Große schnittstelle an der Wurzel
Große schnittstelle an der Wurzel
Hallo zusammen, was passiert eigentlich, wenn ich eine dicke/starke Wurzel einkürze zum Beispiel 6-7cm Durchmesser?
Gibt es unterirdisch im Substrat eine Kallusbildung?
Muss man die Schnittstelle mit Wundknete behandeln? Oder mit Kohle?
Verfault die Wurzel? Oder schlimmer, die Wurzel verfault und zersetzt den Stamm?
Gelesen habe ich schon öfter die starke dicke Wurzel sind für die Stabilität des Baumes zuständig und können eingekürzt werden.
Kann man bedenkenlos, wenn ein Baum gesund ist eine starke Wurzel einkürzen?
Danke für die Erfahrung
Gibt es unterirdisch im Substrat eine Kallusbildung?
Muss man die Schnittstelle mit Wundknete behandeln? Oder mit Kohle?
Verfault die Wurzel? Oder schlimmer, die Wurzel verfault und zersetzt den Stamm?
Gelesen habe ich schon öfter die starke dicke Wurzel sind für die Stabilität des Baumes zuständig und können eingekürzt werden.
Kann man bedenkenlos, wenn ein Baum gesund ist eine starke Wurzel einkürzen?
Danke für die Erfahrung
Re: Große schnittstelle an der Wurzel
Welcher Baum? Baum in der Natur oder schon im Topf? Hast du Bilder?
Grüße, Rainer
Grüße, Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Re: Große schnittstelle an der Wurzel
Hallo Rainer, Bilder habe ich nicht.mydear hat geschrieben: 22.05.2025, 12:49 Welcher Baum? Baum in der Natur oder schon im Topf? Hast du Bilder?
Grüße, Rainer
Schale und Topf, die Frage habe ich mir schon oft gestellt.
Baumsorte?? OK wenn es hier unterschiede gibt, Europäische und subtropische Arten.
Mich beschäftigt das einfach, einen direkten Fall habe ich nicht aber wissen möchte ich es.
Grüße Erwin
Re: Große schnittstelle an der Wurzel
Moin Erwin,
Kallusbildung, Verrottung und je nach Art (teilweiser, oder kompletter) Saftrückzug finden statt. Ich schmiere bisschen Holzkohle drauf und packe auch welches ins Substrat. Je nach Vorhaben kann man ja vorher mit Wurzelhormon / Spaghnummoos … arbeiten. Dazu findest du hier auch viele Beiträge.
Kallusbildung, Verrottung und je nach Art (teilweiser, oder kompletter) Saftrückzug finden statt. Ich schmiere bisschen Holzkohle drauf und packe auch welches ins Substrat. Je nach Vorhaben kann man ja vorher mit Wurzelhormon / Spaghnummoos … arbeiten. Dazu findest du hier auch viele Beiträge.
- Dateianhänge
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- Verrottung
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- Wird vermutlich nie zuwachsen
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- Wundkallus, komplett verheilt
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Gruß
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
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Re: Große schnittstelle an der Wurzel
Ok, auf eine theoretische Frage eine theoretische Antwort…
1.1. Kappst du in der Natur an einer gesunden, starkwüchsigen Pflanze eine dicke Wurzel, so wird sie versuchen den Verlust durch den verbleibenden Wurzelballen zu kompensieren. Diese Wurzeln werden sich gut entwickeln und die Schnittstelle wird sich abschotten und langsam mit Kallus überwallen. Wenn du willst kannst du Holzkohle auftragen, was zumindest nicht schadet. Hier solltest du geduldig warten, wie die Pflanze reagiert, sie nicht überfordern.
1.2. Ist die Pflanze geschwächt, steht trocken, hat nicht genug Reserven, wird sie kümmern und vermutlich langsam eingehen. Ob die Maßnahme zu viel war oder nicht, stellt sich erst am Ende heraus.
2.1. Wurzel kappen an einer Topfpflanze oder auch Abmoosen hinterläßt eine große Wunde. In einem Teichpflanzkorb (TPK) oder Nudelsieb mit körnigem, luftigem Substrat, guter Pflege und langsamem Steigern der Düngermenge sollte es auch klappen. Ist wieder der Prozess von Abschottung der Schnittstelle, gefolgt von Überwallung (CODIT-Prinzip). Je nachdem was überwiegt überlebt die Pflanze oder siecht dahin. Nur genügend Wachstum an Wurzeln und Blättern kann das Überleben sichern.
2.2. Ist der Wurzelballen dauerhaft zu nass, die Pflanze nicht kräftig genug und im Dauerstress - siehe unter 1.2.
3. Es gibt Pflanzen die gut abschotten, obwohl das Holz weich und empfindlich gegen Fäulnis ist. Dann wird das Kernholz langsam verrotten. Der Baum Überlebt trotzdem, bildet einfach außen neue Jahresringe. Das sind in der Natur die ausgehöhlten Stamme uralter Bäume.
Dies einfach mal ganz grob skizziert ohne jegliche mikrobielle Betrachtung. Natürlich wird ein starkwüchsiger Gummibaum solche Schnitte besser wegstecken als ein langsam wachsender heimischer Laubbaum. Jeweils optimale Pflege und Versorgung vorausgesetzt.
Grüße, Rainer
1.1. Kappst du in der Natur an einer gesunden, starkwüchsigen Pflanze eine dicke Wurzel, so wird sie versuchen den Verlust durch den verbleibenden Wurzelballen zu kompensieren. Diese Wurzeln werden sich gut entwickeln und die Schnittstelle wird sich abschotten und langsam mit Kallus überwallen. Wenn du willst kannst du Holzkohle auftragen, was zumindest nicht schadet. Hier solltest du geduldig warten, wie die Pflanze reagiert, sie nicht überfordern.
1.2. Ist die Pflanze geschwächt, steht trocken, hat nicht genug Reserven, wird sie kümmern und vermutlich langsam eingehen. Ob die Maßnahme zu viel war oder nicht, stellt sich erst am Ende heraus.
2.1. Wurzel kappen an einer Topfpflanze oder auch Abmoosen hinterläßt eine große Wunde. In einem Teichpflanzkorb (TPK) oder Nudelsieb mit körnigem, luftigem Substrat, guter Pflege und langsamem Steigern der Düngermenge sollte es auch klappen. Ist wieder der Prozess von Abschottung der Schnittstelle, gefolgt von Überwallung (CODIT-Prinzip). Je nachdem was überwiegt überlebt die Pflanze oder siecht dahin. Nur genügend Wachstum an Wurzeln und Blättern kann das Überleben sichern.
2.2. Ist der Wurzelballen dauerhaft zu nass, die Pflanze nicht kräftig genug und im Dauerstress - siehe unter 1.2.
3. Es gibt Pflanzen die gut abschotten, obwohl das Holz weich und empfindlich gegen Fäulnis ist. Dann wird das Kernholz langsam verrotten. Der Baum Überlebt trotzdem, bildet einfach außen neue Jahresringe. Das sind in der Natur die ausgehöhlten Stamme uralter Bäume.
Dies einfach mal ganz grob skizziert ohne jegliche mikrobielle Betrachtung. Natürlich wird ein starkwüchsiger Gummibaum solche Schnitte besser wegstecken als ein langsam wachsender heimischer Laubbaum. Jeweils optimale Pflege und Versorgung vorausgesetzt.
Grüße, Rainer
Zuletzt geändert von mydear am 23.05.2025, 23:04, insgesamt 1-mal geändert.
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Re: Große schnittstelle an der Wurzel
Danke László, gelesen habe ich dass ein gutes luftiges Substrat die großen Schnittstellen nicht faulen lässt. Wäre dann das Spaghnummoos nicht kontraproduktiv?espanna hat geschrieben: 22.05.2025, 14:01 Moin Erwin,
Kallusbildung, Verrottung und je nach Art (teilweiser, oder kompletter) Saftrückzug finden statt. Ich schmiere bisschen Holzkohle drauf und packe auch welches ins Substrat. Je nach Vorhaben kann man ja vorher mit Wurzelhormon / Spaghnummoos … arbeiten. Dazu findest du hier auch viele Beiträge.
Super mit deinen Bildern
Re: Große schnittstelle an der Wurzel
Rainer, Theorie, Praxis und Erfahrung gehören zusammen. Danke für deine ausführliche Beschreibung.mydear hat geschrieben: 22.05.2025, 14:22 Ok, auf eine theoretische Frau eine theoretische Antwort…
Grüße, Rainer
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Gast
Re: Große schnittstelle an der Wurzel
Grundsätzlich ließt sich das so: Was passiert, wenn ich die Haustür für 6-7 Minuten aufmache? Je nachdem, ob Du in Westeuropa, der Sahara oder am Südpol bist, jeweils etwas anderes.vespa hat geschrieben: 22.05.2025, 12:17 Hallo zusammen, was passiert eigentlich, wenn ich eine dicke/starke Wurzel einkürze zum Beispiel 6-7cm Durchmesser?
Re: Große schnittstelle an der Wurzel
Mit Hormon und Moos wollte ich darauf hinaus, dass du mit verschiedenen Techniken Wurzeln verkürzen kannst.
Also zB. Eine Drahtschlinge um die Wurzel legen, festziehen, evtl. wie beim abmoosen die äußere Schicht entfernen, Hormon drauf, etwas Moos und wenn sich neue Wurzeln gebildet haben, trennen. So ist die Gefahr des Saftrückzugs gebannt, ist halt schonender für die Pflanze.
Also zB. Eine Drahtschlinge um die Wurzel legen, festziehen, evtl. wie beim abmoosen die äußere Schicht entfernen, Hormon drauf, etwas Moos und wenn sich neue Wurzeln gebildet haben, trennen. So ist die Gefahr des Saftrückzugs gebannt, ist halt schonender für die Pflanze.
Gruß
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
Re: Große schnittstelle an der Wurzel
Danke László, das mit der Drahtschlinge werde ich einmal ausprobieren.espanna hat geschrieben: 23.05.2025, 22:56 Eine Drahtschlinge um die Wurzel legen, festziehen, ist halt schonender für die Pflanze.
