünschenswert!

Werde die Tage den unteren Teil des Stammes noch wickeln und später wieder ein Bild einstellen.



MfG
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Beitrag von Gast »

Ja, irgendwas ist passiert, es schaut nur nicht aus, wie die Altersborke einer Linde - auch nicht, wie die die Borkenbildung beginnt. Auf diesen Umstand wurde ja bereits hingewiesen.

Es wird spannend zu sehen, ob sich das mit der Zeit verwächst.
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Re: ------------------------------ ADVANCED BARK-AGING-TECHNIQUES 2025 -----------------------------------------

Beitrag von roro »

Hallo zusammen,

ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: aber ist die veränderte Rinde durch die Frischhaltefolie ein "Gewinn"? Mich jedenfalls spricht sie überhaupt nicht an und sie wirkt auf mich geschwürig und nach einem Schaden...
Ich denke, das "Tun können" sollte bei solchen Massnahmen an hinterer Stelle, nach der "ästhetischen Absicht" stehen. Für mich ist bei der Linde optisch keine Verbesserung auszumachen. Aber vielleicht bin ich ja da der einzige, der das so sieht.

Gruss,
Roro
Sind diese Blumen künstlich? - Natürlich.
Also natürlich oder künstlich? - Natürlich künstlich!
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Beitrag von BenBonsai »

Du bist nicht der Einzige, Roger.
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