Hallo Marco
Die Vereinigung von Handwerk und Kunst,
von Perfektion und Ausdruck
in einem Baum zusammengeführt
sollte eigentlich Ziel Unserer Bemühungen sein.
Es ist eher zweitrangig ob ein Laubbaum Schnittstellen oder nicht hat,
wenn Sie an der "richtigen" Stelle sitzen
und die Ausführung des Schnitts "natürlichen" Ansprüchen gerecht wird
kann beiden Zielen gedient sein.
Der Perfektion eines Naturprodukts
sollte auch immer ein Stück "Unperfektion" inne wohnen.
mfg Dieter
Laubbäume und Schnittstellen
Re: Laubbäume und Schnittstellen
grüsse an die bewohner von melmac
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Joseph Conrad
- Beiträge: 283
- Registriert: 25.05.2013, 19:16
Re: Laubbäume und Schnittstellen
Die "Unperfektion " wird auch in japanischen Bonsaimeisterwerken geschätzt. Aber auch das ist natürlich wieder relativ. Ein Laubbaumbonsai im naturalistisch-europäischen Stil mit unverheilbaren Schnittwunden wie die Orienthainbuchen wäre trotzdem auf dem Brandhaufen gelandet. Heute vielleicht nicht mehr, da auch die Japaner Exotik schätzen. In einer Bonsai art Ausgabe wurde Kimura gezeigt wie er einen Apfeldoppelstamm mit der Motorsäge bearbeitete. Vielleicht ein Zugeständnis an seine europäischen Fans ?
Das Wort "Schnittstelle" im Titel wurde wahrscheinlich nicht ohne Überlegung gewählt. Bei einem glattrindigen Laubbaum sieht das eher wie eine "Schnittwunde" aus. Nicht jeder kann an einer Wunde die offenbleibt und von Pilzen und Fäulniss befallen wird
Gefallen finden. Als die menschliche Lebensspanne noch kürzer und gefahrvoller war rief das wahrscheinlich Assoziationen mit der eigenen Hinfälligkeit hervor und war somit neagtiv belegt. Hier ist man also vielleicht unempfindlicher geworden ?
Beim Kupieren von Hundeöhrchen und Schwänzchen dagegen dann wieder empfindsamer geworden. Wie soll man das verstehen ?
LG Joseph
Das Wort "Schnittstelle" im Titel wurde wahrscheinlich nicht ohne Überlegung gewählt. Bei einem glattrindigen Laubbaum sieht das eher wie eine "Schnittwunde" aus. Nicht jeder kann an einer Wunde die offenbleibt und von Pilzen und Fäulniss befallen wird
Gefallen finden. Als die menschliche Lebensspanne noch kürzer und gefahrvoller war rief das wahrscheinlich Assoziationen mit der eigenen Hinfälligkeit hervor und war somit neagtiv belegt. Hier ist man also vielleicht unempfindlicher geworden ?
Beim Kupieren von Hundeöhrchen und Schwänzchen dagegen dann wieder empfindsamer geworden. Wie soll man das verstehen ?
LG Joseph
Jeder Grashalm hat seinen Fleck Erde, aus dem er sein Leben und seine Kraft zieht; ...
Re: Laubbäume und Schnittstellen
Wenn man nach Italien, Frankreich, Spanien oder Kroatien schaut, dann sieht man die spektakulären Bux, Myrthe, Rosmarien, Thymian, Oliven, Korkeichen, Steineichen, ... die teilweise mächtige Totholzpartien haben oder überhaupt fast nur aus Totholz bestehen. Diese Bäume sind meist Yamadori, die teilweise schon ein 3-stelliges Alter mitbringen. Viele dieser Wildpflanzen sind schon nach wenigen Jahren traumhafte mächtige Bonsai, die an Ausstrahlungskraft fast nicht zu überbieten sind.
Was ich mich jetzt frage: Kann man ein ähnliches Ergebnis auch in Deutschland mit z.b. einer Buche oder Linde aus des Nachbars Hecke erreichen? Werden sich unsere heimischen Laubbäume mit Totholz jemals mit den Bäumen unserer Südeuropäischen Kollegen messen können? Oder sind solche Projekte nicht schon von vorn herein zum Scheitern verurteilt? Eine 30-jährige Heckenbuche hat vielleicht schon einen dicken Stamm. Aber mit einer 300-jährige Myrthe wird sie niemals konkurrieren können. Selbst wenn man es schaffen würde, das Totholz halbwegs glaubhaft hinzubekommen.
Gruß, Werner
Was ich mich jetzt frage: Kann man ein ähnliches Ergebnis auch in Deutschland mit z.b. einer Buche oder Linde aus des Nachbars Hecke erreichen? Werden sich unsere heimischen Laubbäume mit Totholz jemals mit den Bäumen unserer Südeuropäischen Kollegen messen können? Oder sind solche Projekte nicht schon von vorn herein zum Scheitern verurteilt? Eine 30-jährige Heckenbuche hat vielleicht schon einen dicken Stamm. Aber mit einer 300-jährige Myrthe wird sie niemals konkurrieren können. Selbst wenn man es schaffen würde, das Totholz halbwegs glaubhaft hinzubekommen.
Gruß, Werner
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MerschelMarco
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- Registriert: 20.05.2007, 10:43
Re: Laubbäume und Schnittstellen
Werner,
Birnen mit Äpfeln zu vergleichen bringt nichts. Wer spektakuläre Totholzgestaltungen bei Linde Buche und Hainbuche sucht wird scheitern müssen, weil diese nun mal kein dauerhaftes Holz haben. Hohle ausgefaulte Stämme sind aber natürlich machbar und Hecken sind da ideales Fundgebiet. Was Totholz bei Laubgehölzen anbelangt haben wir aber da z.B mit der Steinweichsel auch eine Spezies die keinen Vergleich zu scheuen braucht.
Grüße,
Marco
Birnen mit Äpfeln zu vergleichen bringt nichts. Wer spektakuläre Totholzgestaltungen bei Linde Buche und Hainbuche sucht wird scheitern müssen, weil diese nun mal kein dauerhaftes Holz haben. Hohle ausgefaulte Stämme sind aber natürlich machbar und Hecken sind da ideales Fundgebiet. Was Totholz bei Laubgehölzen anbelangt haben wir aber da z.B mit der Steinweichsel auch eine Spezies die keinen Vergleich zu scheuen braucht.
Grüße,
Marco
