Interessante Wurzelhilfe

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edo B
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Interessante Wurzelhilfe

Beitrag von edo B »

Peter Adams gibt in seinem Buch "Bonsai with Japanese Maples" auf Seite 70 ff. einen interessanten Hinweis auf eine Wurzelhilfe für "shorter fat trunks".
In Ermanglung einer "old china saucer" habe ich diese aus einem Rest-Ton, der nach einer Schalengestaltung übrig geblieben ist, nachgebildet und werde jetzt diese Empfehlung mit "Acer ginnala" (Feuerahorn) als einjährigem Steckling nachbauen. Ich werd's hier nach und nach dokumentieren.
Hat schon jemand damit Erfahrung sammeln können?

Leider war die Bildbeschreibung limitiert - hier nochmal der Gesamttext:

Ansicht Seite - Der Steckling wird durch die obere Schale geführt und wurzelt im ersten Jahr zwischen Ober- und Unterschale. Hat der Stamm die Größe des Mittellochs erreicht, wird diese Deckelschale entfernt. Im 4. Jahr wird dann auch die Unterschale entfernt (zerschlagen). Das sollte dann ein schönes Nebari ergeben.

Literator
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Ansicht Seite - Der Steckling wird durch die obere Schale geführt und wurzelt im ersten Jahr zwischen Ober- und Unterschale. Hat der Stamm die Größe des Mittellochs erreicht, wird diese Deckelschale entfernt. Im 4. Jahr wird dann auch die Unterschale entf
Ansicht Seite - Der Steckling wird durch die obere Schale geführt und wurzelt im ersten Jahr zwischen Ober- und Unterschale. Hat der Stamm die Größe des Mittellochs erreicht, wird diese Deckelschale entfernt. Im 4. Jahr wird dann auch die Unterschale entf
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Robert S.
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Beitrag von Robert S. »

Hallo,
Erfahrung hab ich noch keine sammeln können.
Stahl beschreibt in seinem Buch " Bonsai - Vom Grundkurs zum Meister" eine
ähnliche Technik zum Aufbau von Mehrfachstämmen. Er kommt dabei aber
mit einer Holzplatte mit mehreren Bohrungen aus, wobei in jedes Loch ein ein zweijähriger Steckling gesetzt wird. Ziel ist es, einen flachen zusammenge-
wachsenen Wurzelteller bei einem Mehrfachstamm zu erhalten.
Zim
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Beitrag von Zim »

hallo literator,
ich habe dasselbe buch wie mein vorredner, daher kann ich mir ungefähr vorstellen wie das funktionieren soll.
Wenn du vielleicht noch erklären könntest welche aufgabe die obere schale genau haben soll, wäre ich dir sehr dankbar. kommen in die löcher der unteren schale auch steckline oder ist das das nur dazu da um die wurzeln flach zu halten?
Sieht sehr interessant aus, was ähnliches möchte ich im mai mal mit Goldregen stecklingen probieren...
mfg
Simon
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sulrich
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Beitrag von sulrich »

Zim hat geschrieben:Wenn du vielleicht noch erklären könntest welche aufgabe die obere schale genau haben soll
Ich dachte zuerst auch - wie Literator - dass man 2 Unterteller benutzt. Jetzt hab' ich mir aber wegen Deiner Frage den Text und die Bilder nochmal genau angeschaut und festgestellt, dass nur 1 Unterteller benutzt wird - die Zeichnungen täuschen, weil der flache Boden des Untertellers wie ein zweiter Teller aussieht und der Untersetzer wohl transparent gezeichnet ist. Aus der folgenden Textstelle geht aber zweifelsfrei hervor, dass pro Baum nur nur ein Teller verwendet wird:
Take some old china saucers and drill them out with a masonry bit. Make central holes and ring them with smaller holes located round the rim of the saucer. Thread two-year-old cuttings or seedlings through the center holes.
Im zweiten Jahr werden die Wurzeln an den äußeren Löchern festgedrahtet, um ein geordnetes Wurzelsystem zu bekommen. (Die äußeren Löcher sind also nur für den Draht, die Wurzeln bleiben auf dem Teller.)
Viele Grüße,
Stefan

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edo B
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Beitrag von edo B »

Ich habe mir die Bilder auf Seite 71 nochmal angeschaut - in der Tat etwas irreführend. Einerseits ein "central hole" zum Durchführen des Stecklings, andererseits schreibt er "Fill each saucer with dry soil" und im mittleren Bild: "The plant is rooting above the saucer".
Wenn ich also den Steckling durch das Mittelloch führe, wieso dann die Wurzeln "above"? Außerdem: Ich habe den Eindruck, daß in den ersten beiden Bildern zwei "saucer" zu erkennen sind. Die obere Schale vielleicht, um die Wurzeln flach als Wurzelplatte zu halten? Ahorn haben m.W. Pfahlwurzeln.
Dann passt schon eher die Gestaltung eines Baumes aus mehreren Stecklingen (jeweils alle durch das Mittelloch und dann jeweils in eines der Randlöcher).
Wie dem auch sei, Ich probier's mal mit zwei Schalen und werde noch ein paar Tonreste verarbeiten, um andere Versionen anzutesten. Vielleicht auch mal mit Lärchen.
Literator
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sulrich
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Beitrag von sulrich »

Literator hat geschrieben:andererseits schreibt er "Fill each saucer with dry soil"
Ja, weil er immer von einer Mehrzahl von Pflanzen/Untertellern schreibt - das ganze ist etwas missverständlich.
und im mittleren Bild: "The plant is rooting above the saucer".
Wenn ich also den Steckling durch das Mittelloch führe, wieso dann die Wurzeln "above"?
Weil sich durch das Verdicken des Stamms über dem mittleren Loch der Baum sozusagen selbst abmoosen soll: Der Stamm verdickt sich, und es bilden sich neue Wurzeln über dem Teller. (Das ist auch genauso bei Stahl beschrieben).
Außerdem: Ich habe den Eindruck, daß in den ersten beiden Bildern zwei "saucer" zu erkennen sind.
Ja, die Bilder sind schlecht gezeichnet.
Wie dem auch sei, Ich probier's mal mit zwei Schalen
Du kannst es probieren, aber wenn der obere Teller zu einer Stammverdickung oberhalb führt und Du ihn dann entfernst, hast Du eine "Delle" im Nebari.
Viele Grüße,
Stefan

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Aniro
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Beitrag von Aniro »

Hallo an die ehrenwerte Runde,

So wie ich es verstand, war die Sprache von mehreren Stecklingen, welche durch die obere Platte mit nur einem Loch geführt werden.

Jeder einzelne wird dann durch die untere Platte mit mehreren Löchern geführt.

Das würde dann ein Sternförmiges Nebari ergeben und durch das eine obere Loch verwachsen die Stecklinge miteinander. Die Enge der beiden Scheiben zu einander würde auch einen flachen Wurzelansatz ergeben und unter den beiden Scheiben können sich genügend feinwurzeln bilden.

Wenn man diese Technik nur mit einem dicken Steckling macht sollte auch dieser um einiges dünner sein als das obere Loch (damit keine Narbe entsteht) und die vielen Feinwurzeln müßte dann sternförmig aufgeteilt werden und ebenfalls durch die untere Platte geführt werden um den Effekt eines Sternnebaris zu erzielen.
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sulrich
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Beitrag von sulrich »

Es gibt bestimmt viele Varianten, wie man sowas machen könnte, ich wollte nur klarstellen, dass es in Adams Buch eindeutig um die Variante mit einem Teller geht, bei der sich oberhalb des Mittellochs ein neues, dickeres Nebari bilden soll; das ist gerade der Witz dieser Methode. (Bei Adams werden nicht mehrere Stecklinge durch das mittlere Loch geführt, das kann man auf den Zeichnungen deutlich sehen.)

Bei zwei Tellern erscheint mir fraglich, was der obere Teller bringen soll - man könnte den Baum oder die Bäume ebensogut mit Draht/Bast fixieren. Der zweite Teller würde hier nur das Auffüllen mit Erde unnötig erschweren.
Viele Grüße,
Stefan

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edo B
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Beitrag von edo B »

Wie von aniro vorgeschlagen, habe ich beim 2. Versuch 5 Stecklinge verarbeitet - ebenfalls Acer ginnala (habe davon rund 50 Stück :D ) -
insofern: "Versuch macht kluch" und hoffe, dass die eine oder andere Ausführung klappt *pray* - vielleicht ja auch beide *kopfkratz*

Ich bleib dran!

Literator
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Martin_S
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Beitrag von Martin_S »

Der zweite Teller ist doch unsinnig. Wofür sollte das gut sein?
Die Wurzeln wachsen unter dem ersten Teller, ein Stückchen Stamm darüber und dann knickt die ganze Sache um 90° ab um dann durch den zweiten Teller druchgeführt zu werden? Was bekomme ich dann am Ende?

Adams wie auch Stahl und einige andere Autoren beschreiben, wie hier auch schon mehrfach erwähnt, hier die Ausbildung eines guten Nebaris.
Stahl macht das an Mehrfachstämmen, Adams (in seinem neuen Buch) am Einzelstamm. Gehen sollte das neben dem hier gezeigten hübsch getöpferten Teller eigentlich mit einen normalen Essteller oder einem Teeteller (bei Adams). Andere Leute legen einfach einen flachen Stein unter den Baum (die Wurzeln wachsen so in jedem Fall nur horizontal) wobei man dabei an die Fixirung denken sollte. Ich selber habe eine solche "Nebari-Optimirung) seit drei Jahren im Beet. Denk' mal an! Es ageht :wink:
Gruß
Martin S
Beste Grüße
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Selim
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Beitrag von Selim »

Hi

es handelt sich um nur eine schüssel.
in diese werden löcher gebohrt, eins in die mitte und mehrere
am schüsselrand.
pflanze nehmen und schüssel drauf, dann warten bis die pflanze
die schüssel überwallt hat und sich wurzeln bis zum schüsselrand gebildet
haben. dann werden diese neuen wurzeln in die äusseresrten löcher
gesteckt, wo sie später wieder die löcher überwallen.
dann erst wird die schüssel zerschlagen und der teil der unter der schüssel war entfernt.
und so gibts nebari al dente

ich hoffe man kann sich das allein aus den worten vorstellen.

grüsse selim
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sulrich
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Beitrag von sulrich »

Selim hat geschrieben:dann werden diese neuen wurzeln in die äusseresrten löcher
gesteckt, wo sie später wieder die löcher überwallen.
Ich weiß, dass ich furchtbar pedantisch bin, aber die Adams-Methode (um die es in diesem Thread ja eigentlich geht) ist anders:
sulrich hat geschrieben:Im zweiten Jahr werden die Wurzeln an den äußeren Löchern festgedrahtet, um ein geordnetes Wurzelsystem zu bekommen. (Die äußeren Löcher sind also nur für den Draht, die Wurzeln bleiben auf dem Teller.)
Viele Grüße,
Stefan

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Martin_S
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Beitrag von Martin_S »

...da gebe ich dir recht.
Martin S
Beste Grüße
Martin

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Selim
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Beitrag von Selim »

Jepp!
Muss euch recht geben. :?

Sorry
Gruss Selim
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edo B
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Beitrag von edo B »

Ich habe trotz aller Korrekturen und Interpretationen, wozu der erste bzw. zweite Teller gedacht war, mit einigen zweijährigen Acer Ginnala den Versuch mit der Wurzelhilfe gemacht und möchte nun ein Zwischenergebnis präsentieren:

Um einen Fünffach-Stamm zu erhalten, habe ich im Frühjahr fünf Stecklinge durch die obere Platte mit einem Loch zusammengefaßt und die vorhandenen Wurzeln auf der unteren Platte gleichmäßig verteilt. Auch durch regelmäßiges Düngen hatten die die "Stämme" nach ca. 4-5 Monaten soweit verdickt, daß ich nun vorsichtig den oberen Teller freilegte.
Überraschung: Die fünf Stecklinge waren in dem Loch des Tellers nicht nur zusammengewachsen, sondern hatten den Teller schon etwas überwallt und "geknackt"! (Er war zwar nur schrühgebrannt, aber immerhin!). Auch oberhalb des obersten Tellers hatten sich einige Wurzeln gebildet.

Ich habe nun den gebrochenen Teller entfernt und auch darunter hatten sich schon ordentlich Feinwurzeln gebildet. Der zweite, untere Teller soll dann im Frühjahr evtl. entfernt werden - mal sehen wie sich der Wurzelfuß jetzt nach der Entfernung weiter entwickelt.

Mal sehen, was daraus wird!
Literator
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Der gebrochene obere Teller
Der gebrochene obere Teller
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Feinwurzeln unter dem oberen und über dem unteren Teller, der noch nicht zu sehen ist und erst im nächsten Frühjahr freigelegt werden soll.
Feinwurzeln unter dem oberen und über dem unteren Teller, der noch nicht zu sehen ist und erst im nächsten Frühjahr freigelegt werden soll.
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Das Tellerloch hat die fünf Stecklinge schon so zusammengepresst, daß es wohl an der Zeit war, den oberen Teller zu entfernen.
Das Tellerloch hat die fünf Stecklinge schon so zusammengepresst, daß es wohl an der Zeit war, den oberen Teller zu entfernen.
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Deutlich zu sehen: Das Dickenwachstum der fünf Stecklinge hat den Teller geknackt!
Deutlich zu sehen: Das Dickenwachstum der fünf Stecklinge hat den Teller geknackt!
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Wurzeln über dem oberen Teller
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Freilegung des Tellers
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Oberer und unterer Teller
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