Vorbereitung für die große Ausstellung

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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mohan
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Beitrag von mohan »

Nee, das sieht bestimmt so aus:
:P
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Dagmar M.
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Beitrag von Dagmar M. »

Andreas Ludwig hat geschrieben:altmodische Loos-Haus, das den Kaiser Franz-Josef damals so schockiert hat, dass er Schönbrunn nie mehr durch das nächstgelegene Tor verlassen wollte.
wollen wir denn, dass die Bonsai-Freunde so schockiert sind, dass sie es dann Franz-Josef nachmachen und auf keine Ausstellung mehr gehen?? *confused*

Eine Ausstellung mit ausschließlich solchen Bäumen, wie diesem Fuji... würde ich nur 1 x besuchen
Grüßle
Dagmar

Bonsai-Junkies Berlin
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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

Also was ihr für häßliche Vorschläge macht!!

Hier der Baum wie eben in der Morgenröte gesehen. Im Laufe des Vromittags wird er fertig werden.
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Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.

mit freundlichen Grüßen
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mohan
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Beitrag von mohan »

Walter Pall hat geschrieben: gewünschtes Ergebnis der Gestaltung:
[...]

modern: der Betrachter soll tief beeindruckt sein, fast erschrocken, verwundert, eingeschüchtert
[...]
Ich kann es nicht wirklich lassen und hoffe es nimmt mir keiner übel.
Viele Wörter reichen manchmal nicht dafür aus, was man sagen will. Bilder sagen oft mehr als Worte. Und sind zudem "lebhafter".
Hab da mal ein paar Human-Bilder zusammengestellt/verlinkt um im übertragenen Sinne zu visualisieren wie ich den "modernen Stil nach Pall" bisher verstanden habe.






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Wie schon wiederholt festgestellt wurde: Das KANN einem gefallen, MUSS aber nicht!
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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

Monika,

das kommt irgendwie hin.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
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mit freundlichen Grüßen
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Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig »

Monika

«Gefallen» - ja gehts darum? Mir ist diese Forderung, es habe zu gefallen, zu banal und anspruchslos. Das ist – ad absurdum geführt – Dekoration: «Ich hätte gerne einen Meter rote Bücher, doe zu meinem Sofa passen». Lach nicht, sowas wird gemacht.

Die Bilder, die du gezeigt hast, haben alle was. Etwas, das anregt. Da denkt man sich dies, da denkt man sich das. Jedenfalls, wenn man offen genug dafür ist, diese Gedanken zuzulassen. Manche sollen ja Angst vor Ideen haben…

«Es ist das Schöne nichts als des Schrecklichen Anfang, den wir gerade noch ertragen». Es gibt nicht das Schöne und das Hässliche oder Schreckliche, sondern erstens fliessen diese beiden Begriffe ineinander und zweitens bedingen sie sich gegenseitig.

Du und Dagmar, ihr habt offenbar irgendwie Angst davor, geschockt zu werden. Warum denn bloss? Diese Impulse brauchts doch.
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mohan
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Beitrag von mohan »

Hi Andreas, du hast da, zumindest was mich betrifft, wohl etwas falsch verstanden.
Ich habe da ganz gewiss keine Angst vor, im Gegenteil ich begrüße es.
Etwa die Hälfte der Bilder oben kann ich durchaus Einiges abgewinnen -ebenso gefällt mir die Sabina (wahrscheinlich) nicht aber die Mugo ist gut.
Das ist doch aber irgendwie gar nicht wichtig.
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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

Sabina vorerst fertig, mit Größenvergleich
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Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

Zwei Mugos sind auch noch Kandidaten.

Bei der ersten muß kaum was getan wreden. Bei der zweiten wohl, die Krone ist ja viel zu schwer.
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Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.

mit freundlichen Grüßen
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Thomas P.
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Beitrag von Thomas P. »

mohan hat geschrieben:
Walter Pall hat geschrieben: gewünschtes Ergebnis der Gestaltung:
[...]

modern: der Betrachter soll tief beeindruckt sein, fast erschrocken, verwundert, eingeschüchtert
[...]

Hab da mal ein paar Human-Bilder zusammengestellt/verlinkt um im übertragenen Sinne zu visualisieren wie ich den "modernen Stil nach Pall" bisher verstanden habe.
Hallo,
ich denke , solche Begriffe wie modern und traditionell sind immer relativ und die Übergänge fließend. Ich bin auch nicht der Meinung, daß gute Bäume, den Betrachter schockieren müssen, damit der Betrachter erkennt, daß sie gut sind, nur finden sie eben mehr Beachtung, indem über sie diskutiert wird auch wenn sie tw. polarisieren.
Ich sehe in diesem Trend den aktuellen Zeitgeist bedient, nach immer Spekektakulärerem, Größeren , Aufsehenerregendem.
Das konterkariert geradezu den ursprünglichen Bonsaigedanken, etwa die Prinzipien Wabi und Sabi.
Deshalb hat der Shohin hierzulande kaum eine Chance, da er nach den hier aufgeführten Kriterien als banales Kunstgewerbe abgetan wird.
Und so ziehen die Bonsaikaravanen weiter in die Gebirgsregionen auf der Suche nach noch gewaltigeren Teilen mit noch mehr Todholz.
Nur bin ich der Meinung , die Zukunft ist das nicht.
Wie auch in der gesellschaftlichen Wirklichkeit, wird dem Schneller, Höher Weiter auch wieder eine Zeit der Rückbesinnung auf Bescheidenheit folgen.
Viele Grüße
Thomas Pallmer

Bonsai-Wandkalender 2019
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mohan
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Beitrag von mohan »

Thomas P. hat geschrieben: Ich sehe in diesem Trend den aktuellen Zeitgeist bedient, nach immer Spekektakulärerem, Größeren , Aufsehenerregendem.
Das konterkariert geradezu den ursprünglichen Bonsaigedanken, etwa die Prinzipien Wabi und Sabi.
Deshalb hat der Shohin hierzulande kaum eine Chance, da er nach den hier aufgeführten Kriterien als banales Kunstgewerbe abgetan wird.
Und so ziehen die Bonsaikaravanen weiter in die Gebirgsregionen auf der Suche nach noch gewaltigeren Teilen mit noch mehr Todholz.
Ich nehme an, das kann man gar nicht so allgemein sehen und habe selbst auch keine Angst das da irgendetwas abgelöst wird.
Sicher ist es ein Trend, aber vielmehr auch nicht.
Walter ist halt einer der ganz wenigen (deutschen) Bonsaienthusiasten, die weltweit ihre Bäume publizieren. Da erreicht er natürlich viele, besonders über das I-Net.
Die gezeigten Bäume sind wohl mitunter SEIN Zeitgeist, weil ihn momentan neoklassistische Gestaltungen eher langweilen.
Die hat er zur Zeit einfach über.

Aber wir doch nicht, oder?

Die gezeigten gestaltungen machen den Bonsaigedanken höchstens etwas bunter.
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Delamitri
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Beitrag von Delamitri »

mohan hat geschrieben: ... Aber wir doch nicht, oder? ...
Danke!
Bis bald!

K.

"Was machen Sie da?" wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: "Ich gestalte Bonsai."
Joerg

Beitrag von Joerg »

Walter,

du hast einleitend zu deinem sabina was von Literat geschrieben. Daraufhin kamen dann ja auch die Vorschläge, welche dich etwas schockten.

Nun wo ich dein Ergebnis sehe und auf einen Literaten gewartet habe bin ich gelinde ausgedrückt etwas verunsichert.
Ein Literat, mit `ner Krone, die 2/3 der Baumhöhe ausmacht :?:
Ok, ich glaube dir, dass du auch das irgendwie verbal zurecht biegst aber es bleibt mir dennoch ein Rätsel.
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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

Joerg,

meiner Mienung nach ist das ein moderner Literat.

Wenn Du oder ein anderer nicht der Meinung sind dann ist das auch völlig egal. Es ist nämlich so, dass der Baum da ist, egal wie er eingeordnet wird. Die Einordnung erfolgt ex post, also im nachhinein. Die Einordnung dient bloß der verbalen Verständigung.

Verbale Veständigung: Bisher: ein Literat hat eine Krone, die ein Drittel der Stammlänge ausmacht. Meine Interpretation: Das ist viel zu technsich ausgedrückt. Ein Literat hat einen ganz langen, ganz dünnen Stamm. Die Krone muß dazu pssen. Sie darf nicht zu groß sein, so dass man meint, der Stamm könne sie nicht mehr tragen. Also kann man sie vom Umriss eher klein machen. Ein Drittel der Stammhöhe ist ein guter Anhaltspunkt, weil goldener Schnitt. Man kann die Krone aber auch optisch kleiner machen, nämlich ganz filigran. Dann kann sie auch deutlich größer sein als ein Dritttel. Sie wird trotzdem für den Stamm leicht erscheinen. Man muß das Ganze mit Gefühl gestalten und nicht mit dem Verstand.

Der Künstler geht and einen Baum und macht ihn so, wie es für den Künstler sein muss. Das kann man dannnachher nennen wie man will. Der Dilettant geht an einen Baum und nimmt sich vor, einen 'Literaten' zu machen. Dann hält er sich an die Regeln, die er gelernt hat. Das Ergebnis kann man dann nennen wie man will. Kann auch ein Literat sein. Ist aber nicht so wichtig. Viel wichtiger ist, ob das Ergebnis gut ist.

Das ganze Geschwafel über Kunst und Einordnung hat nur den Zweck, sich über die Dinge auszutauschen mit einem gemeinsamen Sprachschatz. Bonsai wurde im Großen und Ganzen bisher von Gärtnern mitgeteilt. Dehalb fehlt viel von dem Sprachschatz, den man so in der Kunst braucht, um vernünftig über etwas zu schwafeln. Weil es den Sprachschatz so nicht gibt, muß er eben erfunden werden. Dann tun sich viele natürlcih schwer mit zu schwafeln, weil der Sprachschatz aneckt. Voerst. Der Weg ist ungewohnt - noch!

Es ist immer wieder interessant un erhellend für mich, wie die Reaktionen auf meine Gestaltungen sind. Ich arbeite zwei Tage lang an einem Baum, vertiefe mich völlig in ihn und irgendwann ist er dann für mich 'fertig'. Natürlich hat er noch einige kleine Ecken und Kanten, abe ich kann sehen, dass die beim nächsten Mal veschwunden sein werden.
Dann die Reaktion: sie sprechen nicht über die kleinen Ecken und Kanten, sondern sie stellen das Ganze an sich in Frage. Es gefällt ihnen eigentlich nicht, manche sagen es. Das ist nicht weiter schlimm, weil ich ja so gestalte, dass es mir selber gut vorkommt und nicht, dass es dem Volk gut vorkommt. Ich bin in der schönen Lage, meine Werk nicht verkaufen zu müssen. Aber ich will wohl, das ein Baum im Ernstfall gut genug für die Gingko Ausstellung ist, also die wichtigste Ausstellung der westlichen Welt. Ob er das ist, bestimme ich alleine und nicht meine Kritiker. Diesmal nicht einmal eine Auswahljury. Es geht nicht um die südostbayerische Leistungsschau, sondern, wie einige sagen, um die zweitwichtigste Bonsaischau der Welt.

Die Nicht-Zustimmung ist erfrischend und erhellend. Ich bin mir nämlich beim Arbeiten überhaupt nicht bewußt, dass mein Geschmack offensichtlich ganz weit von der Masse entfernt ist. Ich meine wirklich im Ernst, dass das doch jeder sehen muss, dass das gut ist. Dann werde ich immer wieder darauf gestoßen, dass das nicht so ist. Das ist schön! Ich bedanke mich für die Ablehnung! Wenn Joerg, Thomas, Delamitri und Reiner einhellig einmal eines meiner Werke loben, dann bin ich wirklich alt geworden und höre sofort auf.
Zuletzt geändert von Walter Pall am 24.06.2005, 09:22, insgesamt 1-mal geändert.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.

mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
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Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig »

@Joerg

Ich verstehe meinerseits diese Skepsis gegenüber Gestaltungen nicht, die vielleicht ein Einordnungsproblem darstellen, aber ebenso offensichtlich «valabel» sind.

Kehren wir es darum mal um: Wenn es kein Literat ist, was ist es dann für dich? Und – viel interessanter – was ist nicht gut daran? Warum? Aber nicht bloss jemanden zitieren – begründen, wenn es geht. Sinnentleerte Regeln befolgt ja niemand im Ernst.

Paradebeispiel: Ein Bild aus Stahls Doppelband. Da erklärt er erst, dass das Ding sowohl frei aufrecht wie auch Halbkaskade sei, sich also nicht an die Regeln halte, dann, dass es doch ganz famos aussehe. Wozu die «Bewältigungsarbeit», die Méfiance, um dann doch zur spontanen Begeisterung zurückzukehren?
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