MartinRedlich hat geschrieben: 11.01.2025, 15:50
Zurück zum Kernthema: Kann jemand etwas aus eigener Erfahrung/Beobachtung beitragen?
Hallo zusammen,
Mein Feldahorn musste vor vielen Jahren eine recht großflächige Behandlung mit feinem Schleifpapier über sich ergehen lassen - trocken, ohne Moss und Folie. Damals gab es noch von Harry Harrington aus GB Erfahrungsberichte, tlw. auch mit Bildern auf seiner alten Webseite in denen er verschiedene Spezies, vor allem Weißdorne, mit Schleifpapier, Moos und Folie bearbeitete. Mein Ziel war damals die unterschiedlichen Rindenstrukturen und oberflächlichen Schürfverletzungen aus Zeiten der Feldkultur optisch zu homogenisieren und ggf. eine schnellere Borkenbildung zu fördern.
Als Resultat am Feldahorn bildeten sich dunkle kleine Borkenplatten, die im Laufe der Jahre abblätterten und die Lentizellen vermehrten und vergrößerten sich auffallend. Eine beginnende Borkenbildung lässt bis heute weiterhin auf sich warten. Das Ergebnis gefällt mir dennoch und ist vor allem noch niemandem aufgefallen, von den vielen Menschen, die den Baum live gesehen haben...
Die überstehenden toten Rindenstreifen an den Außenseiten alter Schnittstellen entferne ich übrigens nahezu seit Anbeginn meines Schaffens mit Bonsai. Das halte ich, gerade bei Spezies mit glatter Rinde sowie sehr dickem Bast (Hainbuchen, Rotbucgen, Linden, etc.) für einen wichtigen Bestandteil der Wundbearbeitung, denn diese geraden Linien sind ohne Einflussnahme auch nach Jahrzehnten noch als unnatürlich wirkende tote Rindenstreifen sichtbar. So ist nun auch beim genauesten Suchen nach den alten großen Schnittstellen im unteren vorderen Stammbereich über dem Nebari des Feldahorns nichts mehr zu finden.
Außerdem bearbeitete ich vor Jahren mal den Stamm einer Parrotie sehr intensiv mit Schleifpapier und anschließendem Frischhaltefolienwickel.
Nach nur einem Jahr war der zuvor glatte jugendliche Stamm von den charakteristischen wiederholt abblätternden Rindenfeldern gezeichnet. Aufgrund der Immunität gegenüber Pilzerkrankungen war ich bei der Parrotie sehr rigoros in der Bearbeitung. Wenn man die Gefahr potentieller Pilzinfektionen außer Acht lässt, bin ich mir recht sicher, dass die Technik bei Platanen und möglicherweise auch bei Dreispitzahornen ähnliche Ergebnisse erzielt.
Bilder davon habe ich noch auf einem PC, der mir derzeit aber leider nicht zur Verfügung steht.
Liebe Grüße
Tom