Substrat, Giessen, Düngen
- Walter Pall
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Re: Substrat, Giessen, Düngen
Zerhacke Holzkohle ist auch ein modernes Substat.Ich verwende das oft als Zusatz. Dazu nehme ich die billige Grillkohle.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.
mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.
mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
Re: Substrat, Giessen, Düngen
Hallo Walter,
auch ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Alles sehr einleuchtend, leicht verständlich und logisch erklärt. Man sollte einfach die Kirche im Dorf lassen und das Thema Bonsai nicht unnötigerweise verkomplizieren.
Immer wieder amüsant und sehr interessant Berichte von Dir zu lesen... DANKE hierfür!
Eine Frage zu diesem Thema hätte ich aber dann doch noch. Mykorrhiza, wie verhält der sich in diesem Substrat? Beim Umtopfen Teile der alten Erde belassen oder den Pilz als Sonderzugabe ins neue Substrat untermischen? Bzw. wie wichtig ist der denn tatsächlich? Wäre schön, wenn Du auch hier klare Worte dazu finden würdest!
Gruss aus dem schönen Badner Land
Hansi
auch ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Alles sehr einleuchtend, leicht verständlich und logisch erklärt. Man sollte einfach die Kirche im Dorf lassen und das Thema Bonsai nicht unnötigerweise verkomplizieren.
Immer wieder amüsant und sehr interessant Berichte von Dir zu lesen... DANKE hierfür!
Eine Frage zu diesem Thema hätte ich aber dann doch noch. Mykorrhiza, wie verhält der sich in diesem Substrat? Beim Umtopfen Teile der alten Erde belassen oder den Pilz als Sonderzugabe ins neue Substrat untermischen? Bzw. wie wichtig ist der denn tatsächlich? Wäre schön, wenn Du auch hier klare Worte dazu finden würdest!
Gruss aus dem schönen Badner Land
Hansi
... es geht immer was!
- Walter Pall
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Re: Substrat, Giessen, Düngen
Hansi,
ich verwende mein Substrat meistens wieder. Da habe ich eine grosse Butte, in die kommt Substrat aus Säcken und Torf. Das wird mit der Schaufel gemischt und ist fertig. Immer, wenn ich jetzt einen Baum umtopfe und das Substat brauchbar erscheint, wird es einfach in die Butte getan und vermischt. So entsteht laufend ein Gemisch aus viel neuem Substrat und etwas altem Substrat. So wird das Bodenleben inklusive Mycorrhiza weitergegeben.
Schon wieder so ein Hammer! Forschung hat ergeben:Bäume können SEHR gut ohne Mycorrhiza leben. Solange sie dauernd gut versorgt, vor allem gedüngt werden, brauchen die meisten Bäuem keinen eingenen Pilz. Aber wenn sie einen haben, dann ist es besser, weil er in Notlagen hilft. In Substrat gedeiht der Pilz hervorragend. Nur das viele Düngen passt ihm meistens nicht so.
ich verwende mein Substrat meistens wieder. Da habe ich eine grosse Butte, in die kommt Substrat aus Säcken und Torf. Das wird mit der Schaufel gemischt und ist fertig. Immer, wenn ich jetzt einen Baum umtopfe und das Substat brauchbar erscheint, wird es einfach in die Butte getan und vermischt. So entsteht laufend ein Gemisch aus viel neuem Substrat und etwas altem Substrat. So wird das Bodenleben inklusive Mycorrhiza weitergegeben.
Schon wieder so ein Hammer! Forschung hat ergeben:Bäume können SEHR gut ohne Mycorrhiza leben. Solange sie dauernd gut versorgt, vor allem gedüngt werden, brauchen die meisten Bäuem keinen eingenen Pilz. Aber wenn sie einen haben, dann ist es besser, weil er in Notlagen hilft. In Substrat gedeiht der Pilz hervorragend. Nur das viele Düngen passt ihm meistens nicht so.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.
mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.
mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
- Manfred Jochum
- Beiträge: 1278
- Registriert: 07.01.2004, 21:28
- Wohnort: Saarlänner
Re: Substrat, Giessen, Düngen
Hallo Walter,
ist dann alles was wir vorher über den Symbiose-Pilz gelesen und erfahren haben nicht richtig ?
Ich hab mal gelesen, dass der Nährstofftransport vom Substrat in die Wurzeln bzw. in die Pflanze über diese Pilze läuft.
Wenn der Pilz nun nicht da ist, wie funktioniert das dann ?
Wo sind eigentlich die Quellen solcher Untersuchungen ? Das würd mich schon mal interessieren.
Ich bin jetzt nicht ein Freund von hochwissenschaftlichen Ausarbeitungen, aber alles was im Internet steht, glaub ich auch nicht so einfach.
Vielleicht haben die Wurzeln noch ein "Hintertürchen" durch das sie Nährstoffe auch ohne Pilz , vielleicht in reduzierter Menge aufnehmen können.
Es kann dann ja auch sein , daß desshalb so stark dedüngt werden muss.
Aber was passiert dann, wenn ich die gleiche Menge Dünger in einen Mycorrhiza durchtränkten Wurzelballen kippe ?
Das hört sich alles interessant an, aber ich glaube man darf es nicht verallgemeinern.
Gruß Majo
ist dann alles was wir vorher über den Symbiose-Pilz gelesen und erfahren haben nicht richtig ?
Ich hab mal gelesen, dass der Nährstofftransport vom Substrat in die Wurzeln bzw. in die Pflanze über diese Pilze läuft.
Wenn der Pilz nun nicht da ist, wie funktioniert das dann ?
Wo sind eigentlich die Quellen solcher Untersuchungen ? Das würd mich schon mal interessieren.
Ich bin jetzt nicht ein Freund von hochwissenschaftlichen Ausarbeitungen, aber alles was im Internet steht, glaub ich auch nicht so einfach.
Vielleicht haben die Wurzeln noch ein "Hintertürchen" durch das sie Nährstoffe auch ohne Pilz , vielleicht in reduzierter Menge aufnehmen können.
Es kann dann ja auch sein , daß desshalb so stark dedüngt werden muss.
Aber was passiert dann, wenn ich die gleiche Menge Dünger in einen Mycorrhiza durchtränkten Wurzelballen kippe ?
Das hört sich alles interessant an, aber ich glaube man darf es nicht verallgemeinern.
Gruß Majo
der wirklich wichtigste Teil einer Arbeit, ist damit anzufangen.
-
MerschelMarco
- Beiträge: 1621
- Registriert: 20.05.2007, 10:43
Re: Substrat, Giessen, Düngen
Hallo Manfred,
Mycorrhiza findet sich besonders ausgeprägt bei Kiefern. Diese sind in der Regel Arten der Extremstandorte (aus mitteleuropäischer Sicht). Also Standorte die entweder sehr nährstoffarm sind (Sandböden, oä..) oder z.B. sehr trocken und daher auch nährstoffarm für die Pflanze, denn was helfen Nährstoffe wenn das Wasser als Transportmedium fehlt.
Kiefen haben vergleichsweise sehr dicke Wurzelspitzen. Diese können ganz normal Nährstoffe und Wasser aufnehmen wie anderen Pflanzen auch, nur fehlt es Ihnen an der nötigen großen Oberfläche, besonders wenn die Bedingungen auch suboptimal sind. Zu dieser verhilft ihen eben der Pilz.
Von daher kann ich mir schon gut vorstellen, dass bei gleichmäßig hohen Düngergaben, eine Versorgung ohne den Pilz gewährleistet werden kann, dann reicht eben die kleine Oberfläche.
Von einer wissenschaftlichen Abarbeitung diesbezüglich weiss ich nichts.
Grüße,
Marco
Mycorrhiza findet sich besonders ausgeprägt bei Kiefern. Diese sind in der Regel Arten der Extremstandorte (aus mitteleuropäischer Sicht). Also Standorte die entweder sehr nährstoffarm sind (Sandböden, oä..) oder z.B. sehr trocken und daher auch nährstoffarm für die Pflanze, denn was helfen Nährstoffe wenn das Wasser als Transportmedium fehlt.
Kiefen haben vergleichsweise sehr dicke Wurzelspitzen. Diese können ganz normal Nährstoffe und Wasser aufnehmen wie anderen Pflanzen auch, nur fehlt es Ihnen an der nötigen großen Oberfläche, besonders wenn die Bedingungen auch suboptimal sind. Zu dieser verhilft ihen eben der Pilz.
Von daher kann ich mir schon gut vorstellen, dass bei gleichmäßig hohen Düngergaben, eine Versorgung ohne den Pilz gewährleistet werden kann, dann reicht eben die kleine Oberfläche.
Von einer wissenschaftlichen Abarbeitung diesbezüglich weiss ich nichts.
Grüße,
Marco
- Bonsai-Bene
- Freundeskreis
- Beiträge: 1982
- Registriert: 02.12.2007, 20:00
- Wohnort: Fränkisches Seenland
Re: Substrat, Giessen, Düngen
Hallo mal zum Thema Symbiosepilz,
wir in unserer BAumschule haben einen Versuch mit dem Dünger Cuxin "MykoAktiv" unternomen
und zwar haben wir auf dem selben Quartier einen Block Ziersträucher MIT und einen Block OHNE MykoAktiv aufgeschult, am selben Tag die selben Pflanzen der selbe Boden alles gleich, (extrem trockener Pleinfelder Sandboden) die Pflanzen die mit MykoAktiv gepflanzt wurden hatten nach 3Jahren Standzeit einen Wachstumsvorteil(vorsprung) von etwa einem Jahr, auserdem war in den 3 Sommern auffällig das die Sträucher die mit MykoAktiv aufgeschult wurden weinger unter trockenstress litten und wesentlich wiederstandsfähigert gegen Krankheiten waren.
Sicher die Sträucher ohne MykoAktiv wuchsen auch gut und sicher kann ich sagen das der Stabdort recht extrem ist aber für mich beweist es das der Symbiosepilz schon von vorteil ist für eine Pflanze aber NICHT zwingend erforlerlich!
so wollte nur mal meine Beobachtungen mitteilen damit sich andere ein Bild machen können, nix für ungut!
grüße Benedict
wir in unserer BAumschule haben einen Versuch mit dem Dünger Cuxin "MykoAktiv" unternomen
und zwar haben wir auf dem selben Quartier einen Block Ziersträucher MIT und einen Block OHNE MykoAktiv aufgeschult, am selben Tag die selben Pflanzen der selbe Boden alles gleich, (extrem trockener Pleinfelder Sandboden) die Pflanzen die mit MykoAktiv gepflanzt wurden hatten nach 3Jahren Standzeit einen Wachstumsvorteil(vorsprung) von etwa einem Jahr, auserdem war in den 3 Sommern auffällig das die Sträucher die mit MykoAktiv aufgeschult wurden weinger unter trockenstress litten und wesentlich wiederstandsfähigert gegen Krankheiten waren.
Sicher die Sträucher ohne MykoAktiv wuchsen auch gut und sicher kann ich sagen das der Stabdort recht extrem ist aber für mich beweist es das der Symbiosepilz schon von vorteil ist für eine Pflanze aber NICHT zwingend erforlerlich!
so wollte nur mal meine Beobachtungen mitteilen damit sich andere ein Bild machen können, nix für ungut!
grüße Benedict
MfG Benedict
Versuche nicht wie der Meister zu sein, sondern suche nachdem was der Meister sucht!
Versuche nicht wie der Meister zu sein, sondern suche nachdem was der Meister sucht!
Re: Substrat, Giessen, Düngen
Danke Benedict,
sehr interessant! Ich habe das Zeug nämlich seit leztztem Jahr in Gebrauch, im Wechsel mit anderen Düngern.
Viele Grüße,
Barbara
sehr interessant! Ich habe das Zeug nämlich seit leztztem Jahr in Gebrauch, im Wechsel mit anderen Düngern.
Viele Grüße,
Barbara
"Sorge Dich um den Beifall der Leute, und Du wirst ihr Gefangener sein." LAOTSE
Re: Substrat, Giessen, Düngen
Ich bin jetzt ziemlich gerührt ... ich mache das ... so seit mindestens 15 Jahren. Da kann ich also nicht ganz falsch gelegen haben ... :DWalter Pall hat geschrieben:Das Alles ist nicht bloss so von mir erfunden. Das ist modernes Gärtnern, auf Bonsai angewendet. Das ist für die meisten Leser in dieser Art neu und wirkt fast unglaublich. Es ist aber schon ziemlich alt und wird in der Gärtnerei seit Jahrzehnten und in Bonsai seit etwa einem Jahrzehnt mit grossem Erfolg angewendet.
Bis bald!
K.
"Was machen Sie da?" wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: "Ich gestalte Bonsai."
K.
"Was machen Sie da?" wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: "Ich gestalte Bonsai."
Re: Substrat, Giessen, Düngen
Walter hat wieder einmal zugeschlagen...
Hallo Walter,
Ich mag deine direkte Art, wie soll ich sagen, auf französisch sagt man : quelqu'un qui n'a pas la langue dans sa poche, jemand der nicht seine Zunge in der Hosentasche hat. Und auch dein Bestreben, seit vielen Jahren, diverse Mythen zu brechen. Aber ich glaube, manchmal unterschätzt du die Wirkung deiner Worte. Ich will jetzt nicht deinen Beitrag nur unter der "kritischen Lupe" betrachten, aber ein paar Bemerkungen möchte ich dennoch machen. Und ich hoffe, du hast nichts geben meine -auch sehr direkte- Art.
1. Erfahrungen über Substrat, Dünger und Giessen gibt es wie Sand am Meer, auch von sehr sehr erfahrenen Bonsaiisten.
Wenn ich beispielsweise "nur" im französischsprechenden Raum schaue, wie Patrice Bongrand, Jean-Luc Salles, Rémy Samson, François Jeker oder Thierry Font das selber machen (in Bezug auf Substrat, Dünger, Giessen, etc), da wird es einem schon richtig schwindlich...
Und das sind alles Personen, die auch, wie du, Jahrzehntelange Bonsaierfahrung haben und deren Bäume auch eine eigene Sprache sprechen (einige davon kennst du ja persönlich).
Ich würde niemals an den Meinungen und Erfahrungen von so erfolgreiche Bonsaiisten zweifeln, denn wer kann von sich selber schon behaupten er (bzw. sie) hat schon 2 oder 3 Jahrzehnte Erfahrung in unserem Hobby ? Höchstens 1 oder 2% von uns..
Aber du wirst, denke ich, auch zugeben, dass das Ganze manchmal schon ziemlich verwirrend ist... und es deshalb nicht sehr einfach ist diese zahlreichen Infos zu sortieren... Fragt man 5 erfahrene "Spezialisten" aus unserem Hobby, bekommt man 5 unterschiedliche Meinungen... Und diese Meinungen ändern sich dazu noch mit den Jahren... (logisch, da man ja nie auslernt)
Das macht dann den nicht sooo erfahrene Hobbyisten (der nicht Bonsais seit 30 Jahren pflegt...) wie mich beispielsweise, nur noch verrückter im Kopf.
Daher meine persönliche Meinung (bzw. Schlussfolgerung aus eigener Erfahrung) : Ich habe diese ganze Verrücktmacherei schon seit lange komplett aufgegeben. Ich bin, darüberhinaus, davon überzeugt, dass wir uns viel zu viele Gedanken über diese ganze Substrat-, Dünger- und Giessen-Geschichten machen.
2. Für mich ist zweifelhaft, wieviele Personen dein Beitrag wirklich helfen könnte bzw. wird, und auch die Risiken einer "blinden" Anwendung deiner (gut gemeinten) Ratschlägen unterschätzen könnten. Damit meine ich nicht deine Erklärungen, sondern eher die Interpretationen die daraus entstehen könnten. Ich denke, du bist dich schon über die Wirkung deiner Worte bewusst.
Nehmen wir mal ein Beispiel :
Beispiel Nr. 1 : "Alles was in den allermeisten Bonsaibüchern über die Themen steht restlos vergessen." : das Risiko ist, dass einige die deine Schreibweise nicht kennen bzw. die deine Ratschläge als "die Worte Gottes" einfach schlucken, das so interpretieren könnten, dass alles was in den Büchern steht nur Mist ist und daraufhin entweder gar keine Bücher kaufen o. ihre Bücher in die Tonne werfen, unter dem Motto : "Der Walter hat ja gesagt, das was in den Büchern steht kann man vergessen, weshalb sollte ich also noch ein Buch kaufen oder meine Bücher benutzen ?"
Du sagst es ja selber : "Entweder alles oder nichts!". Was glaubst du könnten einige daraus interpretieren ? Alles wegschmeissen...
Das wäre u.a. sehr schade. Erstens wegen dem Effekt auf den schon so kläglichen Verkauf von Büchern (wir lesen heutzutage noch weniger als vor ein paar Jahren, und das ist sehr ernst zu nehmen! denn eine Gesellschaft die sich nicht regelmässig weiterbildet ist in grosser Gefahr - aber das ist ein anderes Thema...). Und zweitens weil sehr wohl viel Interessantes u. nützliches in Bonsaibüchern steht (zwar nicht unbedingt über Substratmischungen, aber dennoch ist da nicht alles über den Bord zu werfen...).
Beispiel Nr. 2 : "in den modernen Substaten ist keine Erde, also leben sie nicht. Ausserdem trocknen sie sehr rasch aus und man muss mehrmals am Tag giessen wenn es heiss ist. (...) Wenn es heiss ist oder starker Wind weht oder gar in Kombination, dann muss man zweimal giessen oder gar dreimal. Ganz kleine Bäume müssen ohenhin zweimal gegossen erden, mindestens." : das Risiko ist, dass alle die solche Mischungen noch nie selbst probiert haben, vielleicht unterschätzen könnten, wie gefährlich deine Substratmischung sein kann für all die die NICHT jeden Tag (bzw. noch weniger mehrmals am Tag...) giessen können.
Anhand eines persönlichen Beispiels möchte ich dieses Risiko illustrieren : Vor einiger Zeit, war ich aus beruflichen Gründen in Paris (von Herbst 2007 bis Mitte 2008). Wegen der Distanz, dem Zeitaufwand (und nicht zu vergessen, der Kostenpunkt), kam ich etwa alle zwei Wochenenden zurück nach Deutschland nach Hause. Damals kümmerte sich meine Frau um unsere Bäumchen. Aber sie arbeitet auch den ganzen Tag. Heisst : es kam vor, dass sie Abends total ausgelaugt von der Arbeit kam und das Giessen der Bäumen im Garten vergass. Konnte ich ihr das übel nehmen ? Nein. Sie hat andere Sorgen (u.a. gesundheitliche) als die Bonsais in meiner Abwesenheit zu pflegen u. zu giessen... Da ich, zum Glück, frühzeitig Bescheid wusste, dass ich ab Herbst 2007 nicht mehr täglich unsere Bäumchen pflegen konnte, hatte ich im Frühjahr 2007 versucht, ein bisschen vorzusorgen und extra keine zu durchlässigen Substrate beim Umtopfen benutzt (das war zwar für mich sehr gewöhnungsbedürftig, denn die Anwendung von Bestandteilen im Substrat, die eine viel höhere Wasserspeicherkapazität besitzen, als das was ich normalerweise benutze, war für mich eine ungewohnte Erfahrung). Jedenfalls hatte ich mir schon sehr lange davor Gedanken gemacht, in Bezug auf tägliches oder nicht tägliches Giessen (um das Risiko eines zu durchlässigen Substrates mit zu wenig Giessen soviel wie es geht einzugrenzen).
Hätte ich damals ein Substrat wie deines benutzt, wären heute alle unsere Bäume sehr wahrscheinlich tot.
Was ich damit sagen möchte ist, dass man in dem Zusammenhang mit deinen sehr guten Ratschläge auch unbedingt in Erwägung ziehen sollte, wie oft man giessen kann.
Du hast das Glück, nach einem vollem Berufsleben, eine wohlverdiente Rente zu geniessen (und das wird dir kein Mensch bestreiten). Und wenn du nicht zuhause bist, weisst du, dass du um dir verlässliche Personen hast, die sich um deine Bäume kümmern können (bis du wieder zurück bist). Diese Chance haben nicht alle hier (vermutlich sogar die wenigsten unter uns). Bei den meisten von uns geht es da ganz anders : oft beschäftigt sich nur eine Person in der Familie mit Bonsais (oft der Mann, aber weder seine Frau, noch die Kinder - in -leider- weniger Fällen : die Frau, aber dann umgekehrt, weder ihr Mann, noch die Kinder...). Und sobald er bzw. sie nicht da ist, wer kümmert sich dann um die Bäume ? und giesst sie jeden Tag ? (von mehrmals am Tag ganz zu schweigen...)
3. Insgesamt erscheint mir Dein Beitrag nix für Laie oder Anfänger/innen (bzw. Laie sollten da vorsichtig sein).
Weshalb o. warum ? Ohne Erfahrung ist das Verständnis über die diversen biologischen/botanischen/physischen Zusammenhänge nicht sehr einfach zu verstehen : Rolle der Wasser- und Luft-durchlässigkeit beim Wurzelwachstum und dem darauffolgender Einfluss auf das Wachstum der Zweige u. Blätter ; Chemische Austausche bzw. Chemische Vorgänge im Wurzelbereich ; usw.
Das "alleinige" Befolgen deiner Methode reicht -meines Erachtens- nicht aus.
Kann mich, diesbezüglich, gut an einen Ratschlag von Patrice vor ein paar Jahren erinnern. Patrice (siehe oben) ist auch -wie du- ein sehr Erfahrener, der seit Jahrzehnte Bonsais mit Erfolg pflegt und dessen Bäume auch eine Sprache für sich sprechen. Seine damaligen Ratschläge haben mich viel weiter gebracht, als das stundenlange Lesen diverser (ewig- und elend-lange) Diskussionen auf Internetforen (alles sehr interessant, aber dafür braucht man viele Stunden Zeit... und diese Zeit haben die meisten unter uns nicht...).
Und eins seiner Ratschläge bzw. Erklärungen damals würde ich in etwa so übersetzen : "Alles was im Wurzelbereich passiert, findet sich oben -im Zweig/Blatt-Bereich- wieder". Heisst : hat man eine grosse Wurzelteilung, bekommt man auch eine bessere Verzweigung, Internodien, und mehr Blätter insgesamt. Weshalb einige zwar oben alles richtig machen (Schneiden der Blätter, der Zweige, usw), die Ramifizierung nicht gut gelingt, weil eben "der Wurm" im unteren Bereich liegt... d.h. das Substrat ist der "Schwachpunkt", nicht die tollste Pflege im oberen Bereich des Baumes. Ein weiterer Ratschlag von ihm war : Wurzeln wachsen desto besser, je schneller das Substrat zwischen zwei Giessintervallen trocknet (natürlich nicht ohne den Einfluss von Wärme auf das Wurzelwachstum zu unterschätzen...).
Daher meine persönliche Meinung : Ohne eigene Erfahrung in Hinsicht auf solche Zusammenhänge, können auch die besten Tipps der Welt nur bedingt zu einem besseren Erbegniss führen. Einfach blind verfolgen, und nicht wohlbedacht anwenden, bringt nur bedingt etwas.
Ich hoffe, du siehst das nicht zu kritisch, Walter (du weisst ja, ich habe auch nicht meine Zunge in der Tasche...).
Profitieren möchte ich jetzt auch noch davon, alle die ich -aus Zeitmangel- seit mehrere Monaten hier im Forum nicht mehr gesehen (bzw. gelesen o. getroffen) habe, herzlich zu grüssen.
Schöne Grüsse, und ein schönes Wochenende,
Thierry.
Hallo Walter,
Ich mag deine direkte Art, wie soll ich sagen, auf französisch sagt man : quelqu'un qui n'a pas la langue dans sa poche, jemand der nicht seine Zunge in der Hosentasche hat. Und auch dein Bestreben, seit vielen Jahren, diverse Mythen zu brechen. Aber ich glaube, manchmal unterschätzt du die Wirkung deiner Worte. Ich will jetzt nicht deinen Beitrag nur unter der "kritischen Lupe" betrachten, aber ein paar Bemerkungen möchte ich dennoch machen. Und ich hoffe, du hast nichts geben meine -auch sehr direkte- Art.
1. Erfahrungen über Substrat, Dünger und Giessen gibt es wie Sand am Meer, auch von sehr sehr erfahrenen Bonsaiisten.
Wenn ich beispielsweise "nur" im französischsprechenden Raum schaue, wie Patrice Bongrand, Jean-Luc Salles, Rémy Samson, François Jeker oder Thierry Font das selber machen (in Bezug auf Substrat, Dünger, Giessen, etc), da wird es einem schon richtig schwindlich...
Und das sind alles Personen, die auch, wie du, Jahrzehntelange Bonsaierfahrung haben und deren Bäume auch eine eigene Sprache sprechen (einige davon kennst du ja persönlich).
Ich würde niemals an den Meinungen und Erfahrungen von so erfolgreiche Bonsaiisten zweifeln, denn wer kann von sich selber schon behaupten er (bzw. sie) hat schon 2 oder 3 Jahrzehnte Erfahrung in unserem Hobby ? Höchstens 1 oder 2% von uns..
Aber du wirst, denke ich, auch zugeben, dass das Ganze manchmal schon ziemlich verwirrend ist... und es deshalb nicht sehr einfach ist diese zahlreichen Infos zu sortieren... Fragt man 5 erfahrene "Spezialisten" aus unserem Hobby, bekommt man 5 unterschiedliche Meinungen... Und diese Meinungen ändern sich dazu noch mit den Jahren... (logisch, da man ja nie auslernt)
Das macht dann den nicht sooo erfahrene Hobbyisten (der nicht Bonsais seit 30 Jahren pflegt...) wie mich beispielsweise, nur noch verrückter im Kopf.
Daher meine persönliche Meinung (bzw. Schlussfolgerung aus eigener Erfahrung) : Ich habe diese ganze Verrücktmacherei schon seit lange komplett aufgegeben. Ich bin, darüberhinaus, davon überzeugt, dass wir uns viel zu viele Gedanken über diese ganze Substrat-, Dünger- und Giessen-Geschichten machen.
2. Für mich ist zweifelhaft, wieviele Personen dein Beitrag wirklich helfen könnte bzw. wird, und auch die Risiken einer "blinden" Anwendung deiner (gut gemeinten) Ratschlägen unterschätzen könnten. Damit meine ich nicht deine Erklärungen, sondern eher die Interpretationen die daraus entstehen könnten. Ich denke, du bist dich schon über die Wirkung deiner Worte bewusst.
Nehmen wir mal ein Beispiel :
Beispiel Nr. 1 : "Alles was in den allermeisten Bonsaibüchern über die Themen steht restlos vergessen." : das Risiko ist, dass einige die deine Schreibweise nicht kennen bzw. die deine Ratschläge als "die Worte Gottes" einfach schlucken, das so interpretieren könnten, dass alles was in den Büchern steht nur Mist ist und daraufhin entweder gar keine Bücher kaufen o. ihre Bücher in die Tonne werfen, unter dem Motto : "Der Walter hat ja gesagt, das was in den Büchern steht kann man vergessen, weshalb sollte ich also noch ein Buch kaufen oder meine Bücher benutzen ?"
Du sagst es ja selber : "Entweder alles oder nichts!". Was glaubst du könnten einige daraus interpretieren ? Alles wegschmeissen...
Das wäre u.a. sehr schade. Erstens wegen dem Effekt auf den schon so kläglichen Verkauf von Büchern (wir lesen heutzutage noch weniger als vor ein paar Jahren, und das ist sehr ernst zu nehmen! denn eine Gesellschaft die sich nicht regelmässig weiterbildet ist in grosser Gefahr - aber das ist ein anderes Thema...). Und zweitens weil sehr wohl viel Interessantes u. nützliches in Bonsaibüchern steht (zwar nicht unbedingt über Substratmischungen, aber dennoch ist da nicht alles über den Bord zu werfen...).
Beispiel Nr. 2 : "in den modernen Substaten ist keine Erde, also leben sie nicht. Ausserdem trocknen sie sehr rasch aus und man muss mehrmals am Tag giessen wenn es heiss ist. (...) Wenn es heiss ist oder starker Wind weht oder gar in Kombination, dann muss man zweimal giessen oder gar dreimal. Ganz kleine Bäume müssen ohenhin zweimal gegossen erden, mindestens." : das Risiko ist, dass alle die solche Mischungen noch nie selbst probiert haben, vielleicht unterschätzen könnten, wie gefährlich deine Substratmischung sein kann für all die die NICHT jeden Tag (bzw. noch weniger mehrmals am Tag...) giessen können.
Anhand eines persönlichen Beispiels möchte ich dieses Risiko illustrieren : Vor einiger Zeit, war ich aus beruflichen Gründen in Paris (von Herbst 2007 bis Mitte 2008). Wegen der Distanz, dem Zeitaufwand (und nicht zu vergessen, der Kostenpunkt), kam ich etwa alle zwei Wochenenden zurück nach Deutschland nach Hause. Damals kümmerte sich meine Frau um unsere Bäumchen. Aber sie arbeitet auch den ganzen Tag. Heisst : es kam vor, dass sie Abends total ausgelaugt von der Arbeit kam und das Giessen der Bäumen im Garten vergass. Konnte ich ihr das übel nehmen ? Nein. Sie hat andere Sorgen (u.a. gesundheitliche) als die Bonsais in meiner Abwesenheit zu pflegen u. zu giessen... Da ich, zum Glück, frühzeitig Bescheid wusste, dass ich ab Herbst 2007 nicht mehr täglich unsere Bäumchen pflegen konnte, hatte ich im Frühjahr 2007 versucht, ein bisschen vorzusorgen und extra keine zu durchlässigen Substrate beim Umtopfen benutzt (das war zwar für mich sehr gewöhnungsbedürftig, denn die Anwendung von Bestandteilen im Substrat, die eine viel höhere Wasserspeicherkapazität besitzen, als das was ich normalerweise benutze, war für mich eine ungewohnte Erfahrung). Jedenfalls hatte ich mir schon sehr lange davor Gedanken gemacht, in Bezug auf tägliches oder nicht tägliches Giessen (um das Risiko eines zu durchlässigen Substrates mit zu wenig Giessen soviel wie es geht einzugrenzen).
Hätte ich damals ein Substrat wie deines benutzt, wären heute alle unsere Bäume sehr wahrscheinlich tot.
Was ich damit sagen möchte ist, dass man in dem Zusammenhang mit deinen sehr guten Ratschläge auch unbedingt in Erwägung ziehen sollte, wie oft man giessen kann.
Du hast das Glück, nach einem vollem Berufsleben, eine wohlverdiente Rente zu geniessen (und das wird dir kein Mensch bestreiten). Und wenn du nicht zuhause bist, weisst du, dass du um dir verlässliche Personen hast, die sich um deine Bäume kümmern können (bis du wieder zurück bist). Diese Chance haben nicht alle hier (vermutlich sogar die wenigsten unter uns). Bei den meisten von uns geht es da ganz anders : oft beschäftigt sich nur eine Person in der Familie mit Bonsais (oft der Mann, aber weder seine Frau, noch die Kinder - in -leider- weniger Fällen : die Frau, aber dann umgekehrt, weder ihr Mann, noch die Kinder...). Und sobald er bzw. sie nicht da ist, wer kümmert sich dann um die Bäume ? und giesst sie jeden Tag ? (von mehrmals am Tag ganz zu schweigen...)
3. Insgesamt erscheint mir Dein Beitrag nix für Laie oder Anfänger/innen (bzw. Laie sollten da vorsichtig sein).
Weshalb o. warum ? Ohne Erfahrung ist das Verständnis über die diversen biologischen/botanischen/physischen Zusammenhänge nicht sehr einfach zu verstehen : Rolle der Wasser- und Luft-durchlässigkeit beim Wurzelwachstum und dem darauffolgender Einfluss auf das Wachstum der Zweige u. Blätter ; Chemische Austausche bzw. Chemische Vorgänge im Wurzelbereich ; usw.
Das "alleinige" Befolgen deiner Methode reicht -meines Erachtens- nicht aus.
Kann mich, diesbezüglich, gut an einen Ratschlag von Patrice vor ein paar Jahren erinnern. Patrice (siehe oben) ist auch -wie du- ein sehr Erfahrener, der seit Jahrzehnte Bonsais mit Erfolg pflegt und dessen Bäume auch eine Sprache für sich sprechen. Seine damaligen Ratschläge haben mich viel weiter gebracht, als das stundenlange Lesen diverser (ewig- und elend-lange) Diskussionen auf Internetforen (alles sehr interessant, aber dafür braucht man viele Stunden Zeit... und diese Zeit haben die meisten unter uns nicht...).
Und eins seiner Ratschläge bzw. Erklärungen damals würde ich in etwa so übersetzen : "Alles was im Wurzelbereich passiert, findet sich oben -im Zweig/Blatt-Bereich- wieder". Heisst : hat man eine grosse Wurzelteilung, bekommt man auch eine bessere Verzweigung, Internodien, und mehr Blätter insgesamt. Weshalb einige zwar oben alles richtig machen (Schneiden der Blätter, der Zweige, usw), die Ramifizierung nicht gut gelingt, weil eben "der Wurm" im unteren Bereich liegt... d.h. das Substrat ist der "Schwachpunkt", nicht die tollste Pflege im oberen Bereich des Baumes. Ein weiterer Ratschlag von ihm war : Wurzeln wachsen desto besser, je schneller das Substrat zwischen zwei Giessintervallen trocknet (natürlich nicht ohne den Einfluss von Wärme auf das Wurzelwachstum zu unterschätzen...).
Daher meine persönliche Meinung : Ohne eigene Erfahrung in Hinsicht auf solche Zusammenhänge, können auch die besten Tipps der Welt nur bedingt zu einem besseren Erbegniss führen. Einfach blind verfolgen, und nicht wohlbedacht anwenden, bringt nur bedingt etwas.
Ich hoffe, du siehst das nicht zu kritisch, Walter (du weisst ja, ich habe auch nicht meine Zunge in der Tasche...).
Profitieren möchte ich jetzt auch noch davon, alle die ich -aus Zeitmangel- seit mehrere Monaten hier im Forum nicht mehr gesehen (bzw. gelesen o. getroffen) habe, herzlich zu grüssen.
Schöne Grüsse, und ein schönes Wochenende,
Thierry.
Viele Grüße,
Thierry
"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
Thierry
"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
Re: Substrat, Giessen, Düngen
Hallo,
als erstes möchte ich einmal allen danken die sich hier an dieser, wie ich meine, sehr interessantes Diskussion beteiligen. Besonders Walter gebührt mein Dank für den Einblick in seine Herangehensweise im Bezug auf Substrat, Giessen und Düngen. Ich als Anfänger (betreibe dieses wunderbare Hobby erst seit ca. 3 Jahren), bin für solche Erfahrungsberichte sehr dankbar, besonders wenn diese "so fern ab" von dem sind, was man in diversen Büchern lesen und lernen kann. Selbstverständlich, und da gebe ich meinem Vorredner recht, muss man an solche Ideen und Anregungen mit Bedacht und dem nötigen Fingerspitzengefühl herangehen.
Eine Frage stellt sich mir aber dennoch:
Wie sieht es eigentlich mit dem Ende der Düngungsperiode aus - in vielen Büchern steht man solle doch Ende August das düngen an sich einstellen und in dieser Zeit auch mit niedrigen Dosen arbeiten. In manch anderen steht man solle bis Ende September mit höheren Düngedosen arbeiten um den Bäumen die nötige Kraft für den Winter mit zu geben. Für mich als Anfänger ist dies sehr verwirrend und ich würde mich freuen wenn Walter und ihr Alle mir da eure Erfahrungen und Informationen mitteilen könntet. Danke!!
Gruß,
Jürgen
als erstes möchte ich einmal allen danken die sich hier an dieser, wie ich meine, sehr interessantes Diskussion beteiligen. Besonders Walter gebührt mein Dank für den Einblick in seine Herangehensweise im Bezug auf Substrat, Giessen und Düngen. Ich als Anfänger (betreibe dieses wunderbare Hobby erst seit ca. 3 Jahren), bin für solche Erfahrungsberichte sehr dankbar, besonders wenn diese "so fern ab" von dem sind, was man in diversen Büchern lesen und lernen kann. Selbstverständlich, und da gebe ich meinem Vorredner recht, muss man an solche Ideen und Anregungen mit Bedacht und dem nötigen Fingerspitzengefühl herangehen.
Eine Frage stellt sich mir aber dennoch:
Wie sieht es eigentlich mit dem Ende der Düngungsperiode aus - in vielen Büchern steht man solle doch Ende August das düngen an sich einstellen und in dieser Zeit auch mit niedrigen Dosen arbeiten. In manch anderen steht man solle bis Ende September mit höheren Düngedosen arbeiten um den Bäumen die nötige Kraft für den Winter mit zu geben. Für mich als Anfänger ist dies sehr verwirrend und ich würde mich freuen wenn Walter und ihr Alle mir da eure Erfahrungen und Informationen mitteilen könntet. Danke!!
Gruß,
Jürgen
... Wer aufhört besser werden zu wollen, der hat aufgehört gut zu sein ...
Re: Substrat, Giessen, Düngen
Jürgen,
wenn überhaupt, dann bestimmt die Pflanze das Ende der Düngeperiode und nicht der Kalender, das ist schon mal Fehler Nummer 1.
Welchen Sinn sollte es machen, wenn Ende August noch richtig gutes Wetter ist, warm sonnig, und ich unterbreche die Zufuhr an Nährsalzen?
Gerade bei der von Walter beschriebenen Methode kann immer noch viel später weitergedüngt werden, wenn es erforderlich ist, Reste werden zum größten Teil ausgewaschen.
Walter hat das mal mit: "ICh kann euch noch 5 Jahre lang was von Bonsai erzählen, solange ihr das nicht selber macht, werdet ihrs nicht lernen" (so ähnlich wenigstens) beschrieben.
Irgendwo muss jeder selbst seinen Weg finden diesbezüglich....
wenn überhaupt, dann bestimmt die Pflanze das Ende der Düngeperiode und nicht der Kalender, das ist schon mal Fehler Nummer 1.
Welchen Sinn sollte es machen, wenn Ende August noch richtig gutes Wetter ist, warm sonnig, und ich unterbreche die Zufuhr an Nährsalzen?
Gerade bei der von Walter beschriebenen Methode kann immer noch viel später weitergedüngt werden, wenn es erforderlich ist, Reste werden zum größten Teil ausgewaschen.
Da hat Thierry mal ein sehr schlaues Wort gesprochen.Daher meine persönliche Meinung : Ohne eigene Erfahrung in Hinsicht auf solche Zusammenhänge, können auch die besten Tipps der Welt nur bedingt zu einem besseren Erbegniss führen. Einfach blind verfolgen, und nicht wohlbedacht anwenden, bringt nur bedingt etwas.
Walter hat das mal mit: "ICh kann euch noch 5 Jahre lang was von Bonsai erzählen, solange ihr das nicht selber macht, werdet ihrs nicht lernen" (so ähnlich wenigstens) beschrieben.
Irgendwo muss jeder selbst seinen Weg finden diesbezüglich....
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
- Frank Zappa -
Re: Substrat, Giessen, Düngen
Hallo Holger,
danke für deine Ausführung - selbstverständlich hast du vollkommen recht. Dies ist nur ein weiteres Beispiel dafür das es oftmals in den Büchern anders steht bzw. auf die gegeben Umstände, in diesem Fall Wetterabhängigkeit, nicht eingegangen wird. Wie gesagt steht in manchen man solle im Herbst sogar mehr düngen wie üblich in den anderen wiederum man sollte die Düngegaben reduzieren.
Das Fazit ist doch, jedenfalls für mich persönlich, das ich von euch Spezialisten mehr lernen als man es sich in einem Buch anlesen kann und aus diesem Grund bin ich für solche Denkanstöße (wie diesen Beitrag von Walter), sehr dankbar.
Gruß,
Jürgen
danke für deine Ausführung - selbstverständlich hast du vollkommen recht. Dies ist nur ein weiteres Beispiel dafür das es oftmals in den Büchern anders steht bzw. auf die gegeben Umstände, in diesem Fall Wetterabhängigkeit, nicht eingegangen wird. Wie gesagt steht in manchen man solle im Herbst sogar mehr düngen wie üblich in den anderen wiederum man sollte die Düngegaben reduzieren.
Das Fazit ist doch, jedenfalls für mich persönlich, das ich von euch Spezialisten mehr lernen als man es sich in einem Buch anlesen kann und aus diesem Grund bin ich für solche Denkanstöße (wie diesen Beitrag von Walter), sehr dankbar.
Gruß,
Jürgen
... Wer aufhört besser werden zu wollen, der hat aufgehört gut zu sein ...
Re: Substrat, Giessen, Düngen
Hi auch ich als Anfänger habe richtig blöd geschaut als ich das gelesen habe, aber eigendlich leuchtet das alles ein was der Walter so geschrieben hat. Und ich Blödel
kauf mir da teures Bio Gold wobei es doch überall den aufgezählten Dünger gibt.
Jetzt habe ich aber doch noch einen Frage kann man da wirklich den billigsten Flüssigdünger nehmen (Aldi) weil ich würde es dann auch bald mal aus Probieren wollen, meine Mutter hat von letztes Jahr noch eine 1l Flasche Flüssig Dünger ist aber vom Kaufland aber das dürfe ja dass selbe wie beim Aldi sein oder? Kann ich den auch benutzen und wenn ja sollte ich auch etwas mehr nehmen so wie Walter oder lieber etwas weniger.
Weil wenn ich auf meinem Bonsai Dünger vom Dehner (NPK 1+1+2) schaue das ist ja nur ein kleiner Teil
der NPK Werte enthalten als bei diesem Blumendünger(NPK 7+3+5).
Bitte helft mir will nichts kaputt machen.
MFG Peter
Jetzt habe ich aber doch noch einen Frage kann man da wirklich den billigsten Flüssigdünger nehmen (Aldi) weil ich würde es dann auch bald mal aus Probieren wollen, meine Mutter hat von letztes Jahr noch eine 1l Flasche Flüssig Dünger ist aber vom Kaufland aber das dürfe ja dass selbe wie beim Aldi sein oder? Kann ich den auch benutzen und wenn ja sollte ich auch etwas mehr nehmen so wie Walter oder lieber etwas weniger.
Weil wenn ich auf meinem Bonsai Dünger vom Dehner (NPK 1+1+2) schaue das ist ja nur ein kleiner Teil
Bitte helft mir will nichts kaputt machen.
MFG Peter
“Geschickte Reden und ein zurechtgemachtes Äußeres sind selten Zeichen von Mitmenschlichkeit.”
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- Wohnort: Linker Niederrhein, da wo et geil is'
Re: Substrat, Giessen, Düngen
Ein schönes Thema UND willkommen "daheim" Thierry!
Dir bin ich noch eine Antwort in diesem Forum schuldig (die Dünger die du mir zur Verfügung gestellt hast habe ich letztes Jahr getestet und bin von eurem "natürlichen Kompost" schwer begeistert! Auf den Shohin macht der sich absolut toll!)
Walter, deine Ausführungen sind sicherlich nachvollziehbar und dein Erfolg gibt dir zweifelsohne recht. ABER! Was ich so ein bisschen vermisse ist der Hinweis auf deine "örtlichen Gegebenheiten". Der darf aus meiner Sicht nicht fehlen, wenn du bislang bekannte und ja nun auch mit gutem Erfolg seit Jahrzehnten praktizierte Anwendungen in Frage stellst. Viele deiner Bäume stehen in der prallen Sonne. Die vom Kollegen XYZ aber eventuell im Schatten. Wenn ich da jeden Tag "wie blöd" gieße, auch wenn die noch nicht abgetrocknet sind, dann ist die Wurzelfäule quasi vorprogrammiert (gerade wenn da noch ein Schüppchen voll Torf drin ist (Huminsäure ist einer der wachstumsbegünstigenden Inhaltsstoffe des Torf. Sorgt für ein verbessertes Wurzelwachstum...))
Wenn du eine Kanne voll Wasser mit drei Kappen "Aldis Power Saft" auf deine Bäume haust und dann jeden Tag mit dem Gartenschlauch darüberfährst, ist da nach zwei, drei Tagen die Konzentration bzw. die Salzfracht sicherlich ganz anders zu beurteilen als in dem Pot der beim Kollegen XYZ in der Ecke steht. Das kann man aus meiner Sicht nicht so einfach verallgemeinern.
Ich(!) persönlich habe auch in diesem Jahr wieder vieles in Akadama Splitt (1:1) stehen, dünge weiter mit BioGold (da gibt es etliche Alternativen, braucht man nicht zu diskutieren! Aber Blaukorn in der gleichen Menge zu verabreichen wie BioGold kann(!!) auch zum Tot des Baumes führen!) und lasse zwischenzeitlich mal antrocknen (je nach Baumart! UND Standort!). Erstaunlich fand ich auch in diesem Jahr, dass zB. meine Feldulmen (seit mehr als 25 Jahren in Pflege, ohne jeglichen Winterschutz durch die -18°C Frostnächte gekommen "triebfreudig" wie eh und je) die seit vier Jahren nun im gleichen Substrat standen (alte Bäume braucht man nicht so häufig umzutopfen wie junges Zeug) die Schale total durchwurzelt hatten und das Substart dennoch weder schlammig oder sonst wie "verdichtet" war. Ergo: ich bleibe bei dieser Mischung für diese Bäume und verändere auch in diesem Jahr deren Standort nicht.
Eine Frage hätte ich an dich alten Hasen aber bei der Gelegenheit!
Ich habe mir im letzten Jahr eine Mädchenkiefer zugelegt. Dort war im unteren Teil des Topfes reichlich(!) Kanuma zu finden. Also ein saures Substrat. Die Holzkohle schmeißt man doch in die "Erdmischung" um Säure abzufangen (so habe ich das mal gelernt... kann sein das ich das falsch verstanden habe? Aber ich musste mal an A-Kohle Essigsäure anlagern und daraus die Adsorptionsisotherme nach Freundlich und Langmier(?) herleiten. Die Kohle lagerte das Zeug halt an und man bstimmt die Konzentration an freier Säure….Chemikergequatsche! Sorry dafür) ) Warum also hier das genau Gegenteil von dem was man mit der Holzkohle beabsichtigt? Könnte es dabei um einen flachen Wurzelballen gehen? Denn beim Umtopfen fanden sich viele Wurzeln oberhalb(!) des Kanuma und kaum ein war dort eingedrungen. Tw. wuchsen die Wurzeln oben schon im Kreis über dem Kanuma. Hast du dafür ein Erklärung (oder jemand von den anderen Lesern hier?)
M
Dir bin ich noch eine Antwort in diesem Forum schuldig (die Dünger die du mir zur Verfügung gestellt hast habe ich letztes Jahr getestet und bin von eurem "natürlichen Kompost" schwer begeistert! Auf den Shohin macht der sich absolut toll!)
Walter, deine Ausführungen sind sicherlich nachvollziehbar und dein Erfolg gibt dir zweifelsohne recht. ABER! Was ich so ein bisschen vermisse ist der Hinweis auf deine "örtlichen Gegebenheiten". Der darf aus meiner Sicht nicht fehlen, wenn du bislang bekannte und ja nun auch mit gutem Erfolg seit Jahrzehnten praktizierte Anwendungen in Frage stellst. Viele deiner Bäume stehen in der prallen Sonne. Die vom Kollegen XYZ aber eventuell im Schatten. Wenn ich da jeden Tag "wie blöd" gieße, auch wenn die noch nicht abgetrocknet sind, dann ist die Wurzelfäule quasi vorprogrammiert (gerade wenn da noch ein Schüppchen voll Torf drin ist (Huminsäure ist einer der wachstumsbegünstigenden Inhaltsstoffe des Torf. Sorgt für ein verbessertes Wurzelwachstum...))
Wenn du eine Kanne voll Wasser mit drei Kappen "Aldis Power Saft" auf deine Bäume haust und dann jeden Tag mit dem Gartenschlauch darüberfährst, ist da nach zwei, drei Tagen die Konzentration bzw. die Salzfracht sicherlich ganz anders zu beurteilen als in dem Pot der beim Kollegen XYZ in der Ecke steht. Das kann man aus meiner Sicht nicht so einfach verallgemeinern.
Ich(!) persönlich habe auch in diesem Jahr wieder vieles in Akadama Splitt (1:1) stehen, dünge weiter mit BioGold (da gibt es etliche Alternativen, braucht man nicht zu diskutieren! Aber Blaukorn in der gleichen Menge zu verabreichen wie BioGold kann(!!) auch zum Tot des Baumes führen!) und lasse zwischenzeitlich mal antrocknen (je nach Baumart! UND Standort!). Erstaunlich fand ich auch in diesem Jahr, dass zB. meine Feldulmen (seit mehr als 25 Jahren in Pflege, ohne jeglichen Winterschutz durch die -18°C Frostnächte gekommen "triebfreudig" wie eh und je) die seit vier Jahren nun im gleichen Substrat standen (alte Bäume braucht man nicht so häufig umzutopfen wie junges Zeug) die Schale total durchwurzelt hatten und das Substart dennoch weder schlammig oder sonst wie "verdichtet" war. Ergo: ich bleibe bei dieser Mischung für diese Bäume und verändere auch in diesem Jahr deren Standort nicht.
Eine Frage hätte ich an dich alten Hasen aber bei der Gelegenheit!
Ich habe mir im letzten Jahr eine Mädchenkiefer zugelegt. Dort war im unteren Teil des Topfes reichlich(!) Kanuma zu finden. Also ein saures Substrat. Die Holzkohle schmeißt man doch in die "Erdmischung" um Säure abzufangen (so habe ich das mal gelernt... kann sein das ich das falsch verstanden habe? Aber ich musste mal an A-Kohle Essigsäure anlagern und daraus die Adsorptionsisotherme nach Freundlich und Langmier(?) herleiten. Die Kohle lagerte das Zeug halt an und man bstimmt die Konzentration an freier Säure….Chemikergequatsche! Sorry dafür) ) Warum also hier das genau Gegenteil von dem was man mit der Holzkohle beabsichtigt? Könnte es dabei um einen flachen Wurzelballen gehen? Denn beim Umtopfen fanden sich viele Wurzeln oberhalb(!) des Kanuma und kaum ein war dort eingedrungen. Tw. wuchsen die Wurzeln oben schon im Kreis über dem Kanuma. Hast du dafür ein Erklärung (oder jemand von den anderen Lesern hier?)
M
Beste Grüße
Martin
Lieber Querlüften als Querdenken!
Martin
Lieber Querlüften als Querdenken!
Re: Substrat, Giessen, Düngen
Herzlichen Dank, Martin !Martin_S hat geschrieben:Ein schönes Thema UND willkommen "daheim" Thierry!
Dir bin ich noch eine Antwort in diesem Forum schuldig (die Dünger die du mir zur Verfügung gestellt hast habe ich letztes Jahr getestet und bin von eurem "natürlichen Kompost" schwer begeistert! Auf den <span style="border-bottom:2px dotted #009900;" title="Erklärung im Glossar">Shohin</span> macht der sich absolut toll!)
Freut mich zu hören, dass die Dünger, die ich dir damals geschenkt hatte, deine berühmten Tests positiv überstanden haben.
Schöne Grüsse,
Thierry
Viele Grüße,
Thierry
"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
Thierry
"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
