hier stelle ich meine zweite Chinesische Ulme vor.
Auch diese Ulme stammt aus einem Baumarkt. Immer, wenn ich im örtliche Baumarkt bin, kann ich mir einen Blick auf den Bonsai-Tisch nicht verkneifen. Nur selten ist da was taugliches dabei. Diese kleine Ulme entdeckte ich dort im Herbst 2009. Sie hatte m. E. brauchbare Anlagen, und weil sie nur 5,99 € kostete, konnte ich nicht widerstehen.
Zuhause habe ich sie dann erst einmal beschnittenn und vor allem den Stumpf des Stammes (s. rote Markierung) entfernt. Wie leider so oft, habe ich vor lauter Eifer das Vorher-Foto vergessen. So sah sie nach dem Schnitt aus.
Auf den ersten Blich sah die Kontur der Krone ganz ansprechend aus, aber die Äste und Zweige verliefen kreuz und quer, alles zu struppig. Deshalb habe ich im Frühling 2010 noch mal kräftig zurück geschnitten und das Durcheinander entfernt, um die Äste und Zweige neu zu entwickeln.
Das Bäumchen trieb gut durch und sah im Herbst so aus:
Im nächsten Frühjahr habe ich erstmals umgetopft - in die selbe Schale. (Viele mögen über diese einfachen Massenschalen die Nase rümpfen, aber ich mag diese hochbeinige Taschenform ganz gern, sie ist für mich wie Schale und Präsentiertisch in einem.) Dabei reduzierte und ordnete ich den Wurzelballen, der wie bei vielen dieser Massenbonsai einfach in die oft zu kleinen Schalen gequetscht wurde, gründlich. Mit einer leichten Änderung des Winkels und der Ansichtseite fand ich den Baum schon gefälliger.
Allmählich baute sich die Krone neu auf.
Das anfangs dürre untere Zweiglein auf der linken Seite soll ja einmal der erste Ast des Baumes werden. Um ihm die nötige Stärke zu geben, ließ ich dieses Ästchen den ganzen Sommer lang durchwachsen.
Hier sieht man gut, wie diese Ulme (anders als meine erste Ulme) von selbst ihre Zweige stark nach unten richtet. An diesem Baum habe ich nie etwas abgespannt, alle Biegungen nach unten entstanden von selbst. Das entspricht vielleicht nicht den Bonsai-Regeln, ist aber für diese individuelle Pflanze so charakteristisch, dass ich nicht dagegen an drahten und formen möchte. Die Biegungen finden sich schon im Stamm und setzen sich im gesamten Baum fort.
Im Frühjahr 2013 fand ich diese schöne Schale von Marc Berenbrinker. Ich kaufte sie nicht gezielt für einen bestimmten Baum, doch als ich sie Zuhause hatte, sah ich gleich, dass sie bestens für diese Ulme geeignet ist. Also zog sie dort ein. Ich finde, sie passt hervorragend!
Diesmal nahm mir die Ulme die erneute Bearbeitung des Wurzelballens übel (hatte wohl zu grob gearbeitet, d.h. zu viele Wurzeln entfernt) und sie schlappte. Ich hab sie dann ein paar Wochen mit einem Folienbeutel überzogen und sie erholte sich damit. Jetzt steht sie kraftvoll da, ich musste schon mehrmals schneiden. Die Kronenkontur ist mir noch zu dreieckig, aber das ist z.Zt. noch nötig, um die unteren Äste zu entwickeln.
Nach nunmehr 4 Jahren Pflege gefällt sie mir schon ganz gut.
