Es war wieder ein sehr schöner Tag mit Gleichgesinnten. :D
Insgesamt fand ich die Ausstellung gelungen: die "Location" war sehr gut (deutlich besser auf jeden Fall als letztes Jahr), es gab mehr Parkplatzmöglichkeiten, es gab nicht wie letztes Jahr eine stundenlange Wartezeit an der Kasse, die Kafeteria war auch besser, die Auswahl an den Händlerstände war sehr groß, die Schalenauswahl war ausgezeichnet, auch mit Bücher u. Zeitschriften war man bestens versorgt, und natürlich -nicht zuletzt- kommte man unter Gleichgesinnten "fachsimpeln" was das Zeug hält...
Es hat mich natürlich auch gefreut viele Leute aus dem BFF wieder zu sehen. :D
Und natürlich auch wieder die "usual suspects" wie Walter, Philippe, usw. - die ja keine Noelanders verpassen...
Leider ging der Tag viel zu schnell vorbei.
Zu den Bonsai :
Die Mugo (Nr. 95) von Luis Balino, in der passenden Tokonameschale, hat mir auch sehr gut gefallen. Das Totholz war fantastisch. Er hat vllt. nicht viel am ursprünglichen Totholz nacharbeiten müssen (außer es sauber zu machen), und es gab nur hier u. da kleine Werkzeugspuren die kaum sichtbar waren, aber um so ein schönes Totholz in einer Gesamtgestaltung zur Geltung zu bringen, mitsamt Kronenaufbau, Einpflanzwinkel, usw., ist schon bemerkenswert.
Über die Doppeltkrone hätte man vllt. diskutieren können (Udo Fischer hat mir netterweise gesagt, wie er den weitergestaltet hätte - an dieser Stelle, danke dafür!), und wie man das Totholz links hätte anders gestalten können, aber insgesamt hatte dieser Baum sehr viel Ausstrahlung.
Lustig fand ich auf dem Schildchen die Herkunft: "Yamadori europa".
Zum Gewinner der Shohin-Präsentation :
Ich fand, bei den zwei Präsentationen von Bob van Ruitenbeek, die Thunbergii phänomenal (100 Jahre alt?!?), die blaue Antikschale war traumhaft, und bei der Präsentation stimmte wirklich alles - Bäume, Schalen, Tische, usw.
Für mich, waren seine Shohin-Präsentationen ein "Überflieger" der diesjährigen Noelanders.
Diese Shohin-Präsentationen hätten wahrscheinlich auch ihren Platz gehabt auf einer japanischen Ausstellung - vllt. nicht die Gafu Ten in Kyoto, aber dennoch außerordentliche Shohin-Präsentationen von denen es in Europa nicht viele dieser Qualität zu sehen gibt.
Die Shohin-Präsentation von Udo Fischer war auch sehr schön (Nr. 22). Jeder einzelne Baum war traumhaft. Eine klassische aber schöne Präsentation.
Insgesamt war die Qualität aller Shohin-Präsentationen sehr hoch.
Rätselhaft fand ich nur die Shohin-Präsentation (juniperus und ulmus, Nr. 26) von Yvonne Graubaek - keine Ahnung was diese Präsentation auf der Noelanders verloren hatte...
Bei den Bäumen, zählten auch zu meinen persönlichen Favoriten :
- bei den Nadelbäumen :
Die sylvestris literati aus Spanien von Pepe Leira, gestaltet von Jorge Campo (Nr. 89), in der Tokoname Schale
(eine ausgezeichnete Gestaltung, auch die Totholzbearbeitung war hervorragend, die Schlaufen oben u. im wurzelbereich waren stimmig, wenn die Krone in ein paar Jahre feiner wird ist das ein Topbaum, der stand aber sehr schlecht, ganz hinten links in der Ausstellung...)
Die Taxus cuspidata halbkaskade (Nr. 90) von Luis Baleno
(gehörte m.E. auch zu den Top-Favoriten wegen : Saftbahn, Stamm, Krone, und 1A Gesundheitszustand - nur die Schale... naja...)
Die Mugho aus der Schweiz Netsunagari stil (Nr. 72) von Elize Marie Mann
(tolle Gestaltung, sah von weitem und von nahem sehr überzeugend aus, insgesamt eine wirklich bemerkenswerte Arbeit)
Die Sylvestris halbkaskade (Nr. 23) von David Benavente in der Tokonameschale
(sehr schön)
Den Taxus baccata (Nr. 86) von José Luis Blasco in der Tokonameschale
(eine bemerkenswerte Arbeit, sehr gepflegte Schale)
- bei den Laubbäumen :
Die Ulme moyogi (Nr. 03) von Will Baddeley in der Schale von Gordon Duffett
(ein traumhafter Baum und eine exzellente Gestaltung)
Den palmatum kabudachi (Nr. 24) von David Benavente
(wunderschöner Baum, im belaubten Zustand wahrscheinlich noch schöner - den habe ich, glaube ich, früher beim Danny Use gesehen)
Die Betula Pendula (Nr. 27) doppelstamm von Hermann Haas in der Schale von Peter Krebs
(ausgezeichnete Gestaltung, sehr gelungen, überzeugende Gesamtwirkung)
Die carpinus coreana (Nr. 92) von Andi Dörfliger
(sehr schön)
Die Celtis kabudachi (Nr. 04) von Ronald Bakker in der Bryan Albright Schale
(tolle gestaltung, sehr überzeugend)
Der Palmatum von Christine Leigh-Walker in der hellblauen Schale (Nr. 34)
(sehr schön)
Gefallen, haben mir außerdem :
Die Linde/tilia von Walter Pall (Nr. 43)
(das ist ein stil, sehr schön trotzdem)
Die Picea abies (Nr. 42) von Walter auf Stein
(sah sehr natürlich aus, man sah leider noch die alten Werkzeugspuren am Totholz, aber die Gesamtwirkung war überzeugend)
Die carpinus koreana ikadabuki (Nr. 94) von Manfred roth
(schöne Bewegungen, würde ich gerne im belaubten Zustand sehen)
Die pistazie von Marija und Andrija (Nr. 30), die "Schüler" von Walter
(eine bemerkenswerte Gestaltung, was totholz angeht für so "junge Leute" bemerkenswerte Arbeit, da wo sie das Totholz nachgebessert haben sieht man fast nix! großes Kompliment)
Die Mugo (Nr. 10) von Lydie Carpentier war sehr beeindruckend.
Verbesserungswürdig fand ich :
Den juniperus taiwannensis (Nr. 46) von Lino Pepe in der Isabelia Schale
(schöne schale aber man hätte es besser machen können, totholzgestaltung unharmonisch, teils mit der si-diao technik, teils mit dem Gasbrenner auf die feinen Fasern wieder alles kaputt gemacht, schade denn gutes Ausgangsmaterial, aber die Ausführung lässt den Baum ein wenig künstlich aussehen)
Die larix / lärche (Nr. 55) von Roger Sheperd
(nicht glaubwürdige totholzgestaltung, wird schlecht ältern, später ist nur noch eine Saftbahn hinten und vorne nur noch totholz, schade denn der Kronenaufbau und die feinverzweigung waren gut)
Die juniperus virginiana han kengai (Nr. 50) von Henny Roos
(an sich kein schlechte Gestaltung aber überall Spuren von Werkzeug, furchtbar...)
Die Sabina (Nr. 05) von Rijn Bécude in der Tokonameschale
(unglaubwürdiges Shari, kein Shari hört zwei cm über der Erde auf... schade denn ansonsten guter baum, auch schalenwahl)
Die zwei herausragenden Jins an der picea abies (Nr. 79) aus der Schweiz von Hugo Berther
(keine schlechte Arbeit ann sich, aber was sollen die zwei herausragenden Jins ?? passt überhaupt nicht zum baum, sieht sehr unnatürlich aus - schade, denn der baum war ansonsten schön)
Das Hirschgeweih an der sylvestris moyogi (Nr.37) aus Schottland von Kevin Willson
(nicht daß es schlecht ausgeführt war, die Totholzarbeiten sahen gut aus, aber es sah aus als hätte man einem schönen Baum ein Hirschgeweih aufgesetzt, das verstehe ich nicht, es erweckte den Eindruck als wollte man unbedingt Totholz zeigen wo keines hingehört - schade um den ansonsten schönen Baum)
Die dreieckige Krone auf der Mugo (Nr. 66) von Carlos van der Vaart
(schade, von einem guten Mann, so eine unschöne Krone zu sehen)
Den juniperus (nr. 88) von Josef Valuch in der Isabelia Schale
(sah nicht fertig gestaltet aus, der linke Ast kaschierte ein wichtiger teil der Stammbewegung u. der Saftbahn - schade)
Den juniperus media hetsii (Nr. 67) von Bruno Wijman
(viel zuviel Totholz, viele Fehler, Totholzarbeiten nicht gekonnt ausgeführt, ein Baum der nur für die Show gestaltet wurde - schade denn gutes Ausgangsmaterial)
Die mugo (Nr. 47) von Graham Potter
(das ist typisches Beispiel für: Sinn u. Unsinn von Totholz an einem Baum, oder: wie man einen wunderschönen Baum mit dem Totholz verunstalten kann - stellt man sich diesen Baum ohne das Totholz vor, ist das ein traumhafter Baum - schade)
Und, zuletzt, rätselhaft fand ich :
Die Olive aus Spanien von J.L.Rivas (Nr. 81)
(komische Gesamtgestaltung für eine Olive, sah überhaupt nicht natürlich aus, Äste künstlich gestaltet, u. was sollte dieses massive Shari? - keine Ahnung, was diese Olive auf der Noelanders verloren hatte...)
Den juniperus San Jose (Nr. 69) von Kevin Willson
(kein schlechter Baum, und von einem guten Mann gestaltet, aber was hatte ein komplett frisch eingedrahteter Baum auf der Noelanders verloren?)
Die dicke Sylvestris aus Italien von Mauro Stemberger (nr. 58)
(einfach nur ein "Klotz in einer schale"...)
Die Sinensis han kengai (Nr. 38) von Norbert Neffgen
(keine schlechte Gestaltung, aber was hatte die auf der Noelanders zu suchen?)
Die Sinensis (Nr. 59) von Josef Valuch
(da versteht man die Intention des Gestalters nicht, was wollte er da machen? der Baum sieht nicht fertig gestaltet aus - hatte er keine Zeit den Baum für die Noelanders vorzubereiten?)
Die Kiefer bunjin (Nr. 77) von Wlozimierz Pietraszko
(keine Ahnung was dieser Baum auf der Noelanders zu suchen hatte)
Genauso die Thunbergii (Nr. 35) von Marczika Bonsai studio
(keine Ahnung was die auf der Noelanders verloren hatte)
Die Rigida (Nr. 51) von Philippe Sarazin in der Bryan Albright Schale
(noch schlimmer....)
Das waren so ugf. meine persönlichen Eindrücke einer dennoch insgesamt sehr gelungenen Veranstaltung.
Die Demos habe ich nicht gesehen. Vielleicht sagt ihr uns eure Eindrücke von den Demos.
Freue mich auf nächstes Jahr.
Und Glückwunsch an die diesjährigen Gewinner/in.
Liebe Grüße,
Thierry