Bonsaï in Not. Brauche eure Hilfe.

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Thierry
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Bonsaï in Not. Brauche eure Hilfe.

Beitrag von Thierry »

Hallo Ihr Lieben,

mir wurde ein Bonsaï zur Pflege anvertraut. Ich muss sagen, dass ich sowas noch nie gesehen habe.

Die Besitzerin hat keine Ahnung um welche Art es sich handelt. Und ich auch nicht. Desshalb hab ich Euch ein paar Bilder gemacht (sowohl der Rinde als auch der Blätter), wenn Ihr mir dabei helfen könnt die Art zu ermitteln.

Ansonsten ist natürlich auch jeder Tipp willkommen um ihn zu retten...

Und weiss jemand unter Euch wie man die Kalkspuren am Rand des Topfes schonend entfernen kann ? (der Topf war anscheinend in einer mit Wasser befüllten Auflaufform eingetaucht).

Schöne Grüsse aus der (sonnigen) Moselweinregion.

Thierry.
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Die Kalkspuren.
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olli.w.
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Beitrag von olli.w. »

Hallo,

Es handelt sich um eine Ficus-Art. Aufgrund des Fotos würde ich die Pflanze als erstes umtopfen und den Felsen aus dem Topf entfernen. Bei der Gelegenheit kannst du den Topf dann mit Essigwasser sauber machen. Danach den Topf ausgiebig mit klarem Regenwasser spühlen.

Gruß von der Mosel Olli
Mosel-Riesling !
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Martin_S
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Beitrag von Martin_S »

Hmmm. Ficus?
Ich würde eher auf den chinesischen Liguster tippen. Den Kalk bekommt man (neben dem guten Vorschlag mit dem Essigwasser) natürlich auch mit einem handelsüblichen Entkalker (Cilit Bang, Antikal...) leicht weg. Super geht das auch, wenn man die Schale einfach in die Spülmaschine stellt.
Gruß
Martin
Beste Grüße
Martin

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Tropenfreak
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Beitrag von Tropenfreak »

Ich glaube, was uns Martin auf seine charmante Art sagen will ist, dass der Baum bis auf den Hauptstamm eigentlich schon tot ist und er es unabhängig davon was du machst vermutlich nicht schaffen wird. Das einzige was es wert wäre gerettet zu werden ist die Schale. (so meine freie Interpretation) Du kannst jetzt nur versuchen ihn weiterhin mäßig zu gießen und ihn in den Schatten stellen. Der Liguster ist eigentlich sehr robust. Eventuell treibt er aus dem Hauptstamm neu aus. Die Äste scheinen allesamt abgestorben zu sein.

Ja, es ist definitiv ein Liguster und kein ficus.
Der Spirituelle Intellekt des Agrarökonomen steht in reziproker Relation zur Quantität seiner subterranen Knollengewächse ;-)

Mfg Roland
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Thierry
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Beitrag von Thierry »

Hallo Olli, Martin und Roland,

ich Danke Euch ganz herzlich für Eure schnellen Antworten.

Für die Kalkspuren werde ich es mit Essigwasser probieren. Aber da haben sich schon sehr grosse "Krusten" gebildet...

Ich befürchte auch, dass da kaum noch Leben "drinsteckt". Aber ich kann der Besitzerin kein toter Baum zurückgeben. Desshalb versuche ich es mal, in der Hoffnung das das bisschen Leben was noch in ihm steckt, vielleicht wieder austreibt.

Die ersten Massnahmen zur Rettung die ich seit gestern getroffen habe sind :
- Erde auflockern :
Ich bin ganz langsam mit einem Holzzahnstocher herangegangen um zu schauen ob die Erde sehr fest ist oder nicht, weil er Anfangs kaum Giesswasser aufgenommen hat.
- Erdoberfläche vom Kalk befreien
- alle toten Blätter wegmachen (das waren sehr viele, besser gesagt fast alle...)
- im Moment habe ich noch kein Zweig geschnitten (in der Hoffnung das, wenn der Baum nicht stirbt, dass er vielleicht hier und dort austreibt, und dann kann ich sehen welche tot sind und welche nicht)
- hab in draussen an einem halb-schattigen Ort gestellt (da wo auch einige unsere eigenen Bonsais stehen), wo er nur Morgens Sonne bekommt.
- und heute morgen hab ich ein kleines bisschen Thiaminchlorid (Vit B1) ins Gieswasser gegeben (Tipp von Martin ;)), und ein bisschen von einem speziellen Biodünger den ich in Frankreich gekauft habe (ähnlich wie Superthrive), auch sehr verdünnt ins Gieswasser.

Ich hoffe, dass ich nix falsch gemacht habe, da ich bis jetzt noch kein Notfall wie dieser hier begegnet bin.

Denkt ihr ich sollte ihn wirklich umtopfen? Ich habe Angst das er den Stress nicht verkraftet. Ich habe noch nie einen Bonsai im Juli/August umgetopft.

Und sollte ich ihn in unseren Wintergarten stellen oder besser draussen im halbschatten ? (im Wintergarten ist es viel wärmer zur Zeit wegen der Sonne). Mag ein Liguster die Wärme ?

LG,

Thierry.
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Thierry
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Beitrag von Thierry »

Ich habe gerade in unseren Bonsaibücher nachgeforscht. Da steht das der Ligustrum sinense ein "bonsai d'orangerie" ist (also Wintergarten), dass man ihn aber im Sommer draussen stellen kann (solange er keine zu starken Sonnenstrahlen bekommt). Anscheinend ist das eine robuste Sorte. Und der braucht, so die Infos in den Büchern, recht viel Wasser im Sommer. Und anscheinend kann er sogar im Sommer gedüngt werden, da wo man bei anderen Arten ja eine Düngerpause macht wenns zu warm wird.

Ich habe noch ein bisschen Akadama und andere Kiessorten, plus normale Blumenerde, Torf, usw. In welcher Erdemischung fühlt sich ein chinesischer Liguster denn am wohlsten? (wenn ich ihn umtopfen soll)
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Martin_S
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Beitrag von Martin_S »

Thierry, dein vorgehen ist für mich(!) absolut OK. Was ich(!) jetzt noch machen würde, wäre den Baum zweimal täglich mit Wasser besprühen. In das Wasser kannst du auch eine Messerspitze VB1 zusetzten. WENN es ein chin. Liguster ist, sollte es mich nicht wundern wenn er sich erholt.
M
Beste Grüße
Martin

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Thierry
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Beitrag von Thierry »

Danke Martin. :D

Dann werde ich ihn, so wie Du mir empfiehlst, mehrmals täglich besprühen.

Ich habe ihn mir nochmal genau unter die Luppe genommen und gesehen dass sehr viele Zweige Falten haben, d.h. vermutlich kein Wasser mehr drin... :(

Denkst Du ich sollte ihm in den nächsten Tagen bei jedem Giessen ein wenig Vit B1 geben ?

Nochmals herzlichen Dank für die Hilfe !

Thierry.
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Yunus
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Beitrag von Yunus »

Thierry hat geschrieben: Und der braucht, so die Infos in den Büchern, recht viel Wasser im Sommer.
Thierry hat geschrieben: (der Topf war anscheinend in einer mit Wasser befüllten Auflaufform eingetaucht).

Das war wohl zu viel des guten. Wie lang war der denn dadrin?
Adieu

*undwech*
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Thierry
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Beitrag von Thierry »

Hallo Yunus,

so viel ich weiss hat die Besitzerin ihn das ganze Jahr lang in dieser Auflaufform gelassen.

Er wurde sehr unregelmässig gegiesst, und natürlich jedes mal sehr viel... Und sie hat ihn noch nie gedüngt.

Zur Geschichte : er wurde ihr vor etwa 4 Jahre geschenkt (in einem Bonsaifachhandel gekauft).

Thierry
BonsaiH
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Beitrag von BonsaiH »

Also ich (!) würde ihn noch zusätzlich schleunigst aus der Schale rausholen, ohne etwas an den Wurzeln zu machen ihn in super-durchlässiges Substrat in einen größeren Topf oder besser Teichpflanzensieb setzen und vor allem auch die Steine entfernen, damit man sieht, wie sich das Substrat feuchtigkeitsmäßig entwickelt.
Gruß aus Berlin
Holger
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Martin_S
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Beitrag von Martin_S »

Thierry hat geschrieben:...Denkst Du ich sollte ihm in den nächsten Tagen bei jedem Giessen ein wenig Vit B1 geben ?...
Laß' mich mal so sagen: VB1 schadet nicht, jedenfalls keinem der Bäume die ich bislang damit behandelt habe. Ergo spricht aus meiner Sicht nichts dagegen. Das mit dem lockeren Substrat (laß die Blumenerde lieber raus) ist natürlich ganz wichtig. An den Wurzeln würde auch ich nichts großartig machen. Es sei denn die sind faulig. Aber das kann man ganz leicht "errichen" (stinkt wie dann auch wie Verfault; stinkt ein Baum an der Wurzel wie ein leicht feuchter (Obst)Keller ist das dagegen gut. Denn das ist der Geruch des Mykorrizas!)
M
Beste Grüße
Martin

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Yunus
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Beitrag von Yunus »

BonsaiH hat geschrieben:Also ich (!) würde ihn noch zusätzlich schleunigst aus der Schale rausholen, ohne etwas an den Wurzeln zu machen ihn in super-durchlässiges Substrat in einen größeren Topf oder besser Teichpflanzensieb setzen und vor allem auch die Steine entfernen, damit man sieht, wie sich das Substrat feuchtigkeitsmäßig entwickelt.

Ja ich denk das Superdürchlässige Substrat wäre angebracht. Wenn der ein Jahr lang dadrin stand, war die Luftzirkulation wohl nicht beste bzw garnicht vorhanden.

Wahrscheinlich war die Erde im unteren Bereich IMMER nass. Und wie Wurzeln die da hingewachesn sind sind dann nach einer ZEit gestorben. ( Sofern da was hingewachsen ist.) Und der rest der Wurzel hat dann versucht irgendwie oben zu überleben. Wo ja auch nicht die besten Verhältnise herrschen. Naja und auf Grund der Tatsache, dass der Baum vom Händler ist hat der diese komische Umgebung so lange durch gehalten bis er keine Lust mehr hatte.
Adieu

*undwech*
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Thierry
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Beitrag von Thierry »

Hallo Martin, Holger und Yunus,
BonsaiH hat geschrieben:Also ich (!) würde ihn noch zusätzlich schleunigst aus der Schale rausholen, ohne etwas an den Wurzeln zu machen ihn in super-durchlässiges Substrat
Martin_S hat geschrieben:Das mit dem lockeren Substrat (laß die Blumenerde lieber raus) ist natürlich ganz wichtig. An den Wurzeln würde auch ich nichts großartig machen. Es sei denn die sind faulig. Aber das kann man ganz leicht "errichen" (stinkt wie dann auch wie Verfault; stinkt ein Baum an der Wurzel wie ein leicht feuchter (Obst)Keller ist das dagegen gut. Denn das ist der Geruch des Mykorrizas!)
M
Yunus hat geschrieben:Ja ich denk das Superdürchlässige Substrat wäre angebracht.
Da Ihr alle drei der Meinung seid, ich sollte den Baum umtopfen, bzw. eher umsetzen ohne zuviel Wurzeln zu schneiden (es seidem ich finde dort Wurzelfäule, was ich nicht hoffe), werde ich ihn dann am Wochenende aus der Schale raus nehmen und mir mal seine Wurzeln genauer anschauen.

Werde auch ein bisschen von der alten Erde behalten, für die Mykorrhiza (mycorhize).

In 3 Bonsaibücher habe ich gerade gesehen, dass Liguster keine besonderen Bedürfnisse an einem bestimmten Substrat haben, und dass die anscheinend in jeder Substratmischung gedeihen. Dann habe ich was anderes gelesen, dass der Anteil an Humus doch schon etwas höher sein darf.

Ich glaube, ich werde ihn einfach in eine Mischung aus Akadama, Humus, Torf, Ton und Sand setzen. Und ein bisschen von der alten Erde behalten (da ich kein Spezialmittel zur Förderung der mycorhize habe).

Wenn jemand unter Euch Erfahrung mit Liguster hat und eine geeignetere Substratmischung kennt, wäre es natürlich noch besser.

Herzlichen Dank für Eure Hilfe. :D

Hoffen wir, dass ich den armen Kerl noch retten kann.

Schöne Grüsse aus der (nicht mehr sonnigen) Moselregion.

Thierry.
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Thierry
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Beitrag von Thierry »

So. Hab den armen Kerl aus der Schale rausgenommen.

Mein lieber Mann, war das eine Geschichte...

Der Stamm war so stark gewachsen, dass er an den Stein förmlich "klebte". Und erst mit viel Gewalt sich davon ablösen liess... Und unterm Stein war der Raum natürlich voll bewurzelt. Die kleine Sporen im Stein waren von Wurzeln besiedelt worden. Das ist, denke ich, verständlich wenn der seit mindestens 4 o. 5 Jahre nicht mehr umgetopft wurde...

Die Wurzeln sehen mehr oder weniger gesund aus. Aber ich habe nichts schlimmes entdeckt (Wurzelfäule, Schädlinge, usw).

Morgen bekommt er neuer Substrat.

Heute nacht nimmt er erstmals ein Bad in Vit B1 angereichertes Regenwasser.

Martin, eine Frage : ich habe a propos Mykorrhiza nix gesehen als ich den Substrat untersucht habe : ist das richtig das es eine Sorte von Mykorrhiza gibt die man mit blosem Auge sehen kann, und eine andere die man nicht sehen kann? Sollte ich deiner Meinung nach, mir so ein Mykorrhiza-Mittel besorgen um den Baum auf die Sprünge zu helfen?

Sonnige Grüsse,

Thierry.
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