Abmoosfrust

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
Benutzeravatar
Robert S.
Freundeskreis
Beiträge: 9783
Registriert: 28.03.2005, 07:09
Wohnort: München
Kontaktdaten:

Abmoosfrust

Beitrag von Robert S. »

Hallo zusammen,

tja was soll ich sagen? Und wieder ist ein Abmoosversuch fehlgeschlagen.
Diesmal an eine korean. Hainbuche. Begonnen habe ich Anfang April.
- Werkzeug desinfiziert
- Stamm in Stammstärke entrindet
- Wurzelhormon aufgebracht
- Moos angelegt.
- Mit Akadama/Moosmischung aufgeschüttet
- Abmoosstelle immer schön feucht gehalten
- 1 x die Woche um 90° gedreht

Letzte Woche dann mal vorsichtig nach Wurzeln gesucht. Gaaaanz vorsichtig.
Nix gefunden. Weniger vorsichtig nachgesehen... Nix, aber auch gar nix.
Das ist schon der vierte misslungene Abmoosversuch. Absurderweise gelang
mir das Abmoosen bislang nur einmal. Im Winter, indoor (!!) bei einem
Wandelröschen. Schon GaGa, oder? *autsch* *crazy* *confused*

Hat jemand noch eine Idee woran es diesmal gelegen haben mag?

Servus,
Robert
Dateianhänge
hbabmoos3.jpg
hbabmoos3.jpg (30.81 KiB) 4112 mal betrachtet
hbabmoos2.jpg
hbabmoos2.jpg (33.01 KiB) 4113 mal betrachtet
hbabmoos1.jpg
hbabmoos1.jpg (33.63 KiB) 4112 mal betrachtet
Benutzeravatar
Stefan K.
Beiträge: 1709
Registriert: 07.01.2004, 13:34
Wohnort: Bayern, im Herzen Tirol

Beitrag von Stefan K. »

Hast du ein Foto von "nachher", also von da wo du nachgeschaut hast.
Ich hab Spass !
grüsse stefan
Benutzeravatar
Robert S.
Freundeskreis
Beiträge: 9783
Registriert: 28.03.2005, 07:09
Wohnort: München
Kontaktdaten:

Beitrag von Robert S. »

Leider nein Stefan.
Es sah im Prinzip aus wie zum Zeitpunkt des Abmoos-
beginns. Nur dass die entrindete Stelle durch das Akadama nicht mehr so
weiss war. Mit ganz viel Phantasie konnte man einen winzige Kalluswucherung
an der oberen Schnittstelle ausmachen.

Servus,
Robert
visten
Beiträge: 340
Registriert: 19.09.2006, 04:10
Kontaktdaten:

Beitrag von visten »

so, ich glaube das du zu tief gegangen bist, bis aufs Holz. Ich selbst habe noch keinen Abmoosversuch gemacht, da ich mir immer die Hauptfrage stelle, wie man bei den verschiedenen Baumarten das Kambium erkennen soll ohne es zu beschädigen.
Das Kambium ist ja sehr dünn und vielleicht kann da mal jemand einen Bericht drüber machen, der sich da wirklich gut auskennt damit?!
Benutzeravatar
sulrich
Beiträge: 1483
Registriert: 26.04.2005, 23:47
Wohnort: München

Beitrag von sulrich »

visten hat geschrieben:so, ich glaube das du zu tief gegangen bist, bis aufs Holz. Ich selbst habe noch keinen Abmoosversuch gemacht, da ich mir immer die Hauptfrage stelle, wie man bei den verschiedenen Baumarten das Kambium erkennen soll ohne es zu beschädigen.
Nonsens, das Kambium soll ja gerade komplett entfernt werden.
http://www.bonsai-fachforum.de/viewforum?f=43
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopic?f=58&t=20030
Viele Grüße,
Stefan

Whenever there is any doubt, there is no doubt. - Sam in 'Ronin'
Benutzeravatar
Thomas P.
Beiträge: 967
Registriert: 16.03.2004, 21:09
Wohnort: Pirna
Kontaktdaten:

Beitrag von Thomas P. »

Wenn das der komplette Endaufbau der Abmoosgeschichte ist, denke ich mal, dass das entschieden zu wenig Substrat ist. Ich würde den kompletten Korb zb. mit Lava auffüllen.
Evtl wurde auch nicht tief genug ins Holz entrindet.
Natürlich brauch man mitunter auch etwas Geduld.
Zumindest sollte sich schon Kallusgewebe an der Schnittstelle gebildet haben. Dann kommen auch irgendwann Wurzeln.


http://www.bonsaiforum.de/viewtopic.php?t=1806
Viele Grüße
Thomas Pallmer

Bonsai-Wandkalender 2019
Benutzeravatar
camaju +
Freundeskreis
Beiträge: 10634
Registriert: 11.03.2005, 01:53
Wohnort: Ludwigshafen

Beitrag von camaju + »

Moin Robert,

schau mal hier, bei deinem letzten Versuch.

http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... highlight=

Ich habe da, so wie Thomas, eine Drahtschlinge benutzt, allerdings am oberen Rand der Schnittstelle.
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
Benutzeravatar
Robert S.
Freundeskreis
Beiträge: 9783
Registriert: 28.03.2005, 07:09
Wohnort: München
Kontaktdaten:

Beitrag von Robert S. »

Hallo,

Dank Euch für eure Antworten.
@Thomas: Den Teichkorb hab ich natürlich voll aufgefüllt und oben noch,
um die Feuchtigkeit besser zu halten, Moos aufgelegt. Mit der Geduld hast Du
natürlich Recht. Ich wollte auch noch nicht trennen, sondern (aus begründetem
Verdacht) nur mal vorsichtig nachsehen wie weit sich Wurzeln gebildet haben.
Also werd ich nochmal tiefer nachschneiden und den Baum frostfrei überwintern.

Servus,
Robert
Benutzeravatar
Gero
Beiträge: 173
Registriert: 07.05.2004, 10:47
Wohnort: Alfter

Beitrag von Gero »

Hallo Robert,

es könnte vielleicht sein, dass der Korb zu groß ist. Soweit ich mich erinnern kann, sollte sich die Erde bzw. das Moos rund um die Abmoosstelle auch gut erwärmen bei Sonneneinstrahlung. Die Kombination Wärme und Feuchtigkeit ist dem Abmoosen sehr zuträglich.
Durch das große Volumen deines Korbes könnte die Erwärmung des Substrates an der Abmoosstelle vielleicht erschwert worden sein. Nur so ein Gedanke.

Hast Du noch ein Bild vom kompletten Baum?
Grüße aus dem Rheinland
Gero
Benutzeravatar
Martin_S
Beiträge: 11869
Registriert: 05.01.2004, 20:26
Wohnort: Linker Niederrhein, da wo et geil is'

Beitrag von Martin_S »

Robert,

ich bin für das Abmoosen nicht unbedingt ein Experte, aber wenn ich das mal mache funtzt das eigentlich auch. Was du da machst scheint mir gut überlegt, aber schlecht umgestzt. Ich habe wenn ich "es" gemacht habe immer auf die gaaaanz klassische Methode mit Plastikfolie und Sphagnum gegriffen. Das ging sogar bei einem Ast eines Palmatums der im Beet steht und das sehr schattig. Drehen war da auch nicht möglich.

Zum Schnitt ins Holz. Auch das mache ich wie in der Literatur ausreichend beschrieben. RICHTIG rein. Bei mir sind diese Stellen sehr stark ausgehöhlt. Wie eine negative Verjüngung. So als wenn man einen Bleistift mit dem Taschenmesser anspitzen wollte.

Gruß
MS
Beste Grüße
Martin

Lieber Querlüften als Querdenken!
Benutzeravatar
zopf
Mentor
Beiträge: 7070
Registriert: 19.05.2005, 14:18
Wohnort: Bergisches Land

Beitrag von zopf »

Hallo Robert
Bis jetzt hat es noch nicht funktioniert,
weil der Saftstrom nicht unterbrochen war.
Lege unter den obersten Schnitt 2-3 Windungen
2-3 mmDraht und ziehe den Draht mit der Drahtzange
(Kombizange) fest an.
Riskanter wenn Du es jetzt noch machst,
sicherer wenn Du es im Frühling machst.
Bei frostfreier Überwinterung würde ich es jetzt schon machen
und den Schwung Wurzelwachstum dieses Jahr noch mitnehmen.
mfG Dieter
Benutzeravatar
christophII
Beiträge: 413
Registriert: 14.10.2005, 08:11
Wohnort: Zürich
Kontaktdaten:

Beitrag von christophII »

Robert,

bei meinen Abmoosungen schneide ich auch etwas tiefer, und lasse den Baum durchtreiben... ich wundere mich nur, dass du kein Kalus oder nur minimal siehst *schulter zuck*

Gruss

Christoph
Benutzeravatar
Gary
Freundeskreis
Beiträge: 5167
Registriert: 05.01.2004, 21:01
Wohnort: Karlsruhe/Baden

Beitrag von Gary »

Hallo Robert,

wie fast alle hier bin auch ich der Meinung das der Einschnitt nicht tief genug war. Es ist in Deinem ersten Bild nur schwer zu erkennen, doch der dort noch ersichtliche Bast muss total vom Stamm entfernt werden.

- Das die "Abmoosmasse" zuviel war glaube ich weniger. Es sollte nicht all zuviel sein, die gezeigte Menge jedoch ist bei sonniger Aufstellung überhaupt kein Problem.

- Die sichtbare (Kunststoff?)-Scheibe gehört an den oberen Schnittrand.

- Seltsam bleibt, dass Du kaum Kabium erkennen kannst. Nach dieser Zeit sollte am oberen Rand eine deutliche Kambiumgeschwulst erkennbar sein.

- Weitere Vorgehensweise: Entweder nachschneiden oder Draht anlegen. Beides aber nur jetzt durchführen wenn Du den Baum frostfrei überwintern kannst. Sonst halt bis nächstes Jahr warten.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

Arbeitskreis Karlsruhe im BCD
Benutzeravatar
Andreas Ludwig
Mentor
Beiträge: 6756
Registriert: 29.03.2005, 16:50
Wohnort: Schweiz

Beitrag von Andreas Ludwig »

Robert - bei meinen Abmoosungen habe ich gemerkt, dass Wärme ein entscheidender Faktor ist. Aufgestellt im kühlen Halbschatten geschah bei Linde, Weide und Heinbuche z.B. gar nichts. Sobald ich aber schwarzen Kunststoff als «Verkleidung» verwendete und das in die volle Sonne stellte, konnte ich im gleichen Jahr die Säge ansetzen. Bei Stammverkürzungen nehme ich einen umgekehrten Pflanztopf ohne Boden, an Bäumen ein Stück schwarzen Abfallsack. Vielleicht ist ein Teichkorb schlicht zu luftig und kühl.

Bezüglich aller anderen Dinge stimme ich den Kollegen zu: Tief schneiden, da darf keine Faser des Kambiums übrigbleiben (sehr wichtig, da hat mal eine Linde mit bloss einem Streifchen Rest munter weitergemacht), Drahtschlinge hilft, das Moos stopfe ich dicht, um Trockenheit vorzubeugen. Das Bewurzelungshormon schenke ich mir, ich sehe da keinen Unterschied im Verlauf.
Benutzeravatar
Norbert_S
BFF-Autor
Beiträge: 8148
Registriert: 09.08.2006, 08:30

Beitrag von Norbert_S »

Moin,moin,

Robert, wie hat sich die Hainbuche denn über das Jahr verhalten, wie war der Austrieb?
Bei normal verlaufendem Wachstum scheinen mir alle bisher gemachten Überlegungen nicht wirklich schlüssig. Ich gehe davon aus, dass die Buche relativ frei treiben konnte.
Wenn estwas Kambium stehenbleibt, muss dass nämlich nicht unbedingt zum Scheitern der Abmoosung führen, auch die Feuchte, die Wärme oder auch die Schnittiefe können nicht ursächlich sein.
Treibt ein Baum über die Wachtumsperiode unbeschnitten voll durch, führt dies nahezu 100%ig zu Dickenwachstum am Stamm. Es muss sich dann doch zumindest Wundkallus bilden oder vorhandene Kambiumbrücken schwellen an, aber dass nichts Sichtbares am Stamm geschieht, halte ich, völlg unabhängig von der Vorgehensweise während des Abmoosens, für nicht typisch.

Mir ist so etwas erst einmal passiert, allerdings war meine Vorgehensweise eine etwas andere und mein Fehler war später offensichtlich.
Ich hatte auch den Rindenring freigelegt, mit Moos bedeckt und dann mit Folie bedeckt. Die Folie hatte ich nicht wie empfohlen unten fest angezogen, ober eher locker sondern sowohl unter als auch oben mit einer Zange richtig festgedrillt. Als ich im Herbst Nachschau hielt, weil keine Wurzeln durch die Folie zu sehen waren, werkte ich, dass kein Wundkallus gebildet wurde. Auf dem zweiten Blich war dann aber klar warum. Oberhalb der festen oberen Abschnürung hatte sich der Stamm verdickt, aber nicht an der Wunde, soweit war der Saftfluss aufgrund meiner fehlerhaften Vorgehensweise ja gar nicht gekommen.
Da ein solcher Fehler aber bei deinem Aufbau ausgeschlossen ist, bin ich ratlos.

Leider ohne Tipp grüße ich aus dem Norden

Norbert
Antworten