Die ganz dicke Hainbuche

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich mich dem allgemeinen Lob nicht wirklich anschließen kann. :? -
Du verzeihst einem völlig Unwissenden doch, Walter? :wink:

Gibt´s auch andere Menschen, die mit dieser Gestaltung nicht wirklich zurecht kommen :?: *kopfkratz*

Bild

Wie würdest du diese Gestaltung bezeichnen? :arrow: als naturalistisch // abstrakt // oder ..... ??
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thomas hofmann
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Beitrag von thomas hofmann »

Hallo Walter,
nichts für ungut aber mein fall wäre das auch nicht
mfg
thomas
Vergiss mein nicht
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MartinRedlich
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Beitrag von MartinRedlich »

.
Zuletzt geändert von MartinRedlich am 15.03.2026, 23:09, insgesamt 1-mal geändert.

Es wäre schön, wenn die Bonsai im Bild etwas mehr Platz bekämen.
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flix
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Beitrag von flix »

behandelst du das Totholz von Laubbäumen denn auch mit Feuer und Jinmittel oder nur einem von diesen beiden?
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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

Wolfgang hat geschrieben:
Wie würdest du diese Gestaltung bezeichnen? :arrow: als naturalistisch // abstrakt // oder ..... ??
wolfgang,

als naturalistisch natürlich. Was denn sonst?
Sieht natürlich nicht wie ein Bonsai aus. Soll auch nicht.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.

mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

flix hat geschrieben:behandelst du das Totholz von Laubbäumen denn auch mit Feuer und Jinmittel oder nur einem von diesen beiden?
flix,

oft mit beidem, manchmal mit einem von beiden, in dem Fall mit gar nichts. Frag mich nicht warum.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.

mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
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achim73
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Beitrag von achim73 »

ich denke, man muss mal warten, wie das ganze in 2,3 jahren aussieht.
bei einer solch "radikalen" naturalistischen gestaltung könnte ich mir übrigens
(auch wenn es verpönt ist) einen mit moos und flechten bewachsenen stumpf
(von stamm kann man ja kaum noch reden) vorstellen.
ist ja schliesslich kein bonsai...
und könnte den ausdruck noch immens steigern, denke ich.
was hälst du generell von sowas, walter ?
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
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Martin Sch.
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Beitrag von Martin Sch. »

Muss ein Bonsai Gestaltung immer eine bezeichnung haben ??
Muss ein Bonsai wie ein Bonsai aus sehen ?
Und wie sieht ein richtiger Bonsai aus ?
Japanisch ?
Sollten wir nicht von den Japanischen Gestaltungs Formen wegkommen ?
"Ein Mensch lernt wenig von seinem Erfolge,
aber viel von seinen Niederlagen !"
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Thomas P.
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Beitrag von Thomas P. »

Walter Pall hat geschrieben:Dann das vorläufige Ergebnis.
Ein Bonsai im naturalistischen Stil
Dieser will also nun ein Bonsai sein und gefallen?!
Bild

Tut mir leid, aber ich sehe bei all der imposanten handwerklichen Demonstration und Leistung nur einen ausgehöhlten Strunk.
Mit dem Naturalismus-Begriff allein kann man in meinen Augen nicht alle Makel wegwischen. Dann wird er zu einem Alibi-Begriff, hinter dem man sich
gut verstecken kann.
Viele Grüße
Thomas Pallmer

Bonsai-Wandkalender 2019
Lindwurm
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Beitrag von Lindwurm »

jeder wie er mag !

dieser baum hier sieht doch gleich wesentlich natürlicher ,ähm ich meinte naturalistischer, aus als diese pervertierten sumo-dreispitzer....
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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

Thomas P. hat geschrieben:
Walter Pall hat geschrieben:Dann das vorläufige Ergebnis.
Ein Bonsai im naturalistischen Stil
Dieser will also nun ein Bonsai sein und gefallen?!
Bild

Thomas,

das ist DEINE Annahme und die ist falsch. Ein künstlerischer Bonsai will nicht gefallen. Er ist wie er ist und er gefällt einigen oder nicht. Wer gefallen will prostituiert sich, erzeugt Kitsch. Das hatten wir ja schon einmal - zum Entsetzen der Szene. Ein künstlerischer Bonsai will einfach nur echt sein. Das hat übrigens mit naturalistisch oder so nichts zu tun, das hat mit Kunst zu tun.
Ein künstlerlischer Bonsai will wirken.
Es ist völlig unerheblich, ob dieser Baum nun der Masse gefällt oder nicht. Die Masse hat per Definition einen Massengeschmack. Es wäre sogar höchst bezeichnend, würde er der Masse gefallen.
Das tun meine Ahorne z.B.. Die kommen an diese Hainbuche bei weitem nicht heran, nach meinem Geschmack.

Mir persönlich gefällt er übrigens ausserordentlich. Ich halte den Baum für einen meiner besten Laubäume, möglicherweise den besten. Ganz sicher weitaus besser als meine berühmten Laubbäume. Das nur an Rande, weil das ist eigentlich meine Sache.

Auch das hatten wir schon: ich bin überrrascht, erstaunt, fast perplex, wie eine Gestaltung von mir schon wieder eine Grundsatzdsikussion anfacht. Ehrlich, ich kann das nicht verstehen. Ich gehe immer wieder davon aus, dass das, was ich da mache doch keiner Erklärung bedarf, weil das doch jeder sieht. Ist aber nicht so. Sehr interessant.

Und wieder kommt das bereits Gesagte: Sowas kann man nicht verstehen, wenn man es mit den herkömmlichen Bonsaiaugen ansieht. sowas erschliesst sich nicht mit dem Mainstreamgeschmack, mit dem Massengeschmack.

Empörung, Auflehnung!

Ich mache sowas NICHT um anzuecken. Ich mache sowas, weil ich es total gut finde. Ich bin ehrlich jedesmal erstaunt, wenn wieder was aneckt.
Zuletzt geändert von Walter Pall am 25.02.2007, 10:02, insgesamt 1-mal geändert.
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mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
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holgerb
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Beitrag von holgerb »

Hallo Walter.

Ja, ich geb's zu, ich hab gehörig geschluckt, als die Säge kam. Aber, es war wohl die einzige Möglichkeit etwas "kompakteres" zu schaffen, das dann noch ansehnlich wirkt.
Der Stamm wirkt an sich wie eine uralte Kopfweide, da is mal vielleicht der Blitz eingeschlagen (aber den braucht's zum hohlwerden nicht).

was mich aber dennoch stört:

irgendwie will die Positonierung der Äste nicht mit diesem Stamm passen, ich weiß, die Gestaltung ist noch sehr am Anfang. Mir fehlt ein bißchen der Kampf ums weiterleben, sprich gerade aufschießende Triebe. Die müssen nicht schnurgerade sein. Mir wirkt der Baum im Moment noch zu gedrungen und zwar von allen Seiten, ausgenommen meine Sahneseite (s.u.)

Vielleicht kannst Du ja einen Ausblick für die Zukunft geben

Meine Sahneseite:

Bild


Warum?
Die Aushöhlung ist gut zu erkennen, aber sie überfällt den Betrachter nicht. Der Baum versteckt mit seinen Ästen diese gigantische Verletzung, das wirkt spannend, regt dazu an sich näher mit dem Loch zu befassen, den Baum anzufassen. Der tief heruntergezogene Ast auf er Rückseite bringt Tiefe.
Von dieser Seite wirkt der Baum auf mich kompakter, nicht so plattgedrückt......erhabener, nicht mit dem Kopf zwischen den Schultern.
Und ich sehe einen Ast, der nach oben will, weiterleben...

Gruß

Holger
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall »

Holger,

jetzt bin ich schon wieder überrascht. Du hast ausgerechnet eine Seite gewählt, die ich eigentlich gar nicht zeigen wollte, weil sie für mich selbst ganz sicher nicht in Betracht kommt. Ich habe sie nur der Vollständigkeit halber gezeigt.

Aber es freut mich. Es ist Dein Geschmack und es beweist, dass meine These, dass neuerdings nicht mehr eine, sondern mehrere Vorderseiten angeboten werden sollen, was hat. Genau so soll's sein, der Gestalter hat zwar eine oder mehrere Seiten, die er vorzieht, aber der Betrachter fällt sein eigenes Urteil. Gut so!

Von wegen Zukunftsaussicht und so muss ich Euch enttäuschen. Ich halte den Baum für mehr oder weniger FERTIG. Der Draht wird wegkommen, die feine Verzweigung wird besser, das Totholz bekommt eine Patina und wird echt aussehen, eine neue Schale ist fällig. Aber die Gestalt wird sich NICHT ändern, die steht. Die Verfeinerung erfolgt sozusagen von selbst. Da wird nicht mehr gross gestaltet. Am Ende wird es so ausehen, als ob 'der liebe Gott', ahäm, die Natur das gerade so gemacht hätte. Der unvoreingenommenen Betrachter wird die Hand des Gestalters überhaupt nicht erkennen und sich nur wundern, wie man 'sowas findet'.

Und in fünf Jahre werde ich dann einen langen Artikel darüber schreiben und keiner wird sich mehr daran erinnern wollen, dass der Baum bei der Premiere durchfiel. Ach was ein Zirkus! Käfig voller Narren.
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Aber bitte nicht unbedingt mit mir.

mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
Joerg

Beitrag von Joerg »

Hans Christian Andersen
Des Kaisers neue Kleider
Vor vielen Jahren lebte ein Kaiser, der so ungeheuer viel auf neue Kleider hielt, daß er all sein Geld dafür ausgab, um recht geputzt zu sein. Er kümmerte sich nicht um seine Soldaten, kümmerte sich nicht um Theater und liebte es nicht, in den Wald zu fahren, außer um seine neuen Kleider zu zeigen. Er hatte einen Rock für jede Stunde des Tages, und ebenso wie man von einem König sagte, er ist im Rat, so sagte man hier immer: "Der Kaiser ist in der Garderobe!"

In der großen Stadt, in der er wohnte, ging es sehr munter her. An jedem Tag kamen viele Fremde an, und eines Tages kamen auch zwei Betrüger, die gaben sich für Weber aus und sagten, daß sie das schönste Zeug, was man sich denken könne, zu weben verstanden. Die Farben und das Muster seien nicht allein ungewöhnlich schön, sondern die Kleider, die von dem Zeuge genäht würden, sollten die wunderbare Eigenschaft besitzen, daß sie für jeden Menschen unsichtbar seien, der nicht für sein Amt tauge oder der unverzeihlich dumm sei.

,Das wären ja prächtige Kleider', dachte der Kaiser; wenn ich solche hätte, könnte ich ja dahinterkommen, welche Männer in meinem Reiche zu dem Amte, das sie haben, nicht taugen, ich könnte die Klugen von den Dummen unterscheiden! Ja, das Zeug muß sogleich für mich gewebt werden!' Er gab den beiden Betrügern viel Handgeld, damit sie ihre Arbeit beginnen sollten.

Sie stellten auch zwei Webstühle auf, taten, als ob sie arbeiteten, aber sie hatten nicht das geringste auf dem Stuhle. Trotzdem verlangten sie die feinste Seide und das prächtigste Gold, das steckten sie aber in ihre eigene Tasche und arbeiteten an den leeren Stühlen bis spät in die Nacht hinein.

,Nun möchte ich doch wissen, wie weit sie mit dem Zeuge sind!' dachte der Kaiser, aber es war ihm beklommen zumute, wenn er daran dachte, daß keiner, der dumm sei oder schlecht zu seinem Amte tauge, es sehen könne. Er glaubte zwar, daß er für sich selbst nichts zu fürchten brauche, aber er wollte doch erst einen andern senden, um zu sehen, wie es damit stehe. Alle Menschen in der ganzen Stadt wußten, welche besondere Kraft das Zeug habe, und alle waren begierig zu sehen, wie schlecht oder dumm ihr Nachbar sei.

,Ich will meinen alten, ehrlichen Minister zu den Webern senden', dachte der Kaiser, er kann am besten beurteilen, wie der Stoff sich ausnimmt, denn er hat Verstand, und keiner versieht sein Amt besser als er!'

Nun ging der alte, gute Minister in den Saal hinein, wo die zwei Betrüger saßen und an den leeren Webstühlen arbeiteten. ,Gott behüte uns!' dachte der alte Minister und riß die Augen auf. ,Ich kann ja nichts erblicken!' Aber das sagte er nicht.

Beide Betrüger baten ihn näher zu treten und fragten, ob es nicht ein hübsches Muster und schöne Farben seien. Dann zeigten sie auf den leeren Stuhl, und der arme, alte Minister fuhr fort, die Augen aufzureißen, aber er konnte nichts sehen, denn es war nichts da. ,Herr Gott', dachte er, sollte ich dumm sein? Das habe ich nie geglaubt, und das darf kein Mensch wissen! Sollte ich nicht zu meinem Amte taugen? Nein, es geht nicht an, daß ich erzähle, ich könne das Zeug nicht sehen!'

"Nun, Sie sagen nichts dazu?" fragte der eine von den Webern.

"Oh, es ist niedlich, ganz allerliebst!" antwortete der alte Minister und sah durch seine Brille. "Dieses Muster und diese Farben! - Ja, ich werde dem Kaiser sagen, daß es mir sehr gefällt!"

"Nun, das freut uns!" sagten beide Weber, und darauf benannten sie die Farben mit Namen und erklärten das seltsame Muster. Der alte Minister merkte gut auf, damit er dasselbe sagen könne, wenn er zum Kaiser zurückkomme, und das tat er auch.

Nun verlangten die Betrüger mehr Geld, mehr Seide und mehr Gold zum Weben. Sie steckten alles in ihre eigenen Taschen, auf den Webstuhl kam kein Faden, aber sie fuhren fort, wie bisher an den leeren Stühlen zu arbeiten.

Der Kaiser sandte bald wieder einen anderen tüchtigen Staatsmann hin, um zu sehen, wie es mit dem Weben stehe und ob das Zeug bald fertig sei; es ging ihm aber gerade wie dem ersten, er guckte und guckte; weil aber außer dem Webstuhl nichts da war, so konnte er nichts sehen.

"Ist das nicht ein ganz besonders prächtiges und hübsches Stück Zeug?" fragten die beiden Betrüger und zeigten und erklärten das prächtige Muster, das gar nicht da war.

,Dumm bin ich nicht', dachte der Mann; es ist also mein gutes Amt, zu dem ich nicht tauge! Das wäre seltsam genug, aber das muß man sich nicht merken lassen!' Daher lobte er das Zeug, das er nicht sah, und versicherte ihnen seine Freude über die schönen Farben und das herrliche Muster. "Ja, es ist ganz allerliebst!" sagte er zum Kaiser.

Alle Menschen in der Stadt sprachen von dem prächtigen Zeuge. Nun wollte der Kaiser es selbst sehen, während es noch auf dem Webstuhl sei. Mit einer ganzen Schar auserwählter Männer, unter denen auch die beiden ehrlichen Staatsmänner waren, die schon früher dagewesen, ging er zu den beiden listigen Betrügern hin, die nun aus allen Kräften webten, aber ohne Faser oder Faden.

"Ja, ist das nicht prächtig?" sagten die beiden ehrlichen Staatsmänner. "Wollen Eure Majestät sehen, welches Muster, welche Farben?" und dann zeigten sie auf den leeren Webstuhl, denn sie glaubten, daß die andern das Zeug wohl sehen könnten.

,Was!' dachte der Kaiser; ich sehe gar nichts! Das ist ja erschrecklich! Bin ich dumm? Tauge ich nicht dazu, Kaiser zu sein? Das wäre das Schrecklichste, was mir begegnen könnte.' "Oh, es ist sehr hübsch", sagte er; "es hat meinen allerhöchsten Beifall!" und er nickte zufrieden und betrachtete den leeren Webstuhl; er wollte nicht sagen, daß er nichts sehen könne. Das ganze Gefolge, was er mit sich hatte, sah und sah, aber es bekam nicht mehr heraus als alle die andern, aber sie sagten gleich wie der Kaiser: "Oh, das ist hübsch!' und sie rieten ihm, diese neuen prächtigen Kleider das erste Mal bei dem großen Feste, das bevorstand, zu tragen.

"Es ist herrlich, niedlich, ausgezeichnet!" ging es von Mund zu Mund, und man schien allerseits innig erfreut darüber. Der Kaiser verlieh jedem der Betrüger ein Ritterkreuz, um es in das Knopfloch zu hängen, und den Titel Hofweber.

Die ganze Nacht vor dem Morgen, an dem das Fest stattfinden sollte, waren die Betrüger auf und hatten sechzehn Lichte angezündet, damit man sie auch recht gut bei ihrer Arbeit beobachten konnte. Die Leute konnten sehen, daß sie stark beschäftigt waren, des Kaisers neue Kleider fertigzumachen. Sie taten, als ob sie das Zeug aus dem Webstuhl nähmen, sie schnitten in die Luft mit großen Scheren, sie nähten mit Nähnadeln ohne Faden und sagten zuletzt: "Sieh, nun sind die Kleider fertig!"

Der Kaiser mit seinen vornehmsten Beamten kam selbst, und beide Betrüger hoben den einen Arm in die Höhe, gerade, als ob sie etwas hielten, und sagten: "Seht, hier sind die Beinkleider, hier ist das Kleid, hier ist der Mantel!" und so weiter. "Es ist so leicht wie Spinnwebe; man sollte glauben, man habe nichts auf dem Körper, aber das ist gerade die Schönheit dabei!"

"Ja!" sagten alle Beamten, aber sie konnten nichts sehen, denn es war nichts da.

"Belieben Eure Kaiserliche Majestät Ihre Kleider abzulegen", sagten die Betrüger, "so wollen wir Ihnen die neuen hier vor dem großen Spiegel anziehen!"

Der Kaiser legte seine Kleider ab, und die Betrüger stellten sich, als ob sie ihm ein jedes Stück der neuen Kleider anzogen, die fertig genäht sein sollten, und der Kaiser wendete und drehte sich vor dem Spiegel.

"Ei, wie gut sie kleiden, wie herrlich sie sitzen!" sagten alle. "Welches Muster, welche Farben! Das ist ein kostbarer Anzug!" -

"Draußen stehen sie mit dem Thronhimmel, der über Eurer Majestät getragen werden soll!" meldete der Oberzeremonienmeister.

"Seht, ich bin ja fertig!" sagte der Kaiser. "Sitzt es nicht gut?" und dann wendete er sich nochmals zu dem Spiegel; denn es sollte scheinen, als ob er seine Kleider recht betrachte.

Die Kammerherren, die das Recht hatten, die Schleppe zu tragen, griffen mit den Händen gegen den Fußboden, als ob sie die Schleppe aufhöben, sie gingen und taten, als hielten sie etwas in der Luft; sie wagten es nicht, es sich merken zu lassen, daß sie nichts sehen konnten.

So ging der Kaiser unter dem prächtigen Thronhimmel, und alle Menschen auf der Straße und in den Fenstern sprachen: "Wie sind des Kaisers neue Kleider unvergleichlich! Welche Schleppe er am Kleide hat! Wie schön sie sitzt!" Keiner wollte es sich merken lassen, daß er nichts sah; denn dann hätte er ja nicht zu seinem Amte getaugt oder wäre sehr dumm gewesen. Keine Kleider des Kaisers hatten solches Glück gemacht wie diese.

"Aber er hat ja gar nichts an!" sagte endlich ein kleines Kind. "Hört die Stimme der Unschuld!" sagte der Vater; und der eine zischelte dem andern zu, was das Kind gesagt hatte.

"Aber er hat ja gar nichts an!" rief zuletzt das ganze Volk. Das ergriff den Kaiser, denn das Volk schien ihm recht zu haben, aber er dachte bei sich: ,Nun muß ich aushalten.' Und die Kammerherren gingen und trugen die Schleppe, die gar nicht da war.
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

Walter Pall hat geschrieben:Auch das hatten wir schon: ich bin überrrascht, erstaunt, fast perpex, wie eine Gestaltung von mir schon wieder eine Grundsatzdsikussion anfacht. Ehrlich, ich kann das nicht verstehen. Ich gehe immer wieder davon aus, dass das, was ich da mache doch keiner Erklärung bedarf, weil das doch jeder sieht. Ist aber nicht so. Sehr interessant.
Komm Walter, das überrascht bzw. erstaunt dich doch nicht wirklich? *floet*
Walter Pall hat geschrieben:Ach was ein Zirkus! Käfig voller Narren.
Das ehrt uns. :P

Grundsätzlich ist es aber schon noch erlaubt, über eine veröffentlichte Gestaltung zu reden :?:

Wir können aber auch alles als "Kunst" hinnehmen und in allgemeine Lobgesänge verfallen.
Ich möchte das nicht.
Ihr?
Du Walter?


Mich würde interessieren, wie die vielen anderen Forum-User über diese Hainbuchen-Gestaltung denken :?: *kopfkratz*

Steinigt mich ruhig; vielleicht bin ich ja auch nur eine Kunst-Banause ...... *schulter zuck* :oops:
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