Dickewachstum fördern durch Eindrahtung
Dickewachstum fördern durch Eindrahtung
Hallo,
kann man den unteren Stamm bei einem Ficus stark eindrahten, damit der Draht überwallt wird und somit der Stamm dicker wird ?
Habe so etwas irgendwo und irgendwann mal gelesen.
Ich weiß aber nicht genau wie diese Technik heißt und wie stark dabei der Draht angelegt werden muss. Ich nehme mal an, der Draht muss tief in die Saftbahnen einschneiden !?
Ist dieses Vorgehen sehr riskant ?
Mfg, Jean-Luc
kann man den unteren Stamm bei einem Ficus stark eindrahten, damit der Draht überwallt wird und somit der Stamm dicker wird ?
Habe so etwas irgendwo und irgendwann mal gelesen.
Ich weiß aber nicht genau wie diese Technik heißt und wie stark dabei der Draht angelegt werden muss. Ich nehme mal an, der Draht muss tief in die Saftbahnen einschneiden !?
Ist dieses Vorgehen sehr riskant ?
Mfg, Jean-Luc
- Marc Berenbrinker
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- Registriert: 11.02.2007, 20:35
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Sehr riskant ist das nicht, sofern der Draht zeitig wieder entfernt wird!
Der Draht sollte etwas unterhalb der Erdoberfläche stramm um den Stamm gelegt werden, so das er leicht in die Rinde drückt und schon nach kurzer Zeit beginnt oberhalb des Drahtes der Stamm an dicker zu
werden. Der Draht muss wieder weg, bevor er überwallt wird!!!
Bedingt durch dieses Würgen bildet sich allerdings auch eine hässliche Narbe.
Viele Grüsse,
Marc
Der Draht sollte etwas unterhalb der Erdoberfläche stramm um den Stamm gelegt werden, so das er leicht in die Rinde drückt und schon nach kurzer Zeit beginnt oberhalb des Drahtes der Stamm an dicker zu
werden. Der Draht muss wieder weg, bevor er überwallt wird!!!
Bedingt durch dieses Würgen bildet sich allerdings auch eine hässliche Narbe.
Viele Grüsse,
Marc
Hallo Ihr,
ich habe noch nie optisch befriedigende Ergebnisse durch solch eine Methode gesehen.
In meinen Augen werden die Bäume damit verdorben. Die Narben und Wucherungen durch eingewachsene und überwallte Drähte sehen scheußlich aus, da könnte ich eher auf die Verdickung verzichten.
Viele Grüße,
Heike
ich habe noch nie optisch befriedigende Ergebnisse durch solch eine Methode gesehen.
In meinen Augen werden die Bäume damit verdorben. Die Narben und Wucherungen durch eingewachsene und überwallte Drähte sehen scheußlich aus, da könnte ich eher auf die Verdickung verzichten.
Viele Grüße,
Heike
diese Methode ist beim Abmoosen auch kurz beschrieben.
dazu wird die rinde eingeritzt und ein draht drum gespannt, mit Wurzelhormon bestrichen und mit Erde überdeckt.
Irgendwann bilden sich neue Wurzeln über dem Draht und wegen dem Saftstau wird der Stamm oberhalb des Drahtes dicker. Wenn genügend Wurzeln vorhanden sind kann der Draht inklusive dem unteren Teil des Wurzelballens entfernt werden.
So vom Prinzip zumindest...hab ich mir das gedacht...
eine ähnliche Methode wird in Stahls Vom Grundkurs zum Meister bei der Stecklingsvermehrung beschrieben, nur benutzt er da ein durchlöchertes Holzstück.
dazu wird die rinde eingeritzt und ein draht drum gespannt, mit Wurzelhormon bestrichen und mit Erde überdeckt.
Irgendwann bilden sich neue Wurzeln über dem Draht und wegen dem Saftstau wird der Stamm oberhalb des Drahtes dicker. Wenn genügend Wurzeln vorhanden sind kann der Draht inklusive dem unteren Teil des Wurzelballens entfernt werden.
So vom Prinzip zumindest...hab ich mir das gedacht...
eine ähnliche Methode wird in Stahls Vom Grundkurs zum Meister bei der Stecklingsvermehrung beschrieben, nur benutzt er da ein durchlöchertes Holzstück.
soviel ich weiß, hat diese methode den zweck, dass der steckling ÜBER der holzplatte flach wurzeln bildet und somit von anfang an ein besseres nebari entsteht, als wenn die wurzeln kreuz und quer in die erde sprießen.Sumsi hat geschrieben:
eine ähnliche Methode wird in Stahls Vom Grundkurs zum Meister bei der Stecklingsvermehrung beschrieben, nur benutzt er da ein durchlöchertes Holzstück.
Du musst den Asphalt deiner Annehmlichkeiten verlassen
und dich in die Wildnis deiner Intuition begeben...
Was es dort für dich zu entdecken gibt,
ist etwas Wunderbares - nämlich dich selbst.
und dich in die Wildnis deiner Intuition begeben...
Was es dort für dich zu entdecken gibt,
ist etwas Wunderbares - nämlich dich selbst.
Bei den Stecklingen werden erst unterhalb der Holzplatte Wurzeln gebildet. Durch das Dickenwachstum danach wird die Pflanze in die Löcher gepresst, es kommt zum Saftstau und der Steckling bildet oberhalb der Platte Wurzeln.
Das Ziel ist klar ein flacher Wurzelteller oberhalb der Platte. Ein Ziel was meines erachtens auch bei Draht erreicht werden könnte, man muss nur ab und an alles ein wenig sortieren.
Ist ja nicht so, dass Wurzeln, nur weil da ein Brett ist, nicht auch in alle möglichen Richtungen sprießen...
Das Ziel ist klar ein flacher Wurzelteller oberhalb der Platte. Ein Ziel was meines erachtens auch bei Draht erreicht werden könnte, man muss nur ab und an alles ein wenig sortieren.
Ist ja nicht so, dass Wurzeln, nur weil da ein Brett ist, nicht auch in alle möglichen Richtungen sprießen...
Hallo, Ihr Lieben,
im Moment gehen hier zwei verschiedene Dinge durcheinander, habe ich den Eindruck!
Die Sache mit dem einen, ringförmig angelegten Draht oder so ähnlich auch bei Horst Stahl mit einem Holzstück oder von Peter Adams mit einer durchbohrten Untertasse beschrieben, ist eine Angelegenheit.
Diese Methode bringt durchaus Erfolge im Sinne eines verbreiterten unteren Stammbereichs.
Die andere, von der ich gedacht habe, dass Jean-Luc sie meinte, ist das spiralförmige Drahten des Stammes, wobei der Draht nicht entfernt wird, wenn er einzuschneiden beginnt.
Dann schwillt der Stamm an und der Draht wird überwallt.
Das wurde früher oft Kiefern angetan, die allesamt in meinen Augen schrecklich aussahen. Kann natürlich sein, dass sie nach weiteren 20 Jahren wieder besser ausschauten...
Gerade beim Ficus, der eine feine, glatte Rinde hat, kann ich mir nicht vorstellen, dass er von dieser Behandlung schöner werden könnte...
Viele Grüße,
Heike
im Moment gehen hier zwei verschiedene Dinge durcheinander, habe ich den Eindruck!
Die Sache mit dem einen, ringförmig angelegten Draht oder so ähnlich auch bei Horst Stahl mit einem Holzstück oder von Peter Adams mit einer durchbohrten Untertasse beschrieben, ist eine Angelegenheit.
Diese Methode bringt durchaus Erfolge im Sinne eines verbreiterten unteren Stammbereichs.
Die andere, von der ich gedacht habe, dass Jean-Luc sie meinte, ist das spiralförmige Drahten des Stammes, wobei der Draht nicht entfernt wird, wenn er einzuschneiden beginnt.
Dann schwillt der Stamm an und der Draht wird überwallt.
Das wurde früher oft Kiefern angetan, die allesamt in meinen Augen schrecklich aussahen. Kann natürlich sein, dass sie nach weiteren 20 Jahren wieder besser ausschauten...
Gerade beim Ficus, der eine feine, glatte Rinde hat, kann ich mir nicht vorstellen, dass er von dieser Behandlung schöner werden könnte...
Viele Grüße,
Heike
-
Eva Warthemann
- Beiträge: 3578
- Registriert: 11.01.2004, 18:10
- Wohnort: Kleinstadt in Sachsen/Anhalt
Hallo Heike und Jan -Luk!
Ich denke auch das Sumsi etwas falsch verstanden hat. Das Eine betrifft das Abmosen und das Andere betrifft das Fördern des Dickenwachstums an Stecklingen.
Also Jan, Heike hat vollkommen Recht wenn sie davon abrät.
Mir ist es ungewollt passiert, das ich einen eingedrahteten Kiefernsämling vergessen habe. In Wurzelnähe haben sich sehr unschöne Überwallungen gebildet. Ich konnte aber noch den Draht entfernen. Da es ein dreijähriger Sämling ist, dürfte sich das mit der Zeit noch bessern.
Eva Warthemann
Ich denke auch das Sumsi etwas falsch verstanden hat. Das Eine betrifft das Abmosen und das Andere betrifft das Fördern des Dickenwachstums an Stecklingen.
Also Jan, Heike hat vollkommen Recht wenn sie davon abrät.
Mir ist es ungewollt passiert, das ich einen eingedrahteten Kiefernsämling vergessen habe. In Wurzelnähe haben sich sehr unschöne Überwallungen gebildet. Ich konnte aber noch den Draht entfernen. Da es ein dreijähriger Sämling ist, dürfte sich das mit der Zeit noch bessern.
Eva Warthemann
- Alexander B.
- Beiträge: 203
- Registriert: 01.09.2007, 20:02
- Wohnort: Landau in der Pfalz
Sumsi hat geschrieben:
dazu wird die rinde eingeritzt und ein draht drum gespannt, mit Wurzelhormon bestrichen und mit Erde überdeckt.
Irgendwann bilden sich neue Wurzeln über dem Draht und wegen dem Saftstau wird der Stamm oberhalb des Drahtes dicker. Wenn genügend Wurzeln vorhanden sind kann der Draht inklusive dem unteren Teil des Wurzelballens entfernt werden.
Ich habe dieses Jahr einen Ficus nach der von Sumsi beschriebenen Methode abgemoost.
Dabei habe ich rechts und links am Stamm einen Zungenschnitt durchgeführt und dann ein Stück Draht locker auf der Innenseite des Schnitts um den Stamm gewickelt. Der Draht hat aber meiner Meinung nach nur die Aufgabe die Wunde offen zu halten und nicht die Saftbahnen zu blockieren, den dafür macht man ja den Zungenschnitt am Stamm.
Hat auch so prima geklappt und man hat keine hässliche Drahtnarbe.
Gruß Alexander
- Andreas Ludwig
- Mentor
- Beiträge: 6756
- Registriert: 29.03.2005, 16:50
- Wohnort: Schweiz
Bei Kiefern vielleicht, nicht bei einem Ficus. Das gibt bloss hässliche Narben. Allenfalls können einzelne, sehr präzise angesetzte Schnitte, die hervorragend überwallen, zu etwas führen. Irgendwann einmal...
Aber wie soll man das beurteilen? - Mir ist die eingangs gestellte Frage zu pauschal und allgemein. Um was für einen Baum soll es das gehen?
Aber wie soll man das beurteilen? - Mir ist die eingangs gestellte Frage zu pauschal und allgemein. Um was für einen Baum soll es das gehen?
Hallo Andreas,Andreas Ludwig hat geschrieben: Aber wie soll man das beurteilen? - Mir ist die eingangs gestellte Frage zu pauschal und allgemein. Um was für einen Baum soll es das gehen?
ich möchte diese Technik an einem Ficus üben (Baumarktware).
Außerdem habe ich ein Buxus, welcher mir schon lange ein Dorn im Auge ist.
Ich möchte also einen Draht dicht um den ganzen Stamm wickeln, damit dieser im Laufe der Zeit überwallt wird. Und somit der ganze Stamm knorriger wirkt.
Da die Korkrinde sehr viele Furchen aufweist, meine ich, dass die entstehenden Narben und Überwallungen nicht so sehr stören, vielleicht sogar ganz interessant wirken.
So ist das Bäumchen auf jeden Fall zu langweilig. Es muss was daran gemacht werden.
Mfg, Jean-Luc
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- Martin_S
- Beiträge: 11869
- Registriert: 05.01.2004, 20:26
- Wohnort: Linker Niederrhein, da wo et geil is'
Hi!
Bisschen was aus eigener Erfahrung:
-> Eindrahten und gezielt einwachsen lassen um den Stamm dicker und knorriger zu bekommen.
Pflanzen: Feldahorn, Eschenahorn, Schwarzkiefer (Sämling), Cotoneaster
Ergebnis: lediglich die Kiefer macht nach drei Jahren einen halbwegs passablen Eindruck. alle anderen wurden dem Komposthaufen anheim gegeben, da sich diese Technik hier nicht eignete. Der Cotoneaster wurde im Laufe von vier Jahren immer schwächer (trotz Beet!) und sah am Ende "Sch..." aus.
-> Abbinden unterhalb der Erdoberfläche (wurde früher gerne in der Literatur beschrieben)
Pflanze: Fächerahorn "Seigen"
Ergebnis: der Stamm schwillt zwar an, dass Nebari ist aber dauerhaft "versaut"! Grund hierfür ist, dass zwar die Basis dicker wird, oberhalb der eingeschnürten Stelle aber nicht zwangsläufig Wurzeln wachsen, die dann schön satt in den Boden übergehen. Was man am ende hat, explizit dann wenn die Schale flacher werden soll, ist eine Stammbasis die erst dünn, dann dicker, dann wieder dünner verläuft.
-> Schlitzen (Längsschnitte) in der Stammbasis.
Pflanze: Eschenahorn (Zwei Stück)
Ergebnis: die Wunden haben sich nie mehr richtig geschlossen, es blieben schwarze "Schlitze" die eine Weile später anfingen zu faulen. Zwar wurden die Wundränder dicker (wen wundert’s) jedoch ist diese Technik für diese Pflanze nicht geeignet.
-> Stechen mit einer dickeren Nadel (Ale)
Pflanze: Lärche, Eschenahorn
Ergebnis: bei der Lärche sieht man die Einstiche noch heute, der Eschenahorn ist nicht mehr (wurde geklaut). Allerdings zeigte sich hier ein ähnliches Bild wie beim schlitzen. Die Wunden verheilen schlecht bis gar nicht. TROTZ!!!! Wundpaste.
Fazit: Keine der ausprobierten Techniken brachte ein befriedigendes, geschweige denn gutes Ergebnis. Will man den Stamm "glaubhaft" verdicken (also auch ein vernünftiges Nebari) hilft nur das gezielte auspflanzen (Ablauf: unter dem Stamm alle Wurzeln wegschneiden, Steinplatte oder ähnliches in den Boden, Baum darauf pflanzen, alle zwei Jahre raus aus dem Beet, Wurzeln unter dem Stamm wegschneiden, wieder einpflanzen BIS die Wunschdicker erreicht wurde). Von allen anderen Techniken rate ich(!!) dringendst ab, da weder das Ergebnis noch der Zeitaufwand ein solches Vorgehen rechtfertigen.
Mag sein das andere hier bessere Erfahrungen gesammelt haben, ich jedenfalls war bislang von diesen Methoden (ausser dem auspflanzen) enttäuscht.
Martin S
Bisschen was aus eigener Erfahrung:
-> Eindrahten und gezielt einwachsen lassen um den Stamm dicker und knorriger zu bekommen.
Pflanzen: Feldahorn, Eschenahorn, Schwarzkiefer (Sämling), Cotoneaster
Ergebnis: lediglich die Kiefer macht nach drei Jahren einen halbwegs passablen Eindruck. alle anderen wurden dem Komposthaufen anheim gegeben, da sich diese Technik hier nicht eignete. Der Cotoneaster wurde im Laufe von vier Jahren immer schwächer (trotz Beet!) und sah am Ende "Sch..." aus.
-> Abbinden unterhalb der Erdoberfläche (wurde früher gerne in der Literatur beschrieben)
Pflanze: Fächerahorn "Seigen"
Ergebnis: der Stamm schwillt zwar an, dass Nebari ist aber dauerhaft "versaut"! Grund hierfür ist, dass zwar die Basis dicker wird, oberhalb der eingeschnürten Stelle aber nicht zwangsläufig Wurzeln wachsen, die dann schön satt in den Boden übergehen. Was man am ende hat, explizit dann wenn die Schale flacher werden soll, ist eine Stammbasis die erst dünn, dann dicker, dann wieder dünner verläuft.
-> Schlitzen (Längsschnitte) in der Stammbasis.
Pflanze: Eschenahorn (Zwei Stück)
Ergebnis: die Wunden haben sich nie mehr richtig geschlossen, es blieben schwarze "Schlitze" die eine Weile später anfingen zu faulen. Zwar wurden die Wundränder dicker (wen wundert’s) jedoch ist diese Technik für diese Pflanze nicht geeignet.
-> Stechen mit einer dickeren Nadel (Ale)
Pflanze: Lärche, Eschenahorn
Ergebnis: bei der Lärche sieht man die Einstiche noch heute, der Eschenahorn ist nicht mehr (wurde geklaut). Allerdings zeigte sich hier ein ähnliches Bild wie beim schlitzen. Die Wunden verheilen schlecht bis gar nicht. TROTZ!!!! Wundpaste.
Fazit: Keine der ausprobierten Techniken brachte ein befriedigendes, geschweige denn gutes Ergebnis. Will man den Stamm "glaubhaft" verdicken (also auch ein vernünftiges Nebari) hilft nur das gezielte auspflanzen (Ablauf: unter dem Stamm alle Wurzeln wegschneiden, Steinplatte oder ähnliches in den Boden, Baum darauf pflanzen, alle zwei Jahre raus aus dem Beet, Wurzeln unter dem Stamm wegschneiden, wieder einpflanzen BIS die Wunschdicker erreicht wurde). Von allen anderen Techniken rate ich(!!) dringendst ab, da weder das Ergebnis noch der Zeitaufwand ein solches Vorgehen rechtfertigen.
Mag sein das andere hier bessere Erfahrungen gesammelt haben, ich jedenfalls war bislang von diesen Methoden (ausser dem auspflanzen) enttäuscht.
Martin S
Beste Grüße
Martin
Lieber Querlüften als Querdenken!
Martin
Lieber Querlüften als Querdenken!
