Bergkiefer

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Freggel
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Bergkiefer

Beitrag von Freggel »

Hab nur eine kurze Frage:
Darf man jetzt noch eine Bergkiefer umtopfen?
Und wie ist das mit dem Zupfen, die Knospen ganz oder nur halb abzupfen?

Gruss Freggel
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Freggel
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Beitrag von Freggel »

KEINE ANTWORT IST HIER WOHL AUCH EINE ANTWORT :evil:
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Anja M.
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Beitrag von Anja M. »

Nu laß unsere Wochenendurlauber und Fachleute doch erst einmal bis hierhin vordringen :roll:
73 Anja
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Nils O.
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Beitrag von Nils O. »

Hallo Freggel,

Geduld, Geduld ist die oberste Tugend eines Bonsaianers. :!:
Ich hätte dir schon was geschrieben, habe aber keine Bergkiefer (genaugenommen habe ich momentan überhaupt keine Kiefer). Und wenn es um artenspezifische Fragen geht, halte ich mich immer sehr zurück mit Antworten bei Arten, mit denen ich keine oder erst wenig Erfahrung habe.

Eines noch: Dieses Forum hier wird auf freiwilliger Basis "gefüllt", einen Anspruch auf eine Antwort hat niemand. Dennoch wüsste ich nicht, dass hier bei freundlicher Nachfrage eine Frage unbeantwortet geblieben wäre. Also denk dran: Du möchtest, dass dir jemand hilft. Wenn dich eine Person fragt "Könnstest du mir bitte hierbei helfen?" und eine andere spricht dich an: "Ey du, hilf mir mal!", wem würdest du eher helfen? Wenn also ein Beitrag von dir unbeantwortet "nach unten" wandert, wirst du mit einem "Hallo, kann mir wirklich niemand was hierzu sagen?" eher was erreichen als mit einer Antwort wie deiner.

Zum Nadelzupfen hätte ich aber was für dich: Einen Beitrag von Walter Pall, bei dem es sich wie bei so vielen seiner "Monster-Antworten" ;) um einen Auszug aus seinem (zukünftigen) Buch handelt:
Walter Pall hat geschrieben:(1) Nadelzupfen

Dem Blattschnitt verwandt ist das Nadelzupfen an Koniferen. Entweder handelt es sich um alte Nadeln oder ganz junge. Dann spricht man auch vom ganz- oder teilweisen Ausbrechen des Neuaustriebes.

Ebenso wie beim Blattschnitt muss man sich vor Augen halten, dass durch das Nadelzupfen der Baum absichtlich geschwächt wird. Das bedeutet, dass man einen bereits schwachen Baum erst wieder kräftigen muss, bevor man mit dem Nadelzupfen beginnt. Viele Nadelbäume wurden durch das Nadelzupfen bereits ruiniert!

Es hat den Sinn:

den Baum zu verschönern, durch das Entfernen der unschönen alten Nadeln.

die Länge der folgenden Nadeln zu reduzieren

die innen wachsenden Zweige mehr dem Sonnenlicht auszusetzen und dadurch zu stärken.

die Entwicklung von Knospen im Inneren der Krone durch das einfallende Sonnenlicht zu fördern

das Anbringen von Draht und folgendes Gestalten zu erleichtern.

Apikal dominante Bäume, und das sind alle Koniferen, haben drei Bereiche, die sich deutlich in ihrer Vitalität unterschieden:

Bereich A: Der vitalste Teil sind die Wipfelregion und die äußersten Triebe an den Ästen. Hier wird am meisten gezupft oder abgeschnitten. Bei gesunden Schwarzkiefern und anderen zweinadeligen Kiefern bleiben nur vier bis sechs Nadeln pro Büschel stehen. Bei Fichten und Wacholdern wird hier 60 bis 70 % der Blattmasse entfernt.

Bereich B: Der Teil mit mittlerer Vitalität besteht aus den Ästen in der mittleren Region der Krone. Hier bleiben sechs bis acht Nadeln stehen, bzw. werden ca. 50 % der Blattmasse entfernt.

Bereich C: Der schwächst Teil sind die untersten Äste sowie alle Äste, die im inneren Bereich der Krone liegen. Hier verbleiben acht bis zehn Nadeln, bzw. werden nur 30 % der Blattmasse entfernt. Bei ganz schwachen Trieben verbleibt alles am Baum.

Das Nadelzupfen an Nadeln, die älter als ein Jahr sind, kann immer erfolgen. Junge Nadeln von dieser Vegetationsperiode lässt man meist stehen.

In der Entwicklungsphase ist es auch möglich, die Nadeln abzuschneiden, statt abzuzupfen. dadurch werden zwar kleine hässliche Stummeln hinterlassen, aber der Baum wird geschont. Beim Auszupfen geht nämlich bei vielen Arten ein Teil der Rinde mit, der den Embryo für eine neue Knospe enthält. Manche Profis schneiden die Nadeln nur zu einem mehr oder geringeren Teil ab. Ähnlich wie eine Hecke wird ein Astpolster mit einer scharfen spitzen Schere auf gleiches Niveau geschnitten. Dadurch werden die neuen Knospen etwas schwächer, was wiederum im nächsten Jahr kleinere Nadelbüschel ergibt. Außerdem sieht das Ganze von der Ferne betrachtet bereits recht gut aus. Für fortgeschrittene Bäume, die auch ausgestellt werden sollen, ist diese Methode ungeeignet. Man kann das höchstens im Jahr vorher mit Erfolg machen.

Man kann nicht einfach bedenkenlos die Nadeln mit den fingern auszupfen, auch wenn das bei vielen Bäumen keine Probleme bereitet. Oft muss man die Nadeln mit einer spitzen Schere abschneiden, so dass ein kleiner Stummel stehen bleibt. Das häng davon ab, welche art man vor sich hat. Einige lasen die alten Nadeln bereitwillig jedes Jahr fallen, während andere das nur alle drei oder vier Jahr tun. Dann kann man sie nicht so leicht abziehen. Es hängt auch von der Jahreszeit ab. Am ende der Wachstumsperiode ist es leichter, sie abzuzupfen. Auch vom Gesundheitszustand des einzelnen Baumes hängt es ab. Schwache Bäume lassen sich die Nadeln ganz leicht abziehen. Bei schnell wachsenden Bäumen muss man meistens schneiden. Der Bonsaifreund muss einfach ausprobieren: wenn sich die Nadeln leicht abziehen lasen, dann kann man das auch machen, wenn nicht, dann besser schneiden, auch wenn hässliche Stummel verbleiben.

Das Nadelzupfen wird bei zweinadeligen Kiefern anders angewendet als bei drei- bis fünfnadeligen. Zweinadelige, wie vor allem die Schwarzkiefern sind besonders kräftig. Man kann die Nadeln einfach mit den Fingern abziehen. Bei fünfnadeligen Kiefern, wie der Mädchenkiefer könnte man dabei die Rinde beschädigen. Sie werden deshalb mit einer Schere knapp über der Blattscheide abgeschnitten, so dass ein Stummel von 1-2 mm verbleibt. Bei beiden Kieferngruppen werden die Nadeln im Herbst, von September bis Mitte des Winters entfernt.

Angeblich kann man ein Braunwerden der abgeschnittenen Nadelspitzen durch tägliches Übersprühen mit Wasser verhindern. In der Praxis ist das jedoch kaum der Fall.

Koniferen mit schuppenartigen Blättern müssen regelmäßig gezupft werden. Dazu nimmt man den Zweig an der Basis zwischen zwei Finger einer Hand und das zu entfernende Blattende in zwei Finger der anderen Hand. Dann zupft man ganz kräftig. Es ist ähnlich, wie wenn eine Geiß den Baum bearbeitet.

Wenn die schuppigen Blätter sehr lang sind, oder wenn sich ein Baum noch früh in der Entwicklung befindet, kann man auch mit einer scharfen Schere arbeiten. Die Ränder werden bald braun, was aber in einigen Monaten wieder verschwindet.

Bei allen Wacholdern mit schuppenförmigen Nadeln besteht das Problem, dass sie stachelige Jugendtriebe bilden, wenn sie stark zurückgeschnitten werden. Diese Triebe stehen dann parallel zum schuppenartigen Alterslaub und sehen nicht gut aus. Wer nun meint, er könnte sie einfach wieder entfernen, der wird rasch erkennen, dass sie dann um so stärker neu treiben. Es dauert viele Jahre, bis daraus wieder schuppenartige Triebe entstehen. Die Kunst besteht darin, es gar nicht so weit kommen zu lassen. Ein Ast, den man zurückschneiden will, wird nicht sofort auf die ganze Länge gekappt, sondern nur ein Teil wird abgeschnitten. Den verbleibenden Ast lässt man wieder einige Zeit wachen um dann weiter zu schneiden. So erreicht man nach mehreren Schritten, dass der Ast so kurz ist, wie man es eigentlich wollte, aber die Blätter, auch im Neuaustrieb durchgehend schuppig sind. Wenn es trotzdem einmal passiert ist, dass ein Wacholder unerwünschte Jugendtriebe hervorbringt, darf man sie keinesfalls einfach alle abschneiden. Der Baum reagiert mit noch stärkerem Austrieb von nadeligen Zweigen. Man muss die Zweige erst einmal wachen lasen und nur ganz sanft zurückschneiden. Irgendwann, meistens erst nach einigen Jahren, entstehen dann schuppenartige Triebe. Dann kann man ganz langsam alle nadelige Triebe entfernen. Es ist auch für Profis äußerst schwierig, einen Wacholder mit Jugendtrieben wieder zu schönem Laub zu verhelfen.

Fichten, Tannen, Eiben, Zedern kann man genauso zurückzupfen oder zurückschneiden. Allerdings machen sich bei ihnen die braunen Schnittstellen besonders hässlich bemerkbar. deshalb sollte man bei fortgeschrittenen Bäumen möglichst zupfen. Allerdings ist ein Neuaustrieb aus dem diesjährigen Trieb einer Fichte nur zu erwarten, wenn sie bereits leicht verholzt ist. Wenn also der Rückschnitt im Juli erfolgt. Dann kann man kaum mehr mit den Fingern arbeiten, sondern ist wohl auf eine Schere angewiesen. Wenn früher mit den Fingern gezupft wird, kommen die nächsten Knospen nur aus der Basis des neuen Triebes und nicht aus ihm selbst. Der Baum wird sich also nicht so gut verdichten.

Bei den Lärchen kann man genau so vorgehen wie bei Laubbäumen. Man kann einen teilweisen oder vollständigen Blattschnitt durchführen, indem die nadeln ausgezupft werden. Besonders bei der japanischen Lärche, die ja viel vitaler ist als die europäische, kann damit die sehr starke apikale Dominanz beeinflusst werden.

Eine ganz spezielle Form des Nadelzupfens wurde für die japanische Schwarzkiefer (P. thunbergiana) entwickelt. Dieselbe Methode funktioniert auch bei der österreichischen Schwarzkiefer (P. nigra) und auch bei der Waldkiefer (P. sylvestris) und der Bergkiefer (P. mugo), also bei allen zweinadeligen Kiefern. In Colorado wurde diese Methode mit Erfolg an Ponderosakiefern (P. ponderosa) angewendet. Vorauszuschicken ist eine dringende Warnung: Diese Technik ist ausschließlich an sehr gesunden, kräftig wachsenden Bäumen anzuwenden. Vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätsommer wird der Baum besonders kräftig gedüngt. Zwischen Mitte August und Anfang September beginnt man an allen Ästen alle Nadeln zu entfernen, die nach oben und nach unten weisen, so dass die Äste ganz flach wirken. Die Nadeln können bei einigen Arten ausgezupft werden, am besten werden sie aber mit eine feinen Schere knapp am Ast abgeschnitten. Dann werden alle Nadeln entfernt, die drei Jahre alt sind oder älter. Dann lässt man alle Nadeln stehen, die an Stellen sitzen, wo man gerne eine Knospe hätte. Die anderen werden entfernt. Wenn man die Wahl zwischen mehreren Nadeln hat, lässt man die perfekten stehen und entfernt alle mit braunen Spitzen und auch solche die nicht perfekt gerade sind. Man lässt keine gegenständigen Nadeln, sonst bilden sich gegenständige Knospen. Dann werden die in dieser Jahreszeit bereits gebildeten Terminalknospen abgenommen. Alle bereits bestehenden Knospen, die an unerwünschten Stellen, wie direkt nach unten oder oben liegen, werden abgeknipst. Nun sieht der Baum wie eine Vogelscheuche nach einem kräftigen Hagel aus. Wenige Wochen nach dieser Prozedur sollten sich überall dort, wo Nadeln verblieben sind und auch ins alte Holz hinein, neue Knospen gebildet haben. Natürlich mutet man dem Baum diese Prozedur nur im Abstand von mehreren Jahren zu. Im darauffolgenden Frühjahr wird der Baum austreiben mit wesentlich besser verteilten Kerzen und auch wesentlich dichter als zuvor.
So, nun zufrieden :?: ;)
Und beim nächsten Mal dann bitte etwas netter :!: :twisted:
Gruß,
Nils

AK Braunschweig, Treffen: Jeweils am 1. oder 2. Samstag im Monat, weitere Infos hier

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Freggel
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Beitrag von Freggel »

So war das auch nicht gemeint....Sorry verspreche Besserung... :oops:
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Nils O.
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Beitrag von Nils O. »

OK, ist schon vergessen :)
Solte nur ein Wink mit dem Zaunpfahl sein ;)
Gruß,
Nils

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