Hallo Chris,
hm, kann zwar nicht nachvollziehen wieso man nach einem Rat fragt, wenn man diesen missachtet, aber
vielleicht nur kurz ein Versuch die geäußerten Bedenken zu erklären. Also wenn man einen Wurzelschnitt durchführt, dann entzieht man einem Baum einige Energie in Form von Mineralien, Zuckerprodukten und Flüssigkeit. Der Baum wendet einige Reserven für die Regeneration der Wurzeln auf und ist danach geschwächt. Es treibt in der Regel etwas später als ohne einen Wurzelschnitt aus und die Blätter fallen kleiner aus, weil das schwächere Wurzelwerk weniger Mineralien und Wasser liefert. Sind die Zweige ausgetrieben, müssen die Blätter ausreifen, bevor Sie ordentliche Menge an Zuckerprodukten liefern können, um die Reserven/ Vitalität des Baums zu stärken. Erst 2 Wochen nachdem diese ausgereift sind und den Baum mit Energie versorgt haben, schneide ich zurück. Solange braucht es bis die Blätter neue Knospen bilden, die nach dem Rückschnitt dann zeitnahe austreiben. Schneidet man vor der Zeit ist der Baum so geschwächt, dass die Entwicklung ausgebremst wird und es für Krankheiten/ Schädlinge anfällig wird. Auch ist der Baum jetzt bereits in Saft und wird durch den Astrückschnitt Saft verlieren, zumal die Wunden nicht versorgt sind. Die Zweige sind noch nicht ausgehärtet, so dass man nicht bündig schneiden kann, sonst könnten diese Schaden nehmen und austrocknenen. Starkes Drahtbiegen schädigt ebenfalls die Leitungsbahnen.
Die diesjährigen Zweige würde ich jetzt erstmal solange treiben lassen bis die Blätter neu Knospen in den Achseln gebildet haben, sonst würde ich für den Baum nicht auf rosige Zukunft wetten. Rückknospung hätte bei späteren und demnach stärkeren Rückschnitt sicher besser funktioniert.
Letztendlich muss jeder seine Erfahrung sammeln, wäre aber schade um das Bäumchen, mit ansetzenden Rindenbildung.
Gruß Waldgeist