Birke ausgegraben

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Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig »

Nu ja... Das Pilzrisiko hast du so oder so, es ist aber nicht so gross, wie man manchmal denkt. Es ist ja auch keineswegs so, dass die Natur zugunsten der Bäume auf Herbststürme und Schneelast verzichtet. Wir sind manchmal zu arg auf «ideale Werte» bedacht, finde ich. Ob der Totalverlust, den du erwähnst, am Schnitt lag? Eher an der «Fusspflege» oder an Trockenheit, vermute ich. Birken muss man nicht giessen, sondern tränken!

Ein Schnitt dieser Grösse verheilt auch nicht in einer Saison, das geht einen Moment (=mehrere Jahre, wir haben ja Zeit...) und wahrscheinlich auch nicht ohne Nachbearbeiten. Andererseits wird es noch ein kleines bisschen Wachstum hie und da geben, wenn du schneidest und der wird sogar gerade noch aushärten. Da halten sich Vor- und Nachteile also etwa die Waage.

Das grösste Risiko besteht nunmal sowieso darin, dass es eine Birke ist. Die wachsen, wachsen, wachsen, man freut sich und - schwupps - entscheiden sie eines Tages, diesen oder jenen Ast komplett aufzugeben. Jede Ursachen- oder Fehlersuche ist zwecklos, sie machen es einfach, ob Bonsai, Gartenbaum oder Moorbirke. Birkenbonsai hat man, weil man grosszügig genug ist dafür, sie gehören in die Kategorie «schöner Spleen».
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Barbara
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Beitrag von Barbara »

Dirk, danke für Deine Bestätigung!

Andreas Ludwig hat geschrieben:Birkenbonsai hat man, weil man grosszügig genug ist dafür, sie gehören in die Kategorie «schöner Spleen».
Andreas, das hast Du aber sehr nett beschrieben. :wink:

Deine Ausführungen bringen mich jetzt doch nochmal zum Grübeln. *confused3*
Du stellst fest, dass sich Vor- und Nachteile in Bezug auf den Schnittzeitpunkt die Waage halten.
Es ist aber so, dass die Bedingungen auf dem Balkon im Frühjahr wesentlich besser sind, was sich natürlich auch auf die Widerstandskraft der Bäume auswirkt.

Außerdem bestätigst Du, dass sich das "ganz große" Wachstum jetzt wohl nicht mehr einstellen wird und dass der, sich neu bildende Austrieb, gerade noch aushärten könnte.

Für mich sieht es danach so aus, dass ein Schnitt zum jetzigen Zeitpunkt nicht wirklich viel Vorsprung bringen würde, bei doch etwas erhöhtem Risiko.
Nein, ich bleibe doch lieber beim Frühjahrsschnitt, da habe ich einfach ein besseres Gefühl.... *kopfkratz* :wink:


Liebe Grüße,
Barbara
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Gary
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Beitrag von Gary »

Barbara hat geschrieben:Nein, ich bleibe doch lieber beim Frühjahrsschnitt, da habe ich einfach ein besseres Gefühl.... *kopfkratz* :wink:
Hi Barbara,
Entscheidungen sind immer auch eine "Bauchsache".
Obwohl ich bei Dir gar keinen ausgeprägten solchen erkennen konnte. :lol:

Bleib bei Frühjahr - Du vergibst Dir nichts dabei.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig »

Barbara hat geschrieben:Es ist aber so, dass die Bedingungen auf dem Balkon im Frühjahr wesentlich besser sind, was sich natürlich auch auf die Widerstandskraft der Bäume auswirkt.
Nö, nö... Wenn Bäume einen Rücken hätten, wäre der sehr breit. Wenn du mit Widerstandskraft die Anfälligkeit auf Pilz meinst - das kannst du ausklammern. Ich lese ständig über Pilz hier, Pilz da. Ausser Blattpilzen und einem sehr spezifischen auf bestimmten Ahörnern war da aber noch nie was, auch nicht in offenen Stämmen an weichen Laubhölzern.

Da wird meiner Meinung nach der Teufel an die Wand gemalt - wie recht oft bei Bonsai. Mein Verdacht ist, dass manche sich irgendwie wohler fühlen, wenn ihr Hobby gaaaaaanz kompliziert ist. Ihren Theorien nach hätte jeder meiner Bäume schon mindestens dreimal «unweigerlich sterben» müssen.
:wink:

Aber ich schliesse mich Gary an. Tu nichts gegen deine Überzeugung.
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Barbara
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Beitrag von Barbara »

Andreas, ich finde dieses Hobby trotzdem ziemlich kompliziert.... die meisten meiner Bäume scheinen leider keinen so breiten Rücken zu haben, wie Deine (wie der Herr, so´s Gescherr) :wink:

Ich glaube, ich habe heute einen guten Kompromiss gefunden, mit dem auch mein Bauch (danke Gary :wink: ) leben kann :
Ich habe alle Äste, die oberhalb des späteren Spitzenastes wachsen, zurückgeschnitten. So kann dieser, locker nach oben gedrahtet, nun doch schon die Spitzenposition übernehmen. So geht die noch zu erwartende Wuchskraft gleich in die richtige Richtung.
Dazu waren nur ein paar Mini-Schnitte notwendig und kein größerer Eingriff.

Andreas wird jetzt wieder sagen :"wie zimperlich" *schwitz* :wink:

Liebe Grüße,
Barbara
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Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig »

Nein, das tut er nicht, denn dein Respekt ist ihm sympathisch. Aber es würde ihn durchaus interessieren, ob sich jetzt nicht an diesen geschnittenen Ästen noch Austrieb bildet - und an der zukünftigen «Stammlinie» nicht. Wenn du ihm das berichten könntest..?
:wink:
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Barbara
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Beitrag von Barbara »

Mach ich glatt, Andreas! :wink:

Ich denke aber, dass es klappen wird, denn der neue Spitzenast ist auch schon relativ kräftig.

Gruß, Barbara
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dirk78
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Beitrag von dirk78 »

Hallo Andreas,

vielleicht bin ich auch etwas zu vorsichtig, aber das ist mir persönlich dann doch lieber, wie eine Sache zu unüberlegt gemacht zu haben, oder vielleicht auch nicht, dann benötige ich halt ein Jahr länger.

Ich habe bei meiner Birke festgestellt, wie auch du schon geschrieben hast, dass man die richtig tränken muss. Die müssen was Dünger angeht gemässtet werden, also ordentlich viel Biogold drauf.

Und dann muss noch darauf geachtet werden, dass zu große Blätter immer rausgeschnitten werden müssen, damit auch alle Zweige Licht abbekommen.

Wenn man das alles beachtet, wirft die Birke nicht oder vorsichtiger ausgedrückt kaum Zweige im Winter ab.

Diese Erfahrung habe ich mit meiner Birke gemacht, die allerdings auch noch in einem Anzuchtstopf steht.
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Gruss

Dirk
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Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig »

dirk78 hat geschrieben:vielleicht bin ich auch etwas zu vorsichtig, aber das ist mir persönlich dann doch lieber, wie eine Sache zu unüberlegt gemacht zu haben, oder vielleicht auch nicht, dann benötige ich halt ein Jahr länger.
Also nochmals und ganz ausdrücklich:

Das finde ich genau richtig so. Lieber warten, als in der Euphorie etwas machen, was man so halb mitgekriegt hat von einem, der es irgendwo gelesen hat von einem, der gehört hat, dass das ein anderer mal gemacht haben soll. Ich achte jeden, der sich entscheidet, sanft zu bleiben, bis er weiss. Bonsai ist nicht Industriedesign. Na ja - sollte es nicht sein...

Aber ich gebe auch zu: Die Bäume, die ich verheizt habe, habe ich nicht gezählt, es waren zu viele. Wenigstens waren sie nicht so wichtig, ich habe an ihnen geübt, was ich heute an den besseren ausführe. Von daher kommen meine Tipps, wenigstens etwas.

Ich bin froh, dass du dich vorsichtig ausdrückst. Denn was nicht war, kann noch kommen. Birken... sie sind wie Kinder: Die kommen mit dem Autoschlüssel nach Hause, der Wagen hängt in einem Baum - und man freut sich, dass sie noch leben...
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DonLorenzo
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Beitrag von DonLorenzo »

hallo leute,
was für ein substrat verwendet ihr für eure birken? auf den bildern sieht das ganze ziemlich nach akadama aus...habt ihr auch noch sand, oder blähton oder blumenerde oder sowas drin? oder humus?
Grüße, ein Birkenfan!
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Barbara
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Re:

Beitrag von Barbara »

*updated*
Andreas Ludwig hat geschrieben: Aber es würde ihn durchaus interessieren, ob sich jetzt nicht an diesen geschnittenen Ästen noch Austrieb bildet - und an der zukünftigen «Stammlinie» nicht. Wenn du ihm das berichten könntest..?
:wink:
Hallo Andreas und natürlich alle Anderen...,

den Schnitt im Spätsommer hätte ich mir sparen können, da es kurz darauf schon ziemlich kalt wurde und keinerlei Austrieb mehr kam, weder an den geschnittenen Äste, noch an der zukünftigen Stammlinie....
...es hat aber auch nicht geschadet.
Im März habe ich dann vollständig eingekürzt, so wie Chris es in seinem Virtual eingezeichnet hatte. Die Birke hat sogar neuen Austrieb aus dem Stamm gebildet- da, wo hinten noch ein Ast fehlte. Seitlich kommt auch noch was...
Zuerst wollte ich sie beim nächsten Umtopfen ja noch etwas nach links aufrichten, jetzt ist aber die neue Spitze automatisch Richtung Schwerpunkt gewachsen, so dass ich mir das wohl sparen kann.
Mir gefällt sie sehr gut so, was meint Ihr?

Liebe Grüße,
Barbara
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Das Bild ist schon ca drei Wochen alt, inzwischen wuchert sie so, dass ich wohl bald mal Ordnung reinbringen muss. Den Spitzentrieb lasse ich natürlich weiter wachsen....
Das Bild ist schon ca drei Wochen alt, inzwischen wuchert sie so, dass ich wohl bald mal Ordnung reinbringen muss. Den Spitzentrieb lasse ich natürlich weiter wachsen....
Birke_b.JPG (67.9 KiB) 2220 mal betrachtet
hier noch mal zum Vergleich im August letztes Jahr
hier noch mal zum Vergleich im August letztes Jahr
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Thierry
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Re: Birke ausgegraben

Beitrag von Thierry »

Wenn man das neuste Bild mit den anderen Bildern (v.a das erste Bild) vergleicht, ist Deine Birke kaum wiederzuerkennen.
Tolle Arbeit. *clap*
Viele Grüße,
Thierry

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Alien66
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Re: Re:

Beitrag von Alien66 »

Barbara hat geschrieben:...Mir gefällt sie sehr gut so, was meint Ihr?...
Das freut mich, Barbara!

Die aktuelle Erscheinung Deiner Birke läßt aus meiner Sicht keinen Zweifel aufkommen, daß Du den richtigen Weg eingeschlagen hast.
Viele Grüße, Chris.
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Norbert_S
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Re: Birke ausgegraben

Beitrag von Norbert_S »

Hallo Barbara,

da musst du wohl in der Tat die Zügel anlegen, aber das hast du ja gelernt. ;-)

Macht Spaß die Entwicklung zu sehen und es fällt nicht schwer, sich den Baum einige Vegetationsperioden später vorzustellen.

Immer wieder schön zu lesen, welch innerer Kampf ob Schnitt ja oder nein in uns tobt und im nächsten Jahr zeigt uns der Baum, wie egal ihm unsere Gedanken sind.
Wem ist es noch nicht so ergangen?

Hab weiterhin viel Spaß an dem Baum.

Liebe Grüße Richtung München

Norbert
Norbert

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Andreas Ludwig
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Re: Birke ausgegraben

Beitrag von Andreas Ludwig »

...und hat gar nicht wehgetan, gell?
:wink:

Ohne Kohl: Das hast du richtig fein gemacht.
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