Eiben gestalten: Tips und Tricks

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
Antworten
Benutzeravatar
Urikawa
Mentor
Beiträge: 990
Registriert: 01.04.2005, 12:55
Kontaktdaten:

Beitrag von Urikawa »

An hand zwei bilder möchte ich Ihnen einen eindrück geben wie ich mit einen Eibenast vorgehe.

1) der neugewachse endtrieb dieses treibes ist eingekürzt worden bis auf
2 oder 3cm. Fast alle alte nadeln sind abgezupft worden.
2) Auch bei diesen Trieb is das der fall. Die braune verfärbung ist ein
zeigen dafür das geschnitten worden ist. Auch hier sind fast alle alte
nadeln gezupft worden.
3) Wie Sie sehen auch dieser junger Trieb ist geschnitten worden auf eine
länge von wenige centimeter. Nadeln am ansatz dürfen nicht gezüpft
werden.
4) dieser trieb sehr wichtig. Sie ist nicht geschitten worden weil Sie den
kleinen trieb (3) an der basis in Ihr wachstum unterstützen soll.
5) Fast nicht zu sehen aber auch dieser trieb ist geschnitten worden.

Achtung: diese treibe sind also nicht während die gestaltung geschnitten worden aber schon einige wochen forher, wie beschrieben in den beiträgen.

Das zweite bild zeigt die biegungen in die äste und trieben.
Die alten Nadeln sind von mir jetzt gezupft worden weil ich nicht alle Eiben gleichzeitig gestalten kann. Auch dies habe ich in einen beitrag beschrieben.
Dateianhänge
eibas.jpg
eibas.jpg (35.86 KiB) 4859 mal betrachtet
Eibdr.jpg
Eibdr.jpg (52.04 KiB) 4862 mal betrachtet
Zuletzt geändert von Urikawa am 16.06.2009, 21:23, insgesamt 1-mal geändert.
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.
Benutzeravatar
Urikawa
Mentor
Beiträge: 990
Registriert: 01.04.2005, 12:55
Kontaktdaten:

Beitrag von Urikawa »

Die Eibe ist ein starker Baum solange sie im Freiland wächst. Topft mann sie in eine schale, kiste oder kübel ein dann verliert sie wesenlich an kraft. Frost und wind können dann im winter sehr schnell zur schäden füren.
Da die Eibe keine starke wurzeln besitz kann frost sehr viel schaden anrichten. Auch wen wir wissen das die Eibe innerhalb eines jahres eine schale mit wurzeln durchwachsen kann, befinden sich dadurch sehr viele wurzeln an der aussenseite der schale.
Erfriehren diese wurzeln dann tritt sehr schnell wurzelfaule ein. Deshalb darf der wurzelballen während dem Winter nicht zuviel wasser enthalten. Austrocknen darf sie ebenfalls nicht.
Die grösste gefahr während den Winter ist eine zu niederige luftfeuchtigkeit. Dauert dies zulange bemerkt mann zuerst nichts. Erst wenn die temperatur es zulässt fängt die Eibe an ihre knospen zu öffnen. Auf den ersten blick scheint alles normal zu verlaufen. Dann verliert sie aber innerhalb eine woche ihre nadeln. Ist dies der fall dann ist die Eibe nicht mehr zu retten.
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.
Benutzeravatar
heinz leitner
Beiträge: 1029
Registriert: 05.04.2006, 19:21
Wohnort: Wien

Eibe

Beitrag von heinz leitner »

Hallo Urikawa
Wie überwinterst du den deine Eiben?
Frostfrei?
Ich überwintere meine Cuspitada schon seit Jahren im Freien.
Bei uns hat es schon mal 15-20 Grad minus.
Habe ich Glück gehabt?
Gruss Heinz
Benutzeravatar
Urikawa
Mentor
Beiträge: 990
Registriert: 01.04.2005, 12:55
Kontaktdaten:

Beitrag von Urikawa »

Hallo Heinz

Ich kann und darf nicht sagen ob Sie einfach Glück haben oder nicht.
Dafür weiss ich zu wenig über den genauen stadort von Ihre Eiben. Auch kenne ich das alter, die schalengrösse und erdmixtur nicht.
15-20 Grad minus ist nicht das problem. Die gefahr lauert in der luftfeuchtigkeit.
Etwa 4-5 jahren zurück hatten wir hier einen winter wo die luftfeuchtigkeit einige zeit etwa 20% betrug. Fast alle alte Eiben die im lande in freien standen sind eingegangen.
Vorher und nachher hat es niemals so etwas gegeben.
Ich möchte also keine panik hier verbreiten.

Die alten Eiben stehen bei mir im Winter unter einem Vordach. Hier bekommen Sie auch kälte zu spüren. Wird die Lage penibel dann kommen sie in einen offenen keller im Gewächshaus zu stehen wo temperatur, luftfeuchtigkeit und kreislauf von luft geregelt werden können.
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.
Shadow200
Beiträge: 17
Registriert: 23.05.2008, 00:09
Wohnort: Norderstedt

Beitrag von Shadow200 »

Hallo,

ich habe eine 10 jährige Eibe (Rohmaterial) . Kann ich jetzt noch Äste (etwa 5mm Durchmesser)abschneiden die auf gleicher Höhe entpringen, oder sollte ich das zu einer anderen Jahreszeit machen ?

Viele Grüsse
Rene
Benutzeravatar
baer
Beiträge: 113
Registriert: 10.12.2005, 22:05
Wohnort: Dietikon, Nähe Zürich, CH

Beitrag von baer »

Ich schneide Äste nur im Frühling ab, dann kann die Wunde schneller heilen.
Gruss
Claudia


Mich faszinieren immerwieder die Bäume in der Natur.
Benutzeravatar
Urikawa
Mentor
Beiträge: 990
Registriert: 01.04.2005, 12:55
Kontaktdaten:

Beitrag von Urikawa »

Kann ich jetzt noch Äste (etwa 5mm Durchmesser)abschneiden die auf gleicher Höhe entpringen, oder sollte ich das zu einer anderen Jahreszeit machen ?
Wenn es sich hier um einen ast oder zwei äste handelt dann kann man dies jetzt noch machen. Sie sollten aber beürteilen ob der Baum stark genug ist um diesen eingriff durch zu stehen zu können. Ist es einen ast der sehr viel grün trägt ja oder nein.
Durch die anzahl von Eiben denen ich besitze muss ich fasst das ganze jahr hindurch schneiden. Mache ich meine arbeit vor dem längsten tag dann ist das resultat wesenlich besser.
Auch ist es für mich immer wichtig zu wissen in welcher wachstumsfase sich der Baum befindet. Unterstützt dieser Ast ein gewisses ziel das ich nachstrebe oder nicht. Und naturlich muss ich wissen was der zusammenhang ist zwischen diesen Ast und die saftbahnen.

Aste auf gleicher höhe braucht mann nicht unbedingt zu schneiden :!: Aber wenn weniger mehr ist kann man sich dazu entschliessen. Der Baum sollte aber immer den weg zeigen.
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.
Shadow200
Beiträge: 17
Registriert: 23.05.2008, 00:09
Wohnort: Norderstedt

Beitrag von Shadow200 »

Hallo baer und Urikawa ,

vielen Dank für die Antworten. Ich werde auch noch bis nächstes Jahr warten mit dem Schneiden. Da dies meine erste Eibe ist , bin ich noch sehr unsicher im Umgang mit diesen. Ich lese im Moment sehr viel hier im Forum über Eiben. Besonders die Beiträge von Urikawa interessieren mich sehr. Ich werde die Eibe ersteinmal pflegen und sie viel betrachten. So habe ich noch etwas Zeit zu lernen.
Ich lese hier das bei den Eiben die alten Nadeln gezupft werden sollen. Wann ist dafür die richtige Zeit ? Und kann mir jemand erklären warum das gemacht wird. Was kann man dadurch erreichen?

Viele Grüße
Rene
Benutzeravatar
Urikawa
Mentor
Beiträge: 990
Registriert: 01.04.2005, 12:55
Kontaktdaten:

Beitrag von Urikawa »

Wie schon gesagt ist es beim gestalten einer Eibe immer darauf zu achten
welcher ast eine saftbahn versorgt.
Wenn ich also weiss wie ich mich beim schneiden zu verhalten habe dann kann ich im voraus schon bestimmen welcher seite des stammansatzes die zukünftiche vorseite werden darf.
Damit möchte ich folgendes sagen. Es ist wichtig das mann an die vorderseite die 'geburt" der Eibe sieht. Oft wird einen shari an der vorderseite gestaltet mit links und rechts eine saftbahn. Im laufe der zeit sind diese saftbahnen verschwunden weil es einen saftrückzug gegeben hat.
Bei alte Eiben ist es wichtig schon einige zeit bevor mann den Baum gestalten möchte bestimmte äste auswählt die negativ auf die saftbahnen am stammansatz einwirken könnten wenn mann sie schneiden wurde.
Hiermit sorgen sie dafür das sie nicht für bestimmte überraschungen stehen wenn sie ein shari an der vorderseite gestalten möchten. Die "geburt" der Eibe sollte etwas sein das der zuschauer auch nach jahren noch betrachten darf.
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.
Benutzeravatar
Urikawa
Mentor
Beiträge: 990
Registriert: 01.04.2005, 12:55
Kontaktdaten:

Beitrag von Urikawa »

Wie schon vorher beschrieben kann mann bei Eiben einen sehr guten Nebari durch abmoosen bekommen. Da die Eibe recht schnell wunden heilt, wenn sie die richtige verpflegung bekommt, sollte die schnittstelle nicht zu schmall zu. Am besten kann mann kein moss beim abmoosen benützen. Die wurzeln der Eibe sind leider sehr brüchig. Ich verwende fast immer eine plastik scheibe denen ich in eine rundherum vertiefung im stamm oder ast einlege. Auf diese art und weise können die würzeln nur horizontal wachsen.
Hat die Eibe einen fehler in ihrem Nebari dann lassen sich sehr gut wurzeln dazu propfen. Mann sollte unbedingt jungpflanzen verwenden.
Möchte mann in Februar oder März nächstes jahr wurzeln propfen dann ist es wichtig die jungpflanze jetzt zu schneiden. Der leidtrieb sollte mann unbedingt kürzen (nicht zu viel). An wurzeln oder äste der jungpflanze wird nicht geschitten.
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.
Benutzeravatar
Urikawa
Mentor
Beiträge: 990
Registriert: 01.04.2005, 12:55
Kontaktdaten:

Beitrag von Urikawa »

Oft, ja sehr oft wird die wuchskraft der wurzeln von der Eibe unterschätzt. Viele Bonsailiebhaber wissen nicht das die Eibe in der lage ist um den behälter oder Schale in denen sie wächst innerhalb eines jahres komplet mit wüzlen zu durchwachsen. Und schwar so stark das fast keine zwischenräume mehr vorhanden sind.
Da es wichtig ist das die wurzeln aktiv sein dürfen muss die Eibe recht oft umgetopft werden.
Betrachtet mann die asten und ins besonderem die triebe dann sollten diese eine fast gleichmässige wachstumskraft aufweissen. Ist die wachstumskraft der trieben an einem ast sehr verschieden dann deutet das in 99 von 100 fällen darauf hin das die Eibe nicht rechtzeitig umgetopft worden ist.
Auch darf der wurzelballen sich niemals in den behälter oder schale anheben. Die eibe wird ihnen dafür belohnen in denen sie die wuchskraft einstelt.
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.
Benutzeravatar
Igor
Beiträge: 511
Registriert: 16.01.2007, 19:47
Wohnort: Vorarlberg

Beitrag von Igor »

Urikawa hat geschrieben: Auch darf der wurzelballen sich niemals in den behälter oder schale anheben. Die eibe wird ihnen dafür belohnen in denen sie die wuchskraft einstelt.
Hallo Urikawa,

meinst du damit, dass es niemals so weit kommen darf - dass sich der Baum aufgrund mangeldem Umtopfens, sich selbst anfängt aus dem Behälter zu drücken? Die Eibe reagiert darauf mit mangelnder Wuchskraft. Ist das richtig?

Gruß
Igor
Benutzeravatar
Urikawa
Mentor
Beiträge: 990
Registriert: 01.04.2005, 12:55
Kontaktdaten:

Beitrag von Urikawa »

Igor hat folgendes geschrieben:
meinst du damit, dass es niemals so weit kommen darf - dass sich der Baum aufgrund mangeldem Umtopfens, sich selbst anfängt aus dem Behälter zu drücken? Die Eibe reagiert darauf mit mangelnder Wuchskraft. Ist das richtig?
Ja Igor das meinte ich damit zu sagen. Die Eibe wird nicht nur mangelnder Wuchskraft seigen. Sie geht damit noch einen schritt weiter. Sie stellt ihre wuchkraft ein. Es wird bis zu einem jahr dauern bis mann wieder sehen kann das sie zu wachsen begint. In manchen fällen bis zu zwei jahre.

Vielen dank Igor das du mir die chance gibst um meine deutschkenntnisse zu verbessern.
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.
Benutzeravatar
Urikawa
Mentor
Beiträge: 990
Registriert: 01.04.2005, 12:55
Kontaktdaten:

Re: Eiben gestalten: Tips und Tricks

Beitrag von Urikawa »

Wenn eine Eibe neugestaltet worden ist wird mann erkennen können das ausbildung von neue Knospen sehr spitzenbetont ist. Also kann mann sagen das die wachstumssträkste Zone sich im oberen Bereich des Baumes bevindet. Auch kann mann erkennen das im vergleich mit dieser Zone sich Wachstumsschichten ausbilden. Achtet mann während die pflege einer Eibe nicht auf diese Wachstumsschichten dann können bestimmte bereiche auf dauer eingehen. Der Baum steckt einfach keine energie mehr in die schwächsten Wachstumsschichten.
Um dies zu verhindern ist einen schnitt der Triebe notwendig. Und dieser schnitt sollte immer während der Vegetationsperiode durchgeführt werden. Den nur so wird der Baum neue Knospen während der verbleibenden Wachstumsperiode ausbilden.
Mann sollte bei diesem schnitt drauf achten das immer einige neuausgebildete Nadeln an den geschnittene Trieb stehen bleiben. Um rückbildung von Knospen im inneren des Astes anzuregen kann mann alte Nadeln auszupfen.
Während diesen schnitt werden auch die nach unten wachsende Triebe geschnitten. Licht und Luft ist nämlich sehr wichtig.
Der angesprochene Rückschnitt darf nur durchgeführt werden wenn neue Knospen zwischen die neu ausgebildte Nadeln zu erkennen sind. Schneidet mann zu früh dann schwächt mann so damit den Baum ab. Um optimal erfolg zu haben ist es wichtig das der Baum kraft hat. Der Baum sollte neben Organischen Dünger auf seinem Würzelbereich auch auf ihre Nadeln gedüngt werden und schwar während fast die ganze wachstumsperiode.

Es sollte klar sein das hiermit nicht die neugestaltung gemeint ist sondern es sich hiermit nur um die Pflege der Eibe handelt.
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.
Benutzeravatar
Urikawa
Mentor
Beiträge: 990
Registriert: 01.04.2005, 12:55
Kontaktdaten:

Re: Eiben gestalten: Tips und Tricks

Beitrag von Urikawa »

Anhand zwei Bilder möchte ich euch zeigen wann und wie der Neuzuwachs geschnitten wird.
Wenn der neuer Trieb sich im inneren dunkel grün zu verfärben begint, wie zu sehen ist auf dem Bild gekennzeichnet mit den pfeil so ist damit der zeitpunkt gekommen den Neuzuwachs zu schneiden.
Wichtig ist dabei das man erkennt ob der Trieb kräftig wächst oder nicht. Wenn ja muss sie auf 1 bis 2 cm gekürzt werden.
Wenn der Trieb aber dafür da ist das der Ast an länge gewinnen muss wird sie nicht gekürzt.
Wird der neue Trieb nicht geschnitten dann werden an ihr zwei bis drei Knospen gebildet. Diese bevinden sich am ende des Triebes. Weitere Knospen die sich an diesen neu gebildeter Trieb bevinden werden oft nicht austreiben. Kürzt man den neuen Trieb ein so wird damit ein grosse dichte an Grün erzielt. Denn man regt die Eibe damit an neue Knospen auszubilden. Hatt man auch so viel wie nur möglich die alten Nadeln gezupft so wird man richtig für seine arbeit belohnt werden.

Das schneiden sollte immer vor den Längsten Tag des Jahres vor genommen werden. Ich achte dabei wie bekannt sehr auf den Mond.
Dateianhänge
urgesch.jpg
urgesch.jpg (67.14 KiB) 2375 mal betrachtet
trur.jpg
trur.jpg (29.82 KiB) 2988 mal betrachtet
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.
Antworten