Gestaltungs-Problem nach Zurückschneiden am Beispiel Ficus

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Jasi
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Gestaltungs-Problem nach Zurückschneiden am Beispiel Ficus

Beitrag von Jasi »

Hallo.

Ich habe einiges an Jungpflanzen, aber davon ist noch nichts in Richtung Bonsai-Rohling. Meine Frage ist eher allgemein, aber dennoch so, dass ich die Antworten und Tipps später auf meinen Umgang mit Bonsai übertragen möchte. Also:

Ich schneide meine 2-Jahre alten Ficus Jungpflanzen sehr unterschiedlich zurück. Einer davon ist aus einem langen Ast entstanden, den ich mal abgeschnitten hatte. Also wächst er auch eher in die Höhe, als in die Breite. Daber habe ich ihn ab und an zurück geschnitten. Jetzt treibt er auch wieder schön aus, aber: Was kann ich gegen diese Sackgassen an den Ästen machen? (Im Bild rot markiert.) Ich kann mir nicht vorstellen, dass man jeden einzelnen Ast biegen und fixieren muss, damit ein neuer Austrieb den neuen Astfortsatz bildet. Oder wächst das raus, bzw stirbt die Sackgasse irgendwann ab?

Bild

Ich hoffe ihr wisst was ich meine.
Vielen Dank schonmal für eure Anregungen
Jasi
*huldigen*
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camaju +
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Re: Gestaltungs-Problem nach Zurückschneiden am Beispiel Fic

Beitrag von camaju + »

Jasi hat geschrieben:Hallo.

Was kann ich gegen diese Sackgassen an den Ästen machen?

Gar nix s.u.

(Im Bild rot markiert.) Ich kann mir nicht vorstellen, dass man jeden einzelnen Ast biegen und fixieren muss, damit ein neuer Austrieb den neuen Astfortsatz bildet. Oder wächst das raus, bzw stirbt die Sackgasse irgendwann ab?

Biegen oder fixieren hat nix mit Austrieb zu tun. Aber den linken unteren Ast könntest du evtl. nach Links drahten, weil er den oberen kreuzt. Deine Sackgassen (Aststummel) trocknen zurück, siehst du an der Farbe, dann kannst du die abschneiden. Austrieb ist da nicht mehr.

Wär aber evtl. mal interessant, den Baum mit Blättern zu sehen. Hilfe zur Bildeinstellung gibts hier
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopic.php?t=4220
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
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Jasi
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Beitrag von Jasi »

Hallo Camaju.

Du hast mir meine Frage ja im Grunde schon beantwortet. Wenn die auf die Zeit gesehen wegtrocknen find ichs gut.
Trotzdem kann ich es mir nicht so recht vorstellen, weil das Zuschneiden jetzt auch schon wieder ein paar Wochen her ist und die Sackgassen nicht den Anschein erwecken sie würden trocknen. Ausserdem finde ich es so schade dass die Austriebe an diesen Ästen so einen Knick machen.

hier mal das Bild. Das war leider noch der beste Winkel, um die Sackgassen zu sehen. Falls ich ein größeres Bild eines bestimmten Abschnitts reinsetzen soll, sag bescheid. :)

Achja, dar mit X markierte Ast kommt von weiter unten am Stamm. Nur die beiden links und rechts oben bilden zZ sozusagen die Spitze.


Bild
Also meine Katze fand das ziemlich interessant. :wink:
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baer
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Beitrag von baer »

Sali Jasi

Ich hoffe, dass Deine Katze keine Blätter des Ficus anknappert. Könnte vielleicht eine Reaktion auslösen, Allergien evtl. Vergiftung, bin mir mit der Vergiftung nicht sicher. Meine knappern alles an.
Der Ficus hat einen weissen dickflüssigen Saft, wenn Du ihn schneidest, kannst Du mit Wasser den Saftfluss stoppen.
Gruss
Claudia


Mich faszinieren immerwieder die Bäume in der Natur.
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Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig »

Ficus wird als «gering geiftig» bezeichnet, was wenig heisst, denn die Ersteller solcher Listen bleiben immer auf der sicheren (nicht einklagbaren) Seite. Eine kritische oder gar tödliche Dosis ist nicht bekannt (im Gegensatz etwa zu Kochsalz...). Amaryllis, Christrose, Goldregen, Herbstzeitlose, Maiglöckchen und «Katzenpetersilie» sind bedeutend (um Zehnerpotenzen!) gefährlicher.

Allergien sind bei Katzen nicht so häufig wie bei Menschen (Pelz sei Dank), da kommt mir in erster Linie die «Allergie auf falsche Haltung» in den Sinn, die sich als neurotisches Kahlschlecken äussert...

Also keine Panik, Katzengras hinstellen.
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
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Tropenfreak
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Beitrag von Tropenfreak »

Ich nehme mal an, dass du mit Knick haupsächlich diejenigen Triebe meinst, die senkrecht nach oben wachsen. Das ist natürlich unschön und wirkt nicht harmonisch. Darum wird i.d.R. auch so geschnitten, dass sich das schlafende Auge auf der Unterseite des Astes befindet. Zur Not (falls nicht rein durch Schnitt möglich) muss mittels Draht, oder Spanndrähten eine Korrektur erfolgen.
Ich hab dir mal eben schnell eine Skizze gemalt, was ich meine.



Davon abgesehen würde ich dir jedoch davon abraten diesen f. benj. starlight als Bonsai zu gestalten, da du mit ihm auf lange Sicht sicher nicht zufrieden sein wirst. (der ist sehr zickig und wesentlich anspruchsvoller als der grünblättrige Bruder)
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austrieb.JPG
austrieb.JPG (11.96 KiB) 2586 mal betrachtet
Der Spirituelle Intellekt des Agrarökonomen steht in reziproker Relation zur Quantität seiner subterranen Knollengewächse ;-)

Mfg Roland
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achim73
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Beitrag von achim73 »

was im einzelnen meint, dass er unheimlich lichthungrig und in unseren breiten sehr, sehr langsamwachsend ist.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
Fritz²
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Beitrag von Fritz² »

Hi Jasi
Die Sackgassen trocknen irgendwann ein, es dauert nur ein wenig.
Ich habe diesen Sommer bei meinen Ficci dieselbe Erfahrung gemacht. Damit mir die Rücktrocknung nach dem schneiden nicht den Saftfluss im Ast unterbricht, habe ich ein Zentimeterchen stehengelassen. Der betreffende Seitentrieb entwickelte sich besser als wenn ich ganz rangeschnitten hätte,bzw. habe- so wie im Vorjahr.
Diese Stummel schneide ich erst ab, wenn der dahinter liegende Seitentrieb mir kräftig genug erscheint. Das kann schon mal ein paar Wochen dauern, oder auch Monate.
Wenn mir ein Seitentrieb, der später mal die neue Astspitze sein soll, einfach zu schräg zur Seite wächst, binde ich ihn manchmal mit einem dünnen Faden vooorsichtig an das Stück ran, das nach dem schneiden dann die "Sackgasse" sein wird. Und das auch schon Wochen voher.
Ich glaube, das dadurch der Übergang besser wird, das der Ast also keinen scharfen Knick bekommt, den man später nur schwer "weggedrahtet" kriegt.

mfG Fritz
Oligo
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Beitrag von Oligo »

Vielfach wird auch empfohlen, den beim Schnitt austretenden Saft abzutupfen. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Rücktrocknung bzw. das Absterben des stehengebliebenen Stücks oberhalb des letzten schlafenden Auges so gut wie ausbleibt, wenn man den Saft eintrocknen lässt. Ich habe den auch immer abgetupft, habe mich dann aber zu oft geärgert, da teilweise ganze Äste vertrocknet sind. Ob das jetzt zu 100% auf den abgewischten Saft zurückzuführen ist, kann ich dir allerdings nicht sagen. Ich habe bei meinen Fici halt diese Erfahrungen gemacht.

Liebe Grüße
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Jasi
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Beitrag von Jasi »

Vielen Dank erstmal für eure Antworten.
:) Was meine Katzen angeht (auf dem Bild fehlt noch ihr Bruder) - die knabbern zum Glück kein Grünzeug an. Das hab ich ihnen mit Sprühflaschenerziehung :wink: schon früh abgewöhnt. Da reichte dann ziemlich schnell das Geräusch des schwappenden Wassers in der Flasche und hinterher nur der Griff zur selbigen.

Dass ein Ficus Starlight nicht zum Bonsai wird ist mir klar. Habe auch nicht vor das zu versuchen. Nur fiel mir wie eingangs erwähnt beim Zuschnitt des Ficus auf, dass es da ja Parallelen, bzw ähnliche Probleme bei Bonsai geben könnte - Bezüglich der Sackgassen. Da hab ich mir gedacht ich frag mal nach.

Also vielen Dank nochmal für die Erklärungen und danke Tropenfreak für die Erklärung anhand der Zeichnung.

@Fritz² So ähnlich hab ich mir das auch überlegt. Man müsste sowas sicher schon vorbereiten und einen Ast über einen gewissen Zeitraum schonmal biegen. ich mache das zur Zeit auch testweise bei einem Ficus Starlight, mit einem untergelegtem Stückchen Taschentuch unter dem Faden. So hab ich zB einen Ficus, der mir zu groß erschien einfach mal drastisch runtergebogen, um einen kleinen Austrieb, der vorher fast auf halber höhe war zum neuen Spitzenaustrieb zu machen. Stimmt tatsächlich, dass der am höchsten liegende Trieb am schnellsten wächst und am besten versorgt wird.
Wenn ich dann in ein paar Jahren mal so allgemein gesagt einen Bonsai bearbeite, weiß ich bescheid und ich werde diese 'Versuche' am Ficus weiter beobachten.

Liebe Grüße
Jasi
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