Kleine Werkzeugkunde

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zopf
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Kleine Werkzeugkunde

Beitrag von zopf »

Um einen kleinen Überblick über das gebräuchlichste
Werkzeug zu verschaffen, fang ich mit den Zangen
für den Ast und Wurzelschnitt an.

Konkavzange
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schmale Konkavzange
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Dies ist die wohl am häufigsten eingesetzte Zange zum Astschnitt.
Sie dient zum Schneiden von Ästen bis ca 1,5 cm Durchmesser.
Die Schnittrichtung sollte immer in Richtung des Ast/Stammverlaufs
sein. Beim Kauf sollte man darauf achten das die Schneiden
100% tig aufeinander treffen. Überprüfen kann man es indem
man die Schere gegen das Licht langsam schliesst. Eventuelle
Scharten in der Schneide und Passungenauigkeiten sind sofort
am Spalt zu erkennen. Ein Nachteil dieser Zange ist, das der
Schnitt meist (mit einem Messer) nachgeschnitten werden muss.
Für die Zwecke Unsere Schule ist die schmale Konkavzange
am geeignetsten, da Sie präziseres Schneiden ermöglicht.
Allerdings sollten damit nur Äste bis 0,8cm geschnitten werden.

Knospenzange
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Den Nachteil des Nachschneidens verhindert die Knospenzange.
Ihr Schnittbild ergibt eine leichte Rundung ins Gewebe des Stammes.
Da sich der Wundkallus meist aufwölbt, kann man mit geschickter
Schnittführung einen recht flachen Kallus erreichen.
Nachteilig ist die begrenzte Winkelstellung beim Schnitt, da die
Zange im optimalen Fall rechtwinklig zum Stamm geführt werden soll.

Rund-Konkavzange
Bild

In den letzten Jahren hat man die Rund-Konkavzange entwickelt,
die eine Mischung aus Knospen- und Konkavzange ist.
Sie ist vom Einsatzwinkel her vielseitiger als die Knospenzange,
hinterlässt aber genauso einen nach innen gewölbten Schnitt.
Bei etwas grösseren Bäumen ist es mittlerweile die Zange,
mit der ich am meisten arbeite.

Wurzelzange
Bild

Ein in meinen Augen unerlässliches Werkzeug ist die Wurzelzange.
Ihre geraden Schneiden ermöglichen es eine Wurzel sauber
und gerade abzuschneiden. Die immer wieder erscheinenden
Wurzeln in Richtung Erde, können präzise geschnitten werden
und ermöglichen bei sauberer, scharfer Schneide ein gutes
Verheilen der Wunde. Da ein Baum darauf vorbereitet ist,
Schäden am Stamm oder an den Ästen zu heilen, hat er im
oberirdischen Bereich ein recht gutes Abwehrsystem gegen
eindringende Feinde. Anders sieht es unterirdisch aus wo wir nur
mit sauber Schnitten und darauf folgender Schonung und Kräftigung
des Baumes,nach einem Eingriff ins Wurzelsystem, Hilfestellung
geben können.

Übrigens ist das Werkzeug noch nicht "winterfertig", das bedeutet
das Reinigung und Schärfung noch erfolgen. Die ältesten oben
gezeigten Werkzeuge sind über 10 Jahre alt. Gut gepflegtes Werkzeug
von nur mittlerer Qualität hält ein Leben lang.

EIn schönes Wochenende
Maximilian D.
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Beitrag von Maximilian D. »

hallo dieter,

konkav und knospenzange hab ich.

ich bin jedoch der meinung dass man die wurzeln genauso gut mit einer knospenzange entfernen kann
oder gibt es etwas was dagegen spricht?
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Gladiator
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Beitrag von Gladiator »

Hallo!

Also ich hab:1. Konkav Zange: 17,5 cm

2. Runde Konkav Zange: 17,5 cm

3. Pinzette / Schaufel 21,0 cm aus Edelstahl!

4. Blattschneider 17,5 cm

5. Besen

6. Breite Bonsaischere: 17,0 cm


Reicht das aus? :mrgreen: :wink:


Liebe Grüße Markus!
MfG Markus *wink*






Ich weiß, dass ich nichts weiß! (Sokrates)
Maximilian D.
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Beitrag von Maximilian D. »

hallo markus...
du setzt evtl. ein bischen zu sehr auf quantität..
natürlich reicht es fürs erste aus so ein einsteigerset...
aber für den preis..so eine menge an werkzeug!wenn man ein bischen genauer überlegt komm man evtl. auf die idee dass die qualität darunter leidet..
für den preis für den du das ganze set bekommen hast bekommt man normal mit glück eine vernünftige knospen und eine konkavzange
auf dauer solltest du ein werkzeugset etwas aufwerten

gruß max
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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo Max
Das Schnittbild der Knospenzange ist nicht so sehr geeignet
für das Wurzelschneiden. Ausserdem lassen die Erdpartikel
im Wurzelbereich, die Schneide schnell schartig werden.
Wenn Du die Zange für den Wurzelbereich und die Äste
gleichzeitig benützt, solltest Du Dir das desinfizieren des
Wekzeuges angewöhnen. Wenn Du zuerst die Wurzeln
beschneidest und danach die Äste, könntest Du die
Schnittstellen infizieren. Im Bodenbereich "wohnt" eine
schier unglaubliche Zahl an Bakterien und Pilzen.
Im "kleinen Ökosystem" Schale bildet sich meist ein
Gleichgewicht von Helfern und Schädlingen, wenn aber die
"Falschen" an ein Schnittstelle oberirdisch kommen, kann
es zu Abschottungsreaktionen an der Schnittstelle führen,
die ein grösseren Saftrückzug zur Folge haben.
Für kleinere Bäumchen, kann man recht gut eine breite
Bonsaischere für den Wurzelbereich einsetzen.
(Ich weiss sowieso nicht, wofür man Sie sonst einsetzen kann)
Einen schönen Sonntag Morgen
Dieter

ps. So im Allgemeinen zum Werkzeugkauf. Wer sich richtig intensiv
mit dem Hobby beschäftigen will und sich sicher ist,
das es für viele Jahre so bleibt, sollte sich Stück für Stück
gutes Werkzeug kaufen. Lieber ein Pflänzchen weniger, lieber
eine Schere/Zange weniger aber dafür ordentliches Handwerkzeug.
Eine kleine Auflistung von Werkzeugen die für 90% aller
Arbeiten reichen:
1 schmale Konkavzange
1 Rund Konkavzange
1 Wurzelzange
1 schmale Schere
1 breite Schere
1 Drahtzange
1 Drahtschneider
1 Pinzette
2 "Schnitzmesser"
Liest sich wie eine lange Liste an, hält aber bei guter Pflege
ein Leben lang.
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flu
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Beitrag von flu »

Vielleicht als kleine Ergänzung:
Ich arbeite mit weit weniger Werkzeug

- Rund-Konkavzange (mein Hauptwerkzeug für grobe Arbeiten)
- schmale Bonssischere (mein Hauptwerkzeug für feine Arbeiten)
- Rosenschere (für Wurzelschnitt)
- Wurzelkralle
- alte Zange (zum Draht schneiden)
- Zahnbürste und Pinzette (für Nebaripflege)
BildBildBild
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Yannick
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Beitrag von Yannick »

Mal eine ganz blöde Frage...
Ich habe in Harry Tomlinsons Buch "Bonsai" gelesen, dass man Werkzeuge mit einer Flamme desinfiziert. Reicht da eine ganz normale Kerzenflamme bzw. Feuerzeugflamme oder muss das was heißeres/größeres sein?
Ich weiß, dass dazu in der BS schonmal was geschrieben wurde, aber ich kann den Beitrag nicht finden...

Yannick
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der1
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Beitrag von der1 »

Huhu Yannick,

Dieter hatte, wenn ich mich richtig erinnere, auch schonmal geschrieben, dass man die Schneiden zur Desinfektion auch in Spiritus tauchen und anschließend anzünden kann. Ich für meinen Teil würde das so handhaben, dass ich die Schneiden einfach ne halbe Stunde im Spiritus liegen lasse, dann rausnehme und anzünde.

Liebe Grüße

¹
Und wenn wir jetz so zusammen liegen / Ich wollt es sagen, aber hab mich nie getraut
Immer öfter, wenn wir uns berühren / Spür ich den leeren Raum zwischen unsrer Haut.
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Yannick
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Beitrag von Yannick »

Danke für die Antwort. Ich hab bereits eine PN von Gary bekommen, in der er gesagt hat, Alkohol soll auch gut sein zur Desinfektion oder man hält das Werkzeug mehrere Sekunden lang in eine einfache Kerzenflamme oder Feuerzeugflamme. Diese Arten der Desinfektion sind mir viel lieber, da muss ich kein halbes Feuerwerk veranstalten bis die Werkzeuge desinfiiert sind. :wink:

Yannick
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der1
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Beitrag von der1 »

Spiritus IST (ein) Alkohol ;)
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Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig »

Yannick

denk an die Klinge. Wenn du eine scharf geschliffene Knospen- oder Konkavzange mit einem Gasbrenner etwa «desinfizierst», wird dir die Schneide blau/golden anlaufen und dich nachher bitter enttäuschen. Hat der Messerschmied sie für Holz, also spitzwinkling geschliffen, ist es nachher ein Welleisen. Mach das nicht.

Ein «Autoklav» in einem medizinischen Labor arbeitet mit 121 oder 134 Grad Celsius. Das kriegst du mit einer Kerze oder mit einer Alkoholablflammung locker hin. Auch 90 bis 100 Grad Celsius reichen für den Alltag, das kriegst du mit einem Wasserkocher hin. Glühtemperatur brauchst du nicht, kein Keim überlebt die genannten Temperaturen.

Ich reibe meine Zangen allenfalls mit einem Lappen ab, auf den ich etwas Alkohol gegeben habe. Damit dehydrieren Keime. Manchmal denke ich einfach auch, dass ich allemal sauberer arbeite als das Maul eines Rehs und schneide einfach...
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Yannick
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Beitrag von Yannick »

Andreas Ludwig hat geschrieben:Yannick

denk an die Klinge. Wenn du eine scharf geschliffene Knospen- oder Konkavzange mit einem Gasbrenner etwa «desinfizierst», wird dir die Schneide blau/golden anlaufen und dich nachher bitter enttäuschen. Hat der Messerschmied sie für Holz, also spitzwinkling geschliffen, ist es nachher ein Welleisen. Mach das nicht.

Ein «Autoklav» in einem medizinischen Labor arbeitet mit 121 oder 134 Grad Celsius. Das kriegst du mit einer Kerze oder mit einer Alkoholablflammung locker hin. Auch 90 bis 100 Grad Celsius reichen für den Alltag, das kriegst du mit einem Wasserkocher hin. Glühtemperatur brauchst du nicht, kein Keim überlebt die genannten Temperaturen.

Ich reibe meine Zangen allenfalls mit einem Lappen ab, auf den ich etwas Alkohol gegeben habe. Damit dehydrieren Keime. Manchmal denke ich einfach auch, dass ich allemal sauberer arbeite als das Maul eines Rehs und schneide einfach...
Also würde es reichen, wenn man das Werkzeug einfach eine Runde lang im Wasserkocher schwimmen lässt?

Yannick
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Yannick
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Beitrag von Yannick »

der1 hat geschrieben:Spiritus IST (ein) Alkohol ;)
Ich weiß, aber deswegen möchte ich ihn trotzdem nicht anzünden :wink:
Boemmy
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Beitrag von Boemmy »

Hallo,

was haltet ihr von diesem Angebot bei ebay?


Rund Konkav Zange von Yoshiaki in Schwarz
Japan Profi-Oualität, NEU und OVP
170 mm und sehr scharf
Erzeugt durch die Gebogenen klingen einen schönen runden schnitt
Liegt toll in der Hand
31,50€
Mfg Sven
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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo Sven
Die Zange liegt preislich genau im Mittelfeld,
ist also im Handel zu ähnlichen Preisen erhältlich.
Die Qualität kann ich nicht beurteilen,
nur ein Bauchgefühl sagt mir,
das es besser ist, Werkzeug vor Ort zu kaufen.
Und wenn über´s WWW dann bei einem bekannten Händler.
Wenn Du auch etwas grössere Bäume hast,
würde ich Dir eher zu einer 200mm oder 210mm Zange raten.
Bei 170mm Zangen bevorzuge ich eine schmale Form
um besser im Baum schneiden zu können.
mfG Dieter
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