Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
Die Richtung, die Andre zeigt, schwebte mir auch vor, jedoch ohne den Baum aufzurichten und mit weniger Grün.
Freut mich, zu lesen, dass ich sooo falsch doch nicht lag.
Liebe Grüße
Christian
Und wenn wir jetz so zusammen liegen / Ich wollt es sagen, aber hab mich nie getraut
Immer öfter, wenn wir uns berühren / Spür ich den leeren Raum zwischen unsrer Haut. Lichter - Leerer Raum (Video und mp3)
Also,
als ich den Baum fand, war ich der Meinung, die Seite A müsste als Frontansicht dienen. Daher begann ich bereits vor 2 Jahren, den langen Aststumpf auf dieser Seite als Jin zu bearbeiten. Vor einem Jahr habe ich dann die Kiefer mal gedreht und festgestellt, dass hier der Wurzelansatz besser sichtbar ist und sich die Kronenspitze dem Betrachter zuwendet - für die Qualität der Gestaltung ein klarer Vorteil. Da beide Ansichten ihren speziellen Reiz haben, werde ich den Baum so gestalten, dass er rundum gut ausschaut – was ich bei meinen Gestaltungen übrigens grundsätzlich immer anstrebe.
Andrè,
schön wärs, ich müsste den Lastesel jeweils nicht selber spielen. Aber hätte ich einen schwatzhaften Kuli, dann wüsste bald die halbe Welt, wo der Thali seine Bäume holt. Und es gehört bei Yamadori halt auch dazu, etwas zu leiden. Das vergrössert den Respekt und lässt die emotionale Beziehung zu den Bäumen wachsen – und manchmal wächst folglich dann halt auch das Bankkonto meines Chiropraktikers.
Peter
Hier noch einige Fotos, die zeigen, warum ich mich für Ansicht B entschieden habe.
- In Ansicht B erkennt man ein Nebari – der Baum ist verankert. A zeigt kein Nebari.
- Die Krone neigt sich in Ansicht B nach vorne – dem Betrachter entgegen. In A nach hinten.
Ich stecke noch mitten in der Drahtarbeit. Der Wetterfrosch meldet für die nächsten Tage Sturm und Regen/Schnee. Der Baum muss also warten.
Peter Thali hat geschrieben:Hier noch einige Fotos, die zeigen, warum ich mich für Ansicht B entschieden habe.
- In Ansicht B erkennt man ein Nebari – der Baum ist verankert. A zeigt kein Nebari.
- Die Krone neigt sich in Ansicht B nach vorne – dem Betrachter entgegen. In A nach hinten.
Ich stecke noch mitten in der Drahtarbeit. Der Wetterfrosch meldet für die nächsten Tage Sturm und Regen/Schnee. Der Baum muss also warten.
Dann bin ich ja froh, dass ich mit meinen Beobachtungen scheinbar nicht so falsch lag. Danke für's zeigen und für das teilhaben lassen.
Viele Grüße
der André
P.S. Wenn die Kavallerie kommt, macht es einfach wie damals am "Little Big Horn"!
I say, if your knees aren't green by the end of the day, you ought to seriously re-examine your life.
(Calvin & Hobbes)
wie sieht der Wurzelansatz unter der Erde aus ,
was für eine Neigung läst er auf beiden Seiten zu ?
Gruß Hans W.
,,die Schönheit "eines Baumes einzufangen ,
fordert das Auge und die Geduld ,
alles liegt in der Wiege dieser Zeit ,
,,dem Weg das Ganze , der Einheit die Zeit"
André,
danke für deinen Vorschlag. Daran habe ich tatsächlich auch schon gedacht, aber wie du selber sagst, damit würde ich viele der natürlichen Jins aufgeben und den Charakter der Kiefer verändern. Der linke tote Stamm verrät, dass hier brachiale Gewalteinwirkung stattgefunden hat, und nun stützt der verbleibende Stumpf den noch lebenden Teil. Diese Geschichte soll der Baum erzählen, deshalb denke ich, dass ich das Teil vorläufig mal so belasse. Diese Moorkiefer soll weniger schön , als vielmehr interessant daher kommen.
Hans,
der Wurzelansatz lässt keinerlei Neigung zu, da er im Moor sehr flach gewachsen ist. Ich denke, dass sich die Position daher kaum verändern lässt.
Dateianhänge
Ansicht Seite A
Ansicht-A.jpg (66.36 KiB) 2730 mal betrachtet
Ansicht B
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Ansicht-B-2.jpg (62.26 KiB) 2728 mal betrachtet
Kiefer am Fundort: Wurzelballen
Wurzelballen.jpg (63.3 KiB) 2729 mal betrachtet
Wurzelballen
Wurzelballen-2.jpg (64.62 KiB) 2848 mal betrachtet
Hier noch sowas wie eine Lifestory der Moorkiefer. Wer den zeitlichen Ablauf der Bildaufnahmen verfolgt, erkennt leicht, dass Yamadori mit grossem Zeitaufwand und auch mit harter Arbeit verbunden ist. So habe ich zwecks Vorbereitung und Kontrolle des Baum den 1 ½ Stunden langen Fussmarsch zum Fundort insgesamt sechsmal angetreten. Nicht zu vergessen, der abschliessende Rückmarsch mit rund 40 kg auf dem Rücken. Dies nur als Info für all jene Bonsaifreunde im flachen Norden, die glauben, für gute Yamadoribäume brauche man bloss mal kurz in die Berge zu fahren.
Ich habe den Baum 1998 gefunden und mich erst drei Jahre später entschieden, einen Versuch zur Umgewöhnung vom Moor in die Schale zu wagen. Um ihn nicht allzu arg zu stressen - und um sicher zu gehen, dass er überlebt - sägte ich einen Teller rund um den Stamm aus dem Moorboden, drehte den Baum um 180 Grad (damit die Wurzeln nicht wieder zusammenwachsen) und liess ihn die nächsten Jahre in Ruhe. Erst trieb er nur zögerlich aus, dann legte er allmählich zu und im Herbst 2004 holte ich ihn in meinen Garten. Unschwer zu sehen, dass er prächtig gedeiht und sich hier wohl fühlt. Ja ja, Geduld ist alles – und Zeit ist die 4. Dimension.
Peter
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01 am Fundort 2001.jpg (69.83 KiB) 2610 mal betrachtet
02 Originalposition.jpg (68.02 KiB) 2603 mal betrachtet
03 um 180 Grad gedreht.jpg (69.79 KiB) 2604 mal betrachtet
04 neue Position.jpg (56.88 KiB) 2602 mal betrachtet
05 Juni 2003.jpg (67.93 KiB) 2605 mal betrachtet
06 Austrieb 2003.jpg (62.47 KiB) 2604 mal betrachtet
07 August 2004.jpg (68.38 KiB) 2604 mal betrachtet
08 August-2004.jpg (69.15 KiB) 2600 mal betrachtet
09 August 2004.jpg (68.12 KiB) 2601 mal betrachtet
10 Oktober-2004.jpg (63.02 KiB) 2645 mal betrachtet
Zuletzt geändert von Peter Thali am 25.03.2009, 18:19, insgesamt 1-mal geändert.
Wenn es mein Baum wäre , würde er so wie auf dem Bild aussehen .
Der rote Pfeil , ist die Stelle ,die zeigt wo der Punkt ist , um die extreme Biegung
anzusetzen !
Du solltest diese Technicken beherrschen oder dir einen Herrn einladen
der es kann !
So wie die Verfassung des Baumes ahnen läßt ,
werden 2- 3 Jahre für die Annäherung der
Gestalltungsform gebraucht werden !!
Tja Peter !?
Gruß Hans W.
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der Pfeil zeigt die Biegestelle an
12-September-2006.JPG (47.57 KiB) 2854 mal betrachtet
,,die Schönheit "eines Baumes einzufangen ,
fordert das Auge und die Geduld ,
alles liegt in der Wiege dieser Zeit ,
,,dem Weg das Ganze , der Einheit die Zeit"
Ich habe schon sehr massive Äste gebogen, indem ich das Kernholz teilweise entfernte, aber das, was du hier vorschlägst, ist so definitiv nicht machbar. Ich müsste den Stamm nicht nur an besagter Stelle biegen, sondern danach gleichzeitig auch strecken. Schau dir doch nochmals die früheren Bilder an. Unterschätze nicht das Kaliber dieses Baums.
Trotzdem besten Dank, dass du dich mit meinen Bäumen immer so gründlich auseinandersetzt und mit deinen Vorschlägen zum Denken anregst. Ich bin durchaus lernfähig.
... die Stelle biegt sich schon leicht nach unten ,
deshalb dürfte es keine großen Probleme geben
beim biegen !
Ich denke Peter , das der Baum es gut verträgt und
du es schon hinkriegst !
Wie auch immer !
Alles Gute !
Hans W.
,,die Schönheit "eines Baumes einzufangen ,
fordert das Auge und die Geduld ,
alles liegt in der Wiege dieser Zeit ,
,,dem Weg das Ganze , der Einheit die Zeit"