Welche Baumart? Rentiert sich das Ausgraben?

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tomhaut
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Welche Baumart? Rentiert sich das Ausgraben?

Beitrag von tomhaut »

Hi Leute,

ich hab letztes Wochenende beim angeln (meine große Leidenschaft) an einem unserer Vereinsgewässer dieses Bäumchen entdeckt. Ich gehe davon aus, dass der Stamm bei einer Uferschnittaktion der letzten Jahre gekappt wurde.
Was mich jetzt interessieren würde.

1. Welche Baumart ist es? Ich glaube zu meinen, dass es sich um eine Ahornart handeln könnte, was mich sehr freuen würde, da mir Ahorne besonders gut gefallen.
2. Hat der Baum gestalterisches Potential? Wenn man vielleicht den oberen Trieb als Stammverlängerung weiterführt? Wäre jetzt so meine erste amateurhafte Vorstellung. Man könnte doch mit einem Einkürzen der beiden langen Triebe eine Krone aufbauen oder?
3. Trifft 2. zu - also hat der Baum Potential - wie gehe ich dann am besten vor? Zeit, um Bäume auszugraben ist es ja mittlerweile. Ich will nur einfach keinen Fehler machen mit dem Kleinen, da mir der Baum wirklich sehr sehr gut gefällt.

Hier ein paar Bilder, die ich heute am späten Nachmittag geschossen habe.
Von der Seite ist er mir ins Auge gestochen....
Von der Seite ist er mir ins Auge gestochen....
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Andere Seite mit aufgerissener Rinde
Andere Seite mit aufgerissener Rinde
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Von oben
Von oben
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4.jpg
4.jpg (64.88 KiB) 2176 mal betrachtet
Zur einfacheren Bestimmung Knospe am Astende
Zur einfacheren Bestimmung Knospe am Astende
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6.jpg (57.78 KiB) 2176 mal betrachtet
Nochmal eine Knospe
Nochmal eine Knospe
7.jpg (24.81 KiB) 2298 mal betrachtet
Danke für eure Einschätzung und Tips.

Grüße Tom
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Marc Berenbrinker
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Re: Welche Baumart? Rentiert sich das Ausgraben?

Beitrag von Marc Berenbrinker »

So wie es aussieht, könnte es ein Spitzahorn (acer planatoides ) sein und wenn ich ehrlich bin, würde ich den stehen lassen. :wink:
http://www.mb-bonsaischalen.de
.....viele Grüße,
Marc
tomhaut
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Re: Welche Baumart? Rentiert sich das Ausgraben?

Beitrag von tomhaut »

Aus welchem Grund würdest du den stehen lassen?
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der1
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Re: Welche Baumart? Rentiert sich das Ausgraben?

Beitrag von der1 »

WENN es ein Spitzahorn ist, würde ich ihn stehen lassen, WEIL es ein Spitzahorn ist. Das liegt an den großen Blättern und der dadurch bedingten anzustrebenden höheren Endgröße. Da wären mir Bergahorn, Feldahorn, Feuerahorn und Fächerahorne lieber.

Ein zweiter Grund wäre das Totholz. An Laubbäumen ist das ja "so ne Sache"...

Liebe Grüße

Christian
Und wenn wir jetz so zusammen liegen / Ich wollt es sagen, aber hab mich nie getraut
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tomhaut
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Re: Welche Baumart? Rentiert sich das Ausgraben?

Beitrag von tomhaut »

Hmm, Illusion und Traum dahin. Kann man die Blattgröße nicht durch Rückschnitt nach unten korrigieren?
Welche Größe müsste der Baum einmal haben, damit er ein anständiges proportionales Bild abgibt?

Danke schon mal!

Gruß Tom
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Heike_vG
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Re: Welche Baumart? Rentiert sich das Ausgraben?

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Tom,

das Problem, hier eine Empfehlung für Dich zu geben ist, dass jeder von einer anderen Position aus urteilt.
Wer schon eine gewisse Menge guter Bonsai im Garten stehen hat, würde sich von Deinem Ahorn nicht unbedingt angezogen fühlen.
Jemand anders aber, der noch nicht so viel hat und nur eher junge, dünne Bäume, kann vielleicht ja doch viel Spaß an diesem Baum haben.

Die Ahornart finde ich erst einmal kein Hindernis, ich selbst habe auch schon mit Spitzahorn und Bergahorn gearbeitet und finde beide gar nicht so schlecht geeignet. Die Blätter kriegt man zwar nicht unbedingt so klein wie beim Fächer-, Dreispitz- oder Feldahorn, aber doch auf eine einigermaßen vertretbare Größe.

Die Schnittstelle und das freiliegende Holz am Stamm sind zwar zurzeit nicht wirklich hübsch, aber man kann mit etwas Zeit und Mühe sowas durchaus in die Gestaltung einbeziehen.

Wenn Du es also mit dem Bäumchen versuchen möchtest, grabe es erst einmal vorsichtig aus, versuche möglichst viele Wurzeln zu erhalten und schneide die langen Äste auf kurze Stümpfe (3 - 4 cm) ab.
Dann wäscht Du am besten die Freilanderde aus und pflanzt den Ahorn in eine Pflanzschale, in die der Wurzelapparat gerade hineingeht und verwendest dabei für Ahorn geeignete, durchlässige Erde. Akadama mit Bimskies und etwas Kanuma drin z.B.
Baum gut in der Schale befestigen.
Hinterher ein Jahr wachsen lassen und dann weitersehen!

Viele Grüße,

Heike
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tomhaut
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Re: Welche Baumart? Rentiert sich das Ausgraben?

Beitrag von tomhaut »

Hi Heike,

als ich deinen Namen schon gelesen hab, hab ich mich aufs Posting gefreut, da du mir schon immer sehr sympathisch in anderen Beiträgen, die ich von dir gelesen habe rübergekommen bist. (Soll nicht geschleimt sein).

Deine Meinung zu diesem Thema ist auch sehr ermunternt. Nicht, dass ich an der Qualität der vorhergehenden Postings zweifle. Wie du schon gesagt hast - jeder aus seiner Sicht.

Gut dann werde ich mich gleich diese Woche oder nächste Woche dran machen, den kleinen auszugraben. Die Wurzeln muss ich aber so beibehalten, wie sie sind oder? Also keineswegs kappen? Da ist mir nämlich eine Wurzel ein besonderer Dorn im Auge. Ich kann sie mal in einem der Bilder andeuten.
Lange, dicke Wurzel
Lange, dicke Wurzel
wurzel.jpg (69.81 KiB) 2608 mal betrachtet
Bis zum roten Strich hab ich das Laub weggeräumt. Ich weiß also nicht wie weit diese Wurzel noch reicht. Diese einfach kappen wäre wohl fatal oder?

Gruß Tom
tomhaut
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Re: Welche Baumart? Rentiert sich das Ausgraben?

Beitrag von tomhaut »

Hi,

gleich noch eine Frage zur Erde. Kann ich die Ahorn Hausmischung der Bonsaischule Enger auch verwenden? Dann müsste ich nicht extra für meine ersten Versuche mehrere Liter verschiedener Erden bestellen. Würde mir für den Moment auch günstiger kommen, wobei das ja nicht im Vordergrund stehen sollte. Ein Hobby kostet nun mal Geld...!

Gruß Tom
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BonsaiFanHitdorf
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Re: Welche Baumart? Rentiert sich das Ausgraben?

Beitrag von BonsaiFanHitdorf »

Vllt. zur beruhigung: stamm durchmesser mal 8 müsste der wurzeldurchmesser sein, ungefähr ohne gewehr :mrgreen:

edit: selber mischen ist billiger
lG Marcel ;)

Der zentralste Fehler von Verschwörungstheorien jeder Couleur ist, dass man am Ende der einzigste ist, der sich nicht verschwört.
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Heike_vG
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Re: Welche Baumart? Rentiert sich das Ausgraben?

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Tom,

vielen Dank für das nette Kompliment! :oops: :wink:

Beim Ausgraben solltest Du Dich in einem Durchmesser, der etwa Deiner eingezeichneten Linie entspricht, langsam rundherum in die Tiefe arbeiten und dabei schauen, auf wieviele Wurzeln Du in welchen Richtungen triffst.
Kappen musst Du sie natürlich, denn Du kannst den Baum ja nicht mit meterlangen Wurzeln in einen Pott pflanzen.
Ich würde vermuten, dass der Ahorn kurz unterhalb der Erdoberfläche etliche Wurzeln hat, die in verschiedene Richtungen weisen.
Vermutlich wird eine oder mehrere stärkere Wurzeln in die Tiefe gehen. Die kannst Du durchtrennen, wenn genug Wurzeln seitwärts weiter oben vorhanden sind.

Solltest Du aber das Pech haben, dass außer der bereits freigelegten Wurzel ein ganzes Stück in die Tiefe gar keine Wurzeln ansetzen, kann es sein, dass der Stamm zu lang wird und sich das Ausgraben doch nicht lohnt.
Ein weiterer möglicher Fall wäre, dass ein Stück unterhalb der ersten Wurzel ein schöner Wurzelansatz liegt, dann könntest Du die eine Wurzel ganz entfernen, vorausgesetzt, dass es Dir gelingt, beim Ausgraben genügend Wurzeln mitzubekommen.

Nun ist es auch wieder schwierig, als Neuling zu beurteilen, wie viele Wurzeln genügen, dass der Baum überlebt. Eine Handvoll dicker Wurzeln mit einigen Feinwurzeln dran wäre schon nicht schlecht.
Am besten machst Du ein Foto, wenn Du den Baum draußen und die Wurzeln ausgewaschen hast. Dann kann man bestimmt einschätzen, wie gut die Chancen stehen. Heimische Ahorne können zum Glück einiges ab. 8)

Aber vor dem Ausgraben am besten schon das Substrat und die Schale bereithalten, nicht dass es dann im Übereifer doch plötzlich notwendig wird, zu weniger geeigneten Provisorien zu greifen, die den Erfolg dann gefährden könnten.

Viele Grüße und viel Erfolg,

Heike
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Heike_vG
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Re: Welche Baumart? Rentiert sich das Ausgraben?

Beitrag von Heike_vG »

Tom, die Ahornmischung aus Enger kannst Du natürlich nehmen, ist ja genau das, was man sonst auch selber mischen würde... :D
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tomhaut
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Re: Welche Baumart? Rentiert sich das Ausgraben?

Beitrag von tomhaut »

Ok gut,

dann werde ich jetzt gleich mal die Erde bestellen und mich nach nem geeigneten Pflanztopf umsehen.
Dokumentiert wird das ganze natürlich, da es sich um meinen ersten Yamadori handeln wird. Nicht nur der erste Yamadori, sondern auch der erste Bonsaianwärter in meiner Sammlung.

Ich freu mich jetzt schon drauf, wie ein kleines Kind...!

Ich werd euch am Laufenden halten - wird wohl auch nötig sein wegen der guten Tips - und dann sehen wir weiter.

Grüße Tom

p.s.: Vielen, vielen Dank euch! Das Forum hier ist Spitze!
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Heike_vG
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Re: Welche Baumart? Rentiert sich das Ausgraben?

Beitrag von Heike_vG »

:mrgreen:
Na dann viel Spaß und Erfolg, ich bin gespannt auf den weiteren Bericht! *bouncer*
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x-gen
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Re: Welche Baumart? Rentiert sich das Ausgraben?

Beitrag von x-gen »

Hi Tom,

auch ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg! Ich habe ein ähnliches Projekt am Sonntag vor mir, nur handelt es sich um einen Palmatum Dissectum den ich aus dem Garten meiner Freundin entfernen werde, bevor sie ihn durch andere Sträucher ersetzt :shock:

Mich würde an der Stelle interessieren: Gilt die Regel "Stammumfang*8 = Wurzelballen" auch in etwa bei dieser Sorte?

Das mit der Wurzellänge (Was soll behalten werden und wie viel) sehe ich bei mir aus mangelnder Erfahrung ebenfalls als problematisch an aber da ich zunächst erstmal vorhabe ihn zu mästen, werde ich bis auf die verletzten besser erstmal alle Wurzeln dran lassen.

Gutes gelingen,
Adrian
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holgerb
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Re: Welche Baumart? Rentiert sich das Ausgraben?

Beitrag von holgerb »

Überigens, um es eindeutig zu machen:

Es ist ein Acer platanoides (Spitzahorn)...

Ansonsten: Versuch macht kluch :wink:, wie man in Westfalen sagt...

Ansonsten hat Heike das schon recht schön beschrieben....
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- Frank Zappa -
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