Seite 1 von 3

Beton

Verfasst: 18.11.2008, 21:07
von Bergi
Guten Abend BFF,

im letzten halben Jahr habe ich mit Beton (genauer gesagt: mit Beton-Torfmischung, man könnte das auch „Hypertufa“ nennen, aber das ist mir zu aufgesetzt) herumexperimentiert, und als Favorit ist diese Art Schale übriggeblieben. Durch den Torfzusatz sind diese Schalen einigermaßen porös (es bleibt auch ohne Ablauf kein Wasser länger drin stehen).

Mich würde interessieren, was ihr dazu meint, und ob sonst noch jemand (gestaltnerisch und in der Pflanzpraxis) Erfahrungen mit Beton gemacht hat.
Gruß,
Stefan
Bild
Bild

Verfasst: 19.11.2008, 12:34
von Thorschti
Gefällt mir gut die Schale!

Ich würde jedoch nicht auf Abflusslöcher verzichten, langanhaltender Regen wird sicher nicht verlässlich abgeführt. Für die Wuzelbelüftung ist die Porösität sicher optimal.
Die Wandstärke würde ich dünner probieren aber insgesamt eine tolle Idee (besonders für Beisteller)

Gruß

Thorsten

Verfasst: 19.11.2008, 17:59
von Bergi
Hi Thorsten,
Danke für die gnädige Kritik!
Glücklicherweise kann man in dieses Material ja nachträglich gut Löcher bohren, z.B. auch für Spanndrähte etc..
Für Beisteller sind gerade diese recht üppig - ca. 40 cm Durchmesser... :P
Aber ich habe tatsächlich schon kleine gemacht, und z.B. Sempervivum macht sich prima drin.
Gruß,
Stefan

Verfasst: 19.11.2008, 18:09
von achim73
kann man daraus platten für landschaften machen ? könnte ich mir mit der textur bvesser vorstellen als schalen. aber allemal interessant...

Verfasst: 19.11.2008, 21:14
von Erwin
Stefan,

will Dir die Sache ja nicht vermiesen, aber:

wenn da Torf drin ist (klar kenn ich dies Verfahren; "zuverlässige" Quellen, wie "mein schöner Garten" empfehlen solchen Unsinn öfter) bilden sich trotz evtl. vorhandenem Wasserablauf (wie DAS eigentlich ohne Löcher?) wassergefüllte Kavernen, da Torf nun mal Wasser speichert. Und bei Frost hast Du eine prima Sprengwirkung....

Ganz ehrlich, ich würde keine Zeit mehr drauf verschwenden.....

Erwin

Verfasst: 19.11.2008, 21:45
von Smoky der Bär
Ich kann "Erwin" nur zustimmen.
Ich selbst habe es versucht um große Tablett's für Waldpflanzungen herzustellen.
Hypertufa ist zur Bepflanzung absolut ungeeignet. Erstens ist es zu porös und die Pflanzen können es durchwurzeln, zweitens ist es nicht fest genug. Obwohl ich den zweiten Versuch mit einer Bewärung aus, mit Schweißdraht verstärktem Volierendraht gemacht hatte, ist die Platte beim ersten Transport gerissen.
Hypertufa ist zum Herstellen von künstlichen Steinen geeignet und wird dafür meist mit Akryl-Farben, oder mit einer dünnen, eingefärbten Betonschicht versiegelt. Der einzige Vorteil den Hypertufa gegenüber 100% Beton hat, ist das geringere Gewicht, doch dies spielt eigentlich nur eine untergeordnete Rolle bei der Herstellung von Bonsaischalen.

Verfasst: 19.11.2008, 23:55
von Bergi
Hallo zusammen,

War vielleicht missverständlich das mit dem Ablauf - ich meinte, dass man jederzeit nach dem Aushärten noch Löcher bohren kann. Ich lasse am Anfang gerne ein bisschen Regen drin stehen, einerseits, damit der Beton langsam vollständig aushärten kann, andererseits, damit Härtebildner rausgelöst werden (das ist mir allerdings nicht so ganz klar, inwieweit das wirklich funzt oder tatsächlich nötig ist... ).

Zur Stabilität kann ich nur sagen, dass die Sprenggefahr bei Frost sehr niedrig ist (warum, ist mir allerdings auch ein Rätsel - naja, in der Natur zerhaut's ja auch nicht alle Steine mit Kavernen einfach so). Mal sehen, wie das mit dem Durchwurzeln wird..

Zu SmokydB: kann es sein, dass du die Gefäße zu dünnwandig gemacht hast, zu viel Torf beigemischt oder sie nicht lange genug aushärten hast lassen? An sich sind diese Gefäße schon sehr stabil, und eine Platte von etwa fünf bis zehn cm Dicke sollte auch ohne Armierung unproblematisch sein, wenn sie nicht zu lang ist, natürlich. Versiegelt werden die nicht, würde ja auch sämtlichen Gag an der Sache nehmen.

Gruß,
Stefan

Verfasst: 20.11.2008, 01:31
von Smoky der Bär
Zu SmokydB: kann es sein, dass du die Gefäße zu dünnwandig gemacht hast, zu viel Torf beigemischt oder sie nicht lange genug aushärten hast lassen?
Eigentlich nicht ! Das Hypertufa-Rezept hatte ich von einer Website in USA und ich habe die Platte im Schatten für drei Wochen aushärten lassen. Ich habe sie sogar jeden Tag einmal eingesprüht um sie härter zu bekommen (Tip in der Website)
An sich sind diese Gefäße schon sehr stabil, und eine Platte von etwa fünf bis zehn cm Dicke sollte auch ohne Armierung unproblematisch sein, wenn sie nicht zu lang ist, natürlich.
Stabil ? im Gegensatz zu reinem Beton ist das Pappmachee ! Die Maße waren etwa 80cm X 40 cm , Boden etwa 2,5 cm dick und der Rand war etwa 4 cm. Beim Hochheben sind gleich Teile vom Rand weggebrochen und die Platte ist in Richtung der Armierung gerissen. Ich persöhnlich habe es aufgegeben.
Versiegelt werden die nicht, würde ja auch sämtlichen Gag an der Sache nehmen.
Ich habe Kunststeine gesehen die waren mit Farbbeton versiegelt. Aus normaler Betrachtungs-Höhe (Entfernung etwa 1 Meter) waren die kaum von "Richtigem" Gestein zu unterscheiden. Ich würde mir aber so etwas nicht in den Garten legen, Ich habe genug richtige.

Verfasst: 20.11.2008, 10:58
von BILU
Hallo,

hatte auch mal Versuche mit Hypertufa unternommen und hier mal berichtet.

http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... t=hyper%2A

Darin ist auch ein Link für Slabs (Tabletts aus Beton)

Richtig toll wars nicht.

Gruß

Uli

Verfasst: 20.11.2008, 12:26
von Luzius
Mit Beton / Torfmischungen habe ich keine Erfahrungen aber mit reinem Beton.
Mittels Gußform habe ich den Rohling hergestellt, ihn innen mit Acryllack versiegelt und die Aussenseite ebenfalls mit Acrylfarben bemalt.

Sie sind unverwüstlich aber leider auch ziehmlich schwer (die großen zumindest).

VG, Gerhard

Verfasst: 20.11.2008, 12:32
von Mac Best
zeigen...

Verfasst: 20.11.2008, 14:06
von Bergi
Zu Smoky:
Stabil ? im Gegensatz zu reinem Beton ist das Pappmachee ! Die Maße waren etwa 80cm X 40 cm , Boden etwa 2,5 cm dick und der Rand war etwa 4 cm. Beim Hochheben sind gleich Teile vom Rand weggebrochen und die Platte ist in Richtung der Armierung gerissen. Ich persöhnlich habe es aufgegeben.
Der Gegensatz zu reinem Beton ist ja sehr fließend - man kann fast gar keinen oder bis zu etwa 1/3 Torf beischlagen. Je mehr Torf, desto mehr Hohlräume und bröckeliger. Ich gebe den Torf vor allem wegen der Optik zu - Farbe, Porösität, "Zufallscharakter" - reiner Beton sieht dagegen doch recht einfarbig grau aus.
2,5 cm ist der allgemein genannte untere Grenzwert, kommt mir auch kritisch dünn vor. Mindestens ab 6 cm kann man's kaum noch brechen.

Zu Bilu: Ja, und weiter? Wie ist die Bepflanzung gelaufen?

Zu Lucius: Würde mich auch sehr interessieren... hast du Fotos?

Gruß
Stefan

Verfasst: 20.11.2008, 15:09
von nobi
Hallo,
mal ganz ehrlich?? *floet*

Ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, da irgendetwas reinzuplanzen
was nach Bonsai auch nur aussieht.
Als Platte oder Felsen, falls es hält, geht es vielleicht noch.

LG

Norbert

Verfasst: 20.11.2008, 19:19
von Andreas Ludwig
Mal so etwas grundsätzlich:

Die Verwendung von Beton beruht entweder auf finanziellen oder auf ästhetischen Überlegungen. Sprich: Die Sache ist entweder billiger oder man kann damit etwas machen, was sonst nicht geht.

Sehe ich hier nicht. Ich kann Tontöpfe in China billiger produzieren lassen als diese Klumpen und sie imponieren nicht. Also muss man weiter suchen. Beton erlaubt Formen, die mit anderen Matreialien nicht erreichbar sind oder nicht mit demselben, geringen Aufwand. Beispiele: Entweder freie Formen aus Hühnerdraht, mit Zement zum Behältnis ergänzt, oder aber «Einbauten», prinzipiell im traditionellen Schaltafel-Bausystem.

Also: Entweder erreichen solche Formen archiektonische Kühnheit oder sie ersetzen auf genial einfache Weise etwas Bestehendes oder aber sie machen Schalen-Bauteile möglich, die mit anderen Techniken so einfach nie zu machen wären. Sonst hat das kaum Sinn.

Verfasst: 20.11.2008, 21:24
von Bergi
Hi Andreas,

Danke für den fundierten Kommentar. Was den Geschmack betrifft: "disputandum est" - es gibt einfach nicht den richtigen, aber es lohnt sich immer, über ihn zu streiten (aber nicht gerade über diese "Klumpen" (nett ausgedrückt) - die will ich hier jetzt nicht mit Eifer verteidigen).
Nur so viel: Mir gefallen diese unregelmäßigen, erdig-schweren, verwittert-veralgten Formen recht gut, ein bisschen Jazz als Gegensatz zu vielem Maniriertem, Gekünsteltem, das man sieht. Und sie sind definitiv etwas, das man mit Ton so nicht (zumindest in dieser Größe nicht so gut) erreicht. Andererseits habe ich natürlich (noch 8)) keinen Baum, der von den Qualitäten genau so einer Schale überzeugen könnte, was aber eher an meiner jungen Sammlung liegt. Als Einsatzbereich ist momentan die "selbstgemachte, ästhetisch terrassengerechte Trainingsschale" vorgesehen.

"Kühne Architektur" finde ich einen guter Punkt - da kann man wirklich so ziemlich alles in allen Größen mit geringem Aufwand herstellen - hast du vielleicht Beispiele?

Und Erfahrungen mit der Pflege? Meine Hoffnung ist, dass die große Masse dieser Gefäße als eine Art Temperaturregulator und Taufalle wirken könnte.

Gruß,
Stefan