Meine über 200 Jahre alten Kiefern...

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Berndbonsai
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Re: Meine über 200 Jahre alten Kiefern...

Beitrag von Berndbonsai »

Hallo Elin
Danke, dass Du Dir da für mich Gedanken gemacht hast. Allerdings beziehen sich Deine Informationen anscheinend eher auf Europäische Schwerter. Japanische Klingen werden etwas anders hergestellt. Was Du als Damastlinien erkennen wolltest ist die Härtelinie oder der Hamon. Aber dazu später. Damastlinien sind in japanischen Klingen nicht erkennbar. Da bis zu 21 Faltungen stattfinden. Schon die Herstellung des Tamahagane genannten Stahls ist extrem aufwendig. Dann wird der Stahl erstmals geschmiedet und davon wird dann ein relativ weiches Stahlstück zur Seite gelegt. Dann wird der eigentliche Schwertstahl geschmiedet und gefaltet. Eben bis zu 21 mal. Da die Schichtung sich immer verdoppelt gibt dies bis zu 2 Millionen Schichten!! Dann wird dort wo später der Rücken der Klinge ist wieder der weiche Stahl eingeschmiedet und mit der Klinge verbunden. Dies ergibt ein harte aber Spröde Schneide und einen weichen aber flexiblen Rücken. Danach wird die gesamte Klinge mit feuchtem Lehm bedeckt. Dieser wird im Bereich der Klinge wieder nach einem bestimmten Muster entfernt. Nach dieser Arbeit wird die Klinge wieder glühend gemacht und dann im Bad abgekühlt. Durch das schnelle Abkühlen im Bereich der Schneide wird der Stahl der Schneide kristalin und hart. Der Stahl des Rückens aber elastisch und flexibel. Diese Härtelinie ist als Hamon sichtbar. Die Form des Hamon und der Rhythmus der Schmiedespuren ( Hada) gibt hinweise auf den Schmied der das Schwert hergestellt hat. Grate oder Kerben sind an einer guten japanischen Klinge nicht zu erkennen denn diese werden von einem Polierer in 14 tägiger Arbeit mit bis zu 10 verschiedenen Sänden ( immer feinere) abpoliert. Daher gibt es in Europa keine Schwertpolierer die ein japanisches Schwert pflegen können. Eine gute Klinge kann hunderte von Jahren alt sein und sieht aus, wie wenn sie gerade neu wäre.
Die Qualität der japanischen Klingen war im 13-14Jahundert am höchsten. Danach brach der japanische Bürgerkrieg aus und dadurch stieg der Bedarf an Klingen gewaltig. Im gleichen Maße sank die Qualität der Klingen ab. Der Krieg endete mit der Schlacht von Sekigahara ( Diese Geschichte wird unterhaltsam und relativ Faktentreu von James Clavell in Shogun beschrieben). Danach waren aber die Schwerter nicht mehr von der gleichen Qualität wie vorher.

So das hört sich an als ob ich riesig viel Ahnung hätte. Aber ich habe gerade mal an der Oberfläche gekratzt. Von Leuten die wirklich bescheid wissen wird jede Form der Klinge, der Spitze, des Hamon und Hada und anderer Faktoren mit Namen benannt. Da bin ich weit von weg. Aber man muß auch nicht alles Wissen, oder?
In diesem Sinne
grüße Bernd
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icxc
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Re: Meine über 200 Jahre alten Kiefern...

Beitrag von icxc »

Hallo an alle,

hier noch ein paar Bilder aus meiner Sammlung.
Möchte mich gegebenenfalls später zu einigen Beiträgen äußern da das Thema Nihonto ( Japanische Schwerter) so umfangreich ist das kaum ein Leben ausreicht um diesen Stoff zu verdauen.

hoffe das ihr alle Spaß an den Bildern habt.

Grüße
Angelos
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Koi Menuke
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Shinshinto Katana mit Saidan-Mei (Schwertprobe)
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Tsuka der Katana
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Wakizashi Kurzschwert Bizen Schule
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Nakago mit Signatur
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Osaka-Shinto Katana
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Signatur des Schmiedes Kawachi No Kami Kunisuke
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Liebe Grüße
Angelos
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ElinT13
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Re: Meine über 200 Jahre alten Kiefern...

Beitrag von ElinT13 »

Danke Bernd, wieder was gelernt!

@Angelos:
Feine Stücke hast Du da, Reschpeckt.
Gruß
-Elin-
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Re: Meine über 200 Jahre alten Kiefern...

Beitrag von Heike_vG »

Wunderschön und sehr beeindruckend! Vielen Dank für die tollen Fotos, Angelos!

Liebe Grüße,

Heike
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holgerb
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Re: Meine über 200 Jahre alten Kiefern...

Beitrag von holgerb »

Robert S. hat geschrieben:Hallo,
ich kann mich der Begeisterung nur anschließen. Auch wenn der vorgesehene Verwendungszweck ein grausamer ist, sind diese Schwerter sehr schön anzusehen. Und wenn man nur einen Hauch von Ahnung darüber hat, was da an handwerklicher Kunst drin steckt, wächst die Bewunderung nur.

Danke fürs zeigen. Gerne mehr :wink:

Servus,
Robert

Auch ich bin begeistert von japanischen Schwertern...

Robert, auch wenn das sehr, sehr morbide klingen würde und die Auswahl an Smilies annähernd nicht wiedergeben kann, was ich bei dem (möglicherweise) folgenden Satz denke.....und in der heutigen Zeit....
Nein, nein, ich verkneife es mir, schöne Schwerter, aber der Zweck ist ein grausamer...

Ich muss mal gerade kanalisieren :wink: :

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BonsaiFanHitdorf
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Re: Meine über 200 Jahre alten Kiefern...

Beitrag von BonsaiFanHitdorf »

holgerb hat geschrieben:
Robert S. hat geschrieben:Hallo,
ich kann mich der Begeisterung nur anschließen. Auch wenn der vorgesehene Verwendungszweck ein grausamer ist, sind diese Schwerter sehr schön anzusehen. Und wenn man nur einen Hauch von Ahnung darüber hat, was da an handwerklicher Kunst drin steckt, wächst die Bewunderung nur.

Danke fürs zeigen. Gerne mehr :wink:

Servus,
Robert

Auch ich bin begeistert von japanischen Schwertern...

Robert, auch wenn das sehr, sehr morbide klingen würde und die Auswahl an Smilies annähernd nicht wiedergeben kann, was ich bei dem (möglicherweise) folgenden Satz denke.....und in der heutigen Zeit....
Nein, nein, ich verkneife es mir, schöne Schwerter, aber der Zweck ist ein grausamer...

Ich muss mal gerade kanalisieren :wink: :

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icxc
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Re: Meine über 200 Jahre alten Kiefern...

Beitrag von icxc »

Hallo,

ich muß unbedingt einmal einen Link setzen der sehr gut erklärt worum es bei den Schwertern geht.:
http://www.nbthk.net/NBTHK/Japanische%20Schwerter.html

Also wer Interesse an japanischen "Kunst- Schwertern" hat kann sich sehr gut informieren.

Grüße
Angelos

Kleiner Nachtrag: Eine zum teil kommerzielle Seite aber äußerst Informativ mit wunderbaren Bildern welche genau zeigen was das Nihonto ausmacht.
http://www.nihonto.ca/reference.html


Angelos
Liebe Grüße
Angelos
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Andreas Ludwig
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Re: Meine über 200 Jahre alten Kiefern...

Beitrag von Andreas Ludwig »

Eine naive Frage von einem, der sich gar nicht auskennt:
Wie ging man mit einem Schwert um, das nach einem Kampf eine Scharte in der Schneide hatte?
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
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ElinT13
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Re: Meine über 200 Jahre alten Kiefern...

Beitrag von ElinT13 »

Wir haben eine Feile genommen und die Grate weggefeilt, nach jedem Kampf. Die Grate dranzulassen erhöht die Unfallgefahr für den Gegner. Wie es die Japaner gemacht haben ... keine Ahnung.
Gruß
-Elin-
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