Berndbonsai hat geschrieben:
@ Elin: Was ahnst Du denn? Da ich kein Fachmann bin interessiert mich jede Info.
Hallo Bernd,
Fachfrau bin ich auch nicht gerade, eher auf der praktischen Seite, ich habe jahrelang Schwertkampf (mittelalterlichen, auch Schaukampf) betrieben. Und hätte ich nicht (genau deswegen) kaputte Handgelenke, würde ich das heute noch machen. Eine schöne Klinge ist einfach was Faszinierendes.
Das genaue Betrachten der Klinge verrät viel über ihre Eignung als Kampfgerät. Zumindest zu europäische Klingen kann ich ein bisschen etwas sagen. In Deinem Falle hatte ich auf eine Damaszierung gehofft, so ähnlich wie auf Angelos Klinge zu erkennen. Das ist diese ganz feine, meist sich musterhaft wiederholende "Maserung" des Stahls. Jede Linie steht dabei für eine Lage Metall (Ein Metallstück wurde also zu einem "Blech" geschlagen, dann in der Hälfte gefaltet; das wären dann 2 Metalllagen). Je mehr Metalllagen ein Damast hat, desto wertvoller ist er, aber auch um so härter ist er. Vielleicht hast Du Lust, Dich auch mal mit dieser Seite zu beschäftigen:
http://www.tatsu-ryu-bushido.com/DE/ind ... hwert.html. Also kurz gesagt: Damast ist etwas besonderes und die japanischen Schmiede haben es angeblich geschafft, bis zu 4000 (!) Lagen in einem Schwert zu verarbeiten, so wurde mir erzählt. "Normaler" guter Damast enthält so um die 300 Lagen, was auch mit den technischen Schwierigkeiten zu tun hat. Ist aber auch schon ausreichend hart, kann ich garantieren.
- Sorry, ich bin eine italienische Labertasche! -
Nun zurück zu Deiner Klinge. Leider ist sie zu unscharf, um richtig viel zu erkennen, aber es sieht für mich aus, als ob Deine Klinge aus Bandstahl ist, kein Damast. Das spricht weniger für eine Nutzung als Zierschwert (also als Statussymbol), sondern zur tatsächlichen Nutzung. Wie historsich die Klinge ist, kann ich nicht abschätzen, dazu kenne ich die Japanische Schwertkunst und deren technischen Stand zu wenig, aber Du wirst da ja bald eine offizielle Rückmeldung bekommen. Wenn diese Klinge wirklich antik ist, dann ist sie - aufgrund der Form - erstaunlich. Was ich außerdem zu erkennen glaube, sind Kerben am unteren Rand, und der Rand ist glatt (im Sinne von: hat keine Grate, wie sie bei der Kerbenbildung sonst entstehen). Das bedeutet: a) Diese Klinge wurde benutzt und b) sie wurde entgratet, also z.B. wurden mit einer Feile die Grate weggefeilt, sie wurde gepflegt. Ich würde darauf tippen, dass sie zumindest einige Jahre in Einsatz war - ob tatsächlich in kriegerischen Auseinandersetzung oder als Übungswaffe kann ich natürlich nicht sagen.