Saftwaage?

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Malte N.
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Registriert: 10.07.2012, 16:33

Saftwaage?

Beitrag von Malte N. »

Guten Tag zusammen,

ich bin kürzlich auf den Begriff der Saftwaage gestoßen. Nach kurzer Recherche ist mir auch schon schnell klar geworden, was es damit auf sich hat. Korrigiert mich bitte, wenn ich jetzt etwas falsches sage. Die Triebförderung richtet sich nach dem Abstand des jeweiligen Triebes zum Boden. Die Länge des Triebes spielt dabei keine oder eine sehr untergeordnete Rolle. Die Seitentriebe eines Triebes, der parallel zum Boden wächst, starten alle auf gleicher Höhe, was die Saftwaage betrifft. Das wäre auch eine schöne Erklärung dafür, warum sich aus zunächst gleich hohen Triebspitzen früher oder später immer eine Durchsetzt, um zur Stammfortführung zu werden, während die Andere auf Dauer zu einem Seitenast wird.

Bei meiner Recherche bin ich im Bezüglich der Saftwaage aber fast immer auf Obstbäume gekommen. Dazu kommt, dass die Suche nach "Saftwaage" hier im Forum gerade mal zwei Treffer bringt, beidenen unter einem lediglich der Begriff in einer Aufzählung von Schnittmaßnahmen fällt.

Meine Frage lautet also, ob die Saftwaage bei Bonsai bzw. eher noch bei der Grundgestalltung von Jungpflanzen eine zu berücksichtigende Rolle spielt.

Zum Schluss noch ein Bild meiner Birke, welche ich in http://bonsai-fachforum.de/viewtopic.ph ... 5633ecdba9 schon andiskutiert habe. Hier soll der unterste Ast, an Umfang zulegen, wozu ich ihn vorerst nahezu unbeschnittel belassen habe. Den Stamm habe ich schon abgesetzt jedoch wird hier natürlich auch noch erhebliches Wachstum benötigt. Kann man in so einen Fall jetzt also gezielt durch die Höhe der Triebspitzen die Wachstumsförderung beeinflussten? Sollte ich, damit beide Äste sich entwickeln, den unteren mit der Stammspitze auf eine Waage bringen? Oder wäre es vielleicht sogar ratsam, dem unteren Ast die Förderung zuzugestehen, da er nach dem abzusehenden drastischen Rückschnitt weit unter der Höhe der oberen Triebe zurück liegen wird und somit jetzt die beste Chance wäre, ihm mittels des Gesetzes der Saftwaage sein Wachstum zu geben. Die Spitze wird später nach gleichem Gesetzt dann sowieso mehr gefördert werden.

Das wäre sehr schön und Hilfreich, wenn hier jemand etwas Licht in die Sachen bringen würde.

Beste Grüße,
Malte
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AlexDuerr
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Re: Saftwaage?

Beitrag von AlexDuerr »

Hallo,
die Saftwaage ist in der Hauptsache beim Obstbaumschnitt wichtig, weil man verschieden Astkränze übereinander durch das schneiden gezielt in Form bringt. In der Regel besteht ein Astkranz aus 3 Ästen die in einem Bereich von 20- 40cm des Stammes entspringen. Damit die Äste sich in etwa gleich stark entwickeln und keiner den anderen unterdrückt werden die Äste (Endknospen) durch Schnitt auf etwa die gleiche Höhe gebracht.
Der Nächste Astkranz kommt dann ca 60. cm weiter oben am Stamm und mit diesem wird dann genauso verfahren, nur dass diese Äste schon deutlich kürzer sind, da die Baumkrone sich nach oben hin verjüngt. so geht das hoch bis zur Baumspitze.

Bei Bonsai wird dieses Phänomen der Spitzenförderung dazu genutzt um einen Ast oder die Spitze zu fördern. Ein Ast wird dazu an den Enden hoch gedrahtet um den Baum eben diesen Ast im Wachstum gezielt anzuregen.

Zu deiner Birke kann ich nichts groß sagen , da ich keine Erfahrungen mit Birken habe. Nach meinem Gefühl hast du es aber ein wenig mit dem Ast übertrieben, so dass ich glaube, dass er bei einem Rückschnitt Probleme macht und den Ast evtl. absterben lässt, da unten keine Zweige mehr am Ast sind auf denen du absetzen könntest. Oder der Baum keinen Bock auf Zwangsjacke an der späteren Spitze hat, diese Absterben lässt und den jetzig geplanten ersten Ast als Spitze vorzieht.
Viele Grüße Alex
:-D
Malte N.
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Registriert: 10.07.2012, 16:33

Re: Saftwaage?

Beitrag von Malte N. »

Hallo Alex,

danke für die schnelle Antwort! Ich hatte vorhin auch schon was geschrieben aber das habe ich offensichtlich vermurkst.

Was du über die Saftwaage schreibst, passt ziemlich gut damit zusammen, wie ich mir das mittlerweile gedacht habe. Danke für die Ausführung.

Deine Bedenken, dass der Baum jetzt komplett auf den unteren Ast umstellen könnte, kann ich nachvollziehen und beunruhigt mich natürlich. Das absetzen auf einen noch nicht vorhandenen Ast erscheint unter dem Gesichtspunkt auch riskant. In dem oben schon aufgeführten Thread meiner Birke hat Thorsten gerade von seiner Birke berichtet, die nach ähnlicher Behandlung einen Ast kahl gelassen hat.

Wie wäre es mit der Idee, den unteren Ast mit der eigentlichen Stammfortführung auf eine Waage zu schneiden? Somit müssten beide nach dem Prinzip der Saftwaage recht gleichmäßig gefördert werden und mit etwas Glück treibt vielleicht der Ast durch den Rückschnitt auch unten schon einen neuen Ast aus, auf den später abgesetzt werden kann.

Beste Grüße,
Malte
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