Hallo liebe Leute und natürlich insbesondere Ulf
Hier kommt das versprochene Bäumchen (esn sind eigentlich zwei).
Herkunft des Benjaminas:
Vor einem Jahr noch stand es im Wartezimmer meines Arztes. Ich habe also einige Zeit in Betrachtung dieses Bäumchen verbracht, die beiden Stämme hatten irgendwie eine beruhigende Ausstrahlung (die Krone war allerdings damals kompakter und schön kegelförmig). Ausserdem ist mir eingefallen, dass wärend meiner Anwesenheit mehrere Bläter zur Boden gesegelt waren. Ich sprach also meinen Arzt auf den Zustand des Benjaminas an. Er war sehr freundlich und meinte: die neue Sprechstundenhilfe und der Ficus vertragen sich nicht. Zeit zum aufpeppeln hatte er nicht, also schenkte er mir die Pflanze.
Als ich den Benjamina zuhause austopfte wuste ich warum er so aussah. Er stand wohl schon eine geraume Zeit in einem Topf ohne Abzugslöcher. Vor dem Auftritt der neuen Sprechstundenhilfe wurde er wohl nur spärlich gegossen und gedie prächtig, aber dan nahm das Verhängnis seinen Lauf... Im folgenden Winter hatten die Bäumchen die meisten Blätter verloren. Einen Kurzschnitt habe ich nicht gewagt, da die Pflanze noch sehr schwach war, auch die Wurzeln lies ich unangetastet, sofern sie nicht verfault waren. Der Neuaustrieb hat sich dan vor allem an Zweigspitzen eingesetzt und fürte zu dem jetzigen zerzaustem Erscheinungsbild.
Analyse:
Was mir an dem Bäumchen noch im Wartezimmer positiv aufgefallen war, waren die Stammverjungung so wie ein leichter Bogen in dem sich die Stämme dem Betrachter zuwenden. Als Nachteil ist vermutlich zu werten, das es sich dabei um zwei gleichstark entwickelte Bäume handelt, das ist wol nicht ganz japanisch. Außerdem habe ich gestern das Nebari freigepult und war dann doch etwas enttäuscht, weil sich mehrere Lucken aufgetan haben. Dazu gibt es bilder:

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Seite A, gegenwärtig vorderseite
Seite B, gegenwärtig Rückseite
Es gibt nur wenige gut entwikelte Wurzel, der Rest ist noch viel zu dünn und muß noch wesentlich am Umfang gewinnen um vorzeigbar zu werden. Es gibt aber nur wenige Überkreuzungen und eigentlich gar keine, die man nicht auseinander Fummeln könte..
Die Stämme weisen in der unteren Hälfte eine schöne Verjungung auf. Es gibt jedoch einige dickere Aststummel die entfernt werden müssen. Ausserdem hat Stamm A eine großflächige Narbe, Vermutlich brach ein Ast ab, und die Rinde wurde ein stück weit abgerissen. Die Krone ist im Inneren verkahlt und bedarf eines starken Rückschnits. Die Verjungung stockt ab der Hälfte des Stammes. Die Verästelung setzt zu hoch ein.
Wahl der Vorderseite:
Die Seiten A und B eignen sich in erster Linie als Vorderseite, da die beiden Stämme nur in dieser Perspektive sich nicht gegenseitig verdecken.
Eigentlich habe ich bisher die Ansicht A als vorderseite betrachtet, Da ich den Stammverlauf so als schöner empfinde. Beide Pflanzen neigen sich von A aus gesehen nach vorne. Man kann natürlich auch auf eine S-Form (erst nach hinten, dan nach vorne) hinaus arbeiten, das Nebari wäre nämlich auf der seite B gleichmässiger ausgebildet, aber ich finde einen einfachen Bogen nach vorne auch nicht umbedingt langweilig und scheue mich auch nicht vor eier längeren Nebarientwiklung.
Fazit:
Trotz einiger Macken finde ich den Fikus schön und würde gern mein allerersten Bonsai daraus gestalten. Habe am sonsten nur eineige selbstgezogene Outdoors, die jetzt so 3-2 Jahre alt sind. Da kann man kaum von Gestaltung sprechen. Hoffe das Materiall ist der Bonsaischule würdig (wenn nicht mache ich es trotzdem

:D )
Was ich tun würde:
Die Stämme an den rot markierten Stellen kappen und neu durchtreiben lassen. Äää, schwarze Punkte sind das, was ich für wachstumspunkte halte. Bin mir nicht sicher ob ich den Schitt tatsächlich so niedrig ansetze wie rot markiert. Bei einem Normalfikus würde ich sofort tun, aber ich weis nicht ob die weisspanaschierte Form eventuell zickiger ist. Als Ersatzvariante würde ich die Stämme kurz oberhalb des ersten Astes kappen, da in diesem Fall noch ein Paar Blätter stehen bleiben, und erst nach dem, hoffentlich, einsetzenden Austrieb im Stammbereich rigoros abschneiden. Dann wäre ich mir über den Zeitpunkt unsicher, ob nun jetzt im Spätherbst, oder erst im Frühjahr. Die Aststummel müsten mit Konkavzange an das Stammneveu gebracht werden.
Dicke Wurzeln (c, g, j, m) stark beschneiden.(Wie stark?) Wurzel q (entspringt weit unterhalb der Nebariebene und führt dann nach oben), t (sitzt zu hoch), so wie eventuell jetzt nicht sichtbare Pfallwurzeln ganz entfernen. Einen grundsätzlichen Wurzelschnitt zur Reduzierung der Wurzelmasse durchfüren und den Fikus in eine flachere Schale einpflanzen (erstmal halbe Tiefe, oder kan ich einen 3/4 Schnitt wagen?) . Nebari einbudeln und hoffen das die schwächeren Wurzeln schön verdicken.
LG Anastassia
PS. Da die deutsche Sprache nicht gerade meine Muttersprache ist, und der Computer an dem ich arbeite kein Rechtschreibprogramm besitzt, entschuldige ich mich schon mal für die vielen Rechtschreibfehler.