ehrlich gesagt finde ich das grundsätzliche Thema schon spannend...... aber ....
Was z.B. mit Yamadori wirklich gemeint ist, ist für mich etwas unklar.
Ab wann ist ein " in der Natur gesammelter Baum " ein Yamadori ...... erst ab 150Jahren , oder auch schon nach 20 Jahren.
Ist ein Yamadori erst ein Yamadori, wenn er aus dem Hochgebirge kommt, oder auch schon wenn er von einer Halde, einem Steinbruch oder vom Waldrand kommt.
Gut..... das mit der gewissen Ausstrahlung.... das bringt mich dazu zu glauben, es geht nur um Hochgebirgsbäume...
Warum sind die Bäume dort wo sie stehen, so wie sie sind..... ist ja alles schon genannt worden...ok... viele wissen es auch .......aber mit Natur Nachahmen ist das so eine Sache.
Durch die Antworten, die du erhalten hast, hättest du dir auch denken können, dass es wohl nicht so einfach ist bzw. dass es hier nur sehr wenige gibt, die in diese Richtung überhaupt denken ( es gibt nämlich in der Tat auch andersdenkende Bonsaianer, die nicht alles abkürzen wollen , was ihnen Spaß macht )
Einen Alterungs-Prozeß abkürzen oder vereinfachen zu wollen ist natürlich legitim, und wird auch in der Industrie zu Prüfzwecken erfolgreich eingesetzt.
Bei unserem Hobby ist das allerdings mit ( aus meiner Sicht ) unlösbaren Aufgaben verbunden.
Beim Todholz sehe ich perönlich gute Chancen die Alterungsprozeße abzukürzen, was die Natur nur in 100 Jahren schafft, schafft man mit der Kettensäge, dem Bunsenbrenner, der Stahlbürste und dem Sandstrahlgerät in ein paar Tagen dann noch etwas Jinmittel drauf und schon hast du 100 Jahre gespart.
Genügend Künster in dieser Richtung gibt es ja auch....
Alles Andere künstlich zu erzeugen ist jedoch nicht wirklich praktikabel.
Das Ergebnis einer Ausstrahlung ist nicht nur durch Maßnahmen zu definieren, es ist sehr stark von der Zeit , den Umgebungsbedingungen , der Beharrlichkeit aber auch der brutal erscheinenden Bedingungslosigkeit der Natur geprägt.... die liebt die Pflanzen nämlich nicht so wie wir ....
es gilt nur das Gesetz " wer zu schwach ist ...stirbt, und was sich bewährt bleibt "
Eine extrem feine Borke mit Flechtenbesatz, kurzen Internodien kleinen Nadeln oder Blättern und extremen Bewegungen im Stamm, kann man noch so gerne wollen...... entstehen tut so etwas aber nicht im Zeitraffer im Garten.
Ansätze dafür sind schon in der Schalenhaltung, des regelmäßigen Beschneiden und Drahten incl. Baum OP`s mit Fräser , Bohrer und Co zu finden..... aber das sind, wie schon Beschrieben alles nur Hilfsmittel und legitime Gestaltungsmaßnahmen..... die werden von den einen besser und den anderen schlechter beherrscht....diese einfachen Elemente suchst du aber nicht.
Wenn dir hier wirklich niemand weiterhelfen kann, dann such den Fehler bitte nicht nur in dieser, ach so geilen Comunity .... vielleicht liegt es auch einfach an der Aufgabenstellung und deiner Erwartungshaltung.... ( die für mich auch nicht ganz Eindeutig erscheint )
Übrigens hätte auch ich gerne einen "Schrumpfomat" der 20m hohe alte Bäume in Sekunden in 1m Bonsai verwandelt..... ohne Quatsch , das hätte ich gerne....
leider kenn ich da keinen Ansatz, wie ich weiterkomme.... ( den Wunsch hatte ich übrigens auch schon vor 30 Jahren )
Und in Japan waren Yamadori lange Zeit regelrecht verpönt..... 50 Jahre konsequent und gut gestaltete /gepflegte Bäume ... das ist wertvoll und faszinierend.
Das passt auch zu meiner persönliche Einstellung, und ist ein ganz anderer Weg als deine Vorstellung von Bonsai.... meine Meinung muss aber auch niemand teilen
Gruß Majo
der wirklich wichtigste Teil einer Arbeit, ist damit anzufangen.