Hallo zusammen, seit meiner Vorstellung hier im Forum ist jetzt schon wieder mehr als ein Jahr vergangen. Und naja, mittlerweile stehen jetzt schon 10 Bäumchen bei mir im Garten. Das ist irgendwie schon ne Sucht . Jedenfalls habe ich bis jetzt ausschließlich sehr junge Bonsais und Prebonsais. Bei drei dieser Bäume bin ich mir nicht sicher wie ich diese weiterentwickeln soll bzw. habe Angst sie zu zerstören. Klar, sie sind natürlich monetär nicht viel Wert, aber trotzdem.
Deshalb wollte ich mal nachfragen, ob mir jemand von euch Erfahrenen, den ein oder anderen Tipp zu den Bäumen geben kann?
Ich fange jetzt erstmal mit dem ersten Baum an:
ich bin zwar selber erst ein etwas fortgeschrittener Anfänger, habe aber die letzten fünf sechs Jahre mit ähnlichem Material gearbeitet. Ich bin schnell von der Idee abgekommen, aus solchen Jungpflanzen mittelgroße oder große Bäume zu ziehen. Das braucht einfach zu viel Zeit. Sicherlich muss nicht aus allem ein shohin werden, mittelfristig würde ich aber zunächst einen kleinen Baum anpeilen. Dabei kommst du viel eher in den Bereich, indem der Stamm eine halbwegs passende Stärke vorweisen kann. Von dieser Ausgangslage her wäre mein Ziel also ein schlanker, aufrechter Baum. Man kann natürlich aus jungen Pflanzen alles mögliche machen, der Faktor ist hier ganz einfach die Zeit. Was schwebt dir denn vor? Danach richtet sich letzten Endes dein weiteres Vorgehen.
Hallo Benny, also große Bäume strebe ich mit diesen hier nicht an.
Also Baum Nr.1 würde ich mehr oder weniger erstmal so lassen. Also aufrechte Form, würde dann den ein oder anderen Ast wegschneiden, Verzweigung verfeinern. Er hat ja zwei Äste die mehr oder weniger senkrecht nach oben wachsen. Einen davon würde ich entfernen und den anderen als Stamm weiterwachsen lassen. Oder ich lass einen davon als Opferast erstmal durchtreiben um den unteren Stammbereich zu fördern. Würde das Sinn ergeben?
Bei Baum Nr.2 habe ich gar keine Idee. Da hatte ich gehofft das mir jemand einen tippe geben könnte in welche Richtung man den Baum entwickeln könnte?
Baum Nr.3. Hier ist sicherlich die "Steinschleuder" das Problem. So lassen wäre stilistisch schlecht oder? Ich habe mir überlegt vielleicht unterhalb der Gabel abzumoosen und dann ein Doppelstamm daraus zu machen? Wäre das machbar?
Beim ersten Baum wäre ich bei dir. Eine freiere Besenform lässt sich damit sicherlich gut erreichen. Eine Kleinigkeit für den Stamm würde ich allerdings schon noch tun. Also eher mal ordentlich durchwachsen lassen anstatt zweimal auf Verzweigung zu schneiden. Wenn du die Wurzeln auf eine Ebene reduzierst wird sich außerdem der Ansatz schön verbreitern. Wenn dir das Gerüst dann gefällt kannst du stärker zurückschneiden, bekommst Verjüngung in die Äste und kannst Verzweigung aufbauen. Hier im Forum gibt es beeindruckende schlankere Bäume, die über die Jahre ohne exzessives Mästen entwickelt wurden. Viele Wege führen nach Rom. Ich würde den beschriebenen gehen.
Ähnliches gilt auch für den zweiten, der Weg könnte aber weiter sein. Oder du versuchst den Gegenentwurf zum ersten. Ordentlich wachsen lassen und später nur auf den Stamm zurückschneiden. Dann kannst du in einigen Jahren vergleichen, welche Methode für dich das bessere Ergebnis gebracht hat.
Wenn du den dritten Baum abmoost löst das dein Problem nicht. Der Doppelstamm hätte zwei gleichstarke Stämme. Ich würde mit dem analog zum ersten verfahren. Etwas drehen, damit man nicht frontal auf das V schaut, einen der beiden kurz halten, den anderen etwas höher anlegen. Wichtig auch hier der Ansatz, um wenigstens etwas Verjüngung zu schaffen.
Wie gesagt, ich bin weit davon entfernt, auf jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken zu können. Zum Glück kann man hier im Forum darauf zurückgreifen. Wenn man ordentlich wühlt findet man fast immer vergleichbare Ausgangssituationen und Beispiele für verschiedene Vorgehensweisen.
Danke für deine Tipps. Ich werde das so angehen.
Noch eine methodische Frage. "Wenn du die Wurzeln auf eine Ebene reduzierst wird sich außerdem der Ansatz schön verbreitern". Wie genau meinst du das?
der Fächerahorn bildet ganz hervorragend schöne Ansätze aus. Dafür solltest du die Stelle heraussuchen, an der die beste Wurzelverteilung rund um den Stamm vorhanden ist. Alles darüber kommt weg. Alles darunter auch. Dadurch verdickt sich der Teil unmittelbar über den Wurzeln bzw. die Wurzeln verwachsen später zu einem schönen breiten Ansatz. So vorgehen wird man sicherlich bei jedem Baum, einige Arten (wie der palmatum) reagieren halt positiver darauf. Flache Schalen begünstigen die Entwicklung. In einem tieferen Topf kommt bei mir nach zwei drei mal umtopfen allerdings auch kaum noch was aus der "Unterseite" des Ballens.