Podocarpus 7-10 Jahre

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bock
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Re: Podocarpus 7-10 Jahre

Beitrag von bock »

flu hat geschrieben:Lieber Andreas,
deine Quelle und vor allem Will Heath in Ehren ... doch leider wird in diesem Artikel auf "Knowledge of Bonsai" verschwiegen, wie umstritten Frau Dr. Linda Chalker-Scotts Ansichten bezüglich der Nährstoffaufnahme von Pflanzen via Blätter selbst in der Wissenschaftsgemeinde sind.
Nach allem, was ich gelesen habe, sind ihre gesammelten Werke bezüglich vermeintlicher gartenbaulicher Mythen sogar reichlich unorthodox.
Lieber Ulf,

vielleicht sollte ich mich beim Zitieren amerikanischer Quellen gelegentlich mal daran erinnern, dass sich jenseits des "Großen Teiches" auch unter Wissenschaftlern der Kreationismus ("intelligent design" oder was auch immer) relativ großer Beliebtheit erfreut... :oops:
Wie du dir sicher denken kannst, habe ich diese Behauptung nicht mithilfe eigener Untersuchungen überprüft. Ich fand es lediglich einleuchtend aufgrund meiner Kenntnisse der Pflanzenphysiologie.
Wenn ich eine Nährstofflösung auf die Blattoberfläche aufbringe, muss ja ein Mechanismus den gelösten Nährstoff in die Blattzelle einschleusen, nachdem das Ion einschließlich Hydrathülle die Nanoporen der Cuticula passiert hat (um es noch komplizierter zu machen, ist diese auch noch hydrophob, je nach Pflanzenart - Lotosblatteffekt - sogar manchmal gänzlich unbenetzbar). Die Pflanzenzelle hat im Gegensatz zur tierischen Zelle eine Zellwand, die eine Innendruckerhöhung durch Osmose ermöglicht, so dass auch ein aktiver Transportmechanismus gegen das Konzentrationsgefälle möglich ist. Der müsste dann aber energieabhängig sein und würde sich evolutionär doch nur dann "rentieren", wenn die Pflanze von diesem Energieaufwand auch einen Selektionsvorteil hätte. Und an dieser Stelle bin ich mit meinem Latein (gottseidank) am Ende: Warum sollte sie das tun? edit: sie tut es, nur das WIE ist noch nicht wissenschaftlich geklärt
Noch eine dumme Frage: wenn ich eine Pflanze mit massivem Wurzelschaden über die Blätter dünge (schlaffe Blätter, Verdunstung höher als Wasseraufnahme durch die Wurzeln) müsste ich damit doch die Pflanze weiter entwässern, weil die Düngerreste (Salz) beim Verdunsten des umgebenden Wassers eine konzentrierte Lösung darstellen, die über die Umkehr der Osmoserichtung den Blättern wiederum Wasser entziehen? Oder ist die Zellwand (oder welche Struktur der Zelle auch immer) nur durchlässig für Ionen, für Wasser aber nicht?
:roll: Im Wissen jetzt genug Verwirrung gestiftet zu haben hoffe ich auf Erleuchtung - meine Ansichten sind nicht so starr, dass ich mich nicht noch eines Besseren belehren liesse... :wink:
PS ich will hier niemanden verunsichern oder gar persönlich angreifen, möchte nur selbst gern verstehen, wie das denn funktioniert, wenn es das denn tut (oh, Deutschlehrer, verzeiht mir!)
*confused* *confused* *confused* *confused* *confused* *confused* *confused* *confused* *konfus*
PS: @zwanziger: Da bin ich vom Fach: die A...-Schleimhaut kann durchaus resorbieren, und bei dieser Verabreichung umgeht das Medikament den Pfortaderkreislauf und wird daher von der Leber nicht ganz so schnell verstoffwechselt. Und man umgeht (besonders bei Kindern) die Geschmacksknospen *engel*
Zuletzt geändert von bock am 27.03.2009, 16:45, insgesamt 1-mal geändert.
liebe Grüße Andreas
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Dick
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Re: Podocarpus 7-10 Jahre

Beitrag von Dick »

Liebe Bonsaifreunde,

da es unterschiedliche Positionen zur Blattdüngung gibt, gestattet mir einige hoffentlich einfache Fragen:
Die Feuchtigkeit die durch mehrfaches Übersprühen täglich verabreicht wird, kann von den Blättern aufgenommen werden ? (Wobei Osmosewasser evtl. da nährstofffrei? eher ein Ab- Ausspülen von Nährstoffen bedingt?)

Würde ein abendliches Einsprühen den nächtlichen Gasaustausch evtl. behindern?

Neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen, was sagen die Pfleger der Podocarpus? Übersprühen, Blattdüngung, ok oder quatsch ?

Freundlichst
Dick
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bock
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Re: Podocarpus 7-10 Jahre

Beitrag von bock »

Dick hat geschrieben:Liebe Bonsaifreunde,

da es unterschiedliche Positionen zur Blattdüngung gibt, gestattet mir einige hoffentlich einfache Fragen:
Die Feuchtigkeit die durch mehrfaches Übersprühen täglich verabreicht wird, kann von den Blättern aufgenommen werden ? (Wobei Osmosewasser evtl. da nährstofffrei? eher ein Ab- Ausspülen von Nährstoffen bedingt?)
... meines Wissens höchstens per Dampdiffusion via Spaltöffnung, da aber innerhalb derselben der Dampfdruck maximal sein sollte, kann lediglich der Wasserdampfverlust reduziert werden... durch Verdunstung auf der Blattoberfläche wird das Blattgewebe gekühlt, bei hoher Feuchtigkeit in der Umgebung werden mehr Spaltöffnungen geöffnet, was den Gasaustausch fördert.
An das Ausspülen von Nährstoffen aus dem Blatt glaube ich persönlich nicht, aber... (!) Glauben ist nicht Wissen! edit: Beregnung führt nachweislich zur Auswaschung von Nährstoffen, deren Menge sich im Bereich von 1% der von der Wurzel aufgenommenen Menge bewegt.
Dick hat geschrieben:Würde ein abendliches Einsprühen den nächtlichen Gasaustausch evtl. behindern?

Neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen, was sagen die Pfleger der Podocarpus? Übersprühen, Blattdüngung, ok oder quatsch ?

Freundlichst
Dick
Nö, selbst wenn sämtliche Spaltöffnungen von Wassertröpfchen bedeckt wären - Sauerstoff und Kohlendioxid sind wasserlöslich und diffundieren auch zwischen Tropfen und Zelle hin und her.
Podocarpus kommt von Neuseeland, meines Wissens eins der feuchtesten Gebiete der Erde - das sollten die lieben! edit: sorry, siehe unten: nicht Neuseeland, Südostasien!
Cave: je höher die Feuchtigkeit, desto höher die Wahrscheinlichkeit von Pilzbefall, besonders bei suboptimal gehaltenen Pflanzen (zu kühl, zu warm, zu dunkel,...). Spinnmilben mögen keine Feuchtigkeit.
Ich hoffe, ich habe nicht wieder Bockmist verzapft...
:wink:
Zuletzt geändert von bock am 27.03.2009, 16:42, insgesamt 1-mal geändert.
liebe Grüße Andreas
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flu
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Re: Podocarpus 7-10 Jahre

Beitrag von flu »

bock hat geschrieben:An das Ausspülen von Nährstoffen aus dem Blatt glaube ich persönlich nicht, aber... (!) Glauben ist nicht Wissen!
Ich persönlich hielte es für angebrachter, in diesem (Fach-)Forum besser Wissen statt Halb- bzw. Unwahrheiten oder gar Glaube zu vermittlen.
Zum o.g. Thema nur das Stichwort: "leaching" (zum googlen).

Podocarpus macrophyllus stammt zudem nicht aus Neuseeland sondern aus dem südost- und ostasiatischen Raum.
bock hat geschrieben:Ich hoffe, ich habe nicht wieder Bockmist verzapft...
Reden wir nicht drüber :wink:
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bock
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Re: Podocarpus 7-10 Jahre

Beitrag von bock »

flu hat geschrieben: Podocarpus macrophyllus stammt zudem nicht aus Neuseeland sondern aus dem südost- und ostasiatischen Raum.
Sorry, habe gedacht, wir hätten es hier mit P. totara zu tun... :oops:

edit: zum Thema "leaching" habe ich nur was zu abgefallenem Laub und verletzten Blättern gefunden... hast du da evtl. einen erhellenden Link? Danke.
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flu
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Re: Podocarpus 7-10 Jahre

Beitrag von flu »

bock hat geschrieben:zum Thema "leaching" habe ich nur was zu abgefallenem Laub und verletzten Blättern gefunden... hast du da evtl. einen erhellenden Link? Danke.
Aber gerne. Mein Kollege Matthias Oesker hat in Ecuador u.a. an diesem Thema gearbeitet.
LINK

Zitat: "Die Auswaschraten an Nährstoffen aus den Blättern sind artspezifisch und lassen sich teilweise signifikant voneinander unterscheiden. Auch diese im Labor ermittelten Werte der Nährstoffauswaschung lassen sich auf Bestandesebene hochrechnen: Verrechnet mit der Wasserspeicherkapazität und der Anzahl an Regenereignissen ergibt sich eine maximale Auswaschrate von 220kg ha-1 a-1 K, 14kg ha-1 a-1 Mg und 67kg ha-1 a-1 Ca."
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bock
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Re: Podocarpus 7-10 Jahre

Beitrag von bock »

danke, Ulf, wieder was dazugelernt! :mrgreen:

edit: habe meine vorangehenden Beiträge leicht abgeändert... schönes Wochenende! *wink*
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Dick
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Re: Podocarpus 7-10 Jahre

Beitrag von Dick »

Hallo Andreas, hallo Ulf

vielen DAnk für eure Hinweise. Stellenweise konnte ich den wissenschaftlichen Erklärungen schwer folgen, aber Andreas hat sich ja sehr bemüht, es verständlich zu beschreiben.
Ich muss gestehen, Ulf, das ich die von Dir genannte Formel nicht auf meine Steineiben übertragen konnte, ich habs einfach nicht kapiert. Aber ich bin ja noch in den Anfängen...

Hatte allerdings auch gehofft, von Podo-Pflegern :lol: noch einige Tipps zu erhalten...aber das sind ja keine richtigen Bonsais oder... :wink:

Freundlichst
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Dick
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Re: Podocarpus 7-10 Jahre

Beitrag von Dick »

Hallo Bonsaigemeinde,

leider hatte ich bisher keine Zeit, die anfangs gezeigten Steineiben umzutopfen. Jetzt gehen sie wieder ins Winterlager. Bin ein wenig unsicher: Jetzt noch umtopfen oder besser im nächsten Frühjahr?

Ein Einzelstehender schien im unteren Stammbereich mit einer Art Pilz befallen zu sein. Den habe ich mir der Zahnbürste gesäubert. Sieht jetzt sauber und glatt aus. Macht Ihr so etwas bei Steineiben auch häufiger?

Freundlichst
Dick
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