Frage zu Glasuren und Co.
Frage zu Glasuren und Co.
Hallo
Ich bin, was die ganze Theorie hinter dem Töpfern angeht, recht unerfahren.
Ich habe die Möglichkeit meine Schalen brennen zu lassen. Um mein Zeug dort mal "dazwischen zu stellen", hab ich die Vorgabe Schrühbrand bei 900°C und Durchbrennen bei 1160-1180°C. Also hab ich mir einen Ton besorgt, der für diese Temperatur gedacht ist und auch sintert.
Wo ich aber allerdings nicht durchblicke sind die Glasuren bzw. Engoben, Redoxfarben, ... .
Nach was muss ich Ausschau halten, um bei genannter Brenntemperatur gute Ergebnisse zu erzielen?
Redoxfarben hab ich für diese Temperatur gefunden, allerdings wenig Auswahl. Glasuren liegen meist unter der Temperatur. Was passiert wenn ich die beispielsweise statt mit 1050°C mit 1180°C brenne? Werden sie dann dunkler? Was passiert wenn ich Steinzeugglasuren oder so etwas statt mit 1250°C mit nur 1180°C brenne? Werden die dann nicht fest oder einfach nur häßlich?
Kennt ihr gute Bezugsadressen für mein Anliegen?
Ich sag schonmal ganz groß
Danke
Ich bin, was die ganze Theorie hinter dem Töpfern angeht, recht unerfahren.
Ich habe die Möglichkeit meine Schalen brennen zu lassen. Um mein Zeug dort mal "dazwischen zu stellen", hab ich die Vorgabe Schrühbrand bei 900°C und Durchbrennen bei 1160-1180°C. Also hab ich mir einen Ton besorgt, der für diese Temperatur gedacht ist und auch sintert.
Wo ich aber allerdings nicht durchblicke sind die Glasuren bzw. Engoben, Redoxfarben, ... .
Nach was muss ich Ausschau halten, um bei genannter Brenntemperatur gute Ergebnisse zu erzielen?
Redoxfarben hab ich für diese Temperatur gefunden, allerdings wenig Auswahl. Glasuren liegen meist unter der Temperatur. Was passiert wenn ich die beispielsweise statt mit 1050°C mit 1180°C brenne? Werden sie dann dunkler? Was passiert wenn ich Steinzeugglasuren oder so etwas statt mit 1250°C mit nur 1180°C brenne? Werden die dann nicht fest oder einfach nur häßlich?
Kennt ihr gute Bezugsadressen für mein Anliegen?
Ich sag schonmal ganz groß
Danke
Gruß
Frank
++++ Gießen: Hessischer Botaniker findet heraus, wie Pflanzen länger leben ++++
Frank
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- motorrad-frank
- Beiträge: 1218
- Registriert: 12.04.2007, 11:04
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Hallo,
ich kenne mich mit Ton und Glasuren auch nicht besonders aus, aber ich habe mir bei carl-jaeger.de/Glasuren/html/1020-1080o.html
mal Ton und Glasuren bestellt und dann meine ersten Versuche in einer Töpferei zum brennen abgegeben - anbei die Ergebnisse.....
den Ton zuerst bei 1200 C und dann nochmal dieGlasur bei 1080 C brennen.
Bitte keine Links auf kommerzielle Seiten. Danke. der1
ich kenne mich mit Ton und Glasuren auch nicht besonders aus, aber ich habe mir bei carl-jaeger.de/Glasuren/html/1020-1080o.html
mal Ton und Glasuren bestellt und dann meine ersten Versuche in einer Töpferei zum brennen abgegeben - anbei die Ergebnisse.....
den Ton zuerst bei 1200 C und dann nochmal dieGlasur bei 1080 C brennen.
Bitte keine Links auf kommerzielle Seiten. Danke. der1
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- Klaudia u. Martin
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- Registriert: 21.06.2007, 20:23
- Wohnort: Lemförde
Hallo Frank,
Deine Unsicherheit bezüglich der Oberflächengestaltung von Ton kann ich gut nachvollziehen; erging mir anfangs genauso.
Ich werde ´mal versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen, sage aber gleich dabei, daß ich hier die Dinge nur anreißen kann, meine Erfahrungen mitteile, und es immer auch andere Wege und Möglichkeiten gibt. Natürlich sind einige Dinge auch allgemeingültig.
Zum Ton:
Da Deine Möglichkeiten beim "Fremdbrennen" was die Temperatur angeht eingeschränkt sind, (es sei denn, Du kannst einen ganzen Ofen mieten, und "Deine" Temperatur einstellen lassen), kannst Du den Ton nur aus diesem Brennbereich wählen. Für die Bonsaikeramik sollte der Ton auf jeden Fall versintern = verglasen ( wasserdicht werden = winterfest ), möglichst ist Steinzeugton zu nehmen.
Je höher ein Ton gebrannt werden kann, desto härter wird er. Entsprechend gibt es unterschiedliche Bezeichnungen, die sich prinzipiell also an der Brennhöhe orientieren. Z.B.: Steinguttone ( ca. bis 1100°C ),
Steinzeugtone ( ca. bis 1280°C ), Porzellane ( ca. bis 1380°C ).
Dieses sind nur grobe Richtwerte, es gibt immer auch Tone, die Zwischenbereiche füllen.
Zum Brennvorgang:
Beim Brennen unterscheidet man den Schrühbrand (Erstbrand), der meistens bei 900° - 950°C erfolgt. Dabei wird dem Ton das "Restwasser" entzogen (chemisch gebundenes Wasser entweicht um die 600°C), und den Glattbrand ( = Glasurbrand). Die Temperaturhöhe dieses Brandes richtet sich nach dem Ton, bzw. nach der Glasur.
Hast Du (wie in Deinem Beispiel) einen Ton, der um die 1150°C versintert, brennst Du auch in diesem Bereich. Die max. Brennwerte sind auf jedem Tonhubel angegeben. Da der Ton versintert ist, ist er also auch ohne Glasurauftrag wasserdicht.
Zum Glasieren (ein unendlich weites Feld...):
Willst Du aus optischen Gründen noch glasieren, sollte die Glasur zum Ton und zur Brenntemperatur passen.
So benutzt Du für einen Steingutton Glasuren die meistens um 1050°C-1080°C gebrannt werden, für Steinzeugton variieren die Werte zwischen 1200° und 1280°C.
Es gibt hier aber auch Zwischenbereiche um 1150°C.
Glasuren werden in Pulverform und in flüssiger Form von verschiedenen Firmen angeboten (z.B. Welte, Botz, Duncan, Spectrum u.u.u.).
Viele Anfänger bevorzugen Flüggigglasuren, da das Auftragen einfacher und die Ergebnisse sicherer sind, und das Anrühren entfällt.
Nach Bezugsquellen solltest Du einfach per Internet Ausschau halten; es gibt da reichlich Auswahl. (Kataloge kommen lassen oder Online-Shopping.)
Engoben und Sinterengoben werden übrigends ähnlich gehandhabt wie Glasuren, werden aber normalerweise auf lederharten Ton aufgebracht, und nach dem Schrühbrand (bei Bedarf) nochmals klar glasiert. Im Gegensatz zu Glasuren entstehen kaum Effekte.
Redoxfarben sind weder Glasur noch Engobe, und werden meistens im Einbrandverfahren genutzt. Die Farbpalette ist nicht so groß, aber es lassen sich sehr interessante Effekte erzielen. Desweiteren sind sie mischbar und sehr tolerant, was den Temperaturbereich angeht.
Es gibt, wie schon gesagt, unendliche Möglichkeiten.
So gibt es einige Töpfer, die "grün" glasieren, d.h. die Glasuren, Engoben oder Oxide direkt auf den lederharten (ungeschrühten) Ton aufbringen, und sich so den Schrühbrand sparen.
Andere brennen z.B. bei 1200°C, und verwenden dann eine 1050°C - Glasur.
Manche brennen auch 1150°C-Glasuren bei 1200°C, und erzielen damit tolle Effekte.
Wie gesagt: ein Hobby, welches zum herumexperimentieren einlädt, nicht immer vorhersehbare und allgemeingültige Erkenntnisse hervor bringt, und in vielerlei Hinsicht fordernd ist.
Hoffentlich habe ich Dir ein wenig helfen können. Wenn Du noch Fragen hast, melde Dich ruhig.
Lieben Gruß
Klaudia
Deine Unsicherheit bezüglich der Oberflächengestaltung von Ton kann ich gut nachvollziehen; erging mir anfangs genauso.
Ich werde ´mal versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen, sage aber gleich dabei, daß ich hier die Dinge nur anreißen kann, meine Erfahrungen mitteile, und es immer auch andere Wege und Möglichkeiten gibt. Natürlich sind einige Dinge auch allgemeingültig.
Zum Ton:
Da Deine Möglichkeiten beim "Fremdbrennen" was die Temperatur angeht eingeschränkt sind, (es sei denn, Du kannst einen ganzen Ofen mieten, und "Deine" Temperatur einstellen lassen), kannst Du den Ton nur aus diesem Brennbereich wählen. Für die Bonsaikeramik sollte der Ton auf jeden Fall versintern = verglasen ( wasserdicht werden = winterfest ), möglichst ist Steinzeugton zu nehmen.
Je höher ein Ton gebrannt werden kann, desto härter wird er. Entsprechend gibt es unterschiedliche Bezeichnungen, die sich prinzipiell also an der Brennhöhe orientieren. Z.B.: Steinguttone ( ca. bis 1100°C ),
Steinzeugtone ( ca. bis 1280°C ), Porzellane ( ca. bis 1380°C ).
Dieses sind nur grobe Richtwerte, es gibt immer auch Tone, die Zwischenbereiche füllen.
Zum Brennvorgang:
Beim Brennen unterscheidet man den Schrühbrand (Erstbrand), der meistens bei 900° - 950°C erfolgt. Dabei wird dem Ton das "Restwasser" entzogen (chemisch gebundenes Wasser entweicht um die 600°C), und den Glattbrand ( = Glasurbrand). Die Temperaturhöhe dieses Brandes richtet sich nach dem Ton, bzw. nach der Glasur.
Hast Du (wie in Deinem Beispiel) einen Ton, der um die 1150°C versintert, brennst Du auch in diesem Bereich. Die max. Brennwerte sind auf jedem Tonhubel angegeben. Da der Ton versintert ist, ist er also auch ohne Glasurauftrag wasserdicht.
Zum Glasieren (ein unendlich weites Feld...):
Willst Du aus optischen Gründen noch glasieren, sollte die Glasur zum Ton und zur Brenntemperatur passen.
So benutzt Du für einen Steingutton Glasuren die meistens um 1050°C-1080°C gebrannt werden, für Steinzeugton variieren die Werte zwischen 1200° und 1280°C.
Es gibt hier aber auch Zwischenbereiche um 1150°C.
Glasuren werden in Pulverform und in flüssiger Form von verschiedenen Firmen angeboten (z.B. Welte, Botz, Duncan, Spectrum u.u.u.).
Viele Anfänger bevorzugen Flüggigglasuren, da das Auftragen einfacher und die Ergebnisse sicherer sind, und das Anrühren entfällt.
Nach Bezugsquellen solltest Du einfach per Internet Ausschau halten; es gibt da reichlich Auswahl. (Kataloge kommen lassen oder Online-Shopping.)
Engoben und Sinterengoben werden übrigends ähnlich gehandhabt wie Glasuren, werden aber normalerweise auf lederharten Ton aufgebracht, und nach dem Schrühbrand (bei Bedarf) nochmals klar glasiert. Im Gegensatz zu Glasuren entstehen kaum Effekte.
Redoxfarben sind weder Glasur noch Engobe, und werden meistens im Einbrandverfahren genutzt. Die Farbpalette ist nicht so groß, aber es lassen sich sehr interessante Effekte erzielen. Desweiteren sind sie mischbar und sehr tolerant, was den Temperaturbereich angeht.
Es gibt, wie schon gesagt, unendliche Möglichkeiten.
So gibt es einige Töpfer, die "grün" glasieren, d.h. die Glasuren, Engoben oder Oxide direkt auf den lederharten (ungeschrühten) Ton aufbringen, und sich so den Schrühbrand sparen.
Andere brennen z.B. bei 1200°C, und verwenden dann eine 1050°C - Glasur.
Manche brennen auch 1150°C-Glasuren bei 1200°C, und erzielen damit tolle Effekte.
Wie gesagt: ein Hobby, welches zum herumexperimentieren einlädt, nicht immer vorhersehbare und allgemeingültige Erkenntnisse hervor bringt, und in vielerlei Hinsicht fordernd ist.
Hoffentlich habe ich Dir ein wenig helfen können. Wenn Du noch Fragen hast, melde Dich ruhig.
Lieben Gruß
Klaudia
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Anastassia
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- Klaudia u. Martin
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Hier läuft mal wieder irgendetwas nicht so wie es sollte....
Zuletzt geändert von Klaudia u. Martin am 05.10.2007, 20:04, insgesamt 1-mal geändert.
- Klaudia u. Martin
- Beiträge: 446
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Hallo zusammen,
Die Bilder im Katalog entsprechen oft nicht der Farbe, die man zu Hause im eigenen Ofen auf dem eigenen Ton erzielt (das gilt übrigends auch für alle anderen Lieferanten/Hersteller). Von daher ist es toll, wenn man eine kleine Menge für "Realbedingungen" ordern kann.
Viel Spaß beim Testen
Klaudia
Glasur Labor Butters kenne ich auch. Eine gute Adresse mit schönen Glasuren. Ein großes Plus verdienen sie vor allem, weil dort kleine 200g Probepäckchen erhältlich sind.ich habe eine schöne Auswahl an Steinzeugglasuren bei dem Glasurlabor von dr. Thomas Butters entdekt. Habe leider noch keine Brenproben, aber die Bilder in ihrem Katalog sind vielversprechend.
Die Bilder im Katalog entsprechen oft nicht der Farbe, die man zu Hause im eigenen Ofen auf dem eigenen Ton erzielt (das gilt übrigends auch für alle anderen Lieferanten/Hersteller). Von daher ist es toll, wenn man eine kleine Menge für "Realbedingungen" ordern kann.
Viel Spaß beim Testen
Klaudia
-
Anastassia
- Beiträge: 110
- Registriert: 22.03.2005, 14:37
Hi Klaudia,
genau die Probepackungen finde ich auch klasse. Habe aber noch nichts fertig gebrannt um von praktischen Erfahrungen damit zu berichten. Deswegen der Verweis auf die Katalogbilder. Es ist mir schon klar, das sie nur als grober Leitfaden zu gebrauchen sind. Ich muß auch erst mal selbst viel probieren.
LG Anastassia
genau die Probepackungen finde ich auch klasse. Habe aber noch nichts fertig gebrannt um von praktischen Erfahrungen damit zu berichten. Deswegen der Verweis auf die Katalogbilder. Es ist mir schon klar, das sie nur als grober Leitfaden zu gebrauchen sind. Ich muß auch erst mal selbst viel probieren.
LG Anastassia
Hi Frank, Hast du dir schon eine Töpferei ausgesucht, zu der du deine Sachen zum Brennen schaffen möchtest? Dort kann man meist sehr viele Glasuren ansehen und aussuchen. Hab ich damals so gemacht und gute Erfahrungen gehabt. Kann ich nur empfehlen, da die Ausprägung von der Brenntemp. und einigen anderen Faktoren abhängt und keine Töpferei extra für dich den Brennofen anstellt. Es sei denn, du hast sehr viele Schalen gemacht
Normalerweise muss man sich an die Standardbedingungen der jeweiligen Töpfer halten.
Schöne Grüße
Thomas
Schöne Grüße
Thomas
Hi Thomas
Wie du meinem ersten Post entnehmen kannst, hab ich eine "Töpferei". Die solltest du auch kennen, im Geyserhaus (Parkbühne Eutritzsch da hinten).
Da muss ich noch hin, schon allein um zu fragen, ob das noch klar geht.
Davor hatte ich mal in der Menckestr. gefragt, aber der hat sich total Ochsig gehabt. Der hat so getan als wolle ich ihm Konkurenz machen...
Wo warst du denn?
Wie du meinem ersten Post entnehmen kannst, hab ich eine "Töpferei". Die solltest du auch kennen, im Geyserhaus (Parkbühne Eutritzsch da hinten).
Da muss ich noch hin, schon allein um zu fragen, ob das noch klar geht.
Davor hatte ich mal in der Menckestr. gefragt, aber der hat sich total Ochsig gehabt. Der hat so getan als wolle ich ihm Konkurenz machen...
Wo warst du denn?
Gruß
Frank
++++ Gießen: Hessischer Botaniker findet heraus, wie Pflanzen länger leben ++++
Frank
++++ Gießen: Hessischer Botaniker findet heraus, wie Pflanzen länger leben ++++
Im Geyserhaus habe ich ein paar Sachen brennen lassen. Die hatten aber damals, glaube ich, "nur" einen Gasofen. Das hat den Nachteil (für manche auch Vorteil), dass man gelegentlich den Verlauf des Feuers an den Schalen sehen kann. Einige schöne Schalen habe ich dann im Elektroofen irgendwo in Connewitz (ist schon so lange her
) brennen lassen. Das ist alles wirklich gut geworden. In der Spinnereistr. gibt es einen riesigen Kunstgroßhandel, der meiner Meinung nach auch glasuren hat. Den Laden kann ich wirklich empfehlen.
