helge4u hat geschrieben:Immer mal wieder habe ich gelesen, daß organische Substrate den Dünger sozusagen zwischenspeichern und langsam wieder abgeben können. Ein (wenn auch poröser) Stein kann das doch sicher nicht ?
Da liegt ein Missverständnis vor.
Organischer Dünger besteht aus «organischen Verbindungen». Das sind komplexe Moleküle, in welche die für den Baum nötigen Verbindungen (Nitrat, Phosphat, Eisen etc. etc.) eingebaut sind. Eine organische Verbindung hat natürlich Bindungsenergie, sie hält zusammen. Um das zu knacken, muss man Energie zuführen. Man kann das sehr intensiv machen, dann heisst es Verhüttung - man verbrennt den Dünger zu Asche. Macht man natürlich nicht. Stattdessen wirken die feinen Kräfte des Wassers, dazu der Appetit von Mikrorganismen. Konkreter: Die Biogoldkugel wird angelöst und angeknabbert und setzt so ihre Düngeranteile Teil für Teil frei.
Mineralische Dünger dagegen sind Lösungen oder Salzmischungen, die aus den praktisch reinen und einfachen, «anorganischen» Stoffen bestehen. Wiederum Nitrat, Phosphat, Eisen etc. etc., aber in direkt löslicher oder gelöster Form. Giesst du das, kriegt die Pflanze auf ein Mal die ganze Düngerkonzentration. Das kann Vorteile haben, zum Beispiel, wenn akuter Düngermangel vorliegt. Dazu ist ja nicht nur Wurzeloberfläche in der Erde, sondern auch eine ganz erhebliche Substratoberfläche (daran sind durchaus auch die porösen Steine beteiligt), die die Düngerlösung zwischenspeichert. Aber man riskiert natürlich, der Pflanze zu schnell zuviel Dünger zu geben, dann kriegt sie Salzschäden.
Die «toten» Anteile des Substrats sind also nur in Form eines rein physikalischen Zwischenspeichers (Kapillarkräfte) am Düngevorgang beteiligt. Sie sind sozusagen der Brotkasten im System.
Fazit: Mineralische Dünger wirken schnell, aber in hohen Konzentrationen. Organische Dünger wirken gleichmässig, aber es dauert einen Moment. Beides kann man nutzen. Man kann auch kombinieren und mit einem Schuss Mineraldünger starten, der vorhält, bis die Biogoldkugeln etwas freisetzen. Ich empfehle sowieso, gelegentlich abzuwechseln. Die Universaltotalvollnahrung gibt es sowenig wie bei uns Menschen.